28. Februar 2011

CDs des Monats: BRIGHT EYES - The People's Key / PARADISE LOST - Faith Divides Us, Death Unites Us

Auf dem Cover brennt das Feuer und innendrin auch die Seele von Conor Oberst. Jedenfalls mehr als sonst, denn der introvertierte Sänger/Songschreiber ist üblicherweise tonal eher für zitterndes Ausglimmen zuständig. Nach "I'm Wide Awake, It's Morning" und "Digital Ash In A Digital Urn" schlägt Bright Eyes mit "The People's Key" wieder exakt in die Kerbe, die meinen musikalischen Nerv trifft. Nicht zu sperrig, direkt ohne Umwege ins Bauchgefühl hinein, hypnotisierend schön.

Nach knapp 2 1/2-minütigem Intro mit pseudowissenschaftlich-esoterischem Geblubbere eines verwirrt klingenden Mannes rollt "Firewall" an, ein zunächst spärlich arrangierter, runtergebrochener, schleppender Track mit coolem Timbre, der sich zum Ende hin auswächst. "Shell Games" ist ein echter Ohrwurm mit original dramatischem 80er-AOR-Riff und 80er-Synthies. Richtig in die Vollen geht der Start von "Jejune Stars", bei dem Conor mit seiner unverwechselbar brüchigen Stimme zu einer fast schon fröhlich zu bezeichnenden Melodie singt. "Haile Selassie" besticht durch die Gesangslinie, die zumindest mich zum spontanen Mitsingen einlädt, der relaxten E-Gitarre und den wuseligen Keyboards. Der Track gehört meiner Meinung in die Charts.

Der Rest fällt gegenüber diesen Indie-Hits nicht unbedingt viel ab. Es wummert angenehm schmeichelnd vor sich hin wie bei "A Machine Spiritual" oder "One For You, One For Me", mit "Ladder Song" präsentiert sich die zu Herzen gehende Klavierballade. Lediglich "Approximate Sunlight" lädt mich vom Vorspulen ein, der Song ist mir dann doch zu entspannt, da rebelliert der Rocker in mir und will an imaginären Saiten reißen. Insgesamt ist "The People's Key" allerdings ein rundum gelungene Sache geworden. So mag ich meinen Oberst. Weitermachen!



Die hier muss ich einfach noch nachreichen. Vor mehreren Monaten erwähnte ich mal in der "Ich, Ini"-Rubrik, dass ich 5 Tracks aus "Faith Divides Us, Death Unites Us" als MP3s bei amazon gekauft hatte. Die fand ich damals bereits so klasse, dass dafür eigentlich schon die "CD des Monats"-Auszeichnung fällig geworden wäre. Nun habe ich diesen Monat das komplette Album gekauft und kann nach diversen Durchläufen endgültig diesen Makel beseitigen.

Denn das Teil ist der schwingende Hammer und ein verdammt schwerer noch dazu. Paradise Lost besinnen sich wieder ihrer Gothic-Wurzeln, lassen die Keyboards ausgeschaltet und bringen die Düsternis über den Hörer, dass es Gänsehaut an der Schlagader erzeugt. Das hört der Schwarzkittel, wenn er den Sarg entstaubt. Die ganz alten Schinken der grimmigen Briten konnten mich noch nie so ganz begeistern, ich fand erst 1995 mit der "Draconian Times" (die übrigens demnächst neu aufgelegt wird) Gefallen an dem Musikstil.

Zum aktuellen Output: Sänger Nick Holmes liefert eine mitreißende Gesangsleistung ab und holt neben den bekannten sanften endlich auch die bösen tiefen Vocals wieder aus den Stimmbändern. Und was der Kollege Mackintosh aus der Sechssaitigen herausschrubbt, ist allerfeinstes Hörfutter für die dunkelgestimmte Seele. Ich bin da zugegebenermaßen auch leicht zu knacken, denn mir geht schon gepflegt einer ab, wenn abgrundtiefe Akkorde auf hellhochklangige Soli oder eine schwermütige Geige bzw. Klavier treffen.  Es ist allerdings die Kunst, diese klanglichen Gegensätze so zu arrangieren, dass sie Intensität erzeugen und den Hörer in ihren Bann schlagen können. Und eben das gelingt Paradise Lost wie bei dem mit einem sakralen Chor eröffnenden "As Horizons End", "I Remain", "Universal Dream", dem Titeltrack oder ach, eigentlich bei allen Songs.

