23. September 2016

Seriencheck (95)

Puh.
Gut, dass die neue US-TV-Saison gerade gestartet ist und derzeit richtig Schwung aufnimmt.
Denn auf Fußball habe ich jetzt schon keine Lust mehr.
Aus leistungs- und tabellenpositionsbezogenen Gründen. *seufz*
Der Seriencheck reicht diesmal ein paar Abschlusswertungen bereits besprochener Shows nach, stellt frische Neuzugänge vor und blickt vielleicht auch auf die Starts bekannter und beliebter Dauerbrenner. So ich das zeitlich in den nächsten Tagen auf die Reihe bekomme. Gut möglich, dass dieser Beitrag nach dem Wochenende aktualisiert wird. Also immer mal reinschauen.

BRAINDEAD (SEASON 1)


You might think I'm crazy... aber meine Einstellung zu "BrainDead" hat sich auch in den verbliebenen Folgen bis zum Finale hin nicht geändert. Ein netter Mix aus "Body Snatchers" und US-Politik mit einer anhimmelungswürdig herzigen Mary Elizabeth Winstead, einem hübsch fiesen Tony Shalhoub, den besten "Last Time on..."-Zusammenfassungs-Songs im Serienbusiness sowie guten satirischen Ansätzen auf den gegenwärtigen tiefen Riss in der amerikanischen Parteienlandschaft. Aber eben auch mit einer mir zu ausführlich aufgekochten Love-Story, fehlender Schärfe und richtig zupackendem Biss. Im Finale blieb eine mich drängende Frage unbeantwortet, ansonsten aber führte die Show ihren erzählerischen Bogen zu einem runden Ende.
Letztlich landet "BrainDead" damit in meiner Wertungsskala unter 5 Punkten, aber ich möchte dennoch eine Empfehlung aussprechen für Zuschauer, die mit dieser Mischung etwas anfangen können. Für mich das erste guilty pleasure der noch jungen Saison.

GESAMTWERTUNG: 4,86 Punkte (befriedigend) 

RAY DONOVAN (SEASON 4) 


Da muss ich jetzt doch ein wenig herumkritteln, denn so gut mir die vierte Staffel des Fixers aus Boston gefallen hat, so einfach haben es sich die Drehbuchautoren an einigen Stellen gemacht. Ich hatte ja schon im letzten Beitrag zu dem Thema einen Satz fallen lassen. Daddy Mickey (wieder wunderbar gespielt von Haudegen Jon Voight) steckt in der Patsche, landet im Knast, aber Sohnemann Ray hat genau gegen den richtigen Mann im Justizapparat etwas in der Hand, um ihn dort rauszuholen? Schöner Zufall. Naja. Kann man einmal bringen. Aber bitte nicht im großen Finale, wenn die große Bedrohung der Saison ausgeschaltet wird wie ein kleiner Dealer, der sich den Fluchtweg verbaut hat. Das hat mir dann doch den Abschluss einer sonst guten Staffel vermiest und hatte deutliche Abzüge in der Endnote zur Folge. Wenn man ganz kritisch ist, waren auch die Nebenhandlungen um die Familienmitglieder Abby, Bridget, Conor und Teresa nicht die Bringer, sondern eher um sich kreisende, schließlich geräuscharm in sich zusammenfallende Plots. Dafür garantierten die Donovan-Kerle wieder gelungene Unterhaltung.

GESAMTWERTUNG: 5,34 Punkte (gut)


MR. ROBOT (SEASON 2) 


?????????.... input error..... ... can not evaluate... brain reboot now... ???????
Das waren meine ersten Gedanken unmittelbar nach Ende des Finales der zweiten Staffel von "Mr. Robot". Jetzt, da ich diesen Text verfasse, habe ich selbst noch keine Ahnung, welche Endnote meine Excel-Datei ausspucken wird. Am gesetzten Schlusspunkt des diesjährigen Mind-Hacks mit dem frisch emmyprämierten Rami Malek werden die Meinungen weit auseinandergehen. Ich versuche mal, meine Erlebnisse als Begleiter von Elliot in kurzen Stichworten zusammenzufassen:

Hintergrundstory von fsociety näher beleuchtet. Cooler Wiedereinstieg. High five.
Story-Entschleunigung über mehrere Episoden fast bis hin zum Stillstand.  Meh.
Die ALF-Episode: Schreiend komisch oder einfach nur WTF? Bin zwiegespalten.
Twist, auf den ich nicht gekommen bin. Holla!
Mentale Notiz an den Serienschöpfer verfasst: "Meinen aufrichtigen Respekt, Mr. Sam Esmail. Hätte ich die Zeit gehabt, ich hätte mir die ersten 6 Folgen nochmal angeschaut"
Aufbau des großen Finales. Viel Verwirrendes, Diffuses, Angedeutetes, zum Ende hin aber stets eine Überraschung, gerne auch mal krachender Natur. 
Die Verhör-Szene mit dem kleinen Mädchen: Twin Peaks macht den Voight-Kampff-Test mit mir. 
Ich sehne mich nach erlösender Auflösung. 
Das Finale. Hä? Ich hab' es nicht verstanden. Glaube ich.

Wenn das Ziel der Staffel war, den Zuschauer an den Wahnsinn von Elliot Alderson anzunähern, hat sie das zumindest bei mir geschafft. Ich bin verwirrt und überfordert. Wahrscheinlich hätte es geholfen, die 12 Folgen an einem Stück (unter Anleitung eines guten Therapeuten) durchzuschauen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Als Viel-Anderes-Gucker hatte ich gerade gegen Ende echt Mühe, immer wieder reinzukommen und den Überblick zu behalten.

Was ich aber aus dieser Season mitnehme:
- Die Figur der FBI-Ermittlerin DiPierro hatte für mich keinerlei Ausstrahlungskraft, da wurde schlicht viel an Antagonisten-Potenzial liegengelassen
- Die Show ist weiterhin ohne Wenn und Aber hochklassig in Szene gesetzt, sei es Kameraführung, Dialoge oder die Abläufe der Hacks. Auch die Musikauswahl hinterlässt Eindruck.
- Der Kniff des unzuverlässigen Erzählers hat seine Reize, ließ ihn mir aber immer mehr den Wunsch nach Stringenz und Eindeutigkeit heranwachsen.
- Das Finale hat mich enttäuscht. Punktum. Weil die Show ab der Staffelmitte einen Höhepunkt anhypt, den sie dann schlicht nicht liefert, sondern lieber dem Zuschauer zum Abschluss in das immer noch von Fragezeichen übersäte Gesicht grinst.

Jetzt bin ich gespannt, was meine Wertungsformel meint:

GESAMTWERTUNG: can not compute Punkte (xxxxxx?????)
...system freeze...hello... please tell me you are seeing this too?....reboot....

GESAMTWERTUNG: 5,16 Punkte (gut)    


THE NIGHT OF


Hatten wir einen Beitrag obendrüber schon ein Problem mit dem Finale, kommt das hier auch zum Tragen. Allerdings in bedeutend geringerem Ausmaß. Die acht Episoden von "The Night Of" sind hervorragendes US-Fernsehen, eine erlebnisreiche, spannende Reise in die Nacht, die das Leben des Studenten Nasir für immer verändern sollte. Allerdings ist hier wie in dem allseits bekannten Sprichwort der Weg das Ziel eben dieser Reise, da die Show letztlich doch den Schwerpunkt auf die Gerichtsverhandlung und den Aufenthalt des Protagonisten im Gefängnis setzt. Für mich hat diese Entscheidung der Macher für das Gesamtpaket nur dahingehend Auswirkungen, dass ich doch nicht das Prädikat zücken kann, sondern knapp darunter bleibe. Allerdings kann ich nachvollziehen, wenn manche von dem Finale enttäuscht sein sollten.

