31. Januar 2011

Dirty Car Art

Meine künstlerischen Fähigkeiten beschränken sich maximal darauf, "SAU" in den Staub zu schreiben.
Scott Wade hat da erheblich mehr zu bieten.

CD des Monats: MAGNUM - The Gathering

Ich sitze hier, habe die elektronische Armfessel namens Langzeitblutdruckmessgerät an und warte auf die nächste Aufpump/Mess-Action. Beim Anlegen gab es angesichts der Werte schon wieder freudige "Hui, das ist nicht gut"-Bekundungen seitens der Arzthelferin, aber man ließ mich doch nach Hause. Aktuell lädt das handliche Foltergerät zumindest nach dem ersten Druckaufbau nicht wieder nach, was ich mal als gutes Zeichen nehme. In der Tat dauert der ganze Vorgang erschreckend kurz. Was bedeutet: entweder Bloggen entspannt oder das Ding hat den Geist aufgegeben und auf dem Display steht nur noch die Fehlermeldung "OMG. Does Not Compute. Blood Pressure Explosion.".

Was das alles mit Magnum zu tun hat? Nichts. Obwohl: im Hintergrund höre ich gerade leise "Long Days, Black Nights" und ich bin mir sicher, dass das heute ein verdammt langer Tag werden wird.

"The Gathering" ist ein üppiges Best Of-Box Set, das 35 Jahre des musikalischen Schaffens der britischen Truppe um Sänger Bob Catley und Gitarrist/Songwriter Tony Clarkin umfasst. Klassiker, Single B-Seiten und Outtakes stehen auf der 82 Tracks umfassenden Songliste und wer da für seinen Geschmack nichts findet, ist schlicht und ergreifend gegen den Charme des melodischen Hardrocks immun und insofern meines Bedauerns sicher. Wer zusätzlich zur Musik gerne durch Seiten blättert, darf sich an einem 60-seitigen Booklet austoben.

Für mich war diese Box eine Reise in die Vergangenheit. Mitte der 80er bin ich mit "On A Storyteller's Night" eingestiegen, habe "Vigilante" als Fan gekauft, abgöttisch geliebt und jedem meiner Mitschüler angepriesen bzw. auf Kassette überspielt. Ich erinnere mich noch, wie ich mit meinem Kumpel jedesmal den Refrain von "When The World Comes Down" zu singen begann, wenn bei der Rückgabe von Klassenarbeiten die Lehrkraft den Notenspiegel an die Tafel malte. Während der Wartezeit auf das nächste Album hörte ich in die Frühwerke "Chase The Dragon" und "The Eleventh Hour" rein, auf denen ich weitere Klangjuwelen für mich entdecken konnte. Noch heute hängen in meinem Zimmer die beiden Poster des Künstlers Rodney Matthews zu "Chase The Dragon" und der Best Of-Kompilation "Mirador", die ich mir während eines Klassenausflugs nach London gekauft hatte.



"Wings Of Heaven" aus dem Jahre 1988 war ein überstarkes Album, mit dem Magnum auch außerhalb der eingefleischten Melodic Rock-Fanszene Beachtung fanden. Dementsprechend sicherte ich mir das Tourposter, als ich in Saarlouis mein erstes Konzert der Band besuchte. Es folgte der schleichende Niedergang. Mit "Goodnight L.A." biederte man sich zu sehr dem amerikanischen Rocksound an, jedes darauffolgende Album hatte ein paar nette Songs, aber auch viele Belanglosigkeiten zu bieten und war insofern weit entfernt von der früheren Hitdichte. So ganz konnte ich von Bob und Tony nie loslassen, verfolgte nach der ersten Auflösung 1995 ihr Projekt "Hard Rain" und diverse Soloausflüge von Bob. Die Reunion 2002 verfolgte ich eher kritisch, mir fehlten die großen Melodien, die Kompositionen wirkten auf mich zu sehr auf alternde Rocker getrimmt, die mitreißenden Rhythmen waren nicht mehr da. Ab und an blitzte wie bei "Brand New Morning" die edle Refraincuisine auf, aber länger haften blieb kaum etwas. Symptome, die übrigens leider auch auf dem letzten Output "The Visitation" auftreten.