Als Hörbeispiel empfehle ich den Titelsong, dessen Video mit seiner unterschwellig brutalen Inszenierung und dargestellten Verzweiflung mir verdammt nochmal jedesmal wieder an die Nieren geht.

27. Februar 2011

10 Oscarvorhersagen

  1. Ricky Gervais wird mehrfach versuchen, die Bühne zu stürmen, um wenigstens einen Charlie Sheen-Witz reißen zu können.
  2. Anne Hathaway wird nicht so oft ihre Brüste entblößen wie in "Love And Other Drugs". Wahrscheinlich sogar kein einziges Mal. James Franco hingegen wird nicht den Oscar für die beste Darstellerleistung gewinnen. Obwohl er versuchen wird, beim entsprechenden "And the Oscar goes to..." ein "MeMeMeMeMeMe" zu soufflieren.
  3. Beste Hauptdarstellerin wird Natalie Portman. Die Frau ist schwanger und hat sich für "The Black Swan" gequält. Sicherer könnte man nur noch gehen, wenn sie für den Film dunkelhäutig, fettleibig oder behindert geworden wäre.
  4. Bester Hauptdarsteller wird Colin Firth. Jesse Eisenberg wird sich ärgern, dass er die Rolle des Mark Zuckerberg erst spielen konnte, nachdem es Sheldon Cooper bereits gab.
  5. Bei den Nebendarsteller/-innen habe ich keine Ahnung. Hailee Steinfeld würde mich freuen. Meine Vorhersage trifft Helena Bonham Carter, die mir schon so viele Filme verleidet hat, dass sie jetzt eigentlich dran wäre. Christian Bale wird wegen der besten Jesus Christus-Darstellung außerhalb eines Films die Trophäe mit nach Hause nehmen. (Edit: ich habe Geoffrey Rush übersehen. Wenn es nicht zum Auszeichnungs-Overload für "The King's Speech" kommen sollte, müsste eigentlich er die goldene Statue holen)
  6. Trent Reznor MUSS für "Social Network" in der Kategorie "Beste Filmmusik" gewinnen, seine Dankesrede mit dauerhaft erigierten Mittelfinger gegen die Musikindustrie wird jedoch von Anfang gleich vom Orchester niedergetrötet.
  7. Die Kategorie mit dem wie gewohnt am leichtesten zu prophezeienden Sieger wird wieder "Bester Animationsfilm" sein. Wenigstens "Indespicable Me" hätten sie antreten lassen können, um "Toy Story 3" eine Winzigkeit zu gefährden.
  8. Inception kriegt irgendwas Technisches ab, die Coen-Brüder werden sich ärgern, dass sie ein adaptiertes Drehbuch umgesetzt haben. Da geht dieses Jahr aber nix an Aaron Sorkin vorbei.
  9. Bester Dokumentarfilm für Banksy? Ich sage knallhart "Restrepo". Weil sonst die öffentliche Ordnung nicht mehr aufrechterhalten werden kann.
  10. Bester Film wird entweder "The King's Speech" oder "Social Network". "Winter's Bone" nicht, da lege ich mich fest.

26. Februar 2011

Wissenschaftscomedy

Dank Lügenbaron Kalle-Theo von Copy zu Paste ist obiger Begriff ja derzeit zurecht in aller Munde. Es gibt allerdings auch Menschen, die diese Sparte vorsätzlich betreiben. Wie Vince Ebert, dessen Programm "Denken lohnt sich" ich jedem intelligenzfähigen Menschen wärmstens an die Hirnrinde legen möchte. Schon die Stimmlage erinnert mich an den unvergessenen Eberhard Weiß vom Telekolleg (der übrigens 2006 verstarb und Hard Rock-Fan gewesen sein soll).

25. Februar 2011

Wunderhörbare Oscarvorbereitung

171 Minuten und dreißig Sekunden. Länger als jeder einzelne der zehn nominierten Filme. Mit großer Wahrscheinlichkeit auch witziger und unterhaltsamer als die meisten. Der GameOne-Plauschangriff "Oscars 2011" ist online. Damit verbringe ich das Wochenende, um zu erfahren, welcher Streifen es jetzt aber wirklich, wirklich verdient hat.  

