11. Februar 2016

Weil mir nichts eingefallen ist (3)

Der erste Schritt zur "Früher-war-alles-besser-"Mürrischwerdung ist der, wenn das, was du gerne isst, plötzlich nicht mehr im Fresstempel deines Vertrauens angeboten wird. Ich erinnere mich schwermütig an die Zwieback-Katastrophe von 2010. Damals war ich gerade froh und munter von Brandts Zwieback mit Apfelstreuseln abhängig geworden und freute mich meines Daseins und Essens. Schwuppdiwupp!, verschwand die Packung aus den Verkaufsregalen. Übrig blieben nur die Geschmacksrichtungen Kokos (näh), Anis (bäh) und pur (ochnö). Nun hat es mich erneut erwischt.
Trotz der ganzen Skandale in der jüngeren Zeit esse ich immer noch Fleisch. (Meinem syrischen Dönermann am Ende der Straße habe ich übrigens einen Superwitz beigebracht, wenn er mal wieder von kritischen Verbrauchertanten nach Pferdefleisch in seinem Döner gefragt wird. Er antwortet dann immer: "Ich Araber, bei mir kein Pferd im Döner. Höchstens mal Kamel.") Nun entdeckte ich im nahegelegenden Kaufland-Markt eine fleischhaltige Frischebox mit Geschnetzeltem nach Ratsherrenart mit extra Würzsoße in einem separaten, runden Plastikförmchen. Eine Wohltat wie jemanden wie mich, der sich schon damit rühmt zu wissen, wie herum man eine Pfanne auf den Herd stellt. Für Vegetarier oder Veganer allerdings sicherlich allein schon wegen des Namens ein Grund, mit einem Töpfchen handaufgezogener Kresse im Arm aus dem Fenster zu springen. Geschnetzeltes hört sich aber auch schlimm an, da gehört durchaus eine gute Portion Liebe zum Fleisch, um sich daran nicht zu stören. Aber selbst wenn es Lammabgerissenes, Hühnergestampftes oder Schweinezerstörtes geben sollte - ich würde es essen.
Wie auch immer, dieses wirklich wohlschmeckende Etwas gibt es seit vorletzter Woche nicht mehr. Obwohl ich es höchstselbst mehrfach triumphierend an der Kasse aufs Band gelegt habe. Stattdessen: Geschnetzeltes Asia. Mit weniger Fleisch, stattdessen Nudeln plus Gemüsekram wie Sprossen und so etwas, anderer Würzsoße im Förmchen und natürlich teurer. Dabei weiß doch jeder, dass der Asiat sich bis auf Sushi nichts auf Mundgröße zusammenschnetzeln lässt. Dort wird auf den Märkten das ganze Vieh frisch aufgehängt und verkauft, am besten noch roh. Im heimischen Domo angelangt, haut der Asiate dann direkt die Beißer rein, deshalb sind die dort im Alter auch noch so fit! Jedenfalls war ich nach einem Testkochen höchst unzufrieden und tat etwas, was ich sonst nie tue: Ich habe eine der Damen an der Kasse angesprochen. Die sind ja verpflichtet, jeden Kunden erst zu entlassen, nachdem sie ihr Sätzlein "War alles in Ordnung?" aufgesäuselt haben. Üblicherweise nicke ich dann gönnerhaft und entgegne freundlich lächelnd "Alles in Ordnung, wie immer". Diesmal jedoch setzte ich zu einem unwirschen "MITNICHTEN!" an und klagte anschließend wortreich mein Leid. Augen weiteten sich, Münder standen offen, Zettel wurden gezückt, Stöhnen brandete auf in den Reihen hinter mir (ja, es war Samstag nachmittag, der Markt knallvoll und die Schlange lang). GESCHNETZELTES RATSHERRENART MIT WÜRZSOSSE FEHLT!!! ließ ich aufschreiben. Letzten Donnerstag war ich wieder vor Ort - immer noch dieses verdammte Asia-Geschnetzelte im Regal.