Beim Hören von "The Gathering" fielen mir zunächst die Frühwerke angenehm im Ohr auf. "Invasion", "Great Adventure", "In The Beginning" sind neben dem unverwüstlichen "Kingdom Of Madness" vor Spielfreude sprühende ProgRock-Funkenregen. Ein richtiges Fan-Leckerli wartet schließlich auf der letzten der fünf CDs: ein komplettes Konzert aus der "Wings Of Heaven"-Tournee.

Fazit: eine toll ausgestattete Werkschau einer großen Band. Fans kommen voll auf ihre Kosten, Neulinge erhalten alles, was die Faszination und Magie der Band ausmacht, in einem Paket.

Als Hörbeispiel binde ich "Days Of No Trust" ein, bei dessen gerufenem Anfang ich immer "Gisela, weißt du was, ich hab den Cadillac gewonnen - MAGNUM" höre.

28. Januar 2011

IniRadio #182: 3 Inches Of Blood - Silent Killer

War gestern beim Arzt wegen meines Hustens. Wahrscheinlich eine Nebenwirkung eines meiner Blutdruckmedikamente. Die übrigens in meinem System zweimal täglich vollzuversagen scheinen, wenn ich den in der Praxis gemessenen Wert zugrunde lege. Am Montag kriege ich das 24-Stunden-Messgerät installiert, über das ich an dieser Stelle bereits eine Lobpreisung verfasst habe. Ach ja, an der Schilddrüse soll ich mich auch mal operieren lassen.

Und deshalb gibt's jetzt kreischenden Metal.

26. Januar 2011

3:2

Zeit, wieder nostalgisch zu werden. Und festzustellen, dass ich nicht ganz umsonst dieses Jahr die 40 vollmache. Gestern Abend bewiesen meine Schalker souverän, dass man in Pokalspielen nicht zwingend den Sack zumachen muss. Auch nicht gegen einen Gegner, den man zeitweise in die eigene Verteidigung zurückdrängt. Wohl dem, der eine rechte Abwehrseite mit eingebauter Fehlfunktion hat! Die zwei Mal dasselbe Tor einfängt. Was den Angriff so beeindruckte, dass er es auch gleich kopierte.

Aber dann kam er, der Jüngling, der Adoleszent, der Bub, der einfach mal draufschießt. Dann kam Julian Draxler. Wat schön. Selbst der Schäfer im Tor der Nürnberger wollte da nicht unnötig viel dagegenhüten.




Und an wen denke ich als alter Sack bei dem Namen Draxler? An Manfred Drexler, von dem ich noch ein Klebebild habe aus der Saison 1980nochwas. So schnell vergeht die Zeit. Werden immer jünger, die Racker. Und haben mehr Haare. Aber auch keine mehr so ausdrucksstarke Armhaltung.

24. Januar 2011

IniRadio #181: Todd Edwards - Critters Have Feelings

Über das Dschungelcamp kann man ja sagen, was man will, aber die dort zur Untermalung der kleinen und großen Dramen eingespielte Musik ist immer großartig. Wohl die einzige Show im deutschen Fernsehen, in der ich die Mehrzahl der Songs kenne bzw. schätze. Es macht auch immer Spaß, herauszufinden, welcher Track gerade läuft und weshalb er zur Situation passt. Hier mein Vorschlag, den eine gewisse Blondine hoffentlich nie in einen Rap umwandelt.

"Critters Have Feelings" stammt übrigens aus dem Soundtrack zu "Hoodwinked" oder eingedeutscht: "Die Rotkäppchen-Verschwörung". Sehr unterschätzter, weil witzig-charmanter Animationsfilm.

23. Januar 2011

Selbstkäufer

Original hier 
Amazon schickt also auch in den Dschungel

22. Januar 2011

20. Januar 2011

Keks, alter Keks

Ist der mit Ohr-Sand?

Amazon macht mich arm (Vol. 2)

Neues Jahr, neue Rubrik. Wie es der Name andeutet, berichte ich einfach mal über die Angebote, mit denen mich amazon arm macht. Wer sich über das Vol. 2 im Titel wundert, inoffizieller Startschuss war die Back To The Future Blu-ray Box aus England.

