Gedanken eines internetbegeisterten Saarländers, original US-TV-Show-Abhängigen, altersnörgelnden Computerspielers und Rockmusikfans, leidgewohnten Schalke-Anhängers, ständigen Fernsehlästerers und komischerweise auch Juristen.
Der September naht und mit ihm die neue US-TV-Hauptsaison. Einen handlichen, grafisch und inhaltlich hübsch aufbereiteten Überblick über die im Herbst startenden Neuzugänge findet man auf dem Blog von Robert Paulson.
Mein Bruder hat seine Favoriten bereits (begleitet von herzhaftem Kopfschütteln meinerseits) benannt:
Grimm, I Hate My Teenage Daughter, Last Man Standing und Once Upon A Time.
Seufz.
Ich bin gespannt auf: Boss (The Anti-Frasier?), Person of Interest (Ben Linus aka Michael Fucking Emerson), New Girl (keine-guckt-so-goldig-wie-Zooey), Terra Nova (Spielberg muss doch nochmal was hinkriegen) und Up All Night (Tausendfach durchgenudelte Story, aber: Applegate & Arnett, C'mon!)
Die Wertungen zu Daedalics' neuem Adventure "Harveys Neue Augen" sind top, der Preis moderat und der Titelsong chillig schön. Das kauft sich der Onkel Ini und freut sich endlich wieder auf ein gelungenes, weil spaßiges Adventure.
Sie sind vor allem im Sommer stark verbreitet. Sie sollen Leute anlocken, weshalb sie konzentriert, prägnant und kurz ausfallen. Im schlimmsten Fall zeigen sie gleich das Beste vorab und machen so die durch sie beworbene Langfassung langweilig. Beginnt einer von ihnen mit den unheilsschwangeren Worten "In a World..." heißt es für den kundigen Fan, sicherheitshalber vorzeitig Reißaus zu nehmen.
Die Rede ist natürlich von Filmtrailern. Beziehungsweise ihrer musikalischen Untermalung. Wer kennt nicht mindestens einen Film, bei dem der Trailer und die dazugehörige Musik Großes versprach, im Kino aber dann nur Kleines eingelöst wurde? Wer hat nicht schon einmal ehrfürchtig Clint Mansells "Lux Aeterna" gelauscht und wollte sofort die Kinokarte lösen? Und wer hat sich 1999 tatsächlich den Soundtrack zu "Star Wars: Episode 1 - The Phantom Menace" gekauft, nur weil ihm John Williams' neuester Hit "Duel of the Fates" so gefiel und er deshalb Hoffnung auf einen guten Film hatte? Schamvoll hebt der Autor dieser Zeilen dreimal die Hand, nicht zuletzt, weil besagter Soundtrack mittlerweile eine der ungehörtesten CDs seiner Sammlung ist.
Unter dem Namen Two Steps From Hell erschaffen Thomas Bergersen und Nick Phoenix "Music for Motion Picture Advertising", also die Klangwelten zu den Blockbuster-Teasern. Wo altertümliche Sagengestalten aufstampfen, Außerirdische wüten, Piraten grölen oder Superhelden aufräumen und es einer gehörigen Portion WUMMS! im Hintergrund bedarf, sind die beiden Soundtüftler nicht weit. Ihr u.a. bei den Trailern zu Star Trek, Indiana Jones IV, Harry Potter VI, X-Men 3, Watchmen oder Pirates of the Caribbean erprobtes Portfolio steht normalerweise nur Filmschaffenden zur Verfügung, für "Invincible" haben sie allerdings eine Ausnahme gemacht.
Damit ist wuchtige, majestätische und epische Beschallung alltäglicher Erlebnisse auch für uns Normalsterbliche möglich. Wer etwa aus dem mühseligen morgendlichen Aufstehen ein erhabenes Erhebenserlebnis, aus dem Staubsaugen einen heroischen Kampf auf Leben und Tod oder aus dem Baden des Hausigels die Taufe des Biestes zelebrieren will, ist mit den 22 Songs dieser Sammlung bestens bedient. Irgendwo verortet zwischen Wagner, Zimmer und Badelt geht das Orchester - unterstützt durch Chöre oder auch Solo-Singsang - alle Mann nach vorne und lässt nicht locker, bis auch der letzte Heldenherausforderer auf der Strecke geblieben ist. Im Gegensatz zu üblichen Soundtracks sind die Stücke genrebedingt kurz (zwischen 2 und 3 Minuten im Durchschnitt), verlieren sich also nicht in unnötigen Ruhepausen und bringen die musikalische Größe zielgenau auf den Punkt.
