2. Juli 2015

Uncharted 4 Demo (knapp 15 Minuten lang)

"Mama, wann kommt denn Papa nach Hause?"
"Uuuuh, Kind, ich glaube, das wird heute nichts mehr"
"Menno. Aber morgen dann, oder?"
"Mmmmh. Wohl eher auch nicht. Weißt du Kind, der Papa ist aufgebrochen, um als Teil einer 250 Mann starken Eingreiftruppe den schönen und coolen Nathan Drake zu eliminieren"
"Oje."



Sieht wieder fantastisch aus. Vor allem die Gesichter nähern sich ein Stück mehr dem Fotorealismus. Die Actionsequenzen lassen mittlerweile wohl auch Hollywood-Actionfilm-Regisseure feucht werden.

25. Juni 2015

Portal Stories: Mel

22 frische Levels, 6-10 Stunden Spielzeit, 350 Zeilen unverbrauchte Sprachausgabe, 4 Jahre liebevoll von der Mod-Community entwickelt, sieht fesch aus und ist ab sofort via Steam für PC kostenlos erhältlich. Am Wochenende wird die gute alte Portalkanone wieder ausgepackt.

CD des Monats: BRANDON FLOWERS - The Desired Effect

Bertram Anton Blumen gewinnt mit "Träume werden wahr" für Deutschland den Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm. So sehe ich das kommen. Jetzt muss nur noch ein verzweifelter ARD-Intendant diesen Text lesen, die CD "The Desired Effect" von Brandon Flowers eindeutschen, einen willigen Schlagerschluchzer zusammencasten, copyrightmäßig vorsichtshalber ein paar Tonfolgen verändern und schwupp, weint der Russe, staunt der Schwede, gibt uns der Grieche verschämt Punkte und wieder einen Ouzo auf der Aftershow-Dance-Party aus. Denn die Songs haben das Zeug, als Konsens-Pop alle ESC-Freunde, die es ja gerne ein bisschen blumig verschnörkelter haben, zu vereinen.

Ich gestehe: die CD des Monats hätte auch die neue Paradise Lost "The Plague Within" werden können, aber die alten Mollschrubber konnten sich knapp nicht gegen den fluffig charmanten 80s-Pop des "The Killers"-Frontmanns durchsetzen. Entscheidend war die Performance beim Rasenmähen am vergangenen Wochenende: Während es mit Brandon flott tänzelnd über die Weide ging und ich Halm um Halm mit einem Lächeln wegschnippselte, schleppte ich mich mit den eher so mittelgut gelaunten Briten doch schwer taumelnd von Büschel zu Büschel.     

Es ist mir selbst ein Rätsel, aber die Songs auf "The Desired Effect" gefallen mir einfach. Weil sie lästig in den Synapsen kleben bleiben. "Guilty Pleasure" nennt das der anglistisch bewanderte Mensch, man fühlt sich ein bisschen schuldig, ein wenig vom Pop betatscht, wo sonst nur der harte Rock angegürtet wird. Echte Kritiker von Rang und Namen brandmarken das Werk natürlich reflexhaft und mit überragend starken Argumenten: die letzte von den Killers war nix, die Songs sind ekelig pompig verkitscht, der Mann ist Mormone und glaubt an Gott. Was mir so ziemlich egal ist. Sollte morgen Tom Araya von Slayer an meiner Haustür den Wachturm verteilen wollen, ich täte Reign in Blood nicht eine verzerrte, abgerissene Gitarrensaite weniger mögen.