Wenn ich über von mir herzlichst empfohlene Schnäppchen berichte, setze ich (falls möglich) gleichzeitig einen Affiliate-Link rein. Was bedeutet: wer über den "Kaufen bei amazon.de"-Button bestellt, lässt mir ein paar Cent zukommen. Eine Vorgehensweise, die ich wirklich nur empfehlen kann und die meine eh vor Warmherzigkeit, Attraktivität und Anmut strotzenden Leserinnen und Leser zu noch besseren Menschen macht. Gleichzeitig lässt man den "HömmaHömma-KennsteFroindin?"-Mann aus der Werbung ganz traurig werden.




Zu den Titeln:

Sieben
Kommt hierzulande gerade mal morgen als Blaustrahlscheibe raus und wird bereits auf erfreuliche Art und Weise verhökert. Kultfilm mit Brad Pitt, Morgan Freeman, Kevin Spacey und Gwyneth Paltrow in ihrer kopflastigsten Rolle. Meine offizielle Blu-ray-Bewertungsstelle schreit mir "Musst du haben" entgegen. Dem schließe ich mich an.

Avatar Extended Collector's Edition
Avatar = Gnaa lautete bei mir eigentlich die Zusammenfassung des Epos von James Cameron. Tolle Optik, aber bei der Story hätte ich mich gerne in die nächstgelegene Erdkuhle eingegraben. Und das nicht aus Naturverbundenheit. Zu dem Preis allerdings ein Pflichtkauf, weil gleich drei Fassungen des Films auf der Scheibe lauern und es auf zwei weiteren Blu-rays massig Bonusmaterial gibt. Obacht, der Streifen soll auf diversen Blu-ray Playern Sperenzchen machen. Aber ich ziehe Updates schneller als der blaue Lulatsch auf den Flugdrachen kommt.

24 Season 1 & 2
Der Jack Bauer war auch mal jung. Hatte ein paar Foltermethoden weniger drauf. War noch baff erstaunt und erschüttert, wenn er in der CTU einen Maulwurf entdeckte. Dafür besaß er bereits Nerven aus Stahl, da seine Tochter gerne mal wieder unbeholfen in Terroristenfallen tappte und sich für die Doppelauszeichnung "Geißel & Geisel des Jahres" bewarb. Schöne Zeiten waren das. Die ersten beiden Staffeln gehören gleichzeitig zu den besten der Serie.

Green Zone
Habe ich ehrlich gesagt nur geschossen, um bei den DVD-Bestellungen über 20 Euro zu kommen. Matt Damon als Soldat im Irak. Da wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Explosionen geben, würde ich mutmaßen wollen. Die Blu-ray soll kein tolles Bild haben, deshalb genügt mir die DVD.

18. Januar 2011

IniRadio #180: Black Robot - Baddass

Saftiger, AC/DC-riffbasierter Rocker mit Erwähnung von George "Bad To The Bone" Thorogood. Damit kriegt man zumindest mich immer in Mitwipplaune. Baddass ist übrigens die Einstellung, die sich manch blondes Mädel im australischen Dschungel krankhaft einredet zu haben, obwohl WhinytushyBitch der Wahrheit entspricht. Ja, ich guck das dieses Jahr auch wieder und muss sagen: seit den letzten zwei Folgen hatte ich mächtig Spaß.


16. Januar 2011

InSecurity

Habe gerade die ersten beiden Folgen der kanadischen Spy-Comedy "InSecurity" gesehen und für sehr unterhaltsam befunden. Kurz zusammengefasst könnte man sagen: das ist 24 in Kanada mit inkompetenten Agenten. Die bisherigen Trailer sind meiner Meinung zu schlecht geschnitten, um den Spaß, den die Show verbreitet, richtig zu würdigen. Deshalb binde ich hier ein paar der Declassified-Files ein, die einen besseren Eindruck machen. Auf jeden Fall ein weiterer Eintrag in meiner Serienguckliste, die üblicherweise an kanadischen Serien eher arm ist.

National security can be fun!







Auf der offiziellen Webseite kann man sich die Folgen komplett ansehen, sofern man aus Kanada kommt.
Oder es vortäuscht.

Dead Space 2 Promo: "Your Mom Hates This"

Hierzulande wurde Dead Space 2 gleich sechs Mal durch die USK-Prüfung gejagt (zuletzt auf Antrag des bayerischen Sozialministeriums), um die von Anfang ihm zugedachte Freigabe "ab 18 Jahren" zu erhalten.