Übrigens sind die Podcasts der Jungs immer klasse. Wer etwa seinen Horrorfilm-Horizont um ein paar Schreckzuckungen erweitern will, wird hier und hier fündig. GameOne (die Show) selbst ist ja bekanntlich dieses Jahr für den Grimme-Preis nominiert. Den ich der kleinen Fernsehperle übrigens von ganzem Herzen gönne, wenn die Webseite dann doch bitteschön bei den Grimme Online Awards gegen mein unfassbar kompetenzfreies WM-Tagebuch in der Kategorie Unterhaltung den Kürzeren zieht. Aber noch läuft dort ja die Vorschlagsphase.  

Auch prima: Eddys Projekt Audioflick, auf der man sich Audiokommentare von ihm und seinen Mitstreitern zu auserlesenen Klassikern herunterladen kann. Einfach parallel zu Filmen wie Star Wars: A New Hope, Starship Troopers oder Back to the Future mitlaufen lassen und im Gegensatz zu den meisten DVD/Bluray-Tonspurbrabbeleien richtig Spaß dabei haben.   

So, das musste mal geschrieben werden.

IniRadio #185: Bright Eyes - Shell Games

Nicht sonderlich viele Beiträge in dieser Woche, da muss wenigstens zum Ende hinaus noch ein schöner Abschluss kommen. Deshalb hier ein Track aus dem sehr gelungenen neuen Album von Conor Oberst alias Bright Eyes. Kann sein, dass das noch die CD des Monats wird. Ist allerdings auch möglich, dass ich zu faul sein werde, das entsprechende Posting zu schreiben, weil ich am Wochenende mich von meinen Geburtstagsgeschenken berieseln lasse. Dann bitte ich die Leserschaft im Geiste zu notieren, dass "The People's Key" möglicherweise ungeschriebenerdings die CD des Monats im Februar war.

22. Februar 2011

If 40=[new]20 then Ini=[new]20

Und als heute frischgebackener Neuzwanziger verkünde ich: Alter ist relativ, happy birthday to me.
Zur Feier des Tages und weil es auch um einen Geburtstag geht, hier noch mein laut Statistik erfolgreichster Beitrag (kriegt jeden Tag um die 60 Hits):

21. Februar 2011

Ü-Man in: Taken (Over) By A Stranger

Ernst Huberty hat übrigens am morgigen Dienstag Geburtstag (genau wie der Autor) und wird 84 (nicht wie der Autor).

18. Februar 2011

TV Tipp: Heute Abend. 22:15 Uhr. Pastewka. 5. Staffel


Nicht vergessen, Freunde der gepflegten Fernsehunterhaltung! Wird natürlich geguckt, schließlich ist und bleibt "Pastewka" eine der besten deutschen Comedyserien (den Seriencheck zur vierten Staffel gibt es hier). Ab dem 11. März ist dann auch die DVD-Box erhältlich, die ich mir in blinder Kaufgewohnheit zulegen werde, um dann allen, die auf die Fernsehausstrahlungen warten müssen, brühwarm die Pointen vorher erzählen zu können. Leider gibt es dieses Jahr zwei Folgen weniger als noch bei Staffel 4. Dafür aber auch eine mehr als bei den Staffeln 2 und 3 sowie gleich zwei mehr als bei der ersten Staffel.

16. Februar 2011

Seriencheck (XXXIX)

Diesmal mit einem Blick auf neue Serien bekannter Gesichter, einigen Staffelstarts, wieder einer deutschsprachigen Serie und ein paar Entwicklungstendenzen.

Mr. Sunshine (S1E01)

Chandler ist wieder da. Ein bisschen älter ist er geworden, der Gute, genauer gesagt pünktlich zum Serienpiloten 40 Jahre. Da kann ich mitfühlen, dieser Kelch kommt in ein paar Tagen auch auf mich zu. Legt man die erste Episode zugrunde, bekommt man den Eindruck, als hätte er nie seine FRIENDS gehabt, um einen funktionsfähigen Menschen aus ihm zu machen. Stattdessen arbeitet er sich verdrießlich und vom Leben desillusioniert durch seinen Alltag als Manager einer Mehrzweckhalle, leidet unter seiner mental gerne abhebenden Chefin, dem für ihn nicht neuen Ende einer Romanze, der fehlenden Kompetenz der Mitarbeiter und diversen arbeitsbezogenen Problemchen wie etwa der unbedingt zu verhindernden Aufführung der Eisrevue "Elephants on Ice".