"Dreams Come True" versprüht schlicht so schlimm gute Laune, dass ich es sogar morgens zum Aufstehen hören kann. "I Still Want You" mit seinen Karibikrhythmen setzt -hach- die Liebe sogar über die Finanzkrise und Weltuntergang. Ein Lied für Wolfgang, Yanis und den Rest der EU-Schulden-Crew - das als Soundtrack für die aktuellen Beratungen und alles wird schön und voller Herzen. "Untangled Love" hätte Meat Loaf in seiner Jim Steinman-Phase nicht gekonnter  eintüten können. "Diggin' Up The Heart" mischt Country mit E.L.O's "Hold On Tight" und "Rock'n'Roll Is King". "Between Me And You" hätte Bruce Springsteen brüskiert abgelehnt, um seinen Ruf als erdiger Rockerboss nicht zu gefährden, aber der Brandon bringt ihn. "Lonely Town" schickt mich nach einem Intro mit geächtetem 80s-Keyboard-Gewummere kurzzeitig abgrundtief in die Autotune-Hölle, holt mich dann aber Sekunden später mit banjo-umspieltem Chor-Part und einem herzigen Refrain wieder ab. "I Can Change" bringt den unverwüstlichen Smalltown Boy von Bronski Beat im Gepäck mit, beim dancefloorigen "Can't Deny My Love" zuckt der vom ESC enttäuschte Russen-Oligarch in der Loge auf, wirft bündelweise Rubel um sich und will den Song mit einem tanzenden Barbie-Püppchen oder einem brustgelüfteten Zahnweißmodel produzieren. Und schließlich schlurft "The Way It's Always Been" die Show gepflegt nach Hause, Gospelchor inklusive. Schon schön.

Jetzt warte ich auf einen Anruf von der ARD, damit ich nächstes Jahr neben Peter Urban sitzend zünftig an den Kandidaten rummeckern kann.

18. Juni 2015

Seriencheck (82)

Seit ein paar Tagen herrscht Ruhe in der weiten US-Serienlandschaft. Nur in Florenz schnetzelt ein distinguierter Psychiater fesche Italiener zwecks Kathedraleninnenraumausstattungsbereicherung zu fleischig-blutigen Kunstwerken. Das gibt mir die Zeit, den nächsten Stapel an abgeschlossenen Staffeln zu präsentieren.
 


12 MONKEYS (SEASON 1)


Okay, Pro- und Contra-Tabelle ausfalten und eine Wertung fällen. Kann doch nicht so schwer sein.

Es geht um Zeitreisen (++)
Und zu einem guten Teil um Endzeit (++)
Fast schon zu viele Zeitsprünge. Wer da (leider wie ich) nicht immer konsequent dran bleibt, kommt eher schwer wieder rein (-)
Kommt natürlich nicht an den genialen Film heran (-)
Emily Hampshire als irre Strippenzieherin hat was (+)
Amanda Schull als hübsche Apokalypseverhinderungs-Komplizin hat was (+)
Viele Ermittlungen enden in einer Sackgasse, Aktionen zahlen sich nicht aus (-)
Wer will, findet natürlich die üblichen Zeitreiselogiklöcher (-)
Keine Folge, die mich nicht zumindest zufrieden gestellt hat (++)
Das Finale hat reichlich neue Verwirrungspotenziale aufgedeckt (+ -)

Das ist nun freilich arg schlimm verkürzt. Dennoch: die Show hat was und ich bin wirklich versucht, mir in einem zweiten, konsequenten Durchlauf alle Episoden nochmal anzusehen oder mich wenigstens durch ein Wiki zu wühlen, um mir alle Zusammenhänge klar zu machen. Für den Moment verlasse ich mich auf meine Gesamtwertung, die sich dank des gelungenen Saisonabschlusses locker auf knapp 5 Punkte aufrunden lässt.

GESAMTWERTUNG: 4,98 Punkte (gut)

COMMUNITY (SEASON 6)

Immer noch die verschrobenste Comedy-Serie, die auch eine Comedy-Serie sein will. Mit „Intro to Recycled Cinema“ hat man mal wieder einen absoluten Allzeitfavoriten geboren, mit dem Finale wohl einen neuen Rekord an Metaebenen aufeinandergestapelt und unser Dean in der virtuellen Datenwelt aus "Lawnmower Maintenance and Postnatal Care" wird mir noch lange im Kopf herumspuken. Dazwischen viel Gutes mit teils sehr seltsamen Endsequenzen, die man wohl als Ersatz zu „Troy & Abed in the Morning“ etablieren möchte.

Andererseits: bei knapp der Hälfte der Staffel blieb ich ein wenig mit einem Fragezeichen über dem Kopf zurück. Eventuell sind da zu viele Anspielungen an mir vorübergerauscht. Paget Brewester und Keith David, die neuen in der Gruppe, machen ihre Sache ordentlich; dennoch vermisse ich Troy als Dialog-Ping-Pong-Partner von  Abed doch schmerzlich. Aus Chang könnte man meiner Meinung auch mehr machen.

