31. Oktober 2009

Ü-Man in: Ü-Man mahnt jetzt alle ab (wahrscheinlich auch die TAZ)



* siehe hier und hier.

Ü-Man möchte keine Aufmerksamkeit mit diesem Beitrag erheischen, überlegt aber ernsthaft, sich den Titel "Ü-Man mahnt jetzt alle ab" rechtlich schützen zu lassen. Falls es doch mal eine Verfilmung des Stoffes geben sollte.

Wie üblich geklaut von Die Abenteuer von Ü-Man
(Verfasser hat sich soeben selbst ordnungsgemäß abgemahnt, wird aber wegen der Einrede der Konfusion nochmal mit einem blauen Auge davonkommen)

30. Oktober 2009

TV Tipp: PASTEWKA Staffel 4



Wenn unser olles Privatfernsehen ausnahmsweise noch mal ein kleines Zuckerl im Programm hat, ist es natürlich meine allerheiligste Pflicht, darauf hinzuweisen. Also, heute Abend, 21:45 Uhr, SAT1, die beste deutsche Variante von Curb Your Enthusiasm gucken!

[Ladykracher vornedran kann man auch mitnehmen, ist klar.]

Und wer infolge der Qualitätsüberflutung im deutschen Fernsehen die Kiste nur noch für DVDs oder Blu-rays verwendet und daher die Bedienung des Satellitenempfängers komplett verlernt hat, kauft einfach ab dem 20. November die DVD-Box zur Serie.

IniRadio #119: Wolfmother - 10,000 Feet

Das einzige Highlight der Rumfahrerei diese Woche - ich hatte die neue CD von Wolfmother im Auto mit dabei. Das rifft und groovt sehr schön was weg, hat das Zeug zur CD des Monats.

Humpeln - A New Beginning

Humpeln - jetzt erst recht, der vierte Teil des fulminant-unerträglichen Leidens-Epos um unseren lendenwirbelgeschädigten Helden, nötigte dem Zuschauer alles ab. Stundenlange Einstellungen, wie der Protagonist missmutig Tabletten schluckt, bewegungslos sich auf einem Wasserbett liegend von Motoren massieren lässt, während der Reizstrom in den Rücken jagt - das alles erinnert an die frühen Werke des taiwanesischen Leinwandbeschmierers Lang-Wei Lee. In einem Ausbruch an Dynamik präsentiert der Film dann doch noch das große Duell zwischen dem hageren Knochen-Gelenk-Muskel-Sehnen-Druiden und dem Schmerzgeplagten. Hier Auszüge aus dem sich entspinnenden Schlussdialog:

Wie geht's?
Nun, Sie haben doch bei unserem letzten Treffen das Bild von der Feuerwehr gebracht, die die brennende Scheune löschen muss, bevor sie wieder aufgebaut werden kann.
Genau, mit der brennenden Scheune als ihre Wirbelsäule.
Tja, um im Bild zu bleiben: ich sitze so vor der Scheune, schaue ihr täglich beim Brennen zu und warte weiterhin auf die Feuerwehr.
Das ist halt eine langwierige Angelegenheit. Tun Sie das, was angenehm ist, unterlassen Sie, was unangenehm ist.
Aber ich habe Schmerzen beim Gehen.
Dann gehen Sie eben nicht.
Ich kann doch nicht den ganzen Tag liegen!

[Stille]

Legen Sie sich mal auf die Liege, ich setze Ihnen ein paar Spritzen.
Haua-ha.

[drei unnötig brutale Injektionssequenzen in Superslowmotion]

So, ab nächste Woche kommen Sie wieder jeden Tag zur Reizstromtherapie und nehmen die Tabletten weiter.
Nö.
Bitte?
Nö. Ich gehe zu meinem Stammorthopäden zurück, dessen Urlaub diese Woche endet.
Tun Sie das. Damit habe ich kein Problem. [eiskalter Blick, danach Abwenden]
Wiedersehen.
Wiedersehen.

[Ausblende]
Fortsetzung folgt in: Humpeln - The Return of the Pink Infusion.
Was für eine verschwendete Woche.

22. Oktober 2009

IniRadio #118: PAIN - Shut Your Mouth

Schmerzen und PAIN - das hatten wir doch schon mal. Warum also nicht wieder, wo es gerade so schön Sinn macht? Außerdem gefällt mir die Übersetzung:

SCHMERZ - halt's Maul

Sag ich schon seit Tagen, aber dummerweise hab ich in der Lendenwirbelsäule leider keine Ohren.



Den Schluss find ich immer noch lustig.

Humpeln - jetzt erst recht

Kritiker aus aller Welt sind sich einig:

"Das will doch keiner sehen"
(Cinéma Cruel)
"Allein der Gedanke lässt mich reihern"
(Rogerine Saut)
"Ausgelutscht. Ideenlos. Ein Massaker am guten Geschmack."
(Rotten Films)
"Schon der erste Teil hätte niemals produziert werden dürfen"
(Handbuch Des Furchtbar Fortgesetzten Films)

Doch es hilft alles nichts: Humpeln IV - Jetzt erst recht ist seit heute Realität.
Zum Inhalt: unser Held, geschunden von den ersten drei Teilen, erwacht wie üblich an einem Sonntagspätnachmittag - und fühlt den Schmerz. Den wohlbekannten Schmerz. Zwar nicht so schlimm wie zu seinen schlimmsten Zeiten, als er nur noch in zusammengekauerter Lage altsaarländische Flüche ausstoßen konnte, aber immerhin.

In der ihm typischen, sympathischen laissez-schmerz-Attitüde verhaftet, lässt er drei Tage ins Land ziehen. Als keine Besserung eintritt, ruft er nach dem Infusions-Druiden, dass dieser ihm das sicherlich frech herausgehopste Iliosakralgelenk doch einrenken möge. Aber wehe, just dieser hat mit seiner Familie das Land verlassen, um Strand, Berg oder Wüste zu erkunden. Der nächste Knochen-Gelenk-Muskel-Sehnen-Druide wird aufgesucht, ein Mann von hagerer Statur und klarer Sprache:

"Hört an, nichts ist ausgerenkt, die Bandscheibe ist's, die Bandscheibe! Und überdies ist eure werte Rumpfmuskulatur, mit Verlaub, beschissen*. Infusionen braue ich nicht, das ist oldschool, ich bin voll und ganz modern healing, also gehet hin und nehmet diese Tabletten, auf dass eure Muskeln im Arsche locker werden. Zusätzlich soll der Reizstrom durch euch fahren, nicht einen Tag, nein, die nächsten 7 Tage! Außer Samstag und Sonntag, da haben wir nämlich zu"

So schleppt sich unser Held nach Hause, stopft sich mit Wundermitteln fremdländisch klingender Herkunft wie Ibu 600 oder Ortoton voll und wird langsam schläfri.... ch....chhhh...chhhhhhhhrrr.