Bis dato ist "Invincible" nur als MP3-Download erhältlich (bei amazon aktuell für 8,99 Euro). Als Anspieltipps binde ich den Titeltrack und "Protectors Of The Earth" ein. Und meinem Nachbarn, der mich an den Wochenenden gerne mit Trance-Geheule oder jüngst übelstem Schlager ("Jaja, der Chianti-Wein") überzieht, kündige ich jetzt schon an: ab nächster Woche hebe ich in meinem Garten einen Orchestergraben aus. Dann rummst es zurück!
Willkommen im Schalker Kochstudio. Genießen Sie diesmal unser exquisites Menü "Elchgeschnetzeltes à la Hollandaise" - jagen, erlegen und zubereiten wird heute Abend für Sie der Mann mit der #25 auf dem Rücken, Klaas-Jan Huntelaar. Applaus!
Viermal zugeschlagen hat er, der Hunter. Zwei Elfmeter, ein Knaller in den Winkel und eine wunderbare Direktabnahme nach einer schrägen Flanke von Farfán. Feinschmecker kamen jedoch erst so richtig in der zweiten Halbzeit auf ihre Kosten.
Denn wer schon zum Dessert reinschaute, musste aufpassen, dass er nicht die Kerze am Tisch ausgöbelte angesichts dessen, was die Schalker Verteidigung so anzurichten gedachte. Keine Minute gespielt, köpft Höwedes dem finnischen Abkocher Pukki den Ball mundgerecht in den Lauf. Der allerdings tat das, was ich spontan auch meinen Mundwinkeln befehle: verziehen, weit verziehen. Trotz des berechtigten Elfmeters will keine Ruhe ins Spiel kommen. Bis zur 20. Minute zähle ich vier hochkarätige Einschussgelegenheiten für Helsinki und wünsche mir insgeheim sogar einen Jermaine Jones her, der im defensiven Mittelfeld mal irgendeinen umgrätscht, damit der Ball nicht direkt wieder in die löchrige Abwehr durchgesteckt werden kann. Der Ausgleich wird zur logischen Schussfolge, natürlich kredenzt von Pukki.
Doch am Ende sind die Finnen wirklich vorbildliche Gäste, die die Teller sauber zurückreichen und keinen Nachschlag mehr verlangen. Das 2:1 vor der Servierpause war unerhört wichtig, nach dem Wiederanstoß sollte man als Zuschauer schon früh die Zahnstocher in der Runde umherreichen dürfen. Wieder Elfmeter à la Huntelaar zum 3:1, Papadopoulos per Kopf mit dem 4:1 und den endgültigen Magenbitter zum 5:1 schenkt der Chefkoch des heutigen Gangs persönlich ein. Knapp eine halbe Stunde bleibt noch, um alles absacken lassen, den Gürtel zu lockern, das 6:1 durch Draxler anerkennend satt abzunicken und zufrieden aufzurülpsen. Wohl bekomm's.
Um das Thema Half Life/Portal für heute abzurunden, verweise ich auf diese wunderbare Seite. Einfach anklicken und entspannen, falls mal wieder der Regen gegen die Fensterscheiben klatscht. Der Song heißt übrigens Exile Vilify und stammt von der Band The National und kommt im Spiel Portal 2 vor, wenn man einen Geheimraum (The Ratman's Den) findet und das Radio dort anschaltet.
(Gut möglich, dass dieser Song heute Abend bei mir auf Dauerrotation läuft, wenn eine gewisse Mannschaft nicht mit drei Toren Unterschied gewinnen sollte)
Freunde des Half Life-Universums wie meine Wenigkeit bekommen direkt wieder Lust, sich eine schicke Headcrab über den Kopf zu ziehen, einem Strider vors Schienbein zu treten, eine neue Brechstange zu kaufen oder Alyx nochmal anzurufen. Denn mit dem zweiten Teil von Escape From City 17 (hier der erste Teil) und Portal: No Escape gibt es aktuell feinste Kurzfilm-Kost. Wann erscheint nochmal Half Life (Episode) 3?