Summa summarum etwas schwächer als die fünfte, aber weit besser natürlich als die vierte Staffel. An die Hochzeiten der ersten drei Seasons kommt man allerdings nicht mehr ran. Die hebt man sich  dann wohl für den obligatorischen Film auf.

GESAMTWERTUNG: 5,05 Punkte (gut)

LOUIE (SEASON 5)


Immer noch die verschrobenste Comedy-Serie, die keine Comedy-Serie sein will. „Slice of Life“ lautet das Stichwort, um das Baby von Louis C.K. einigermaßen erfassen zu können. G’schichten aus dem Leben hieß das mal bei uns. Keine im Drehbuch verankerten Gags, sondern einfach Einblicke in den Alltag, mit all seinen Begegnungen, Erfahrungen, Erlebnissen. Das kann schräg enden, lustig, dramatisch oder tragisch. Oder auch eher ereignislos. Diesmal nur 8 Episoden umfassend, was bei meinem Wertungssystem immer ein wenig die Gefahr der Unterbewertung heraufbeschwört. Wer einmal eine  wirklich aus der Rolle der Konvention fallende Episode einer TV-Produktion sehen möchte, dem empfehle ich 5x05, passenderweise mit dem Namen „Untitled“ versehen. Ebenfalls hervorhebenswert: die leise, dafür eindringlichere Betrachtung einer Comedy-Tournee im zweiteiligen Finale. „Louie“ bleibt der stille Meister der etwas anderen ZwanzigMinutennochwas-Unterhaltungsshow.

GESAMTWERTUNG: 5,10 Punkte (gut)

GAME OF THRONES (SEASON 5)



Vieles ist bekrittelt worden an dieser fünften Staffel; der eher langsame Einstieg, ein fehlendes Momentum in der Erzählung, kaum Bewegung bei den Hauptcharakteren. Für mich allerdings überstrahlte eine Tatsache das ganze Gemäkel: Ab dieser Season überholte nämlich die Fernsehserie in einigen Erzählungssträngen die Buchreihe. Was bedeutete, dass Schmökerer wie meinereiner vor nichts mehr gefeit waren. Tod, unschöne Szenen, Pfuiuiuis und anderes Gekrams konnten mich von nun an in jeder Episode als Zuschauer ungefiltert treffen, was schon mal für einiges an Grundanspannung zu sorgen wusste.

Trotzdem hat Game of Thrones dieses Jahr das Spitzenprädikat knapp verpasst. Zwar haben mich die letzten drei Episoden umgehauen und teilweise so fertig gemacht, dass ich kurz darüber nachdachte, den nächsten Tempel des vielgesichtigen Gottes aufzusuchen, um ebendort großes Wehklagen und Gejammere über die Herzlosigkeit von George R.R. Martin abzulassen. Spoilern werde ich an dieser Stelle nichts, aber eine gute Portion Leidensfähigkeit, keinerlei Anzeichen von Depression und ein ansatzweise heiteres Wesen sollten schon vorhanden sein, um schadensfrei diese zehn Episoden durchzustehen. Ich kann mich nicht entsinnen, mal bei einer TV-Serie öfter den Fernseher angeschrien zu haben.

Die entscheidenden Abzüge gab es für die heißdiskutierte Folge, die außer einem mal wieder unnötig reißerischen, feminismusunfreundlichen Finale wenig zu bieten hatte, den etwas zu gemächlichen Einstieg und ein bis zwei Handlungsorten, die die meiste Zeit nicht sonderlich prickelnd herüberkamen. Ansonsten aber gilt: das Kürzen und Herunterbrechen der Vorlage nebst Übertragung von Geschichten auf andere Charaktere funktioniert sehr gut,  Ausstattung und schauspielerische Leistungen sind über alle Zweifel erhaben und über einen Mangel an mitreißenden Momenten darf man sich gegen Ende wahrlich nicht beklagen. Dem alten grauen Grummelbart hinter der Show möchte ich aber allen Ernstes zurufen:

For heaven’s sake, George, please let us have some kind of win. Next season, we really need a win.