[Sollte hier in den nächsten Tagen nicht mehr viel passieren, wisst ihr nun, warum]

[* das mit der beschissenen Rumpfmuskulatur ist übrigens ein Originalzitat. Nehme ich umgehend in die Abteilung Verdienste und Auszeichnungen auf]

21. Oktober 2009

Death Rally kostenlos



Ich muss mal wieder sentimental werden und tief in der Erinnerungskiste graben. Death Rally wurde im Jahre 1996 von Remedy (den späteren Entwicklern der Max Payne-Reihe) für den PC veröffentlicht. Das Spielprinzip: Autorennen aus der Draufsicht mit Waffen, Upgrades und Multiplayer für bis zu 4 Spieler, die Aufgabe: als erster über die Ziellinie kommen, gerne auch nachdem man alle anderen drei Gegner zuvor als brennende Schrotthaufen hinter sich gelassen hat. In der höchsten Rennklasse schließlich musste Duke Nukem in Grund und Boden gefahren werden. Kurz gesagt - ein Spiel wie für mich geschaffen.

Vor knapp 10 Jahren hatte ich als Zivi diesen kleinen derben Racer gerne dabei, wenn es daran ging, einmal in der Woche die russischen Aussiedlerkinder im örtlichen Jugendzentrum zu unterhalten. Die Racker haben natürlich hauptsächlich die Pixelzuschauer an der Strecke zu roten Flecken verarbeitet, während ich Triumph an Triumph reihte. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb der russische Straßenverkehr heute so unsicher ist.

Wie auch immer: Remedy bieten aktuell eine für aktuelle Windows-PC lauffähig gemachte Version des Rennspiels an, der Download wiegt gerade mal 41 MB. Angeblich soll auch eine Wiederauflage geplant sein - damit würde eine meiner zentralen Forderungen an die Spieleindustrie erfüllt werden. Denn die Welt braucht endlich ein Massive Multiplayer Top Down Perspective Racing Destruction Game wie seinerzeit Super Cars II oder eben Death Rally.

20. Oktober 2009

Deshalb mag ich... CURB YOUR ENTHUSIASM

Ich erwarte ein "Das Problem kenn ich"-Zustimmungskonzert aus der werten Runde der Blogleserschaft:



Allein wenn diese Melodie erklingt, lockern sich schon meine Lachmuskeln.

19. Oktober 2009

Kino-Reviews: Where The Wild Things Are / Zombieland

Fantasievolle Verfilmung eines Kinderbuchs und humoriger Zombiehorror - eine seltsame Mischung lockte mich am Wochenende ins US-Kino. Aber wenn dort nun einmal interessante Filme laufen, die erst Mitte Dezember deutsche Lichtspielhäuser beglücken, bin ich eben sofort vor Ort.

Where The Wild Things Are



Nach einem Bilderbuch von Maurice Sendak, das im englischen Original gerade mal neun Sätze Text umfasst, drehte Regisseur Spike Jonze einen abendfüllenden Spielfilm, was an für sich schon eine beachtliche Leistung ist. Zur Geschichte: der kleine Max ist ein wilder Junge; er brüllt, schreit, beißt und lässt sich von seiner alleinerziehenden Mutter kaum zähmen. Als er nach einem Streit ohne Essen ins Bett gehen soll, zieht er sich ein Wolfsfell über den Kopf, flieht von zuhause und landet nach einer Bootsfahrt auf einer Insel mit einer Handvoll Monster. Unter Anwendung seiner überbordenden Fantasie lässt er die Ungeheuer glauben, ein mächtiger Zauberer zu sein und sich zum König ausrufen.

Where The Wild Things Are ist kein Film für jedermann. Er zielt auf Kinogänger, die noch den kleinen wilden Jungen oder das kleine wilde Mädchen im Herzen tragen, sich an der Magie der Bilder oder der Macht der kindlichen Fantasie erfreuen können. Wer eine komplexe Story oder fantastische CGI-Effekte erwartet, dürfte sich hiingegen die etwas über 90 Minuten eher langweilen. So sind die Monster zwar teils motorisierte Puppen, teils Spezialeffekt, wirken in manchen Szenen aber auch einfach so, als würde ein großer Mensch in einem Fellkostüm stecken. Bedrohlich von der Tierschar wirkt eigentlich nur Carol, der im englischen Original treffenderweise von James Gandolfini (The Sopranos) gesprochen wird. Max Records als Max gelingt eine sehr beeindruckende Darstellung, was umso bedeutender ist, da er die meiste Zeit der einzige menschliche Darsteller auf der Leinwand ist und so den Film tragen muss. Eine Aufgabe, die der junge Schauspieler mit Bravour meistert.

Was Where The Wild Things neben seinem fantasievollen Setting und der bildhaften Sprache ausmacht, ist sicherlich auch die Parabel, die hinter der Begegnung von Max und den Monstern liegt. Als wilder Kerl wird er mit seinem Monster-Alter Ego konfrontiert, zähmt er die wilden Wesen und wird später von ihnen selbst gezähmt.

Ob der Film nun eher etwas für Kinder oder für Erwachsene ist, lässt sich schwer sagen. Für Kinder mag er stellenweise ein wenig zu lange sein, zudem hat er ein paar düstere Untertöne und zornige Momente. In jedem Fall aber spricht er das Kind im Erwachsenen an.

Zombieland



Ein schüchterner, phobiengeplagter Teenager mit fein ausgeklügelten Überlebensstrategien auf der Suche nach einer Freundin, deren Haar er um ihr Ohr streicheln kann. Ein kerniger, waffenfixierter Cowboy auf der Suche nach einem Biskuit mit Cremefüllung (Twinkie). Ein Geschwisterpaar auf der Suche nach einem Vergnügungspark, um sich an glücklichere Zeiten zu erinnern. Vier Menschen, die sich nur mit Ortsnamen ansprechen. Drumherum Zombies. Willkommen in Zombieland!