Überm Teich wird der Titel im Fernsehen hingegen so beworben:
(enthält Spielszenen und ist daher nichts für Kinder)



Ich bin doch noch nicht alt.
Denn ich hätte nur "boah", "hui", "holla" und "Wann kommt's raus?" gerufen, um meiner tiefen Abscheu Ausdruck zu verleihen. Würde ich niemals in diesem unserem schönen Deutschland kaufen, das kann ich mit Bestimmtheit sagen.
Aber in einem gewissen Ministerium im Land der Weißwürste drehen sich gerade vor Schütteln sicherlich ein paar Köpfe aus der Fassung...

15. Januar 2011

Golden Globes 2011: Ricky wird sie richten

Skandal! Die Golden Globes sind dieses Jahr von Bestechlichkeitsvorwürfen begleitet. Bei manchen Nominierungen bin ich auch etwas verwundert. Alice in Wonderland? Erfolgreich war der ja, aber viele hatten sich doch deutlich mehr erwartet. The Tourist? Kam auch nicht überall gut weg, meine ich mich zu entsinnen. Ich finde, der gute Johnny Depp sollte für seine Nominierungen schon ein wenig mehr leisten. Wie etwa Anne Hathaway, deren Brüste vollkommen zu Recht für "Love And Other Drugs" ausgezeichnet wurden. Gibt halt nur keiner zu.

Wenigstens moderiert wieder Ricky Gervais, der sich bereits ein für seinen Humor typisches Opening ausgedacht hatte. Hierzulande übertragen für werbetrailerresistente Menschen wird das Ganze von Pro7 in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 2:00 Uhr.



Zuerst meine Vorschläge (aus vollstem Herzen bzw. ohne echte Ahnung), gefolgt von den aus Realitätssinn geborenen Vorhersagen (auch ohne echte Ahnung):



























Schnell noch die Nebendarsteller ergänzt:

Film, Männlich:
Jeremy Renner (The Town), es wird aber wohl eher Michael Douglas (Wallstreet 2)

Film, Weiblich:
Amy Adams (The Fighter), es wird aber wohl eher Helena Bonham Carter (The King's Speech)

TV-Serie, Männlich:
Eric Stonestreet (Modern Family). So oder so.

TV-Serie, Weiblich:
Julia Stiles (Dexter), es wird aber wohl eher Jane Lynch (Glee)

14. Januar 2011

12. Januar 2011

Trailer World Invasion - Battle Los Angeles

Autor hat, wie wir Saarländer zu sagen pflegen, die Freck. Ist also mit anderen Worten nach eigenem Empfinden schwer krank. Und wie jeder weiß, trifft es uns Männer besonders schwer, wenn wir, üblicherweise vor Kraft strotzend, jäh vom Pfad der Gesundheit gerissen und ins tiefe Tal des Jammerns gestoßen werden. Das fühlt sich dann an wie Weltuntergang. Deshalb hier ein Trailer zu einem demnächst erscheinenden Film zu diesem Thema.

Weltuntergang, meine ich jetzt. Nicht Grippe.

9. Januar 2011

Neil Patrick Harris VGA 2010: In Memoriam

Wenn sich meine Hobbies Computer-/Videospiele und TV Shows überschneiden, muss das natürlich erwähnt werden. Neil Patrick Harris erinnert an jene Figuren aus Videospielen, die wir in den letzten Jahren verloren haben.

Achtung, enthält Spoiler und eine heftige Szene aus God of War 3. Aber auch einen wie gewohnt göttlich lässigen TV-Darsteller.

Bin jetzt auch dabei, McFly - Amazon macht mich arm (Vol.1)

Für knapp 24 Euro (inklusive deutscher Tonspuren) darf mich amazon.co.uk halt mal wieder arm machen. Mein Geburtstag steht ja in gut 7 Wochen an, um den Dreh herum müsste ich auch endlich den ersten (und eventuell gleich den zweiten) Teil des dazu passenden Adventures spielen können.

Jetzt muss ich nur noch der DVD-Box How I Met Your Mother Season 1-5 widerstehen....

8. Januar 2011

7. Januar 2011

IniRadio #179: Black Label Society - Parade Of The Dead

Wenn sich meine Hobbies Metal und TV Shows überschneiden, muss das natürlich erwähnt werden. Zakk Wylde, amtlich einer der coolsten Rock'n'Roll-Säue auf diesem Planeten, hatte in der zweiten Episode der 4. Staffel von Californication einen Kurzauftritt als Gitarrenverkäufer. 2008 konnte er schon den für die Serie üblichen Einstandsnacktauftritt famos ableisten.