Der Saarländische Rundfunk ruft ab dem kommenden Montag die Aktion Wieviel Saarland steckt in Dir? aus. Gesucht wird das typisch Saarländische, Besonderheiten, Unterscheidungsmerkmale, hervorstechende Eigenschaften.
Anlass für mich, meinen Beitrag von 2008 zu "Beckmanns Deutschlandbild" hervorzukramen und endlich mit bildlichem Beweismaterial zu versehen. Vom Saarland weiß selbst in einer Show der ARD über Deutschland weder ein Moderator, ein Comedian noch eine Politikerin genau, wo es überhaupt liegt. Große Wellen der Entrüstung hat die Verlegung des Saarlands an die belgische Grenze gerade nicht geschlagen, lediglich das Fernsehlexikon hat sich (auf meinen Hinweis hin) hübsch skandalisiert empört.
Vorhang auf (und für Saarländer: Hand vors Gesicht) für die ersten 2 1/2 Minuten des spielerischen Aufbau Deutschlands bei "Wie deutsch bist Du wirklich - Der große Einbürgerungstest":
Mahlzeit. Ich erkläre diese Woche zur Russ Ballard-Woche. Einfach so. Nein, Russ hat weder Geburtstag noch (erfreulicherweise mangels Ablebens) Todestag. Aber dafür unsterbliche Hits für andere Künstler geschrieben wie "God Gave Rock'n'Roll To You" (KISS) oder eben "Since You Been Gone" (Rainbow). Beziehungsweise "There's Something Going On" von der ABBA-Frida. Da lese ich nur den Titel und kann es sofort mitsummen. Ich bin übrigens kurz davor, mir blind sein letztes Album aus dem Jahre 2006 zu holen. Auch einfach so.
Hier noch ein akustisches Making of zu "The Fire Still Burns":
Mainz, Coface-Arena, 16:20 Uhr. Halbzeitpause. Raùl ist nicht in der Mannschaftskabine, sondern erkundigt sich am Busfahrkartenautomaten doch noch einmal nach günstigen Langstreckentickets. Eine nachvollziehbare Reaktion, denn nach erneut 45 hochgradig verschlafenen Minuten liegen die Schalker mit 2:0 verdientermaßen hinten. Mich hätte in dem Moment ebenfalls das Fernweh gepackt.
Ivanschitz steht nach einem Freistoß freier als ein Freiheitskämpfer in seinen feuchtesten Träumen, Fährmann patzt nach einem Schuss, lässt nach vorne abklatschen, Soto staubt ab. Alles innerhalb von fünf Minuten. Wenn es Rangnicks Taktik gewesen sein sollte, den Druck aus dem Spiel des Gegners zu nehmen, indem man schnell und infolge fußballerischer Mängelaneinanderreihung schier aussichtslos hinten liegt, dann ist sie optimal aufgegangen. Thomas Tuchel wird sich sicherlich beklagen, dass seine Mannschaft angesichts der geballten Harmlosigkeit der Knappen nicht noch weiter draufhauen wollte. Fußballer sind halt auch nur Menschen.
Farfán und Draxler kommen zur zweiten Hälfte, Schalke drückt und antwortet seinerseits mit einem Doppelschlag. Holtby fein auf Raúl und der Edelspanier zeigt mal wieder, wie man es macht. Nix Panik, nix hastiger Abschluss, sondern routiniert Huntelaar links gesehen und den Ball hingeschoben. Der kann die Kugel sogar noch stoppen und lässt sie so lustlos über die Linie hoppeln, dass ich auf Abseits getippt hätte. Sieben Minuten drauf nach einer Ecke von Farfán hält Höwedes den Kopf rein: Ausgleich! Freude. Jubel. Und eine Frage: Weshalb können die auf einmal alle Fußball spielen?
Mainz wacht auf, erspielt sich gefährliche Aktionen, erzielt einen Treffer, der wegen Abseits keine Anerkennung findet. Ich stelle mich bereits darauf ein, dass meine Jungs doch noch den Punkt liegen lassen, stattdessen erkrampfen sie sich das 2:3. Das war nicht schön, das war nicht technisch anspruchsvoll, aber das war drin! Nach einem Eckball Gewurschtel mit Raúl, der Ball kommt zu Matip, Kopf dran, Tor. War das möglicherweise ein Testlauf für das Spiel am Donnerstag gegen Helsinki? 2:0 hintenliegen und dann doch noch gewinnen? Ich bin verwirrt, aber glücklich. Das 2:4 durch ein feines Freistoßtor, erzwirbelt von Neuzugang Fuchs, krönt eine höchst gelungene zweite Hälfte.