Wollte man den Film in einem Satz umschreiben, wäre der folgende recht passend:
Die Amerikaner bekommen endlich ihr Shaun of the Dead.
Die Zombie/Comedy-Mixtur, die bisher nur Simon Pegg und Nick Frost in dem oben erwähntem Film so genial auf den Punkt brachten, ist das stärkste Feature in Zombieland. Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund, der Horror dient mehr als Setting und Vorlage für die aberwitzigen Situationen und Sprüche. Seien es die ins Bild gesetzen Überlebensregeln im alltäglichen Umgang mit den Untoten, die Zombie-Kills of the Week oder der herrliche Gastauftritt von Bill Murray.

Vom großartigen Intro mit Metallicas For Whom The Bell Tolls als Intromusik bis zum actionhaltigen Finale auf dem Freizeitparkgelände bietet der Film jede seiner leider nur knapp 85 Minuten Laufzeit allerbeste Unterhaltung. Jesse Eisenberg spielt seinen Charakter quasi als 1:1 Kopie eines Michael Cera (Arrested Development, Juno) und sorgt mit seiner flattrigen Unsicherheit in Verbindung mit seiner akribisch notierten Verhaltensliste für zahlreiche komische Momente, Woody Harrelson ist für die krachige Zombieterminierung und die coolen Sprüche zuständig, Emma Stone und Abigail Breslin schließlich legen unser männliches Duo ein ums andere Mal aufs Kreuz. Und zum Schluss hat der Film gar noch eine wichtige Lebensweisheit zu bieten: sei kein Zombie schon zu Lebzeiten!

Das Fazit fällt hier eindeutig aus: Zombieland landet unter Garantie auf meiner Einkaufsliste, sobald er auf DVD veröffentlicht wird. Den Besuch eines Kinos ab dem 10. Dezember kann ich bedenkenlos jedem Fan von Zombie und Comedy wärmstens ans Herz legen. Es würde mich sogar freuen, wenn es einen zweiten Teil geben würde, denn die Figuren haben genügend Spaßpotenzial für eine Fortsetzung.

IniRadio #117: George Thorogood - Highway 49

Der Anfang holpert, aber dann bedient uns Georgie-Baby doch amtlich mit Slide Guitar, Saxofon und dem Gefühl der großen Freiheit hinterm Steuer. Mein aktueller Liebling für die Fahrten durchs fröstelnde Saarland.

17. Oktober 2009

CD des Monats: RAMMSTEIN - Liebe Ist Für Alle Da (Ohne böses Lied-Version)



[Nach diesen erzieherisch wichtigen Worten nun zu etwas komplett Anderem]



Provokant, schockierend, für die ältere Generation schlichtweg ekelhaft:
Rammstein lassen auf ihrer neuen CD blasen.
Und zwar ordentlich.

Gleich bei mehreren Liedern ertönen orchestrale Blechblasinstrumente, was mir im Zusammenspiel mit den harten Riffs aber richtig prima gefällt. Überhaupt hatte ich die sechs ostdeutschen Industrialbrachialiker seit ihrem letzten Album eigentlich abgeschrieben und bei der Singleauskopplung angesichts der platten angelsächsisch/germanischen Lyrics das Bedürfnis, mich vor Scham sechs Fuß tief in die Erde graben zu wollen. Von daher ging ich mit extrem niedrigen Erwartungen an die CD und sollte angenehm überrascht werden.

Klar, wer die Band noch nie leiden konnte, wird mit Sicherheit auch nach dem Hören von Liebe ist für alle da kein bekennender Fan. Große Änderungen am Erfolgsstrickmuster gibt es nämlich selbstverständlich nicht. Brummende Stimme, rollendes R, runtergestimmte Gitarren, den knochentrockenen Sound auflockernde Keyboards, teils dezent unappetitliche Texte und das Cover wird bestimmt von einigen entrüsteten Vorzeigepädagogen demnächst auf RTL aktuell kopfschüttelnd beweint werden. So weit, so bekannt, letzten Endes geht es aber um die Songs und die haben nach der enttäuschenden Resteverwertung auf Rosenrot endlich wieder etwas Packendes, Pulsierendes, man fühlt sich an beste Sehnsucht und Mutter-Zeiten erinnert.

Waidmanns Heil verströmt die ungebändigte Power eines Feuer frei, mit Haifisch zollt man von der Melodie her den verehrten Depeche Mode, vom Text natürlich Mackie Messer Tribut. [Böses, böses Lied] verbindet kranken Text mit eingängigem Refrain: man singt mit, obwohl man eigentlich Igittigitt denkt. Das ist ein bisschen so, als würde man sich Hostel oder Saw anschauen und dabei flammende Liebesgedichte fürs Poesiealbum schreiben - halt typisch Rammstein. Im Gegensatz zu früher beherrschen die Burschen nun auch das getragene Pathoslied. Frühling in Paris wird mit Sicherheit zwar ungezählten Französischlehrerinnen und Edith Piaf-Freunden den jähen Herztod bescheren, ist aber sehr stimmungsvoll geworden. Noch besser allerdings gefällt mir Roter Sand. Bisher hatte ich bei Rammstein-Alben immer Angst vor der Abschlussnummer, aber diese ist wirklich überragend gut gelungen. Alleine für die erfolgreiche Wiedereinführung der gepfiffenen Melodie in die Rockmusik, (was seit Wind of Change musikalisch eigentlich mit der Todesstrafe bewehrt war) sollte man Respekt zollen. Mehr mit seinem auf die Raffgier gemünzten Text fängt ruhig an, fährt das standardmäßig schwere Riff auf, geht aber schließlich noch in einen hymnischen Teil über.

Der Rest ist gewohnt satt-krachend mit Schmackes im Liedgut, ohne langweiligen Moment und fast ohne peinlichen Aussetzer. Beim Rammlied, Wiener Blut oder dem Titelsong rumpelt und grollt es zufriedenstellend, was ebenso gilt für B********, doch hier haben wir sogleich den peinlichen Aussetzer #1: denn B******** steht für Bückstabü, was wiederum eine Wortneukreation ist und freilich was furrrchtbar Böses sein soll. Naja. Über den Text der Singleauskopplung schließlich legen wir weiterhin schnell den Mantel des Vergessens, das Musikgerüst an sich ist dagegen gar nicht so schlecht.

