17. April 2014

Ostern's Thirteen

Diese kleine Reihe habe ich vor drei Jahren angefangen, vor zwei Jahren fortgeführt, vor einem Jahr ausgelassen und jetzt ist sie halt wieder da. Thema: unschätzbar wertlose Informationen zum Ablauf des Osterfestes 2014 im Hause Inishmore.

1) Osterserien
Ich dachte, "Sherlock Holmes" Season 3 liefe an Ostern. Tut es nicht. Sondern an Pfingsten. Dann schaue ich eben mal in die Serienfassung von "Fargo" rein. Absolutes Pflichtprogram: "House Of Cards" Season 2, da habe ich die ersten zwei Episoden gesehen und mich wieder vor Freude in den ganzen fein gesponnenen Intrigennetzen des Ehepaares Underwood gewälzt.

2) Osterspiele
Dark Souls 2, was sonst. Gibt es noch was anderes? Unfassbar, wie einem das Spiel immer wieder eine reinhaut. Gestern war ich noch der König, weil ich die Miss Lost Sinner tapfer niedergekämpft habe, heute der Depp, der von den fünf Gargoyles im Belfry Luna Tower zerhackt wird. Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir das Star Wars Flipper-Pack "Balance Of The Force" zu holen, aber das gibt es derzeit nur verbilligt für die Xbox360. Ende des Monats erscheint auch schon "Heroes Within". Da warte ich mal auf die Angebote zum Star Wars Day (May the 4th). Nicht zu vergessen: das von mir unterstützte Broken Sword 5 (hierzulande: Baphomets Fluch 5) ist seit gestern komplett.

3) Osterfilme
"Django Unchained" als Blu-ray gekauft und noch nicht gesehen. Dito "Cloud Atlas" und "Scarface". Filme, die aufgrund ihrer Lauflänge prädestiniert sind für Ostern. Und was mach ich? Kaufe mir noch fünf DVDs nach: "The Fisher King", "Insomnia", "21 Jump Street", "The Expendables" und "Star Trek: Into Darkness".

4) Osterfressalieneinkauf
Wenn mich die Serie "Hannibal" etwas gelehrt hat, dann dies: Feinschmeckerei muss nicht immer sein. Gerade vor den Feiertagen sind die Regale ja voll mit ausländischem Genusszeugs für die ganz auf edel kalibrierten Geschmacksnerven. Bei mir gibt's daher Wurst, grobe deutsche Bratwurst, mit Chili, Kräutern, Käse und wasweißichnoch. Und Zürcher Geschnetzeltes. Obwohl: Wurst hat Hannibal ja auch schon gemacht. Vielleicht war er auch schon mal in Zürich. Ich darf gar nicht drüber nachdenken.

5) Ostereierwürze
Nach Remoulade, Meerettich, Mayonnaise, Tzaziki und Röstzwiebel-Mayonnaise fällt mir aktuell nichts ein. Wahrscheinlich stelle ich mich heute vors Einkaufsregal und ziehe blind was raus.

6) Osterhasen
Keinen. Echt nicht. Im Alter verliert man wohl die Lust auf Schokolade. Geht mir zumindest so. Und am befellten Genossen ist mir zu wenig dran.

7) Osterpuffreiseier
Muss ich noch kaufen. Wenn ich keine finde, ist das ganze Fest im Eimer. Wegen meines bekannten Puffreisei-Treueschwurs.

8) Ostermusik
Malcolm Young von AC/DC ist schwer erkrankt, Lemmy war es, scheint nun aber wieder fit, Dan McCafferty von Nazareth nimmt seine letzte Platte mit der Band auf, weil die Stimme nicht mehr hält. Es lässt einen schon grübeln, wieviele Jahre im Rock'n'Roll-Zirkus sich auf dem Rücken der Recken angesammelt haben. Die alten Helden sind halt doch nicht so unsterblich wie es ihre Musik ist.  Deshalb höre ich wohl schön nostalgisch-kratzigen Stoff von AC/DC und Nazareth. Gar nicht gefallen hat mir übrigens beim Reinhören die neue CD von Chevelle.

9) Osterrasenpflege
Erledigt. War gar nicht so schlimm, weil nur an wenigen Stellen wirklich was gewachsen war. So ähnlich denkt meine Friseurin wahrscheinlich auch, wenn sie sich meiner Fronthaarpartie widmet.

10) Ostergetränke
Sprudel und Fruchtschorle. Ich bin so genügsam, ich spar mir dieses Jahr sogar die Zuckerlimonade.