Natürlich rede ich von Matthew Perry, einem Schauspieler, der eine Rolle in der neuen Sitcom "Mr. Sunshine" spielt. Eine Rolle, die sich allerdings wirklich ziemlich treffend beschreiben lässt, wenn man so wie ich im obigen Absatz Parallelen zur fiktiven Figur Chandler Bing zieht. Das Setting erinnert mich zudem etwas an "30Rock" (seltsamer Vorgesetzter; Verantwortlicher, der a) genug Probleme mit sich hat und b) täglich gegen das Chaos seiner Mitarbeiter ankämpft), der Humor zündete allerdings noch nicht direkt wie bei Tina Feys Meisterwerk. Man merkt der Show bereits im Piloten an, dass sie etwas reißen will, dass sie ihr sicherlich vorhandenes Potenzial zeigen will. Schließlich taugt eine Mehrzweckhalle im Erfolgsfall den Drehbuchautoren als wandlungsfähiges Vehikel, um Gaststars (wie eben "LOST"-Darling Jorge "Hurley" Garcia) in die Skripte reinzuschreiben. Richtig überzeugen konnte mich der Pilot allerdings noch nicht. Vielleicht war auch Andrea Anders schuld, die mittlerweile fast hauptberuflich durch unverdient kurzlebige Shows tingelt und mich in ihrer Rolle an den Start von "Better Off Ted" erinnerte, welcher mich weit mehr zu beeindrucken vermochte. Keine Sorge, ich werde dem traurigen Sonnenscheinmann dennoch weiterhin eine Chance geben. 

Mad Love (S1E01)

Eine neue Show mit Sarah Chalke aus "Scrubs"? Ich mag Sarah Chalke! Und das nicht nur wegen der wunderbaren Namensähnlichkeit zu meinem Lieblingsfußballverein. Es geht um vier New Yorker, allesamt Ende 20, alle auf der Suche nach Liebe. Das typische RomCom-Rezept eben. Der ausführende Sender CBS platziert diesen Newcomer in das Lineup mit "How I Met Your Mother" und nach Sichtung der ersten Episode stelle ich mr schon die Frage, ob wirklich keinem, niemandem, nicht einer einzigen an der Produktion beteiligten Person da etwas aufgefallen ist. Moment, ich fange aus enthüllungsdramatischem Zweck einen neuen Absatz an:


DAS IST HOW I MET YOUR MOTHER, ABER IN SEHR DEUTLICH WENIGER GUT.

Es beginnt mit einem Voice Over des aus "Reaper" bekannten Tyler Labine (der sich sicher auf die Zunge beißen musste, um die Zuschauer nicht mit einem "Kids,..." zu begrüßen), die Gang trifft sich in der atmosphärisch 1:1 übernommenen Kneipe, Jason Biggs ("American Pie") sucht nicht nur die große Liebe, sondern auch eine möglichst große Ähnlichkeit in der Darstellung zu Josh Radnor, Sarah Chalke nimmt ihre Figur aus HIMYM quasi wieder auf und der eingangs erwähnte Labine möchte gerne der Barney sein, hat aber leider nur Zoten statt Klasse zu bieten. Was noch fehlt - außer einem Marshall für die als Lily gecastete Judy Greer ("Arrested Development") - sind funktionierende Gags. Wo das große Vorbild auch in der 5. Staffel immer noch frische und komische Situationen anbietet und durch erinnerungswürdige Episoden wie den just direkt vor dem Piloten platzierten "Desperation Day" Spaß verbreitet, fällt bei "Mad Love" die Unterhaltungskurve erschreckend steil ab und landet nur wenige Ausschläge nach oben auf ihrer sonst flachen Geraden. Ich würde an der Stelle von CBS schnellstens ein paar Stellenanzeigen schalten, um Autoren zu finden, die der Show und ihren Figuren etwas mehr Eigenständigkeit einhauchen. Etwas mehr als "Hey, die suchen immerhin keine Mutter" müsste es schon werden.     