Fazit:
Die beste Rammstein seit Mutter. Wer den Stil mag, kann wieder unbesorgt in die Rammdampflok einsteigen. Der Rest darf wie gewohnt einen Eiertanz darum aufführen und nicht anerkennen wollen, dass Rammstein die aktuell international erfolgreichste deutsche Band sind - und nach diesem Album auch bleiben werden.

16. Oktober 2009

Seriencheck (XXVIII)

Der Seriencheck diesmal mit der Startcheck-Ausgabe. Kurze Eindrücke zu allen Serien, die ich verfolge - wobei einige das Stadium des Verfolgtwerdens bereits hinter sich haben.

30Rock

Der Einstieg in die vierte Staffel hat mich noch nicht überzeugen können. Natürlich wieder ein paar klasse Gags wie der Anfang, der Uterus-Witz oder Tracys Suche nach den Wurzeln - aber die Story wirkte doch eher bemüht. Dennoch bin ich mir sicher, dass sich das noch einspielen wird.

Accidentally On Purpose

Zwei Mal gesehen und nicht für ausreichend befunden. Die Show trifft nicht meinen Humor, die Konkurrenz ist zu groß, Jenna Elfman mir zu wenig sympathisch. Adieu.

Bored To Death

Ein Fall für nichtregistrierte Privatermittler: Wo ist die unvorteilhafte Frisur des Protagonisten in der dritten Episode hin? Das gibt Punktabzüge! Okay, in Folge 4 war sie wieder da. Abseits dessen ist es noch nicht der große Hit, aber hat genug witzige Momente, um mich am Schirm zu halten. Alleine schon wegen Zach Galifianakis, der seine Losertypenrolle wunderbar ausfüllt.

Brothers And Sisters

Großes Drama bei der Großfamilie Walker, krisenmäßig ist ja mal wieder so einiges gebacken. Bleibt meine bevorzugte Serie, wenn es um die familiären Hochs und Tiefs geht.

Californication

Hank Moody als Professor - das kann man eigentlich nur noch mit Hank Moody als Papst steigern. Duchovny weiterhin teils cool und teils kindisch in der Rolle seines Lebens. Mit Charlie Runkels neuem Boss Sue Collini will man zudem anscheinend einen weiblichen, sexsüchtigen Ari Gold in die Show einbauen. Bei der Stimmlage von Kathleen Turner treibt es mir natürlich eher die Lacher aus dem Hals denn die Erregung in den Unterleib.

Cougar Town

Hat nach dem gelungenen Piloten ein wenig nachgelassen. Courteney Cox und ihr Seriensohn Dan Byrd wissen zu gefallen, mit der Freundin Laurie und dem Vater Bobby kann ich aber deutlich weniger anfangen. Mal sehen, wie und wo es sich einpendelt.

Curb Your Enthusiasm

Larry is king. Zwar war die Seinfeld-Reunion bisher noch nicht der Überknaller, aber die zweite Episode Vehicular Fellatio eines der Highlights der jungen Saison. Ich bin mir sicher, der alte Mann lässt wieder nichts anbrennen.

Desperate Housewives

Ich glaube, ich werde langsam zu mann für die Show. Will sagen: die ganzen Konflikte interessieren mich als Kerl immer weniger. Als Dramaelement ist eine neue Familie mit einem mysteriösen und unheilvollen Geheimnis in die Wisteria Lane eingezogen - nicht gerade neu, das hatten wir schon mal. Kurz gesagt: ich fand den Auftakt langweilig und wenn es so weitergeht, verabschiede ich mich.

Dexter

All baby and no kill makes Dexter a sloppy boy. Die neue Umgebung, die neue Rolle als Daddy machen unserem Serienkiller schwer zu schaffen. Dazu noch zwei neue Mordserien, fertig ist der Beginn der 4. Staffel. Verspricht wieder sehr gut zu werden, auch wenn die dritte Episode um ein Haar fast in die okay-Wertung statt des Standard-Gut oder Sehr Gut gefallen wäre. Dranbleiben, Dexter!

Dollhouse

Für den Einstieg nach der Pause fand ich die erste Folge sehr enttäuschend. Mehr habe ich auch noch nicht gesehen. Kein Knall, kein Drama, die übliche Puppenshow der Woche - wie will man so neue Zuschauer an die Serie binden? Wird wahrscheinlich ohne mich weitergehen.

FlashForward

Nach der ersten Episode befürchtete ich schon, dass man nun jede Woche an einen neuen Erinnerungsschnipselort geschickt wird und das Fortschreiten der Handlung so gebremst wird. Mit der dritten Episode wurde diese Befürchtung leider Wahrheit. Wenn die Show den roten Faden beibehält, könnte sie sehr gut werden. Verstrickt sie sich aber in eher durchschnittlichen Folgen mit falschen Fährten und Andeutungen, könnte ich das Interesse verlieren. Noch bin ich aber an Bord.

Fringe

Fringe ist am stärksten, wenn es um den Storybogen mit dem Alternativuniversum und den Gestaltwandlern geht. So eine mutige Entwicklung hätte ich der Show nicht zugetraut. Wie schon bei Akte X stehen dem die Strangeness of the Week-Episoden gegenüber, die bisher aber aus meiner Sicht auch gut gelungen sind. Ich bin aber auch leicht zufrieden zu stellen, solange Walter ein bisschen in ekeligem Zeugs herumwühlt.

Gary Unmarried

Ordentlicher Start, orientierte sich dann aber in eine Richtung, die mir weniger gefällt und nahm von Folge zu Folge ab. Gary als Radiosportmoderator? Nicht mein Ding. Ich hätte lieber mehr putzige Auseinandersetzungen mit der ex-Frau. Vielleicht fängt es sich ja noch.

Hank

Ist tot. Spätestens mit der zweiten Episode. Sorry, Kelsey, aber einer muss es schreiben. Wahrscheinlich gucke ich trotz allem doch noch die dritte Folge, weil ich auf eine Auferstehung hoffe. Aber es würde mich wundern, wenn die stattfinden würde.

Heroes

Der dritte Versuch, an die starke Premierenstaffel anzuknüpfen. Manche sind begeistert, ich sehe es hingegen nüchterner. Es tut nicht weh, es nervt nicht, man ist offensichtlich bemüht, das Publikum nicht zu enttäuschen. Am Ende kommen bisher fünf Folgen heraus, denen man die Bewertung "jo, man kann es wieder gucken" nicht absprechen kann. Aber so gut wie damals ist es trotzdem nicht. Ich lasse die Show mal noch auf Bewährung laufen, wenn es wieder sehr gut werden sollte, melde ich mich mit einem Sonderbericht.