Mein Rat: was immer der Rangnick den Spielern zur Halbzeitpause in die isotonischen Getränke schüttet - weiterschütten, denn das Zeug wirkt. Für das Rückspiel gegen HJK Helsinki wünsche ich mir: Farfán, Draxler und dass die erste Spielhälfte nicht wieder ausgelassen wird.
Zum An-die-Wand-Schrauben schönes Bild von Richard Sargent, auf dem mehr Roboter sind als ich trotz bestandenem Bender-Examen erkennen kann. Dafür habe ich Wall-E gefunden. Tipp: er befindet sich in schlechter Gesellschaft.
[Wegen meiner tiefen freundschaftlichen Verbundenheit zu Finnland und unter Berücksichtigung meiner derzeitigen Stimmung erfolgt die Besprechung dieser Partie komplett in Finnisch.]
Ist zwar schon älter, bleibt aber dennoch ein schöner Witz.
Und ich befördere mich jetzt spontan zum Executive Producer of Blog Content.
Weil ich es gerade irgendwie brauche.
Ich kann mich auch durchaus für gute Popmusik erwärmen.
Sch.
Auch wenn Snow Patrol nach ihrem überall durchgenudelten "Chasing Cars" als kommerziell verschrien sind.
Sch.
Aber diese dezent elektrosoundunterfütterte Nummer macht Spaß.
Sch.
Bleibt nur die Frage, wie ich den Tick loskriege, jeden Satz mit einem "Sch" beenden zu müssen.
Sch.
Update:
Hier das dazu passende Video (inklusive vorgeschaltetem blödem Werbespot)
Die 4. Staffel läuft mir etwas zu langsam an, aber mit der Episode "Bullet Points" hat sie endlich ihr erstes Highlight setzen können. Nicht zuletzt in Form dieses musikalischen Kleinods von Drogenkochmastermind Gale Boetticher.
Für echte Fans gibt es hier sogar den kompletten Song zu sehen. Allein dafür muss man die Show mögen. Und sich freuen, dass sie eine 5. Staffel bewilligt bekommen hat, um zu einem würdigen Abschluss zu kommen.
Das spielt der Ini heute: die Demo zu Harveys Neue Augen, dem Nachfolger des schön schrägen Edna Bricht Aus. Es wird aber wirklich auch wieder Zeit für ein paar anständige Adventurerätselknobeleien, in der Hinsicht hatte ich dieses Jahr nur Back To The Future - The Game auf der Pfanne und das fiel in dieser Kategorie doch recht mager aus.
Die Demo enthält laut Hersteller den kompletten Einstieg, meinen Download habe ich bei 4Players angekurbelt und jetzt kann ich den durchgeknallten Stoffhasen nicht mehr länger warten lassen.
Ich meckere, jammere und nöle ja oft herum in dieser Kolumne, aber dieses Mal verspüre ich den aufrichtigen Drang, einfach mal Danke zu sagen. Danke, 1.FC Köln. Ich mochte euch bisher nicht sonderlich, aber seit gestern habt ihr ein kleines Licht in meinem Herzen entzündet.
Dabei hatten es die Geißböcke nun wirklich nicht einfach; am ersten Spieltag zuhause gegen Wolfsburg mit 0:3 zu verlieren, da fühlt man sich, als hätte man beim Wacken-Festival am Bierstand drei Tage mit einem Pietro Lombardi-Fan-T-Shirt am Körper überteuertes Gebräu verkauft. Gedemütigt, schlecht, am Ende. Umso beeindruckender ist der Großmut der Kölner zu bewerten, die nach einer guten ersten Halbzeit gegen planlos agierende Knappen plus einem schön herausgespielten Kontertor nicht einfach fies weiterspielten, sondern viel dafür getan haben, damit sich meine Jungs aus dem Tabellenkeller befreien konnten.