Outcasts (S1E01)


Kolonisations-SciFi-Drama der BBC. Die Erde ist mal wieder im Eimer, der Rest der Menschheit flieht zu einem bereits besiedelten Planeten, auf dem die Bewohner fröhlich dabei sind, Uneinigkeit und Chaos als Begrüßungsgeschenk zu verbreiten. Der US-Serienfan erblickt mit einem "Hurra" in den Augen Jamie Bamber alias Apollo aus "Battlestar Galactica", kann sich aber nicht lange daran erfreuen und darf sich stattdessen viele erhabene Dialoge von erhabenen britischen Darstellern anhören, während in die Kulissen offensichtlich sehr wenig Budget geflossen ist. Entweder das oder auf fremden Planeten sieht es aus wie bei mir hinterm Garten, wo Matsch und ein Flüßchen für tümpelhaftes Ambiente sorgen. Man ahnt es: Outcasts hat mich nicht begeistern können. Kaum Action, zu lange Laufzeit mit viel Gerede, das britische Englisch bereitet mir wie üblich Verständnisschwierigkeiten, die zu überwinden ich wenig Anreiz sehe. Es folgt der gewohnte Aufruf an die werte Leserschaft: wenn das richtig gut werden sollte, bitte Bescheid sagen. Ich siedele solange alleine weiter.

Doctor's Diary (Season 3)

Wieder eine deutsche Serie im Seriencheck. Die Kandidaten für diese Ehre kann man ja locker an einer Hand abzählen. Dr. Gretchen Haase und ihre ewige Liebesjagd auf Dr. Meier brachte mir auch in der dritten Staffel eine Menge Spaß. Vor allem, weil der langweilige Millionärstyp endlich in den Wind geschossen wurde. Die Dialoge sind stellenweise von urkomischer Direktheit, die Geschichten teilweise herzhaft überdreht, Dr. Kälbchen zieht wie gewohnt souverän von einer Liebeskrise zur nächsten, Frau Dr. Hassmann bleibt die Frau Dr.milf. meines Herzens, der neue Pathologe ist ein liebenswerter Nerd, Schwester Gabi treibt mich mit ihrem Sprachduktus immer wieder ins Kichern und Dr. Meier kann so herrlich gemein zu Frauen sein, dass ich ihn gerne als Co-Kommentator dabei hätte, wenn ich wirklich das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch zur Frauenfußball-WM 2011 schreiben sollte.

Kurzum, die dritte Staffel hat mir wieder ein Stück besser gefallen als die zweite. Ein dickes Lob für die Autoren, die beweisen, dass auch deutsche Serien lustig sein können. Und wer so cool ist, in das sehr rührige und selbst mir ein leises "Hach" entlockende Finale auch noch eine Little Britain-Referenz einzubauen, hat bei mir als Serienjunkie eh einen dicken Wertungsstein im Brett. 
5.5 von 6 Punkten (sehr gut)

Justified (S2E01)

Deputy Marshal Raylan Givens ist wieder zurück und gibt den Hinterwäldlern Saures. Hut auf, schwarze Limo vorgefahren, Colt vorgewärmt und auf geht's. Die Staffeleröffnung mit "The Moonshine War" bot alles, was die Show bereits in der ersten Staffel groß gemacht hat. Wer Spaß an coolen Cowboys mit Law'n'Order-Einstellung und lässiger Konversationsfähigkeit hat, darf bedenkenlos einschalten. Ich bin mir sicher, "Justified" hat wieder ein paar Highlights auf der Pfanne.
  
Retired At 35 (S1E01-S1E04)

Den Piloten dieser klassischen Comedy fand ich wirklich gut, aber Stück für Stück bzw. Episode um Episode bröckelte meine Begeisterung ab. Anders als bei "Better With You", das sich kontinuierlich gesteigert hat und meines Erachtens eine echter Geheimtipp für Freunde der Beziehungskomöde geworden ist, werde ich bei "Retired At 35" nicht mehr dranbleiben. Die Altstars George Segal und Jessica Walter mühen sich redlich, doch die restlichen Figuren sind zu blass, die Drehbücher zu fade und bieder. Nach "Shit My Dad Says", "Mike & Molly" und "Outsourced" der dritte Streichkandidat auf meiner Comedyliste. Eigentlich der vierte, aber "Outsourced" gucke ich mit einem halben Auge weiter, weil mein Bruder Fan von Gupta ist.

Episodes (S1E01-S1E06)

Guter Start, aber dann ließ es doch stark nach. Eine Folge vor Ende der Staffel muss man leider dieses Fazit ziehen. Dabei waren die Voraussetzungen so vielversprechend, ich mochte den Ansatz, den Untergang einer US-Adaption einer britischen Erfolgsserie in allen lustigen und tragischen Einzelheiten zu erleben. Doch leider entfernte sich Episodes immer weiter davon, der Serienproduktion à la Hollywood den Spiegel vorzuhalten. Stattdessen driftete das Ganze in wenig unterhaltsame Kabbeleien zwischen Matt LeBlanc und dem Autorenpärchen ab. Schade, hätte man mehr draus machen können.