5. Februar 2016

Seriencheck (87)

Eine Kult-Show kehrt zurück, eine (jedenfalls-meiner-Meinung-nach-und-wenn-ihr-sie-mal-guckt-werdet-ihr-mir-zustimmen-) Kult-Show hat ihr glückliches Ende gefunden. Das und mehr im neuen Seriencheck.

THE X-FILES (SEASON 10) 


Mit Akte X (oder "The X-Files" im englischen Original) verbinde ich viele liebe Erinnerungen. Wie etwa jene im Herbst 1995, als ich das erste Mal im Rahmen eines Kurses an der Uni im dortigen Computerraum Annäherungsversuche an das Thema Internet vermittelt bekam. Es stand damals das Herumspielen mit Chat-Räumen auf dem Plan, alle Rechner waren miteinander vernetzt, die Teilnehmer hatten brav ihr "Hallo", "Hi", oder "Hallihallo" getippt und trauten sich nun nicht mehr weiter. Beklemmende Stille drohte den Chat zu vereinnahmen. Ich erinnere mich noch, wie ich dann einfach mal "Wie findet ihr Akte X?" schrieb und schon klackerten die Tastaturen: "Super!", "Die Wahrheit ist da draußen", "Ich will nach Hause, das läuft in einer Stunde" und natürlich das unvermeidliche, aber immer noch wissenschaftlich vollkommen korrekte "Scully ist sowas von heiß" machten die Runde. Ach ja.

Nun sind Scully und Mulder wieder auf den Bildschirmen zu sehen. Zumindest für sechs Episoden, in denen Chris Carter als Produzent und diverse Autoren aus der Blütezeit der Serie wie Glen Morgan oder James Wong erneut die Strippen ziehen. Mit dem Aufkommen des Internets erhielten Verschwörungstheorien ja bekannterweise einen schlechten Ruf und gelten gemeinhin als peinlich zurechtgesponnene Ideen irgendwelcher Wirrköpfe, über die man eher lachen möchte denn sie ernst zu nehmen. Zudem suchte mit den Anschlägen des 11. September der allergrößte Teil der Bevölkerung eher den Schutz der Regierung als ebendort weltenumwälzende konspirative Triebe zu vermuten. Wie würden die "X-Files" also im neuen Zeitalter ankommen?

Für Fans kann ich die Antwort gleich geben: Es ist einfach toll, man kommt sich vor wie früher. Das fängt schon damit an, dass man den Vorspann unverändert übernommen hat. Die Staffel zählt offiziell als die zehnte, alle bekannten Figuren sind an Bord, man unterteilt die Folgen in "Mythological Arc" und "Monster of the Week". Zusätzlich hat man Mulder und Scully einige ironische, mit einem Augenzwinkern unterlegte Dialogzeilen geschrieben, was ihre jahrelange Ermittlertätigkeit anbelangt. Klar, wer der Show nie etwas abgewinnen konnte, wird auf den trashigen Unterton hinweisen, mit dem ernsthaft eine Verschwörung epischen Ausmaßes konstruiert wird. Dass sich die Macher aber gerne mal selbst auf den Arm nehmen, beweisen sie in der dritten Episode "Mulder and Scully meet the Were-Monster", die dermaßen herrlich albern und bescheuert ist, dass wohl auch das heimwehleidigste Roswell-Alien die Arme über dem Kopf zusammenschlägt.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH DREI EPISODEN: 5,43 PUNKTE (gut +)
TENDENZ: gut - sehr gut
 

GALAVANT (SEASON 2)


Es wird wieder ge-sung-hung-en! Dass meine Lieblingscomedy des vergangenen Jahres eine zweite Staffel erhielt, erfreute und erstaunte nicht nur mich, sondern auch das Produktionsteam. Entsprechend trägt der Opener nicht umsonst den Titel "A New Season aka SUCK IT CANCELLATION BEAR!" und selbstverständlich findet die unerwartete Fortsetzung umgehend ihre Umsetzung in einem feschen Lied. (Enthält Spoiler zu Season 1)