Noch besser als im Hinterteilzeigen ist er allerdings im Arschtreten am Griffelbrett seiner Gitarre.

6. Januar 2011

Josh Groban singt die Tweets von Kanye West

Ich habe in den letzten Wochen kaum mehr was über Twitter oder Facebook gepostet und ich befürchte, das wird sich auch in nächster Zeit nicht groß ändern. Da fehlt mir wohl einfach das gesteigerte Mitteilungsbedürfnis oder es passiert schlicht zu wenig Interessantes, was ich hinausposaunen möchte. Oder will jemand unbedingt über diese Plattformen informiert werden, wenn hier ein neuer Beitrag erscheint? Ich denke nicht. Ab und an raffe ich mich für die "Ich, Ini"-Rubrik auf, wer also in der Hinsicht ein Bedürfnis hat, möge die Webseite besuchen und seine Augen auf den Kasten rechts richten.

Wenn ich unbedingt tweeten müsste, würde ich wohl erwähnen, dass ich just einen Emtec N200 Multimediaplayer gekauft habe. Aber aus dieser Nachricht kann man einfach nicht so geniale Songs machen wie Josh Groban aus den Tweets von Rapdepp Kanye West. 

5. Januar 2011

L.A. Noire - Die Technologie hinter dem Schauspiel

Beeindruckender Clip zum kommenden Spiel von Rockstar Games. Endlich könnten Story, Acting und Gaming zu einer grandiosen Symbiose finden. Da mich schon Heavy Rain fasziniert hat, dürfte hier der nächste Knaller in den Startlöchern stehen. Alleine schon deshalb, weil ich ab 0:26 ekstatisch "Walter, Walter" durch den Raum geschrien habe. Releasetermin aktuell: Frühjahr 2011.

Countdown-Collage zur vergangenen Episode von "How I Met Your Mother"

Wer die Folge gesehen hat, weiß, was am Ende des Countdowns passiert. Muss ich mir wohl nochmal anschauen. In jedem Fall eine schwer erinnerungswürdige Episode.

Seriencheck (XXXVIII)

Die Tage vor Weihnachten war das Programm eher dünn, dafür gingen einige Shows mit weniger Staffelfolgen als üblich zu Ende und es tauchten Screener diverser Neustarts auf. Zeit für den ersten Seriencheck im neuen Jahr.

Retired at 35 (S1E01)

TV Land mit einer Eigenproduktion. TV Land? Üblicherweise finden dort Oldies und Klassiker ihr Zuhause, seit dem Erfolg von "Hot in Cleveland (das ich bisher aber noch nicht gesehen habe), wagt man sich als Sender auch auf frisches Serienterritorium. Wie mit Retired At 35, einer klassischen Comedy mit George Segal (Murphy's Law) und Jessia Walter (Arrested Development) als in Florida lebende Eltern eines gestressten Anzugträger-Sohnemanns, der seinen Job kündigt, seine Mutter hierdurch spontan zum Durchbrennen animiert und nun mit seinem Vater zusammen die selbst auferlegte Ruhephase verlebt. Erinnert von der Prämisse her ein wenig an "Shit My Dad Says", aber ohne die schlechten Nebendarsteller. Von der Presse wurde der Pilot bereits vernichtet; mir gefiel hingegen, was sich in der ersten Folge abspielte. Ich sehe allerdings auch gerne Segal, den alten Zausel, in seiner Rolle als Daddy, der die verlorene gemeinsame Zeit mit seinem Sohn nachholen will und damit einige komische Situationen heraufbeschwört. Das ist natürlich keine Revolution oder Weiterentwickung des Genres, aber spricht mich zumindest vom Ersteindruck her eher an als viele der aktuell laufenden Neustarts wie "Mike & Molly", das bereits erwähnte "Shit My Dad Says" oder "Outsourced". Gebe ich eine Chance.