How I Met Your Mother

Läuft wie geschmiert, die Beziehung Barney/Robin schadet dem Höhenflug der Show nicht. Hat Spaß gemacht, wird weiter Spaß machen. Auch wenn mir immer noch jemand erklären muss, wie Ted so einfach Professor werden konnte. Aber für die daraus resultierenden Gags nehme ich auch das in Kauf.

Modern Family

Hält angenehmerweise seine Form. Selbst wenn eine der Familien humormäßig ein wenig schwächelt, reißt es eine andere wieder raus. Besonders Ty Burrell erweist sich in der Hinsicht gerne als Feuerwehrmann. Freut mich, dass auch das amerikanische Publikum am Ball blieb und so eine volle Saison ermöglicht hat.

Monk

Die 8. und letzte Staffel läuft ja schon länger und hält das bekannte Niveau. Shalhoub hat seine Figur im Griff und weiß, was die Zuschauer sehen wollen. Ich bin gespannt, wann der "Monk verfolgt die Spur des Mörders von Trudy"-Storybogen beginnt.

Parks And Recreation

Großartiger Start in die neue Season, die letzten beiden Folgen lahmt es jedoch ein wenig vor sich hin. Ich mag den Standup Comedian Louis CK, aber ich habe das Gefühl, dass er die Show als love interest für Leslie Knope ein wenig herunterzieht. Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt.

The Big Bang Theory

Another show in the flow. Wie bei How I Met Your Mother habe ich auch hier das Gefühl, dass die Serie ihre Formel gefunden hat. Die Charaktere bieten genug Stoff, um witzige Momente zu erzeugen. Und wenn den Autoren mal gar nichts einfallen sollte, stecken sie halt Wolowitz in ein extrapeinliches Outfit. Okay, die Beziehung Penny/Leonard könnte ein wenig mehr Zündstoff vertragen.

The Middle

Nach zwei Folgen gehen weiter beide Daumen hoch bei mir. Ein sympathischer Malcolm in the Middle-Klon, wobei jedes Familienmitglied das Potenzial hat, mich zu unterhalten. Bitte so weitermachen.

The Office

Gefällt mir bisher besser als die 5. Staffel, auch wenn es wieder Schwankungen gibt. Von vier Folgen fand ich drei sehr gut gelungen, eine fiel aber so extrem ab, dass ich mich wunderte, ob dem Team diese Diskrepanz nicht auffällt. Oder habe ich den Humor von The Promotion nicht verstanden?

The Simpsons

Da bin ich die Diskrepanzen schon lange, lange gewohnt. Und dankbar, wenn es wie bei dem Season Opener Homer the Whooper nach oben geht. Am Ende wird es wieder eine Staffel mit Höhen und Tiefen werden. Wegen der Höhen bleibe ich der Show natürlich weiterhin treu.

Two And A Half Men

Kommt mir jetzt noch nicht so richtig in Schwung, muss ich gestehen. Immer abwechselnd gut und dann halt doch nur okay. Vor allem mit Jake scheinen die Autoren so ihre Probleme zu haben, seit er rein körperlich nicht mehr in das dickdoofe Schema passt. Ob die Harpers in festen Beziehungen so spaßig sind wie als tollpatschige Freigänger wird man auch abwarten müssen.

Freud' und Leid des Downloads von Spielen unabhängiger tschechischer Programmierer

Für heute, den 16. Oktober, ist der Release von Machinarium vorgesehen.

Das Schöne: der Link zur Vollversion ist schon morgens via Mail eingetroffen, keine Wartezeit wie bei den Amerikanern, wo wegen der Zeitverschiebung gerne mal erst spät abends mit der Veröffentlichung und der Downloadmöglichkeit zu rechnen ist.

Das Unschöne: der Server ist gnadenlos überlastet, ich hänge mit maximal 20 kb/s an der Leitung. 5 Stunden Download für 363 MB.

Ich warte immer noch auf den Tag, an dem ich Software schnell, rechtzeitig, problemlos und legal herunterladen kann.

14. Oktober 2009

Piraten. Geister. Magie. Adventure

Aber keine Affen! Jedenfalls habe ich noch keine entdecken können.
Wie auch immer, Ghost Pirates of Vooju Island hat seit heute eine eigene Webseite. Könnte interessant werden, denn das letzte Adventure von Bill Tiller, A Vampyre's Story, war bis auf das unbefriedigende Ende doch ganz ordentlich. Angepeilter Veröffentlichungstermin: diesen November.

Toy Story 3 - First Trailer

Ist zwar noch ein bißchen hin, aber nostalgische Vorfreude ist doch was Feines:

13. Oktober 2009

Episch. Hymnisch. Bewegend.

Man muss die Konkurrenz auch mal loben können, wenn Lob angesagt ist.

Wichtiger Hinweis!
Es kann sein, dass ich in diesem Beitrag
(die Überschrift ausgenommen, Alph - also eigentlich ist es nur der Text mit dem Link, weil dieser wichtige Hinweis ja auch zu diesem Beitrag gehört und ... meine Güte, ich wollte halt einen Gag mit lolen statt loben und lol statt Lob machen. So. )
ein B geschrieben habe, wo ein L angebracht gewesen wäre

12. Oktober 2009

Die guckt der Ini am Wochenende



Zombieland (Trailer) und Where The Wild Things Are (Trailer) starten an diesem Wochenende in meinem Lieblings-US-Kino.
Me so happy!

IniRadio #116: Paradise Lost - As Horizons End

Ja, mal mich einer schwarz an und stell mich unter einen Spitzbogen! Auf der neuen Paradise Lost wird ja wieder gegotht, dass sich die Rüschenhemden kräuseln. Sehr fein. Auf Dauer hält mein Gemüt das zwar nicht aus (weshalb ich nicht das ganze Album, sondern nur 5 Tracks gekauft habe), aber bei dem aktuellen Wetter hebt's schon fast meine Stimmung.

IniClassics: The March of the Emperor

IniClassics steht in diesem Fall für "altes Zeug, das ich aber nicht mitbekommen habe". Wie konnte ich satte 3 1/2 Jahre an diesem witzigen Werbeclip vorbeisurfen?