GESAMTWERTUNG: 5,79 Punkte (sehr gut)  

Und damit zur Abteilung "Piloten-Check". Inhalt: Neue Serien, deren erste Folge ich gesehen habe. Was hat Potenzial, was hat mich enttäuscht, was schafft es auf meine berüchtigte Guckliste?


SON OF ZORN (PILOT) 


Krieger Zorn (gesprochen von Jason Sudeikis, "Kill The Boss") kehrt nach erfolgreicher Schlacht zurück zu Frau und Kind, die sich von ihm entfremdet haben und die er nun zurückerobern muss. Liest sich wie ein bodenständiges Wikinger-Drama, ist aber etwas komplett anderes. Denn Zorn ist ein Zeichentrick-Barbar im Stile von "Conan", Frau und Kind hingegen reale Menschen in einer realen Vorstadt in Orange County, Kalifornien. Die ex-Gattin (Cheryl Hines, "Curb Your Enthusiasm") hat mittlerweile einen sanft wortsprudelnden Psychologen-Fuzzi mit Männlichkeitsunsicherheit-Syndrom, der Sohn Alangulon ist ein Weichei. Unser Held muss sich seinem größtem Kampf stellen.

Vorab von mir einen dicken Pluspunkt für die mutig beknackte Prämisse. Zeichentrick und Realfilm zu mischen ist jetzt zwar nichts Neues, aber die Selbstverständlichkeit, mit der alle Beteiligten dem Comic-Wilden begegnen, hat schon etwas herrlich Absurdes. Der Pilot zeigt für mich genug Ansätze, um dran zu bleiben, auch wenn bei den Gags durchaus noch Luft nach oben ist. Ich freue mich auf weitere harsche Zusammenstöße zwischen übermännlicher Fantasywelt und irdischem Realitäts-Alltag. Oder wie mein Bruder meinte: "Das ist so bekloppt, dass es schon wieder gut ist".

PILOTENBEWERTUNG: 4,5 Punkte (befriedigend)
TENDENZ: 4,5 - 5,5 Punkte


THE GOOD PLACE (PILOT)


Eleanor Shellstrop (Kristen Bell, "Veronica Mars") ist im Himmel. Auch genannt "The Good Place", einem Ort, in dem nur die wahrhaft edelsten Vertreter der Menschheit ein durchweg seliges Leben führen dürfen. Gestaltet von Azubi-Paradiesdesigner Michael (Ted Danson, "Becker"), hakt es jedoch seit dem Auftauchen von Eleanor an diversen Ecken und Enden.
Nun raten wir mal gemeinsam, woran das liegen könnte: Richtig, Eleanor ist nicht die würdige Eleanor, sondern hat zu ihren irdischen Daseinszeiten eher extrem wenig Karmapunkte sammeln können. Gemeinsam mit dem ihr zugewiesenen Seelenverwandten Chidi versucht sie, eben dies zu ändern und nicht aus der Rolle zu fallen.

Michael Schur kriegt mich doch immer wieder. Der Autor und Produzent, der auf seinem nicht ernst gemeinten IMDB-Profilbild aussieht, als wolle er die amische Glaubenskultur mit einem einzigen, entschlossenen Blick verbreiten, steckt nach "The Office", "Parks And Recreation" und "Brooklyn Nine-Nine" auch hinter dieser neuen Serie und kann erneut überzeugen. Ein fantasievoll schräg geschmiedetes Setting als Parodie auf das Paradies mit einigen Eigenheiten, Kristen Bell als Fehler im System, weil nach außen hin engelsgleiches Wesen, das es jedoch faustdick hinter den Ohren hat, philosophische Ausflüge hinsichtlich der Frage nach dem Sinn des gut geführten Lebens und Ted Danson als überforderter Schöpfer. Der Pilot lief als Doppelfolge, was sehr viel Sinn ergab, da man so im ersten Teil die Einführung in die Welt anbringen und danach mit dem gerne auch CGI-gestützten Spaß loslegen konnte. Sitzt, passt, ist charmant und macht Lust auf mehr.

PILOTENWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)
Tendenz: 5,0- 5,5 Punkte


KEVIN CAN WAIT (PILOT)



Ex-Cop Kevin  (Kevin James, "The King of Queens") hat eine hübsche Ehefrau, drei Kinder und sehr viel Freizeit, weil er kürzlich in Rente gegangen ist. Natürlich lassen die häuslichen, beziehungs- und erziehungstechnischen Probleme ihm kaum Zeit, sein Pensionärsdasein zu genießen. Wenn doch, sind seine Arbeitskumpels direkt zur Stelle.

Ich musste mich doch arg wundern über die Besprechung bei den von mir hochgeschätzten Kollegen von serienjunkies.de, die wohl mit komplett falschen Erwartungen an die Show herangegangen sind. Dort wird nämlich ernsthaft die emotionale Tiefe vermisst. In einer Show, die offensichtlich ein Reboot von "King Of Queens" ist, nur halt mit Kindern statt mit Arthur und mit Cops statt mit Kurierfahrern (sogar Gary Valentine ist wieder mit von der Partie!)? Genau so gut könnte ich jetzt enttäuscht auf den fehlenden Gewalt- und Freizügigkeitsgrad hinweisen.

Die letzten filmischen Aktivitäten von Mr. James habe ich eher mit körperlichen Schmerzen aufgenommen, seien es nun "Zookeper", "Here Comes The Boom" oder "Paul Blart: Mall Cop 2" (letzterer war wirklich kurz vor der Unansehbarkeit). Von daher erwartete ich nicht wirklich viel von "Kevin Can Wait" und wurde positiv überrascht. Der sympathische Pfundskerl ist wieder voll in seinem Element, spielt sich routiniert die Dialoge mit Show-Frau Erinn Hayes ("Guys With Kids") zu, blödelt und kaspert herum wie in alten Heffernan-Zeiten. Das revolutioniert freilich nicht das Genre, ist aber eine wohltuende Rückkehr des ehemaligen Comedy-Darlings zu seinen Wurzeln und ich behaupte einfach mal dreist: Wer "King Of Queens" mochte, wird zumindest auch an dieser ersten Folge seine Freude haben. Wohin die Reise geht, muss natürlich die Zeit zeigen. Dass eine Figur wie Arthur mit dem unvergleichlichen Jerry Stiller fehlt, könnte der Show auf Dauer schaden.

PILOTENBEWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)
TENDENZ: 4,5 - 5,0 Punkte
       

BETTER THINGS (PILOT)


Sam Fox (nein, nicht die Sam Fox aus den 80ern) hat drei Töchter, keinen Mann und schlägt sich als Synchro-Sprecherin für schäbige Kinderprogramme mehr schlecht als recht durch. Ihr Ziel: ein besseres Leben. Erdacht und produziert von Louis C.K. und Pamela Adlon ("Californication", "Louie"), die auch die Hauptrolle spielt.

Man könnte das jetzt grob in die Kategorie "Wie Louie, nur aus weiblicher Sicht" einordnen. Bin ich leider nicht mit warm geworden. Der Einstieg mit der weinenden Tochter und Sams Reaktion darauf wusste zu gefallen, in der weiteren Folge musste ich mir aber eingestehen: Ich sehe lieber den Comedian Louis C.K. in der Abteilung "sex, swears, drugs, kids & daily problems" umherwandern als die Schauspielerin Pamela Adlon. Zwei der drei Töchter sind mir auch - trotz eher kurzer Präsenz im Piloten - gleich auf die Nerven gegangen. Nee, sorry, ich warte lieber auf eine sechste Staffel von "Louie".