Die insgesamt 10 Episoden sendete ABC innerhalb von 5 Wochen in Doppelfolgen weg, weshalb ich direkt schon eine Gesamtwertung vergeben kann. Die Abenteuer von Galavant haben mir insgesamt erneut großen Spaß gemacht, wenn ich auch die erste Staffel doch ein paar Zehntelzählerpunkte stärker fand. Was daran liegt, dass mir die vierte Episode "Bewitched, Bothered & Belittled" qualitätsmäßig zu sehr nach unten aus der Reihe tanzte, einige Songs dann doch zu modern waren (sorry, aber mit Battle Rap kriegt man mich nicht, selbst wenn er auf lustig getrimmt sind) und die Geschichte sich ungefähr für die zwei Folgen, die man diesmal mehr in der Staffel hatte, im Kreis drehte. Aber das sind Kritikpunkte, die jeder Zuschauer vollkommen anders gewichten und einordnen kann. Spätestens mit dem Doppelfinale zieht "Galavant" alle Register aus schmissigen Songs, amüsanten Parodien auf u.a. "Game of Thrones" und augenzwinkerndem Spaß, dass man sich doch noch eine dritte Staffel auf einem Kabelsender erhofft. Eine Option, die sich die Macher natürlich zum Ende offenhalten. Bis dahin: Bitte eine DVD-Box mit den beiden Seasons veröffentlichen!
  
GESAMTWERTUNG: 5,15 PUNKTE (gut)


MAKING A MURDERER


Netflix-Dokumentation über Steven Avery aus Wisconsin, der im Laufe seines Lebens einiges an Ärger mit Strafverfolgungsbehörden durchzumachen hat. Okay, das ist untertrieben. Der Kerl hat so ziemlich das Maximum und mehr an Ärger mit Strafverfolgungsbehörden durchzumachen.

Wurde mir von Bloggerfreund donvanone empfohlen und ist nach "The Jinx - The Life and Deaths of Robert Durst" die zweite Doku, die von mir den absoluten Pflichtguckbefehl erhält. Wobei "Making A Murderer" anders als "The Jinx" schwerpunktmäßig kaum Täterermittlung, sondern Verdächtigenentlastung betreibt. Was im amerikanischen Rechtssystem anscheinend eher eine sehr untergeordnete Rolle spielt, so man nicht mit harten US-Dollars alle strafrechtlichen Vorwürfe kaputtwerfen kann.

Wie immer gilt: Am besten unvorbereitet an die in diesem Fall zehn je knapp einstündigen Folgen herangehen, dann ist die Wirkung um so enormer. Ich selbst dachte nach der erste Episode noch verwundert: "Okay, was kann denn jetzt noch kommen?" Was dann allerdings kam, hat mir wirklich stellenweise die blanke Wut in die Gesichtszüge getrieben, gefolgt von Unverständnis und Kopfschütteln. Gut möglich, dass ich meinen Fernseher angeschrien und ein paar der auftretenden Personen sehr unschöne Dinge an den Hals gewünscht habe, da möchte ich jetzt mal lieber die Aussage verweigern. Sicher bin ich mir hingegen, dass der gute Udo Vetter beim Gucken mindestens einen Meyer-Goßner in der Mitte durchgebissen hat. Das könnte man übrigens prima vorne als Werbung auf die DVD-Box schreiben: Besonnener Lawblogger biss vor Ärger einen Beck'schen Kurz-Kommentar zur StPO durch!!! 

Zur Nachbearbeitung schließlich empfehle ich den sehr lesenswerten und linkreichen Blogbeitrag von donvanone. Weil ich die einzelnen Folgen zu hastig hintereinander gesehen habe, lasse ich die Einzelfolgenbewertung diesmal sein und ziehe direkt die Höchstnote, die "Making A Murderer" zweifelsfrei verdient hat.