11) Ostergesundheitszustand
Mir hängt vom letzten Besuch der Grippe noch ein Husten nach. Dürfte mich verzehrtechnisch aber nicht beeinträchtigen.

12) Osternnachzügler
Dieses Jahr ist alles rechtzeitig da. Beim Wetter wäre vielleicht noch ein bisschen mehr Frühlingshaftigkeit nett.

13) Osterfernsehprogramm
Abstiegskampf in der Bundesliga. Aufstiegskampf in der zweiten Liga. Immer wieder schön, wenn die eigene Mannschaft ganz, ganz weit weg von beidem ist. Ich werde wieder tippen und alle, auf deren Sieg ich setze, näher an den Abgrund bzw. das Ende ihres Traumes rücken lassen. Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Lautern, Fürth und Paderborn - fürchtet meine wie gewohnt komplett falschen Vorhersagen!

13. April 2014

Wer dem Führer zu Ostern eine Freude machen will...

... der kauft sich Hasen aus Schaumzucker, drückt sie zusammen und erhält viele schöne Kim Jong-Unse. Ob man beim Strecken von Kim Jong-Un allerdings einen Osterhasen erhält, entzieht sich meiner Kenntnis.


[via 9gag.com]

10. April 2014

IniRadio #305: H.E.A.T - A Shot At Redemption

Gefälliger Song zum Scheibenrunterlassen im Auto bei schönem Wetter. Allerdings denke ich immer, dass da eine Frau singt. Ist aber ein Kerl und gleichzeitig Swedish Idol-Gewinner mit Namen Erik Grönwall. Vielleicht singen Castingshowgewinner halt so und ich bin zu alt, um das zu verstehen.

5. April 2014

40 Worst Book Covers And Titles Ever

Wochenende-Nicht-Pflichtlektüre! Und die kann man wirklich alle kaufen.
"Eating People Is Wrong" als Kinderbuch etwa hätte Hannibal als Film und als Serie verhindern können.

3. April 2014

Recht & Ordnung - Iwwerzwersch

Breaking Bad im Saarland.
Awwei awwer hallo, do falld mir doch glei mei Fleeschkeesweck aus de Hand!

IniRadio #304: My Chemical Romance - Fake Your Death

War'n die nicht schon weg? Sind die jetzt wieder da? Kommen sie später nochmal wieder? Oder war's das damit endgültig? Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ich weiß es nicht. Aber der Song ist schön.


31. März 2014

CD des Monats: HAREM SCAREM - Mood Swings II

Kanadier sind prinzipiell ungefährlich, sofern sie nicht Gummigeschosse mit Stöcken übers Eis jagen oder eine Axt in der Hand halten dürfen. Gerne produzieren sie mit die schönsten Frauen der Welt (Cobey Smulders, Evangeline Lilly oder die fußballerisch wunderbarst benamte Sarah Chalke), bleiben dabei aber stets höflich und bescheiden. Leider so bescheiden, dass sie wahrscheinlich nicht mal selbst wissen, dass aus ihrem Land eine der besten Melodic Rock Bands der Welt kommt.

Harem Scarem sind - selbst von mir als Fan - ziemlich unbemerkt wieder da und haben ihr zweites Studioalbum "Mood Swings" im vergangenen Jahr einfach nochmal eingespielt. Nun ist da ja so eine Sache mit Re-Recordings: wenn es sich nicht technisch anbietet (also das Original bisher nur exklusiv auf Schellack vorliegt), kann das durchaus in die Hose gehen. Am Ende hört es sich im besten Fall authentisch an, wenn man dem Hörer etwa schmerzlich nahe bringen will, wie das beste Werk der Band heute klänge, falls es knapp 60-jährige alte Männer mit altersbedingt weniger Pep aufs Master ächzen. Ich nenne keine Namen, aber wessen Schwert da noch so feucht wird wie ein junges Mädchen in ihrer Blüte, dem muss schon das Viagra pfundweise aus den Ohren quillen.