PILOTENWERTUNGEN: 4,0 Punkte (durchschnittlich)  
TENDENZ: Sichtung eingestellt 

Demnächst:

DESIGNATED SURVIVOR (PILOT)

LETHAL WEAPON (PILOT)

Immer noch nicht genug gelesen? Dann hier noch kurz gehaltene Kommentare zu den Staffelstarts bekannter Serien:

MODERN FAMILY (S8E01)
Positive Überraschung, denn die Dunphys liefern nochmal eine sehr gute Saisoneröffnung ab. Hübsch aufgezogene Verwirrspiele, herrlich peinliche Situationen, kein Erzählstrang mit einem Durchhänger. Und vor allem keine lahmen Liebesgeschichten. Kommt nah an die guten alten Zeiten heran. Gerne weiter so für den Rest der Staffel.
5,5 Punkte (sehr gut)

BROOKLYN NINE-NINE (S4E01)
Auftakt mit stark dezimiertem Ermittlerteam, aber das macht in diesem Fall nichts. Captain Holt und Detective Peralta sind spaßig genug, um die erste Folge des Einstiegs-Triples souverän alleine zu wuppen.
5,0 Punkte (gut)

THE GOLDBERGS (S4E01)
Es gibt immer noch 80er-Jahre-Kram, den diese wunderbare Show noch nicht ihrer speziellen Behandlung unterzogen hat. Zum Start arbeiten sich die Macher am Breakfast Club ab und schicken Obermutti Beverly Goldberg in die für ihre Kinder schlimmstmögliche Aushilfstätigkeit. Köstlich und für Kenner der Filmvorlage noch eine Stufe spaßiger.
5,5 Punkte (sehr gut)


21. September 2016

Weil mir nichts eingefallen ist (5)

Alte Texte, aus der Gruft meiner Mailbox gekramt. Weil mir nichts eingefallen ist. 

"Kennen Sie Maggi?" ist eine der Fragen, die hierzulande niemand zu stellen wagen würde. Schallendes Gelächter wrängte ihm nämlich daraufhin die Kehle aus (Wie mir gerade, als ich diesen schönen Konjunktiv gebildet habe). Denn jeder weiß, dass diese braune Würzflüssigkeit das Nationalgetränk des Saarlandes ist. Vor vielen Monaten jedenfalls hatte Maggi eine Aktion namens "Gutes Kochen wird belohnt" laufen, bei der pro Tag 10 Einkaufsgutscheine in Höhe von 100 Euro verlost werden und -potzblitz- -jetzt-kommt's- -ich-halt-grad-selbst-die-Luft-an-obwohl-ich-weiß-was-folgt:

Ich hab da innerhalb von einer Woche dreimal gewonnen.
Seitdem allerdings nicht mehr, zugegebenermaßen.
Aber die Gutscheine sind angekommen, that shit is sozusagen legit.

Üblicherweise weiß ich um meine von Fortuna vergönnten Chancen, bei derartigen Gewinnspielen erfolgreich mitzumachen (für Mathematiker: null). Aber ich hatte mir mal aus Spaß die Teilnahmebedingungen durchgelesen und die verströmten in etwa die Anforderungsleichtigkeit dessen, was man in den 70er Jahren so vorlegen musste, um aus der DDR in die BRD einzureisen.

Kurz gefasst muss man vier Maggi-Produkte kaufen. Den Kassenbon zum Beweis abfotografieren. Auf der Webseite von Maggi hochladen. Vor- und Nachnamen plus E-Mailadresse angeben. Auf einen Gewinn hoffen.

Momentemang, so leicht ist das nichtens! Okay, vier seichte Süppchen oder fixundfettig-Aufkochpülverli kriegt man gut zusammen, das kostet nicht die Welt. Problemos gibt's jedoch beim Abfotografieren mit dem Handy. Denn es muss der KOMPLETTE BON drauf sein, werte Genossen, nicht nur etwa der Abschnitt mit den entscheidenden Produkten. Und so kommt es, dass man, das Smartphone in der zittrigen Hand, in gefühlt zwei Meter Lufthöhe das papierne Beweismittel umkreist, korrigiert, flucht und schließlich den Auslöser drückt, um zu erkennen, dass niemand auf diesem Planeten jemals diesen Bon wird lesen können. Aliens möglicherweise, weil die es ja gewohnt sind, mit ihren Raumschiffen weit über einem rumzukreisen und runterzulinsen, aber kein Mensch.