Läuft es nämlich gar nicht bei einer Mannschaft, kann der geneigte Fan oft nur hoffen: auf einen menschlich verständlichen, aber fulminanten Torwartfehler. Auf eine Freistoß- oder Eckballflanke, zu der die Verteidiger Spalier stehen. Oder auf einen Elfmeter, den kein Schiri übersehen kann. Thank you, Mr. McKenna, for this elfmeter!
Richtig toll gefielen mir die Männer aus der Narrenhochburg, als sie sich nach der Pause innerhalb weniger Minuten zwei weitere Treffer einschenken ließen. Huntelaar freistehen lassen und zwei weitere Geburtstagsgeschenke anbieten, dem blonden Junghelden Holtby unbedrängte Schußbahn gewähren und Altmagier Raúl zaubern lassen. Was der Rangnick in dem Moment an Zeit und Kosten für psychotherapeutische Sitzungen gespart hat - also, wenn ich Manager Finke wäre, ich würde das in Rechnung stellen. Ich für meinen Teil kann nur nochmals meinen Dank anbieten. Ihr dürft gerne wiederkommen, Köln.
Trotz der 200 im Titel ist das kein Jubiläum, weil ich irgendwann vollkommen den Zählplan durcheinander gebracht habe. Over ist die Story aber dennoch, weil Avantasia-Projektleiter Tobias Sammet sich nun wieder auf seine Stammband Edguy konzentrieren möchte. Angerührt war ich am letzten Samstag dank der Übertragung des Wacken-Festivals auf ZDFkultur, weil ich meinen alten Helden Bob Catley, der bei diesem Song als Gastsänger auftritt, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehen konnte. Dass ich das noch erleben darf! Hat ganz schön dürre Beine, der Bob. Kriege ich vielleicht auch mit 63.
Zeit für Magie! Penn & Teller sind bekanntermaßen Zauberprofis, aber Mathieu Bich hat sie mit dieser Kartentricknummer doch ein wenig nassgemacht. No, Messieurs!
Aus der britischen TV-Show "Fool Us", in der Kandidaten vor den Augen des Las Vegas-erprobten Duos auftreten, während diese versuchen, hinter den Trick zu kommen.
Fängt ja prima an. Gestern die Dortmunder gesehen und schwer beeindruckt gewesen. Heute die Schalker gesehen und schon direkt Lust bekommen, sich endlich anderen Ballsportarten zu widmen. Irgendetwas, wo es nicht drauf ankommt, überraschend oder kreativ im Umgang mit dem Spielgerät zu sein. Bowling vielleicht. Oder Luftballonaufblasen.
Klar, gegen Stuttgart kann man verlieren. Sofern man für die Saison keinerlei Ambitionen hat. Der VfB hat nun letztes Jahr wahrhaftig keine Glanzleistung abgeliefert, die waren eventuell verunsichert, da muss man doch direkt supercupgewinngestärkt nach vorne spielen. Nö. Abwarten, kommen lassen und testen, ob der Fährmann im Tor auch gut im 1:1 gegen die Stürmer ist. Wäre ich der Rangnick, ich würde für die nächste Taktiksitzung überhaupt einfach mal als Motto ausgeben, das mit dem Konterspiel komplett sein zu lassen. Tut den Fans nur unnötig weh und bringt nichts, außer ein paar Heulkrämpfen, wenn Baumjohann sich mal wieder am tödlichen Pass in die breite Mit- und Gegenspielerabwesenheitszone versucht.
1:0 durch Cacau. Den mag ich ja eigentlich. Die Schalker Abwehr offensichtlich auch, denn der kommt so frei zum Kopfball, dass er fast um Vergebung da oben bitten müsste. Hallelujah. Die Königsblauen mit Standards, Neuzugang Fuchs bringt ein paar gute Schüsse und Flanken rein, aber die Angriffe sind allesamt vorhersehbar und ungefährlich. Hinten ist wieder ab und an Abwehrfreizeit angesagt, bei der Fährmann sich in die Neuer-Rolle vom letzten Jahr werfen kann. Pause.