Bei Harry Hess und Pete Lesperance, dem kreativen Kern und Herzen von Harem Scarem, muss man sich in der Hinsicht keine Sorgen machen. Das Material mit seinem hardrockigen Einschlag und natürlich der ein oder anderen Ballade ist eh über jeden Zweifel erhaben, Hess singt weiterhin als gäbe es kein Leben nach den Stimmbändern und Lesperance treibt den Hörer mit seinem, eigentlich für das Genre viel zu genialen Gitarrenspiel wie gewohnt kurz vor die Japs-Grenze. Zu den 11 Tracks gesellen sich noch drei Bonus Tracks, sodass selbst Laufzeitmäkler keinen Grund zur Klage haben.  Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das Original vorher nur in Auszügen (hauptsächlich "Saviors Never Cry") kannte, nach dem mehrfachen Genuss  des Remakes aber angehörs von Songs wie "Changes Comes Around", "Sentimenal Blvd.", "No Justice" oder "If There Was A Time" ehrfürchtig  meinen Melodic Rock-Altar gerne um einen weiteren Stellplatz erweitere.

27. März 2014

Seriencheck (70)

Seriencheck is back! Zwar erst spät im Monat, aber immerhin noch. Hängt leider damit zusammen, dass ich a) bei Dark Souls II viele, viele unnötige Tode starb, sterbe und noch sterben werde und b) mit meinem Grippe-Virus gerade bei den deutschen Meisterschaften im "Unglaublich, was man alles aus der menschlichen Nase rausholen kann" mitzumachen gedenke. Prall gefüllt sind aber nicht nur die Nebenhöhlen, auch die Serien haben sich aufgestaut, sei es in Form von Neu- bzw. Saisonstarts, Saisonabschlüssen und Schlusswertungen infolge Absetzung.

RESURRECTION (Season 1)


Der kleine Jacob wacht eines Tages in einem Reisfeld irgendwo im chinesischen Hinterland auf und will verständlicherweise nach Hause. Der Einwanderungs- und Zollbeamte Bellamy (Omar Epps, House M.D.) nimmt sich des Jungen an und überführt ihn nach Hause. Wo sein Vater (Kurtwood Smith, That 70's Show) eher schockiert und verwundert reagiert, weil er den Buben vor 32 Jahren höchstselbst zu Grabe getragen hat. Und Jacob soll nicht Einzige bleiben, der in die beschauliche Kleinstadt in Missouri zurückkehrt.

Mystery und heftiges Zerren an der Tränendrüse stehen im Mittelpunkt des Piloten. Letzteres war mir sogar ein bisschen zu viel, dazu versprühte der Jungdarsteller eher das Flair seines Kollegens aus "Touch", sprich: große Augen machen und wenig sagen. Natürlich packt man mit so einer Geschichte die Zuschauer, die sich schon daran gewöhnt hatten, dass ihre Lieben nur noch als Untote zurückkehren können. Auch ich kann mich der Faszination des Themas nicht entziehen, weiß aber als Mystery-Seriengucker, dass da schnell alles den Bach runtergehen kann. Überstrapaziert man die Geduld und das Interesse des Publikums? Wird zu sehr alles in die Länge gezogen? Kriegt man eine gescheite Auflösung hin, ohne sich zuvor in Peinlichkeiten zu verstricken? Bisher behilft sich die Show damit, einfach jede Folge einen neuen Bewohner zurückkehren zu lassen. Die Zuschauer scheinen es nicht zu danken, nach einem tollen Start ist Rückgang das Motto der Stunde. Ich bleibe dran, alleine wegen des "Wie geht's weiter oder wann reiten sie es in die Scheiße"-Faktors. Wertungsmäßig halte ich mich noch zurück, nach der dritten Episode konnte ich bisher aber problemlos jeweils die Note "befriedigend" ziehen. Die höheren Punktekärtchen hebe ich mir auf, wenn es sich in die richtige Richtung entwickelt.

Wertungsschnitt nach 3 Episoden: 4,50 Punkte (befriedigend)
Gucklistenstatus: wegen allgemeiner Mystery-Neugierde noch drauf

BELIEVE (Season 1)


Bo ist ein Mädchen mit übersinnlichen Fähigkeiten, das von einer undurchsichtigen Geheimorganisation um den Wissenschaftler Roman Skouras (Kyle MacLachlan, Twin Peaks) und der Polizei gejagt wird. Dank der Unterstützung durch eine Rebellengruppe flüchtet sie zusammen mit ihrem zugewiesenen Begleiter, dem Strafgefangenen William Tate, von Stadt und Stadt und berührt dabei auf ihre eigene Art das Leben derer, mit denen sie Bekanntschaft schließt. Mysteryshow, erdacht von Alfonso Cuarón (Gravity) und produziert von J.J. Abrams.