[Edit: den aktuelleren Werbeclip des Senders gibt es hier]

9. Oktober 2009

IniRadio #115: Default - All Over Me

Nach dem schweren Geschütz der letzten Ausgabe diesmal was Handzahmes, huch-der-Tag-war-heute-doch-sehr angenehm-Wohlfühliges mit Gitarren, die nicht wehtun. Aber dafür mit waffenpornigem Video. Und das, wo Obama heute den Friedensnobelpreis gewonnen hat.

Ach, Default sind ja Kanadier. Na dann.
Schönes Wochenende!

Projekt Hörsturz (Runde 5)

Das beliebte Projekt Hörsturz geht in die mittlerweile fünfte Runde. Und diesmal mit einem teilnehmenden Beitrag von yours truly, also moi, sprich meiner Wenigkeit.

Bonaparte – Ego
(vorgeschlagen von LemonHead)

Gutes Introgeschrammel, der Gesang setzt an und setzt an und setzt an. Das wird wohl die düstere "ich mach mich tot"-Nummer. Strahlt aber einen coolen, dunklen Vibe aus. Mal weiterhören. Jetzt ist gerade ein wenig instrumentaler Rabatz, man wartet auf den finalen eruptiven Höhepunkt.. ja.., jaa.., jaaa? - nee, wieder von vorne. Das geht aber nicht die angezeigten 6:18 Minuten? Nein, es klingt nach 4 Minuten nochwas aus. Erinnert mich ein wenig an die alten Sachen von HIM und wäre das Stück von dem ollen Schmachtfinnen, wäre es sein bester Song seit Jahren. Gefällt mir und wäre mit ein wenig Knalleffekt noch eine Stufe höher in meiner Gunst gerutscht.

4 von 5 Punkten

Chevelle - Shameful Metaphors
(vorgeschlagen von Inishmore)

Das ist meiner. Über Chevelle habe ich ja schon einiges in der letzten Zeit hier drinnen geschrieben. Ich fand es spannend zu lesen, wie derselbe Song bei verschiedenen Ohren ankommt. Für manche war der Anfang zu lahm, für andere der Schluss zu hart, eine Teilnehmerin hat Chevelle gar zur neuen Lieblingsband erkoren (was mich echt gefreut und überrascht hat), mehrmals las ich den Namen Nickelback als Vergleich (und das, wo Nickelback doch quasi die Tokio Hotel des Alternative Rock sind). Mir ging der Song mit seinem traurigen, aber hymnischen Refrain sofort ins Ohr und wollte nicht mehr raus; die Steigerung zum Ende hin finde ich sehr gelungen und lässt die Nummer noch im Nachhinein wirken.

4,5 von 5 Punkten

Modeselektor feat. Puppetmastaz – Dark Side of The Sun
(vorgeschlagen von Kamil)

Elektro vs HipHop. Spricht mich erregungsmäßig so sehr an wie Volksmusik vs. Schlager. Hannover 96 vs VfL Bochum. Naddel vs. Verona. GZSZ vs Verbotene Liebe. In einem alternativem Spiegeluniversum, wo mein ungemein böser, reicher und attraktiver Zwilling inI gerade in der Disco auflegt, wäre der Song definitiv ein Hit. Hier allerdings kann ich dem Track nur zugute halten, dass er dem Projektbegriff "Hörsturz" bisher am ehesten nahe gekommen ist, mich bereits von der ersten Sekunde an hat nervös zittern lassen und seine zweitbeste Stelle hatte, als es ein wenig ruhiger wurde. Der beste Moment war das Ende. Sorry.

0,5 von 5 Punkten

B-Complex – Beautiful Lies
(vorgeschlagen von Kerstin)

Fängt schon wieder elektronisch an, ich zittere nach meinem Hörerlebnis von vorher schon leicht. Okay, die Nervenenden im Gehörgang beruhigend glattbügeln, das wird definitiv angenehmer. Den Gesang muss man jetzt nicht zwingend verstehen, oder? Hat durchaus seine Phasen, wo ich mitwippe, so "ach-die-jungen-Leute-von-heute-und-ihre-Musik"-gutmütig-väterlich-mäßig. Nicht meine Richtung, aber nicht schlecht, ich ziehe mich auf die "so lala"-Wertung zurück.

3 von 5 Punkten

Rachid Tara – Garab
(vorgeschlagen von Doro)

Exotisches Trommelwerk, leicht gelangweilter Gesang, der Song lebt eindeutig von der wilden Percussion. Ach nee, den Oompta-oompta-Technobeat hätten sie jetzt wirklich weglassen können. Zieht sich mir nun doch ein wenig zu sehr in die Länge. Ein paar Versatzstücke sind nett, aber im Großen und Ganzen lässt es mich kalt. Macht daher

2 von 5 Punkten

Ein sehr abwechslungsreicher Hörsturz, das muss man sagen. Für die nächste Runde schwimme ich wie Kamil tapfer auf der "Das finden sicher nicht alle toll"-Welle und drehe ordentlich an der Härteschraube mit

Dark Tranquillity - Blind At Heart

8. Oktober 2009

Seriencheck (XXVII)

Diesmal mit zwei weiteren Neustarts und vier Saisonabschlüssen. Irgendwann wird dann auch noch die Startcheck-Edition folgen.

Hank


Hank Pryor war ein erfolgreicher und angesehener Geschäftsmensch, bis die Finanzkrise ihn zu einem arbeits- und wohnungslosen Geschäftsmensch machte. Mit seiner Familie zieht er zurück aufs Land, wo ihn ein deutlich weniger pompöses Domizil und Schwager Grady erwarten. Doch Hank will sich und die Seinen unbeirrt mit Bossweisheiten aus der Misere führen.

Man könnte die Show auch „The Next Kelsey Grammer Project“ nennen. Und wenn der Name des Hauptdarstellers fällt, weiß man schon, dass eher traditionelle Sitcomkost zu erwarten ist. Bei Kelseys vorherigem Versuch Back To You sprach ich noch vom altbackenen Komödienbrötchen, an dem Fans durchaus Gefallen finden können. Hank hingegen wirkt in der Pilotfolge auf mich wie hartes Roggenvollkornbrot, an dem man sich die Zähne ausbeißt. Pointenmäßig stark auf „Mr. Frasier“ konzentriert, ohne richtig zündende Ideen - nichts, was groß aus der Reihe fällt oder erinnerungswürdig bleibt. Ach ja, Jordan Hinson aus Eureka spielt die Tochter, an mehr kann ich mich aber wirklich nicht mehr erinnern. Aus Verbundenheit bleibe ich noch ein paar Episoden dran, nach jetzigem Stand kann ich mir aber nicht vorstellen, dass die Show einen dauerhaften Platz im Programm von ABC einnehmen wird. Überlebte doch bereits Back To You, das mir um einiges besser gefiel, keine komplette Staffel.