GESAMTWERTUNG: 5,85 Punkte (sehr gut)

SILICON VALLEY (SEASON 2) 


Je länger ich mir „Silicon Valley“ anschaue, desto mehr frage ich mich, weshalb ich mir Sheldon & Co mit ihren Beziehungsödnissen überhaupt noch gebe.
Auch dieses Jahr kann ich die HBO-Show um die fünf seltsamen Typen mit dem flotten Kompressions-Code nur anpreisen. Wer „The IT-Crowd“ mochte und sich an die deutlich rauere Sprache gewöhnen kann, findet hier seine Vorzeigeshow in Sachen Nerdtum. Die Einblicke in die Welt der IT-Firmen, der Software-Entwicklung und des Konkurrenzgehabes sind pointiert, die Hauptcharaktere selbst plus Nebenfiguren wie Gavin Belson oder Russ "Three Comma Club" Hanneman schräg angelegt. Zusätzlich bangt man trotz ihrer Dummheiten für die Jungs um Richard Hendricks, was das Finale schamlos ausnutzt. Mir als Zuschauer geht es da ähnlich wie bei "Veep": Das ist alles so übertrieben, dass es der Realität erschreckend nahekommen muss.
Well played, Silicon Valley, well played.

GESAMTWERTUNG: 5,55 Punkte (sehr gut)

VEEP (SEASON 4) 


Hugh Laurie spielt in der mittlerweilen vierten Staffel von Veep mit. Was das eh schon brillante Ensemble noch mal eine Nuance stärker, fieser, witziger und peinlicher macht. Wer sich von US-Politik als Grundlage und derben Wortausfällen als Garnitur nicht abschrecken lässt, bekommt auch dieses Jahr eine wunderbar aufgelegte Julia Louis-Dreyfus plus ihre erschreckend kompetenzfreien Berater, herrlich kaputte Konkurrenten und mehr peinliche Vorkommnisse als man Fettnäpfchen aufstellen kann. Das minimal schwächere Abschneiden im Vergleich zum Vorjahr liegt in zwei Episoden begründet, die nur 4,5 Punkte erhielten. Gerade die Idee, eine komplette Folge als Aneinanderreihung von einzelnen Anhörungen zu realisieren, hat in meinen Augen der Show ein wenig ihrer Stärke, nämlich den Wortgefechten zwischen Selina und ihren Untergebenen, beraubt. Ansonsten aber geht der Höhenflug von Veep - im Gegensatz zur Karriere von Miss Meyers - weiter.

GESAMTWERTUNG: 5,30 Punkte (gut)

HANNIBAL (SEASON 3)


Die Show mit den exquisit-edelen Ekeleien ist wieder da.
Menschenfleischgourmet Hannibal treibt sein Unwesen aktuell in Italien und erfreut erneut mit gediegener Ausstattung sowie gehobenen Ansprüchen an Kunst, Kultur, Dialogtiefe und Magenwandstärke. Wer da nicht mithalten kann, kostet besser auch diesmal nicht Probe. Alle anderen dürfen bei den bisherigen zwei Episoden sich weiterhin wie ich ein wenig seltsam dabei fühlen, dass ihnen „Hannibal“ trotz all der Schrecklichkeiten mundet.
Mehr brauche ich wohl an dieser Stelle nicht zu schreiben. Wird auch diese Staffel überzeugen, irgendwann für NBC zu schwachquotig werden und seine Fortsetzung bei Netflix, Amazon oder anderen Interessenten finden. Denn die Mischung aus Stil und Würgereiz bleibt unerreicht.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ZWEI EPISODEN: 5,30 Punkte (gut)  
WERTUNGSTENDENZ: gut bis sehr gut


YOUR FAMILY OR MINE (SEASON 1)