Die Story erinnert ohne Frage an das schon oben erwähnte "Touch" und es bedurfte schon des Namens Cuarón, dass mein Interesse endgültig geweckt wurde. "Touch" war bei mir ja damals nach 3 Episoden durch: nerviges autistisches Kind, jammerlappiger Begleiter, käsige Dialoge, schluchziges Gutmenschentum, kurzum ein "Ein Engel auf Erden" der Neuzeit. "Believe" stolpert nicht in diese Fallen, im Gegenteil. Ich meckere ja oft und gerne über Kinderdarsteller, aber wo Lob angebracht ist, muss Lob ausgesprochen werden, also: Johnny Sequoyah macht ihre Sache ganz ausgezeichnet und hat für ihr Alter eine tolle Bildschirmpräsenz. Es hat mir richtig Spaß gemacht, der kessen Kleinen zuzuschauen, vor allem im Zusammenspiel mit ihrem Begleiter, dem sie mehr als nur einmal die Show stiehlt. Von dieser Seite also alles im grünen Bereich. Auch die unvermeidlichen Rührseligkeitsmomente, wenn Bo in die Schicksale ihrer Bekanntschaften eingreift, sind bisher für mich eher herzerwärmend und nie aufgesetzt, peinlich oder übertrieben tränendrüsig. Nach der dritten Episode, die mit Rückblenden sehr vieles von der Hintergrundgeschichte aufdeckt, weiß ich allerdings nicht, welche Richtung die Show nun einschlagen will. Jede Folge ein neuer Fluchtort plus Wohlfühlbegegnung? Auch hier muss die Zeit (und die weitere Anwesenheit des US-Publikums) zeigen, wo es langgehen wird. Wertungsmäßig sehe ich "Believe" derzeit eine gute halbe Notenstufe über "Resurrection".

Wertungsschnitt nach 3 Episoden: 5,05 Punkte (gut)
Gucklistenstatus: wegen Mystery-Neugierde und dem Mädchen mit dem komischen Vor- und Nachnamen derzeit stabil drauf

GROWING UP FISHER (Season 1)


Die 80er Jahre, inspiriert von einer wahren Familie: zwei Kinder, ein Hund, Scheidung. Und der Vater ist blind, aber da macht er sich nix draus.
Hat mein Interesse geweckt, weil mir Jason Bateman auf der Castingliste auffiel. Der wirkt aber nur als Erzählerstimme mit. Dafür ist Jenna Elfman mit von der Partie, die ich bei weitem weitem weniger gerne sehe (die zuerst gecastete Parker Posey wäre mir viel lieber gewesen). Ein klarer Fall von „Ich habe nur eine Folge gesehen, aber ich bin so unfair und guck es nicht mehr“. Dabei gefiel mir J.K. Simmons (Men At Work) in seiner Rolle als blind-forscher Vater, der Hund ist goldig, aber an den Rest kann ich mich schon nicht mehr erinnern. Inhaltlich ein weiteres Loblied auf die amerikanische Familie, also in Zeiten von "Modern Family", "The Goldbergs", "The Middle", "The Michael J. Fox Show" und wasweißichnoch jetzt nichts spektakulär Neues. Sollte es jemand aus der hochgeschätzten Leserschaft weitergucken und es richtig toll werden, bitte wie gehabt einen Hinweis hinterlassen.

Wertungsschnitt nach einer Episode: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
Gucklistenstatus: abgesetzt


WORKING THE ENGELS (Season 1)


Bei den Engels hängt der Haussegen schief. Denn der Herr des Hauses, Anwalt von Beruf, hinterlässt mit seinem Tod der Familie nur Schulden. Dabei ist diese doch wahrlich schon gestraft genug: mit einer leicht verpeilten, selbstbezogenen und dem Alkohol zusprechenden Mutter, einem nur für Kleinkriminalität brauchbaren Sohn und einer abgedrehten, esoterisch angehauchten Tochter. Die einzige Hoffnung ruht auf der jüngsten Tochter, die ebenfalls der Rechtsvertretung nachgeht und angesichts ihres Umfelds fast schon bedauernswert normal ist. Zusammen mit ihrer Familie geht sie die schwere Aufgabe an, die väterliche Kanzlei fortzuführen.

Arrested Development light - das trifft es kurzgefasst ganz gut. An die Bluths kommen die Engels natürlich lange nicht heran, die spinnen bekanntlich in ihrer eigenen Klasse (die vierte Staffel soll übrigens laut amazon.co.uk am 9. Juni erscheinen). Aber es ist nett genug und mit ausreichend Potenzial, dass ich noch dranbleibe.