15. Februar 2011

IniRadio #184: The Asteroids Galaxy Tour - The Sun Ain't Shining Anymore

Gestern wieder mächtig Spaß gehabt bei "InSecurity", dem kanadischen 24-Spoof. Keine Ahnung, weshalb die Show bei IMDB auf spitzenagentenunwürdige 4.5 Punkte im Durchschnitt kommt. Bei mir sind es aktuell eher 5.5 Punkte und meine Skala hört nicht bei 10, sondern schon bei 6 auf. Hier der Titelsong der dänischen Soul & Funk-Band "The Asteroids Galaxy Tour". Hat so einen richtig schönen James Bond-Vibe.


14. Februar 2011

Romantische Sicherheitsbestimmungen

Denn Sicherheit geht über alles bei Aperture Laboratories.

Lenßen - der Film bei fern-gesehen.com

Es gab wirklich einen Film über Lenßen, eine der größten Geißeln des privaten Fernsehprogramms UND ICH HABE IHN VERPASST! Wo ich doch hier drinnen über die Serie wirklich immer nur warme Worte der Veracht...Bewunderung fallen gelassen habe.

Glücklicherweise gibt es Lars und sein absolut empfehlenswertes Fernsehlästerblog fern-gesehen.com, der dieses Werk wunderbar zu besprechen weiß. Macht euch selbst ein Bild und erlebt den unvergleichlichen Hans und sein Brötchen. Erst danach werdet ihr wissen, was Schauspielkunst ausmacht.

Hier klicken, um zum Video zu gelangen

10. Februar 2011

Mighty Pirate Metal

Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe mit doppelläufiger E-Gitarre!
Sehr schöner Track aus der Overclocked Remix-Schmiede.
Das komplette Projekt "Heroes vs. Villains" gibt es hier kostenlos zum Runterladen.



Weil es thematisch in die Zeit passt und ich es gerade allabendlich schaue, hier noch der Titelsong zu "Jack Of All Trades":

8. Februar 2011

Meerrettich, Dramatic & Angry Cooking

Wer mich kennt, weiß: ich esse alles. Jedenfalls solange es keiner eingeübten Hand-Auge-Finger-Puhl-Koordination bedarf. Ja, damit meine ich euch, ihr Hummer! Eine Ausnahme gab es allerdings doch: Meerrettich. Allein der Gedanke löste bei mir den "Bäh"-Reflex auf der Zunge aus.

Nicht mehr! Vor ein paar Tagen ein Döschen davon gekauft, getestet und mittlerweile in die von mir traditionsbewußt aufrechterhaltene "Ich schmier's auf alles drauf"-Versuchsanordnung entlassen. Sehr wahrscheinlich, dass ich - ebenfalls wie gewohnt - im nächsten Schritt für eine gewisse Zeit keine feste Nahrung mehr aufnehmen kann.

Aber zum Thema. Mein Bruder ist der ungekrönte "King of Dramatic Cooking". Seine Kunst führt er allweihnachtlich bei der Festmahlnudelsalatzubereitung auf. Hier nur einige Wortfragmente, die ansatzweise verdeutlichen, welche Dramen sich abspielen.

"Gurken. WO SIND DIE GURKEN! ICH BRAUCHE GURKEN!"
"Oh NEEEEEEIN. SIE SIND GEVIERTELT!"
"AAAAAAAH"
"DIESE EIER SIND UNWÜRDIG!"
"Hitze, oh GEBT MIR HITZE FÜR DIE KOCHPLATTE!"
"So höret meine Worte, denn ich sehe es kommen: diese schon leicht gesprungene Schüssel werde dieses Jahr endgültig an ihrer Aufgabe zerbrechen. Und zwar genau dann, wenn sie - prall gefüllet- von mir zum Esszimmertisch getragen werde."
"Fertig ist das Werk. Finger weg, das muss jetzt ziehen. Ich muss mich hinlegen."

Deshalb möchte ich den Titel "King Of Dramatic Cooking" gerne für meinen Bruder schützen lassen. Der "King Of Angry Cooking" ist allerdings schon gekrönt. Und er kommt natürlich aus Schweden. HUNGAAAAR!