GESAMTWERTUNG: 6,00 Punkte (überragend)

THE SHANNARA CHRONICLES (SEASON 1)


Basierend auf den Büchern von Terry Brooks präsentiert MTV die Geschichte einer fernen Zukunft, in der Elfen, Menschen und Halblinge sich verbünden, um eine Dämoneninvasion zu verhindern.

"Der Herr der Ringe" in der teenagerfreundlichen Fassung. Von den Darstellern kannte ich nur den unverwüstlichen John Rhys-Davies als Elfenkönig sowie Manu Bennett, den Crixus aus "Spartacus" und James Remar, den Daddy von "Dexter". Drei Charaktere, an die ich mich zu Beginn und in der Folge geklammert habe, denn der Rest besteht nun mal MTV-typisch unvermeidlich aus Jungdarstellern blendenden Aussehens ohne Ecken und Kanten. Ausstattungstechnisch sieht man durchaus, dass das Spezialeffekte-Team von Peter Jackson beteiligt war, dennochwollte bei mir keine  richtige Begeisterung aufkommen. Weil "The Shannara Chronicles" zumindest aus meiner Sicht nichts bietet, was man nicht schon besser bei den "Herr der Ringe" bzw. "Hobbit"-Filmen oder "Game of Thrones" gesehen hat. Ich sehe darüber hinaus vor meinem Auge immer Teenies, die sich heftige "Na? Wer ist süßer? Wil oder Allanon?" bzw. "Bissu Team Amberle oder Team Eretria?" Facebook-Battles liefern. Schlimm ist es nicht, man kann es gucken, mein Bruder schaut es sogar sehr gerne, was aber gleichzeitig der eindeutige Beweis ist, dass es der Show an erwachsenen Inhalten fehlt. Weil es auf Amazon Prime läuft, schaue ich es halt weiter, aber höhere Wertungsweihen meinerseits werden der Show wohl verwehrt bleiben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 4,41 PUNKTE (durchschnittlich)
Tendenz: durchschnittlich - befriedigend

LUTHER (SEASON 4)


Die Staffeln von "Luther" werden auch immer kürzer. Ganze zwei Folgen ermittelt der coole Detective Chief Inspector im Herzen Londons. Einerseits will einem Serienkiller mit unschönem Hang zur Opferausweidung das Handwerk gelegt werden, zum anderen arbeitet sich Luther am Schicksal einer nur allzu bekannten Freundin ab.

"Luther" ist gute Unterhaltung und bleibt gute Unterhaltung. Zwei spannende Stunden, in denen mir der Erzählstrang rund um die Mörderhatz allerdings eine deutliche Spur besser zu gefallen wusste. Idris Elbas kraftvolles Schauspiel prägt wie gewohnt die Show, mit Emma Lane (Rose "You know nothing, Jon Snow" Leslie) hat man eine interessante neue Figur eingeführt. Alles in bester Ordnung. reibungsloser Ablauf, professionelles Handling. Bevor ich noch mehr ebay-Phrasen loswerde, die Wertung:

GESAMTWERTUNG: 5,30 PUNKTE (gut)     

SHERLOCK: THE ABOMINABLE BRIDE


Neujahrsspecial um den berühmten Detektiv Cumberbatch und seinen Assistenten Freeman, die diesmal im viktorianischen London unterwegs sind, um einer vermeintlichen Geisterbraut auf die Schliche zu kommen.