The Middle


The Middle erzählt die Abenteuer der Hausfrau, Mutter und Autoverkäuferin Frankie Heck, die in Indiana (also quasi mitten im Niemandsland) ihr Leben mit Ehemann, Kindern und Job ausfüllt. Stress im Beruf, Stress in der Familie, Stress in der Schule – genug zu tun für die gequälte Frau des Hauses.

Patricia Heaton (Everbody Loves Raymond, Back To You) hat sich ohne Zweifel die bessere Sitcom ausgesucht. Schon der Anfang, in der sie als Superwoman auf der Suche nach Handyempfang durch die Pampa irrt, hat etwas Sympathisches. Wer beim Titel an Malcolm In The Middle denkt, liegt gar nicht so falsch, denn das ist ungefähr die Richtung, die diese Familiencomedy einschlägt. Vor allem der jüngste Sohn Brick ähnelt von seiner Verhaltensweise sehr an Dewey, den jüngsten Sproß der Malcolm-Sippe. Anders als bei Hank können auch die anderen Darsteller (Neil Flynn, Scrubs; Eden Sher, Weeds) erste Pluspunkte sammeln. Der Auftakt gefiel mir persönlich gar noch einen Tick besser als Cougar Town, was der Show aktuell auf meiner Comedyneustartliste einen zweiten Platz hinter (dem auch in der zweiten Episode großartigen) Modern Family einbringt.


Weeds (Season 5)

Dass ich mit Frau Botwins jüngsten Ausflügen ins Grasgeschäft nicht mehr so recht warm geworden bin, habe ich ja bereits erwähnt. Seit sich die Story weg vom witzigen „Kleine Deals unter Nachbarn“ in der Vorstadt hin zum professionellen Drogenverschieben in Mexiko entwickelt hat, konnte die Show mich nicht mehr überzeugen. Richtige Höhepunkte konnte die 5. Staffel nicht setzen, gerade mal zwei Episoden verblieben mir als richtig gut in Erinnerung. Der Rest war Durchschnitt, versetzt mit ein paar richtigen Langeweilern. Das Finale brachte zwar einen Abschluss mit Knall, dennoch hält sich mein Verlangen nach einer weiteren kompletten Staffel arg in Grenzen.

3,5 von 6 Punkten


Entourage (Season 6)

Eigentlich ist Entourage ja ein Instant-Erfolgsrezept, man muss nur die Bestandteile in der richtigen Reihenfolge und Gewichtung beimischen. Deshalb hier meine Liste dessen, was in einer guten Ausgabe der Show um Superstar Vincent Chase enthalten sein muss. 1) Ari Gold, 2) sicherheitshalber nochmal Ari Gold, 3) Ari Gold im Clinch mit Klienten oder Assistent Lloyd, 4) Drama kriegt karrieremäßig mal wieder einen drauf, 5) schmückendes Beiwerk wie attraktive Ladies oder Gaststars, 6) Schönling Vincent kommt ausnahmsweise mal nicht an, 7) die Jungs feiern Party oder kaufen neue Schlitten, 8) lange nichts, 9) E, 10) Turtle. Man kann erahnen, dass mich die lang und breit ausgewalzten Beziehungsgeschichten von Turtle und E nicht wirklich begeistert haben. Thema einer Folge war sogar, dass Vince sich langweilt(!). Natürlich riss unser aller liebster Karrierevermittler Gold wieder einiges raus, richtig schlimm ist die nunmehr 6. Staffel deshalb zwar nicht, aber doch die schwächste, die ich bisher von der Show gesehen habe. Da helfen auch die aufgefahrenen Gaststars im Finale wenig – wobei Matt Damon immerhin für einen witzigen Rausschmeißer sorgt.

4,5 von 6 Punkten


Hung (Season 1)

Die Show um den Mann mit dem imposanten Gemächt wurde ja bereits verlängert (haha), bei mir läuft Hung jedoch weiterhin unter dem Motto „Das hätte ruhig ein wenig mehr werden können“. Mir fehlte der richtige Witz, die wirklich dramatischen Momente, die abgefahrenen, skurrilen Situationen. Einzig Lenore mit ihrem losen Mundwerk und der frechen Attitüde wirbelte den teilweise drögen Cast ein wenig angenehm durcheinander. Meiner Meinung nach sollte man der Darstellerin Rebecca Creskoff in der nächsten Staffel definitiv mehr Sendezeit einräumen - ob ich dann allerdings noch dabeisein werde, ist alles andere als sicher.

3,5 von 6 Punkten


Nurse Jackie (Season 1)

Die Überraschung der vergangenen Midseason stellt aus meiner Sicht Nurse Jackie dar. Edie Falco ist die Topbesetzung für die mit allerlei Schwächen gezeichnete, aber grundweg sympathische Krankenschwester. Wie ich schon schrieb, ist die Show eine tolle Ergänzung zum ebenfalls kaputten Dr. House, weshalb es mich wundern würde, wenn diverse RTL-Programmchefs nicht schon ihre Fingerchen danach ausgestreckt hätten. Der große Vorteil gegenüber dem grummeligen Diagnostiker: die einzelnen Episoden von Nurse Jackie folgen nicht dem starren House-Schema von „Krankheitsfall-Fehldiagnose1-House hat Spaß-Fehldiagnose2-House verärgert Leute-korrekte Diagnose“, sondern bieten auch Einblicke ins Privatleben. Oh ja, Schwester Jackie hat ein Privatleben und auch dort geht es rund.

5 von 6 Punkten

6. Oktober 2009

Tor, Tor, Tor (und 22 weitere)

Als Fußballfan kennt man natürlich die aktuellen Tore des Jahres aus der Sportschau und kann die entsprechenden Spielzüge mit dem Schlappen am Fuß um den Wohnzimmertisch nachspielen. Aber wie sieht es mit den frühen Werken diverser Trefferkönige aus? Hier ein Video zum Nachprüfen, ab wann die Erinnerung einsetzt. Bei mir war es 1982, der große Klaus Fischer, der mit einer Drehung weg vom Tor die Torhüter schon ins Schwitzen brachte. Frei nach dem Motto: "Siehst du den Po vom Fischer Klaus... - isses schon aus".