2:0 durch Harnik, gerade mal 8 Minuten gespielt. Genau eine dieser Flanken, die die Stuttgarter Abwehr locker klärt, findet nach einem Freistoß den Kopf des Torschützen. Ich bin so dankbar, dass ich auch dieses Jahr der Versuchung widerstanden habe, mir ein PayTV-Abo für Fußball zuzulegen. Ab der 65. Minute spielen die Königsblauen druckvoller nach vorne, der Gegner aus Schwaben lässt es natürlich auch zu. Moravek schießt aus kurzer Distanz auf Keeper Ulreich, das Griechenbübchen nickt den Ball in dessen Handschuhe. Mir ist klar, das wird nix mehr. Und wer schießt das 3:0? Natürlich ein hipper Japaner. Okazaki. Asiatische Schusstechnik entscheidet endgültig. Mein Bruder fühlt sich bestätigt, Schalke hätte auch einen Nipponmann verpflichten sollen. Oder wenigstens Uchida einwechseln, vielleicht färbt das ja ab.
Tabellenletzter. Zusammen mit Köln. Den nächsten Gegner. Immerhin hat sich deren Novakovic mit einer gelb-roten Karte vorsorglich aus dem Spiel geholt. Dennoch ist der Druck da, die Nummer souverän gewinnen zu müssen - was mir gar nicht gefällt. Draxler muss in jedem Fall von Beginn an spielen, Raúl mehr nach vorne rücken, Huntelaar mal einen Ball kriegen. Ich will nicht wieder 2010 haben.
Keine Ahnung, wie ich es schaffen soll, aber in dieses dicht gepackte Wochenende würde ich gerne noch ein paar Folgen Le Late Late Show avec Craig Ferguson unterbringen. Ein Schotte in Paris, damit sind Verständigungsprobleme doch eigentlich fast ausgeschlossen.
Am Freitag startet die Bundesliga, am Samstag spielen meine Schalker, was bedeutet: abends muss was her, um die Aggressionen abzubauen. Natürlich bietet sich da sofort der Musikantenstadl (mit Andy Borg der Sonne entgegen) an, auf ZDFkultur läuft allerdings das hier:
Avantasia mit Michael Kiske, Kai Hansen, Jorn Lande und Amanda Somerville als Gästen, die Krefelder Barden, deren letztes Werk sogar mich Fantasy-Dünnschwert angesprochen hat, die finnischen Celliteufel, die australischen Bastarde von Angus Young und die schönste Warze des Heavy Metal, mitgebracht von Lemmy - kann eigentlich nichts schiefgehen. Gerne hätte ich noch die alten Judas Priester mit der Oberkrähe Halford oder Ozzy Osbourne gesehen, ist aber vielleicht besser so, ich will die Jungs ja in guter Erinnerung behalten.
Odin und Tor Anderson waren einfach die Größten. Damals in den 70ern rockten sie wie die nordischen Götter kurz vor Ragnarök und hätten mit Sicherheit die Bühnen dieser Welt im Sturm erobert, wenn sich Bassist Fat Bob nicht entschieden hätte, Walhalla frühzeitig einen auf ewig dauernden Besuch abzustatten. So zogen sich die Heroen des Fantasy Norse Heavy Rock auf ihre Farm in Bright Falls zurück und sollen letztmals gar in der örtlichen Nervenheilanstalt gesichtet worden sein.
Die vielleicht beste Band, die jemals für ein Videospiel (in diesem Fall Alan Wake) erfunden worden ist.
Keine orthografisch falsch formulierte Form der Serienbeschimpfung, sondern der Beginn meines aktuell liebsten Suchbegriffs, der auf eines meiner Blogs (Seriencheck- Best of TV) führte:
folgen schälten penni in das krankenhaus fährt
Hab ich doch glatt kurz drüber nachdenken müssen, was gemeint ist.
VERDIENSTE UND AUSZEICHNUNGEN:Überqualifiziert seit 2001/
Inhaber einer offiziell ärztlich anerkannten, beschissenen Rumpfmuskulatur/ keinen einzigen Musikantenstadl in 25 Jahren gesehen/ niemals bei einem Telefonvoting mitgemacht (bis zum Eurovision Song Contest 2006)/ stolzer Besitzer eines Amiga 1000/ als Ghostwriter auf der Harald-Schmidt-Seite verewigt/ SMS-Vollzeitlegastheniker/ leidenschaftlicher Mobilfunkverweigerer/ Verfasser der Europäischen Richtlinie zur Einheitlichen Regelung des Dienstes "Essen auf Rädern" (zurecht nie umgesetzt)/ bekennender Harry Potter-Verschmäher