Wertungsschnitt nach 2 Episoden: 4,50 Punkte (befriedigend)
Gucklistenstatus: noch drauf


HANNIBAL (Season 2)


„Die Teller bleiben gerne leer, läuft Hannibal im Fernse-heer“. Was ich mit diesem angestrengt zusammengedichteten Sinnspruch sagen will: Hannibal ist wieder da und man sollte wirklich nichts während dieser Serie zu sich nehmen, was sich ausgewürgt farblich mit dem Teppich beißt. Wer hingegen als Serienfeinschmecker dem Schnabulieren zur Fernsehzeit entsagen kann, wird wie gehabt wohlmundend bedient. Meinen Geschmacksnerven zufolge kann diese Saison gar eine Steigerung drin sein, denn die bisher servierten vier Episoden waren ein Genuss und an kribbelnder Spannung, schrecklich-schöner Inszenierung und edelster Ekelhaftigkeit kaum zu überbieten. Keine Füllerfolgen wie etwa „Oeuf“ oder „Coquilles“ in Season 1, Hugh Dancy ist nicht über einen erheblichen Zeitraum im Ermittlerdelirium festgesetzt, sondern analysiert messerscharf und Mads Mikkelsen ist eh der dicke Wasabi-Klacks im frisch aus irgendwas Rohem geschnittenen Sushi der Show. Wenn es so weitergeht, binde ich mir demnächst zu Beginn einer neuen Episode aus Vorfreude eine Serviette um.

Wertungsschnitt nach 4 Episoden:  5,62 Punkte (sehr gut)

THE AMERICANS (Season 2)


Ach ja, damals, als noch echter kalter Krieg war und die Sowjetunion faktisch alles östlich von Berlin. Einfache, simple Zeiten. Pustekuchen!  Denn unsere beiden russischen Spione Elizabeth und Philip stecken wieder mitten im Schlamassel, nachdem ein paar gemeinsame Stunden mit einem befreundeten Agentenpaar auf eher unschöne Weise enden. Als ob das nicht genug wäre, kratzt das pubertierende Töchterlein auch noch an der hart erarbeiteten Unscheinbarkeitsfassade. „The Americans“ läuft in den bisher gesehenen Folgen stabil und effizient wie die Büroschreibmaschine in der russischen Botschaft. Die besonders guten Episoden fehlen zwar noch, aber die werden schon noch eintrudeln. Bis dahin gilt: Stellung halten und immer nachprüfen, dass die Perücken sitzen, Kameraden!

Wertungsschnitt nach 4 Episoden: 5,00 Punkte (gut)


ALMOST HUMAN (Season 1)

Ein weiteres meiner "guilty pleasures", sprich: ist nicht so toll, aber ich gucke es trotzdem gerne und weiter. Ich mag einfach die Chemie zwischen John Kennex und Dorian, diese Mischung aus Gefoppe und Kumpanei, das humoristisch-augenzwinkernde Element, das durch Rudy reingebracht wird und eben der über allem schwebende futuristische Touch. Die Fälle sind dabei nie die SciFi-gewordenen Überknaller, so manches Mal wird gegen Ende das Brot mit der ganz dicken Schicht Schmalz bestrichen und das Finale nimmt den zu Beginn aufgebauten Verschwörungsstorybogen gar nicht auf. Aber ich mag es mehr als "Agents Of S.H.I.E.L.D", das ich mittlerweile nach 9 Folgen für mich eingestellt habe.

Gesamtwertung: 4,82 Punkte (befriedigend)


BROOKLYN NINE-NINE (Season 1)

Als erste neugestartete Comedy mit einer vollen Staffel im Ziel und mit den besten Chancen, im Seriencheck die beste  Comedy der Saison zu werden. Eine reife Leistung. Es hat mich sehr gefreut, dass „Brooklyn Nine-Nine“ mit einem Emmy ausgezeichnet worden ist, denn so wurde die erstklassige Arbeit, die Daniel J. Goor und Michael Schur bereits zuvor mit „Parks und Recreation“ beständig abgeliefert haben, endlich gewürdigt. Das Polizeirevier strotzt einfach vor sympathisch-schrulligen Charakteren, jeder bringt seinen eigenen Charme mit ein, alle sind auf ihre Art liebenswert. Andy Samberg würde ich da gar nicht hervorheben wollen, denn auch Terry Crews, Andre Braugher oder die mir bisher unbekannten Joe Lo Truglio, Chelsea Peretti, Stephanie Beatriz und Melissa Fumero sind immer wieder für herrliche Situationen und Lacher gut. Jetzt habe ich den kompletten Cast runtergerasselt. Außer Hitchcock (Dirk Blocker) und Scully (Joel McKinnon Miller), den zwei alten Säcken. Die sind aber auch lustig. Ich schließe die Beweisführung.