Potenzial: 4,5 - 5 von 6 Punkten

Come Fly With Me (S1E01-S1E02)

Little Britain auf dem Flughafen. Matt Lucas und David Walliams schlüpfen in ein gutes Dutzend Rollen und zeigen, was alles bei britischen Airlines schief gehen kann, wenn nur die richtigen Leute in den richtigen Positionen sitzen. So sehr ich die Wandlungsfähigkeit der zwei Komiker, ihre verschiedenen Aufmachungen und die aufgebotenen Akzentvarianten schätze, so sehr leidet die Show unter der selben Krankheit wie "Little Britain". Da mochte ich die ersten Folgen auch, bis jede Charaktereigenheit und Schrulle so totgeritten wurde, dass man das entsprechende Gagvehikel höchstpersönlich von seinem Leid befreien wollte. Anders als im kleinen Britannien sind zudem bei "Come Fly With Me" bereits vom Start weg einige Kaltwitzkandidaten dabei, die man mit Sicherheit durchschleppen wird. Letzten Endes ein Fall für die Kategorie: Reinschauen und es langsam überdrüssig werden.

Potenzial: 3,5 - 4 von 6 Punkten

Episodes (S1E01-S1E02)

Showtime präsentiert die Rückkehr von Matt LeBlanc ins Serienfach. Anders als bei „Joey“ versucht sich der Friends-Star diesmal an einer anderen Spielart der Comedy, nämlich dem von „Curb Your Enthusiasm“-geprägten Stil. Die Geschichte ist schnell erzählt: britisches Serienautorenpärchen gelingt in der Heimat ein großer Erfolg mit einer Serie über ein Eliteschulheim, amerikanischer Produzent will die Show adaptieren, verschifft Autoren nach Amerika und schmeißt das Erfolgskonzept konsequent über den Haufen, um es ans amerikanische Fernsehvolk anzupassen. So wird die Rolle des im Original typisch gentlemanhaft-steifen britischen Oberlehrers (dargestellt von einem altgedienten, klassisch ausgebildeten Schauspieler), besetzt mit... Matt LeBlanc.
Zwei Folgen sind bisher über das weltweite Netz herübergespült worden und der erste Eindruck lautet: die Show hat was. Die Einblicke in die Adaption britischer Serienstoffe ins Amerikanische, die Vorgehensweise von Showproduzenten, die wirren Ablaufprozesse beim Casting, die gespielte Begeisterung des Produktionsteams für selbst krasseste Fehlbesetzungen und Seitenhiebe auf das Business ergeben ein sehr amüsantes Seherlebnis. Für Matt LeBlanc eröffnet sich zudem die Möglichkeit, mit seiner bisherigen Engagements zynisch bis ironisch umzugehen und als mehr als nur der „How you doing?“-Typ wahrgenommen zu werden. Ich bleibe in jedem Fall dran.

Potenzial: 5 - 5,5 von 6 Punkten

Zur Einstimmung noch der Promo-Clip zur Show mit Matt LeBlanc als Matt LeBlanc (via watch that):




Californication (S4E01-S4E02)

Mütter, sperrt eure (auch minderjährigen) Töchter in ihre Zimmer ein und werft die Schlüssel weg, denn Hank Moody ist wieder unterwegs. Ich mag die Serie wegen ihres ausgelebten Rock’n’Roll-Flairs, den Sprüchen von Hank und seinem stets gepflegt-kaputten Auftreten. Okay, bei den nackten Tatsachen gucke ich meist auch nicht weg. Die vorhergehende Staffel hatte mir allerdings bei all den Zutaten die Story komplett vernachlässigt und irrte zwischen Brüsten, Sprüchen und auf lässig bis krank getrimmten Darstellern ziellos umher.
Daher die gute Nachricht vorneweg: in den ersten beiden Folgen gibt es wieder viel nackte Haut zu sehen (für Männlein, für Weiblein und für Fetish-Fans von Hanks Manager Charlie Runkle). Nein, die richtig gute Nachricht lautet, dass wieder eine Geschichte vorhanden ist! Sogar mehrgleisig erzählt! Einmal die Folgen für Hank, weil sein dreckiges kleines Geheimnis mit Mia herausgekommen ist, dann seine Versuche, die Beziehung zu Karen und seiner Tochter Becca zu retten und schließlich die anstehende Verfilmung seines Romans. Die schlechte Nachricht: wieder hat man sich vorgenommen, einem Darsteller eine 180 Grad-Wendetherapie gegen Typecastings zu verpassen. Letztes Jahr stieß mir schon Rick Springfield als sexkranker Lustmolch übel auf, diesmal gibt Darling Rob Lowe den oscarprämierten, aber derb abgefuckten Filmstar. Gnaaa.