Weitere wutanregende Rezepte gibt es hier.

6. Februar 2011

IniRadio #183: Gary Moore feat. Phil Lynott - Out In The Fields / Over The Hills And Far Away

Ein IniRadio aus leider aktuellem Anlass. Gary Moore ist am frühen Sonntagmorgen in einem Hotelzimmer in Spanien tot aufgefunden worden. Rest in peace, Gary. Und danke für die geilen Gitarrensoli, die mich damals für den Hardrock begeistert haben. Wenn es einen Rockhimmel gibt, steht dort heute Abend ein "Irish Rock Idols"-Konzert mit Phil Lynott an.



Als Bonus noch einer meiner absoluten Lieblingssongs, Over The Hills And Far Away.



Ich kann nicht sagen, wie oft ich mir dieses Video angesehen und mich dabei geärgert habe, dass das Solo verkürzt bzw. ausgeblendet worden ist.


GARY MOORE - Over The Hills And Far Away - MyVideo

5. Februar 2011

Community - Advanced Dungeons & Dragons

Nach dem Fußballkrampf gestern Abend brauche ich jetzt etwas Entspannung.
Was Lustiges.
Richtig Lustiges.
6 von 6 Punkten auf meiner TV-Episoden-Bewertungsskala-Lustiges.

Deshalb: Community - S2E14 - Advanced Dungeons & Dragons. Damit a) mir keiner nachsagen kann, dass ich diese Show nicht ausreichend gewürdigt habe und b) die Nachwelt geschlossen aufseufzt, wenn diese Serie viel zu früh abgesetzt werden sollte.

Dortmund - Manuel Neuer 0:0

Man kennt aus dem Fußball ja den Begriff der Zermürbetaktik. Eine Mannschaft läuft immer wieder an, die gegnerische Elf hält dagegen. Bis einer die Lust verliert. Seit gestern Abend weiß ich: das funktioniert auf der einen Seite auch mit einem einzelnen Spieler! Man kann eine Abwehr mürbe spielen, aber auch einen Sturm mürbe abwehren. Wieder was gelernt.

Dortmund 0, Manuel Neuer 0. Ein eigentlich nie ungefährdetes Unentschieden meiner Schalker im Revierderby. Mehr war nicht drin. Weil man von dem jungen Kerl im Kasten jetzt nicht auch noch verlangen kann, dass er Tore schießt. Ich will nicht dran denken, was los gewesen wäre, wenn auch nur ein Fünftel der Chancen reingegangen wäre. Magath hätte auf die Schnelle gar nicht nicht genug perspektivlose Altspieler zusammenkaufen können, um sich dahinter zu verstecken.

Immerhin: Pokal und Champions League sind noch locker drin, wenn es optimal läuft. Also wenn Neuer jeweils 120 Minuten plus im Elfmeterschießen keinen reinlässt und seinen Strafstoß zum 1:0 Endstand reinkloppt.

3. Februar 2011

Duty Calls

Gelungene Satire auf aktuelle Kriegs-Shooter.
Ich sag immer: "Kennst du einen, kennst du alle".
Wer selbst nachspielen will, darf hier strammstehen. USA wins.

2. Februar 2011

Ich esse den Keks feat. Krümelmonster / War of the Gods feat. Amon Amarth

Kommt langsam, aber gewaltig, dieses Video. Gestern 19.000 Hits auf YouTube. Okay, mit diesem Beitrag werden es nun eher unbedeutend mehr werden. Just in diesem Moment esse ich übrigens die schwedischen Traumgebäck-Kekse aus dem Aldi. Was für ein Zufall.

Edit: mittlerweile wegen Urheberrechtsgedöns gesperrt.



Als Bonus schmeiße ich noch den neuen Amon Amarth-Track dazu. Keine Ahnung, welche Beziehung der gemeine Wikinger zu Keksen hatte, so mitten im Götterkampf könnten die eher lästig gewesen sein. Einmal kurz gebückt, um ein paar Brösel aufzusammeln und schon hast du das Schwert von Conan im Rücken stecken. Aber ich schweife ab. Der Track "War of the Gods" ist den Schweden jedenfalls allerfeinst gelungen. Und die Stimme von Johan Hegg ist wieder verdammt nahe am Krümelmonster.

Amon Amarth "War of the Gods" by Metal Blade Records