Ich hatte ja schon bei der dritten Staffel zaghafte Kritik an der Serie angebracht, Stichwort Eigenberauschtheit und Abwendung von starkem Fallmaterial, schwindeligmachender Ermittlungslogik und beeindruckender Auflösung. Da muss ich leider auch bei "The Abominable Bride" ansetzen. Denn so gut mir die Zeitreise ins England des späten 19. Jahrhunderts gefiel, so wunderbar Sherlock und Watson wieder harmonierten und trockenen Humor kredenzten, so enttäuscht war ich letztlich von der Auflösung des Falles. Eben diese fiel nach meinem Geschmack einerseits nicht sonderlich spektakulär aus und musste andererseits in der zweiten Hälfte der knapp 90 Minuten noch mit selbstreferentiellem Füllschaum aufgeplustert werden. Meine Bewertung setzt sich daher zusammen aus meinem Eindruck der ersten Stunde (5,0 Punkte) und dem Rest (4,5 Punkte). Schade, ich hätte mich gerne wie in den anfänglichen Staffeln an einem brillant auseinanderklämuserten Fall ergötzt.

GESAMTWERTUNG: 4,75 PUNKTE (befriedigend)

Demnächst:
Der Mid-Season-Seriencheck u.a. mit der wirklich unnötig lange herausgezögerten Absetzung einer beliebten TV-Show von meiner Guckliste.

3. Februar 2016

LEGO Star Wars: The Force Awakens

Herzallerliebst putzige LEGOisierung des Star Wars-Trailers. Gegen eine Verarbeitung des Stoffes zu einer TV-Serie wie "Droid Tales" würde ich mich nicht wehren.


30. Januar 2016

CD des Monats: AVANTASIA - Ghostlights

Ich ärgere mich gerade sowas von, dass ich die ersten beiden "The Metal Opera"-CDs von Avantasia aus den Jahren 2001 und 2002 verkauft habe. Die hätten mir prima Dienste leisten können.
Wenn nämlich Tobias Sammet am 25.02. den deutschen Vorentscheid zum ESC gewinnt und Deutschland mit einem kollektiv verdutzten "Was? Wir haben international erfolgreiche Musiker?" aufheulend staunt, während Radiosender, RTL und BILD investigativ recherchieren, dass Dieter Bohlen so eventuell vielleicht doch nicht unser einziger Komponist sein könnte sondern hauptsächlich ein alter, peinlicher proll-lingostammelnder Fleischbegucker. Dann würde ich mich mit meinen CDs hinstellen wie der Wachturm-Jünger in der Fußgängerzone und wie damals die olle Kleinregal-Krämerin in der Karamellbonbon-Werbung sagen:  

"Den Tobi? Ja klar kenn ich den. Schon lang. Der kam doch immer zu mir und ließ sich meine ganzen alten MAGNUM-Schallplatten auf Kassette überspielen. Einen Song musste er immer gleich hören. Ganz feiner Kerl. Putzig. Schreibt lustige Booklet-Texte. Singt manchmal zu hoch. Ach ja."

Okay, das stimmt nicht mit den Schallplatten. Aber er ist großer MAGNUM-Fan und daher per Definition ein prima Mensch. Jedenfalls würde man mich ob meiner Vorhersehung mindestens zum nationalen Berater ernennen. Ich würde die drängenden Probleme unserer Zeit lösen: a) Thorsten Legats intellektuelle Kapazitäten massiv vergrößern, b) die Monsterglocken von Sophia Wollersheim massiv verkleinern, c) Helena Fürst unter Androhung massiver Konsequenzen die Weisheit mitgeben, bitte nie wieder vor eine Kamera oder Mikrofon zu treten. Lösungen, die sich jeweils übertragen auch a) auf die Hirne von Anhängern der PEGIDA-Bewegung, b) die Anzahl von dummen Postings auf Facebook und c) Donald Trump im Allgemeinen anwenden ließen. Ach, hätte ich nur diese beiden CDs nicht verkauft...