Gesamtwertung: 5,23 Punkte (gut)

MEN AT WORK (Season 3)

Da habe ich beim letzten Mal noch herumgelobt, wie gut die Show funktioniert, weil der Cast so sympathisch agiert und sich daraus ableitend das Ganze wie auf geschmierten Rollen läuft. So war es auch die ersten drei bis vier Episoden, aber danach entpuppten sich gerade die frisch installierten Nebenfiguren wie der neue Boss oder die neue Mitarbeiterin als nicht die ganz großen Gagbringer. Danny Masterson fand ich darüber hinaus in seinem saisonübergreifenden Handlungsstrang eher verschenkt. Und weil "Men At Work" auch dieses Jahr nur 10 Episoden lang läuft, hauen die Durchhänger wertungsmäßig besonders rein. Daher zwar immer noch im Befriedigend, aber dafür nicht mehr mit leichter Plus, sondern deutlicher Minus-Tendenz. Was auf meiner Wertungsskala wohl den bedeutendsten Unterschied innerhalb einer Gesamtnote ausmacht. Also Jungs, härter arbeiten in der nächsten Staffel!

Gesamtwertung: 4,55 Punkte (befriedigend -)


TRUE DETECTIVE (Season 1)

Jetzt aber zum ersten amtlichen Über-Hit des neuen Serienjahres. "True Detective" hat sich in mein Herz gespielt. Großartige schauspielerische Leistungen von McConaughey und Harrelson, die abseits des Kriminalfalles allein schon das Zuschauen wert sind. Selten waren wohl die persönlichen Hintergrundgeschichten der Protagonisten so sehr gleichauf mit dem Haupthandlungsstrang, was Qualität, Spannung und Inszenierung angeht. Dazu noch die wunderbar eingefangenen, sumpfig-kaputten Landschaften Louisianas und ein klasse Soundtrack, angeführt von der mich jedesmal zum Mitsummen anregenden Titelmusik. Einige dürften mäkeln, dass die aufgebaute Mysterykomponente letztendlich kaum zum Tragen kommt, die Ermittlungen ein eher konventionelles Ende finden. Mich hat das allerdings überhaupt nicht gestört, denn auch im Finale haben die Macher alle Stärken des Formats ausgespielt. Ich bin gespannt, in welcher Besetzung die zweite Staffel startet, neueste Gerüchte sehen ja Brad Pitt in einer Hauptrolle. Es wird in jedem Fall eine Herausforderung, sich an dieser Staffel messen zu müssen. Auch für die weiteren Serienhighlights 2014.

Gesamtwertung: 6,01 Punkte (überragend)

SEAN SAVES THE WORLD (Season 1)

Abgesetzt nach 13 Episoden, hatte aber durchaus seine Momente, vor allem das Zusammenspiel zwischen Sean Hayes und Thomas Lennon. Insgesamt reichte das aber weder, um das US-Publikum zu begeistern, noch um bei mir Höchstwertungen abzukassieren. Immerhin wurde es mir nie zu langweilig, um nicht jede Woche reinzuschauen.

Gesamtwertung: 4,46 Punkte (befriedigend -)

THE MICHAEL J. FOX SHOW (Season 1)

Auch Michael J. Fox hat es nicht geschafft, eine komplette Staffel durchzubringen. Ich glaube, es ging da vielen wie mir, die es toll fanden, den sympathischen Mimen mit seiner eigenen Comedy auf dem Bildschirm wiederzusehen. Nach ein paar Folgen wurde aber klar, dass hier nicht der große Wurf gelingen sollte. Eher heimelige Familienunterhaltung, von der am Ende nicht so recht viel hängenbleiben wollte. Auch weil der Rest des Castes keine Glanzlichter setzen konnte und für den titeltragenden Darsteller die Rolle als Alleinunterhalter doch zu schwer zu stemmen war. Ansätze waren zwar vorhanden, aber nun mal nicht zahlreich genug.

Gesamtwertung: 4,30 Punkte (durchschnittlich)