Zusätzlich darf man auf dem Bon nichts markieren. Blütenweiß und rein muss er sein wie einst der Haarkranz unseres Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. Ich hätte da ja als erstes spontan einen Kringel um die Maggis gemalt, um den armen Studenten, die die digitalisierte Papierchenschwemme durchforsten dürfen, Hilfe und Halt in ihrer schweren Aufgabe zu bieten.
Njet.
Kaputtski.
Gänsefleisch sisch drauf einröchten, nöscht toilnähmen zu dörfen?

Ich also den schon in Rente geschickten Scanner angeworfen. Natürlich sind die meisten Kassenbons zu lang. Also zwei Scans gemacht und mittels Bildbearbeitungsprogramm die Hälften sauber wieder zusammengefügt. Clevere Menschen kaufen vielleicht gerade soviel, dass der Bon auf die Scannerfläche passt. Knauser kaufen NUR vier Maggi-Produkte und sonst nichts. Das würde mir dann doch zu billig erscheinen und mich in meiner Kassenbon-Prüferehre verletzen.

13. September 2016

IniRadio #341: In Flames - The End

Ich denke in der Hinsicht natürlich getreu des alten Gamer-Mottos nur von Spiel zu Spiel, meine aber feststellen zu dürfen, dass Kinderchorgesang auf Heavy Metal verweichlichend wirkt. Dafür keift der Anders Fridén am Mikro wieder ganz nett.


8. September 2016

Weil mir nichts eingefallen ist (4)

Alte Texte, aus der Gruft meiner Mailbox gekramt. Weil mir nichts eingefallen ist.

Meine frühere Haarbändigerin und jetzige Frontresthaarverwalterin gehört übrigens auch zu der Sorte, die gerne über Filme dozieren. Ich muss gestehen, ich höre da immer gerne zu. Ist doch faszinierend, wie man sich alle seltsamen Namen und obskure Details merken kann. Beim Herrn der Ringe weiß sie z.B. genau, weshalb bei dem Angriff von Helms Klamm der Zwerg hinten rechts zu spät zur Truppe gekommen ist. Bei mir werden die ganzen Filme im Hirn zu einer Masse aus Rumlatschen, Kämpfen und Special Effect, da bin ich auch einfach zu simpel gestrickt. Noch schlimmer ist es mit dem Patenkind meines Bruders, der spielt nämlich dieses World of Warcraft. Ich werde nie verstehen, was so toll daran sein soll, mit einem Schwert gegen einen Baum zu hauen, um so eine Erfahrungswerte im Schwertschlagen zu erhöhen. Das ist wahrscheinlich schon die nächste Generation von Spielern. Wenn die im echten Leben dann vor einem Problem stehen und nicht mehr weiter wissen, gehen sie halt raus und schlagen einen Baum, auf dass die gewonnene Erfahrung sie erleuchten möge.

27. August 2016

Twitter durchgespielt dank Bremer Hähnchen

Ich glaube, ich habe twitter durchgespielt. Das hier dürfte wohl für alle Zeiten mein erfolgreichster Tweet sein. Es kommen immer noch alle Nase lang neue Retweets und Likes rein. Mein Dank geht an Bremen für einen gelungenen Saisonauftakt.

24. August 2016

Garth Marenghi's Darkplace

Stimmungsvoller Horror, Spezialeffekte auf der Höhe ihrer Kunst, spannungsgeladene Momente voller mysteriöser Tiefe und talentierte Schauspieler an ihren darstellerischen Grenzen -

Das alles hat Garth Marenghi's Darkplace nicht zu bieten, obwohl dies alle Beteiligten ohne jeglichen Zweifel anders sehen. Dafür ist dieses 2004 für Channel 4 produzierte Werk eine herrlich depperte Parodie auf Mysterygruselshows, hat mit Matt Berry und Richard Ayoade zwei "The IT-Crowd"-Alumni in seinen Reihen und steht seit fast 5 Jahren viel zu wenig beachtet auf YouTube herum.

Hier geht es zu den restlichen fünf Episoden.