Auf einer israelischen Serie basierende, klassische Komödie um das Lieblingsthema „Schwiegerfamilie“. Ausgangspunkt sind Oliver und Kelli, die gemeinsam pro Folge abwechselnd ihre Schwiegereltern und deren Familie besuchen. Es bedarf wohl nicht der gesonderten Erwähnung, dass ebendiese nicht aus normalen, verständnisvollen und nachvollziehbar handelnden Menschen bestehen. Im Angebot sind: das leicht verwirrte Familienoberhaupt (Richard Dreyfuss), die stets ihre Abneigung gegen Nichtfamilienmitglieder zeigende Mutter (JoBeth Williams), der beruflich erfolgreichere Bruder, der dickköpfige Akademiker-Daddy (Ed Begley Jr.), die perfekte Hausfrau (Cynthia Stevenson), die neidende Schwester, der Schönling ohne Drang zur dauerhaften Beziehung, die bemitleidenswerte Schwägerin (Angela Kinsey, The Office), das dümmlich-ludernde Schwesterlein.

Einige Charaktere sind zugegebenermaßen zu simpel gestrickt, dafür reißen es Begley Jr. und Williams bei den Eltern wieder heraus. Insgesamt nette Unterhaltung, die für ein paar Schmunzler zwischendurch jederzeit gut ist.

GESAMTWERTUNG: 4,65 Punkte (befriedigend)


HAPPYISH (SEASON 1)


Wer nach einer Episode von „Game Of Thrones“ mal wieder vollkommen schlagbetäubt und vom Leben nicht nur in Westeros desillusioniert ist, sollte im Anschluss NICHT diese Show gucken. Denn "HAPPYish" zeigt, dass die Welt eigentlich nur eins ist: ein von Arschlöchern bewohnter Scheißhaufen. Man möge meine Ausdrucksweise entschuldigen, aber wer sich daran schon stört, dürfte im fuck-, shit-, asshole-Gewitter dieser Showtime-Produktion elendig untergehen. Doch der Reihe nach....

Thom (Steve Coogan) und Lee (Kathryn Hahn), verheiratet mit Kind, reflektieren über das Leben, das Streben nach Glück, ihren beruflichen Alltag. Und zeigen alldem bereits nach einem kurzen Intro den Stinkefinger. Ursprünglich sollte die Rolle des Thom Payne mit dem leider zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman besetzt werden. Coogan kenne ich nur als stets peinlichen, vom Misserfolg sich nicht unterkriegenden britischen Fernseh- und Radiomoderatoren Alan Partridge, was schon eine gewisse Umstellung zum fäkalfluchenden, mit dem Leben hadernden Werberessortleiter darstellt.

Mir ist es letztlich zu sehr zwanghaft auf Krawall und Obszönitäten gebürstet, als dass ich meinen Spaß daran haben könnte. Üblicherweise lasse ich mir meinen Spaß nicht durch ein paar Deftigkeiten in der Wortwahl verderben, aber Happyish übertreibt es mir einfach mit seiner Lust an der Provokation. Auch die CGI-Traumsequenzen mit ihren sprechenden Comicfiguren reißen es da leider nicht raus. Dass ich die Show gerne mögen würde, sieht man daran, dass ich 6 Folgen hoffnungsvoll drangeblieben bin. Letzten Endes hat mich aber der krachig-lärmende Themesong mehr beeindruckt als die erzählten Geschichten.

DURCHSCHNITTSWERT: 4,10 Punkte (durchschnittlich)
GUCKLISTENSTATUS: abgesetzt   

THE COMEDIANS (SEASON 1)



Alter Showhase (Billy Crystal) und junger Comedian (Josh Gad, 1600 Penn) werden in einem TV-Gagshow-Projekt zusammengesteckt und kommen eher weniger gut miteinander klar. Mockumentary mit Larry Charles (Curb Your Enthusiasm, Seinfeld) als ausführendem Produzenten.

Konnte mich leider nicht überzeugen, obwohl diverse Bestandteile wirklich verführerisch gut klingen. Billy Crystal etwa kann ich mir immer angucken, aber er alleine kann die Show leider nicht tragen. Josh Gad hingegen halte ich für dezent überbewertet, was sein komödiantisches Talent anbelangt. Diverse Elemente und Situationen aus "Curb your Enthusiasm" blitzen natürlich angesichts des Produzenten durch, aber ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass es Larry David besser hinbekommen hätte. Oder gar schon mal hinbekommen hat.