Fallrückzieher, where have you gone?

5. Oktober 2009

Kopf hoch, Sascha Burchert....

...der Trend geht einfach aktuell in die Richtung, dass Fußballer aus großer Entfernung ins verwaiste Tor treffen. Klappt übrigens auch mit dem Kopf:



Diese Südamerikaner müssen aber auch wirklich alles toppen.

4. Oktober 2009

Spaß mit Papagei und ohne Gottschalk

Gestern Abend ist es passiert.
Mein Bruder - ein Mensch, der Traditionen nicht mal im Angesicht der Apokalypse aufgeben würde - hat Wetten Dass...? nicht bis zum Ende ertragen können. Techno & AC/DC-Fan von Guttenberg ("man muss authentisch rüberkommen"), Oliver Pocher ("*lach*, ich hab Witz gemacht"), Tokio Hotel ('kreisch') und Michelle Hunziker ("hihihihihihihi") waren dann doch zuviel.

Ich habe schon früher die Segel gestrichen und davon geträumt, endlich die BBC über meine Digitalsatellitenschüssel empfangen zu können. Dort gibt es wenigstens großartigen Sex mit glücklichen Papageien:

2. Oktober 2009

Demo zu Machinarium

Nach Dark Tranquillity noch etwas Knuddliges fürs lange Wochenende! Seit zwei Tagen ist die Demo zum Flashknobelspiel Machinarium draußen. Inhalt: putziger Roboter, chillige Musik, viel Zeugs zum Anklicken und Hirnschmalzumrühren. Wer das Spiel auf der Herstellerseite vorbestellt, zahlt gerade mal 11 Euro (zzgl. MwSt).

Zum Download: PC englische Demo / PC deutsche Demo / Mac

Wer zuerst gucken und dann erst laden will, hier der Trailer:

IniRadio #114: Dark Tranquillity - Blind At Heart

Der Papa kann auch ganz anders...
In knapp zwei Wochen erscheint Brütal Legend, das ultimative Heavy Metal-Spiel. Das muss man natürlich mit der entsprechenden Kante im Liedgut zelebrieren. Deshalb aus der CD des Monats April 2007 meine deftigen Lieblingsschwedenhappen, die auch auf dem offiziellen Soundtrack vertreten sein werden.

Musikalisch Zartbesaitete sollten vielleicht besser nicht die Abspieltaste anklicken. Den Rest lade ich zu einem herzlich lieb gegrunzten UUUOOORRRRRRR ein.



[Fachmännischer Kommentar meines Bruders: "Der Drummer kloppt ganz schön was weg"]

1. Oktober 2009

Tales of Monkey Island Episode 3: Lair of the Leviathan



In der mittlerweile dritten Episode wandelt Guybrush Threepwood zunächst auf schleimigen Pfaden. Zum Ende seines letzten Abenteuers hat es ihn, den treuen Steuermann Winston und die Kopfgeldjägerin Morgan LeFlay nämlich in den Schlund einer ausgewachsenen Rundschwanzseekuh verschlagen. Um von dort zu entkommen, muss er in den Geheimbund demokratieversessener Meuterpiraten aufgenommen werden, den Wettbewerb im Grimassenschneiden für sich entscheiden, nichtsahnenden ex-Kapitänen einen Gallecocktail unterjubeln und vieles mehr. Erst dann gilt es, die Sprache der gemeinen Riesenseekuh zu erlernen, um im späteren Riesenseekuhflirten zu zeigen, dass man ein echter Kerl ist und schließlich den berühmten Voodooschwamm La Esponja Grande zu erbeuten und zu sichern.

Man kann es bereits an der Zusammenfassung herauslesen- endlich liegt der Humor wieder auf der richtigen Linie. Lair of Leviathan platzt fast schon vor herrlichen Witzen, abstrusen Situationen, erinnerungswürdigen Charakteren und ungewöhnlichen Herausforderungen. Alleine das Grimassenschneiden und die damit verknüpften Rätsel haben sich einen Platz in der Affeninselhinstorie verdient. Alle Bereiche, an denen ich beim Vorgänger noch heftig herummeckern musste, sind verbessert worden.

In Sachen Charaktere lasse ich nur einen Namen fallen... MURRAY. Der sprechende Schädel feiert endlich sein Debüt in der Serie und hebt das Spaßniveau mehr als deutlich - selbst beim Abspann kann er sich seine teuflisch bösen Kommentare nicht verkneifen. Nervige Charaktere gibt es diesmal erfreulicherweise keine.

Rätseltechnisch verleihe ich dieser Episode den Ritterschlag. Es lässt sich einfach an, steigert sich dann jedoch und mündet tatsächlich in einer Situation, wo ich nicht weiterwusste, den Rechner abschaltete, zu Bett ging und beim Einschlafen über eine mögliche Lösung grübelte, die mir dann einfiel und mich den ganzen Tag hibbelig werden ließ, ehe ich sie ausprobieren konnte. Und es funktionierte! Auf clevere Art und Weise haben die Macher die Schwäche des Interfaces, das keine Unterscheidung zwischen Ansehen und Benutzen erlaubt, zu einer Stärke in Form einer Beobachtungsherausforderung gemacht. Auch nach diesem Höhepunkt bleibt es anspruchsvoll, stellt sich doch das Riesenseekuhverkuppeln als eine nicht ganz einfache Angelegenheit dar.

Die Örtlichkeiten sind natürlich wieder limitiert, als Spieler stört einen das diesmal jedoch weniger, da man an jeder Ecke etwas zu erledigen hat. Um den Abspann zu sehen, brauchte ich gute vier Stunden, was eine weitere Steigerung im Vergleich zu den Vorgängern bedeutet. Noch wichtiger - in diesem Zeitraum hat man eine Menge Spaß.

Fazit: Lair of the Leviathan ist bisher ohne Frage der Goldschatz der Reihe. Es hat ein wenig gedauert, bis Telltale ihn vergraben und das X auf die Karte gemalt hat, aber das Warten hat sich gelohnt. Jetzt bitte auch die restlichen zwei Folgen in dieser Qualität produzieren.

Die optische Täuschung des Tages

Männer fallen wahrscheinlich eher darauf rein als Frauen...



via chilloutzone.to