GHOSTLIGHTS ist ein fantastisches Album geworden. Sammet schafft es nämlich, mit seiner internationalen Sangestruppe Songs auf die Beine zu stellen, die renommierte Bands und Künstler locker in ihre Top-Playliste aufnehmen könnten. Der Opener "Mystery of a Blood Red Rose" - Meat Loaf würde sich die Finger danach lecken. "The Haunting" - klarer Fall für das Trans-Sibirian Orchestra. "Draconian Love" - HIM hätte nochmal eine Trumpfkarte im schwarzen Rüschenärmel. "Let The Storm Descend Upon You", "Master Of The Pendulum" - ersteres vom orchestralen Unterbau, letzteres wegen Marco Hietalas Gesang absolute Nightwish-Klasse. "Seduction of Decay" - Queensryche zu "Operation Mindcrime"-Hochzeiten. Bleiben noch die alten Helloween, ("Ghostlights", "Unchain The Light") deren ehemalige Frontsirene wieder einmal überragend tiriliert und großartiges Material für das bürointerne Michi-Kiske-Krass-Karaoke abliefert. Einfach versuchen, die Gesangslinien im Refrain des unten verlinkten Titeltracks nachzusingen und dabei so dermaßen jämmerlich scheitern, dass die unmittelbare Umgebung vor Lachen am Boden liegt.

Einen Extra-Absatz haben sich die Männer an den sechssaitigen Gitarren verdient; Sascha Paeth, Oliver Hartmann und der ehemalige Kiss-Saitenflitzer Bruce Kulick lassen ihre Instrumente brennen und begeistern den dafür empfänglichen Hörer mit ausgedehnten Soli, der Track "Lucifer" wird sogar von Kulicks Spielfreude im positiven Sinne gebrandmarkt.

Dazu schließlich die musicalwürdigen Refrains, bei denen man spürt, dass Sammet viel Herzblut, Wiedererkennungswert und Eingängigkeit reingesteckt hat. Wer sich von den Live-Qualitäten der Band überzeugen will, greift zur Doppel-CD, die 11 hochwertige Tracks des Wacken-Auftritts 2014 enthält. Fazit: Symphonic Melodic Metal vom Allerfeinsten und meiner Meinung der stärkste Output des Star-Ensembles um den Fuldaer Buben. Und ich kenne ein paar Scheiben von Avantasia, siehe oben.

26. Januar 2016

IniRadio #328: George Thorogood & The Destroyers - Steady Rollin' Man (House Electro Bootleg)

Ich schiebe wieder eine ruhige Kugel, sprich: bin im Flipperwahn. Seit der famose Colin Gaebel auf Rocketbeans.tv eine eigene Pinball-Show etabliert und die von seinen Gästen erspielten Highscores zur Überbietung freigegeben hat, rolle ich wieder mit beständig ruhigen Zeigefingern die virtuellen Silberkugeln über diverse Tische. Bei "Tales of the Arabian Nights" konnte ich mir schon mal die Top-Platzierung sichern (siehe hier ab Minute 18:40), was ich umgehend in mein Büchlein der großen Lebensleistungen eintragen werde.

Zur nächsten Sendung am 7. Februar erwarte ich mindestens einen von Rockstah inszenierten Drive-by und einen harten Diss-Track including meinen Namen, meine Mutter und einem Hund, wenn er erfährt, wie krass ich seinen Score bei "Theatre of Magic" zerschossen habe.

Bis dahin: George Thorogood in einer House Electro Bootleg-Version.


23. Januar 2016

The Spiderwick Chronicles Faux Pas

Ja, den hatte ich noch auf chili.tv rumliegen, wo ich mir vor Weihnachten ein Konto angelegt und dank diverser Gutscheine viel zu viele Filme sichern konnte. Weil die Leihzeit abzulaufen drohte, schaute ich mir "The Spiderwick Chronicles" an und war wirklich der Meinung, dass die Rolle des Vaters der kleinen Lucinda Spiderwick vom jüngst verstorbenen Alan Rickman gespielt wurde.

Tja...ein kleines Tränchen hab' ich wirklich zerdrücken müssen. Bis ich auf IMDB nachschaute.

18. Januar 2016