Potenzial: 4,5 - 5 von 6 Punkten

Men Of A Certain Age (S2E01-S2E04)

Meine „guilty pleasure“-Show des letzten Jahres geht in die zweite Runde. Und vom Start weg ist es, als würde man alte Freunde wiedertreffen. Jeder schleppt seine kleinen und großen Probleme mit sich herum, man zieht sich untereinander auf und isst gemeinsam zu Frühstück. Gefällt mir weiterhin gut, auch wenn es für manche zu langsam erzählt und nicht peppig genug unterhält. Kommt ihr erstmal in das Alter, möchte man diesen Stimmen entgegenrufen. Ich für meinen Teil freue mich auf die nächsten Geschichten der Fortysomething-Truppe. Einen Qualitätsabfall im Vergleich zur ersten Staffel konnte ich bisher noch nicht entdecken. Dürfte ein sicherer Kandidat für die 5 Punkte im Schnitt werden.

Potenzial: 5 - 5,5 von 6 Punkten





Boardwalk Empire (Season 1)
Ich versprach mir das ganz große Ding von Boardwalk Empire. Namen von hohem Rang auf der Produzentenbank, edelste Ausstattung, eine epische Geschichte über Verbrechen, Intrigen und Sex, angesehene Darsteller – die Sopranos müssen sich warm anziehen, war wohl so ziemlich der beherrschende Gedanke, wenn man auf die Serie zu sprechen kam. Die ersten drei Folgen konnten mich auch rundum begeistern, danach aber spricht meine kleine interne Episodenbewertungstabelle eine andere Sprache. Zu viele verschiedene Charaktere, zu viel Leerlauf bei diversen Nebenplots, deren Langeweile mit Nacktszenen übertüncht wurde, keine durchgehende Spannung. Ich habe nichts gegen ruhigere Episoden, mir gefielen auch sehr die Folgen um Richard Harrow, den Scharfschützen mit dem zerfetzten Gesicht, aber ich hatte das Gefühl, dass Boardwalk Empire sein Pulver zu schnell verschossen hatte. Richtig schlecht wurde die Show natürlich nie, dafür sind schließlich zu talentierte Köpfe beteiligt. Dennoch war mir gerade das Finale doch sehr arm an dramatischen oder sonst erinnerungswürdigen Momenten und brachte eigentlich nichts, was den Zuschauer sich nach der zweiten Staffel verzehren lässt. Nicht so überragend wie "The Sopranos", aber doch noch gut. Dementsprechend

5 von 6 Punkten (gut)

Dexter (Season 5)
Bisher war ich mit Dexter stets sehr wohlwollend umgegangen, wenn es das Saisonabschlusszeugnis setzte. Viermal sechs Punkte sind im Nachhinein betrachtet zumindestens für die dritte Staffel etwas zu hoch angesetzt, letztes Jahr konnten es die fulminanten abschließenden Episoden und der teuflisch-charismatische John Lithgow als Arthur Miller nach stotterndem Einstieg nochmal rausreißen. Diesmal lief die Show erneut sehr gemächlich an und konnte auch zum Ende hin – so meine unerbittliche Statistik – kein einziges Mal die volle Punktzahl für eine Folge kassieren.
Die Schwächen dieser Season? Die belanglosen Eheprobleme Laguerta/Batista, der hübsch ekelig aufgezäumte, dann aber recht abrupt fallengelassene Nebenschauplatz-Storyfaden um die Voodoo-Killer, das Fehlen eines würdigen Gegenspielers, die altbekannte „Jemand ist Dexter auf der Spur“-Routine, die Rolle der Kinder, mit denen die Autoren offensichtlich nicht viel anzufangen wussten. Gefallen hat mir Julia Stiles in ihrer Rolle als Gesinnungsschwester, Killer-Azubi und Freundin. Auch dass man nicht versucht hat, das Schock-Ende der letzten Staffel zu toppen, sondern auf einen ruhigeren Ausklang gesetzt hat, fand ich in Ordnung. Übrig bleibt eine Season, der man trotz ihrer unterhaltsamen Momente doch langsam anmerkt, dass ihre kreativen Adern langsam aber sicher ausbluten. Ich denke, es wird langsam Zeit für die Einleitung der finalen Staffel, in der Dexters Geheimnis endgültig bei Deb durchsickert und die u.a. die Folgen dieser Enthüllung zum Thema hat.

5 von 6 Punkten (gut)

The Walking Dead (Season 1)
Die Erwartungen und die Vorfreude war ähnlich groß wie bei "Boardwalk Empire". Angesichts des Zombiethemas musste allerdings nichts revolutionär Bahnbrechendes auf den Bildschirm gebracht werden. Es geht nun mal um wandelnde Tote, die herumschwanken und sich auf die Überlebenden der Apokalypse stürzen, um ihnen in blutig-schmieriger Form das Fleisch von den Knochen zu reißen. Was nur gelingt, wenn sie nicht vorher per Kopfschuss daran gehindert werden. Setzt man dies alles bildlich packend um und rührt noch eine dicke Portion Endzeitdrama ein, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
"The Walking Dead" absolvierte diese Übung makellos. Die tollen Kulissen, die von den Kameras geschossenen Bilder, die großartigen Effekte, die wohlig schaurigen Gore-Szenen, die klassischen Dramen der Überlebenden, die grandiosen Make-Ups – der Weg zu den 6 Punkten war nach den ersten beiden der insgesamt sechs Folgen fast ein Selbstläufer. Wäre da nicht das Finale gewesen. Ein Finale mit einer Ausgangssituation, aus der man noch ein halbes Dutzend weiterer hochwertig unterhaltsamer Episoden hätte machen können. Stattdessen dreht man im Saisonabschluss zunächst die Spannung herunter und hangelt sich danach hektisch durch das neue Szenario, ehe ohne eine Spur eines Cliffhangers oder Fortsetzungs-Appetitanregers die Karawane der Lebenden weiterzieht. Das hat mich schon sehr enttäuscht, weshalb ich die Höchstwertung nicht ziehen kann. Vielleicht haben wirklich die guten Drehbuchautoren gefehlt (der gesamte Autorenstab wurde nach Drehende gefeuert) und Frank Darabont war zu müde, um ein würdiges Finale zu fabrizieren. Es bleibt eine sehr gute Serie, die zum Schluss leider gepatzt hat.

5.5 von 6 Punkten (sehr gut)

Running Wilde (Season 1)
Da kann ich mich kurz fassen. Nice try, but no Arrested Development. Mittlerweile definitiv nicht für eine zweite Staffel verlängert, konnte die Show auch mich nicht überzeugen. Und das, obwohl ich sie wirklich mögen wollte. Aber Will Arnett kam nie an die Überdrehtheit seiner Rolle als Gob heran, das Potenzial von Nachbar Fa'ad wurde verschenkt, Keri Russell als Emmy wirkte zu normal und bieder (Tochter Puddle hätte diese Rolle als eine Art weiblicher Michael Bluth ausfüllen können), der Humor, die Geschichten drehten sich zu sehr im Kreis zwischen „reicher Schnösel“ und „alternative Weltverbesserin. Kurzum: der Anfang lieferte Ansätze und Versprechen, die später leider nicht gehalten werden konnten. Die ab und an durchschimmernden guten Momente lassen das Ganze gerade noch so ins Befriedigende rutschen. Bei der Tendenz der letzten Folgen hätte es Running Wilde wohl im Falle des Verbleibs auf dem Sender eine Bewertungsstufe tiefer runtergerissen. Insofern ging die Absetzung in Ordnung.

4,0 von 6 Punkten (durchschnittlich)

2. Januar 2011

IniRadio #178: Magnum - In The Beginning

Passt zum Jahresanfang und vertreibt zumindest bei mir dank seiner wohltemperierten Keyboardklänge stets die letzten Reste des Neujahrskaters (möglicherweise lässt es aber auch den Kopf platzen, also Vorsicht). 7 Minuten 35 Sekunden Progressiv-Rock made in 1978. Danach kann einem das Jahr doch eigentlich nichts mehr anhaben. Am 4.4. spielen die altgedienten Recken übrigens in der Garage in Saarbrücken. Da schlepp ich mich hin, aber sowas von.



Ich klebe mir hier mal noch das Widget zum neuen Album "The Visitation" rein (VÖ: 14.1.) und lausche des frischen Openers. Der Anfang von Black Skies klingt ja schon mal hübsch fett.