DURCHSCHNITTSWERTUNG: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
GUCKLISTENSTATUS: abgesetzt

OTHER SPACE (SEASON 1)


Comedy im Weltall, produziert für Yahoo von Paul Feig (Bridesmaids und demnächst Ghostbusters). Planloser junger Kapitän mit unfähiger, unerfahrener Crew, sexy Raumschiff-Hologramm und Streberschwester als First Officer irrt nach einem fehlgeschlagenen Manöver durch Raum und Zeit.

Hätte ich auch gerne alleine schon wegen des Scrubs-in-Space-Settings gemocht. Die Ausstattung ist sehr kostensparend ausgefallen, die Effektabteilung konnte wohl auch kaum aus dem Vollen schöpfen. Was freilich herzlich egal sein könnte, wenn der Humor die Triebwerke gezündet hätte. Was er bei mir allerdings nicht tat. Karan Soni als Kapitän mag für manche niedlich sein, mir ist er zu kindisch-hibbelig, die anderen Crew-Mitglieder haben mich auch nicht für sich in Beschlag nehmen können und der Humor lag schlicht nicht auf meiner Empfangswellenlänge. Vom Roboter ART möchte ich gar nicht erst anfangen. Einzig wegen Natasha, dem Schiffscomputer, bin ich zwei Folgen dran geblieben. Geholfen hat zudem sicherlich nicht, dass in der zweiten Folge Dave Franco, mein Lieblingshass-Schauspieler (der mich in weiten Teilen der letzten Scrubs-Staffel unglaublich genervt hat), auftrat.

DURCHSCHNITTSWERTUNG: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
GUCKLISTENSTATUS: abgesetzt

8. Juni 2015

10 Jahre "Inishmores Blick auf die Welt"

Als ich vor einer Dekade das erste Mal zaghaft meine Gedanken in die Welt hinaus schrieb, dachte ich mir: "In zehn Jahren zum Jubiläum haust du richtig was raus. Dann bist du begehrt, erfahren, vom Gelde umspült und von Weisheit durchdrungen".

Heute kann ich guten Gewissens sagen:
JA. Hat alles nicht geklappt. War aber trotzdem schön.

Die folgenden Statistiken konnte ich dem Blogger-Datenbeauftragten entreißen, würde es mir aber nicht anmaßen, für ihre Richtigkeit haften zu wollen:

252.321 Aufrufe
2.414 Posts
5.0 offizielle, bei Blogger eingeschriebene Follower (M@th3w, Mina, Stefan und heinerjaeger)

Anzahl der Blogbeiträge im Jahr:
2005: 90 / 2006: 284 / 2007: 330 / 2008: 307 / 2009: 370 / 2010: 281 / 2011: 227
2012: 196 / 2013: 177 / 2014: 104 / 2015: 49

80 Serienchecks, 93 CDs des Monats, 335 IniRadios, 2 Fußball-WM-EM-Tagebücher

Beste, weil reichliche Kommentarschreiber: bullion, frau awa, donvanone, thwidra, juliaL49, Alph, Erdge Schoss

Beste Musikredaktion, die meine Reviews ohne (durchaus angebrachtes) Kopfschütteln übernimmt: venue music

Cooler, weil prominenter Kommentarschreiber: Roland Austinat  

Prominentester Nicht-Kommentar-, aber E-Mail-Verfasser: Torsten Sträter hat mir nach diesem 
Beitrag wirklich eine Nachricht geschrieben, um auf sein Buch hinzuweisen. Auf den Mann lasse ich nix kommen. Nicht mal seine Herkunft aus der Stadt, deren Fußballverein letzte Saison noch schlechter war als Schalke.

Prima tolle Menschen: Alle, die hier seit Jahren, Monaten, Tagen oder Minuten mitlesen

Wer jetzt fußballenringend darauf gewartet hat, den Auftakt zu meinem Tagebuch zur Frauenfußball-WM in Kanada zu lesen: Das wird es nicht geben. Die Mädels schaffen es wohl auch ohne mich, alle Gegner zweistellig zu besiegen. Aber aufgemerkt! Sollten in den nächsten Spielen folgende Teams gewinnen, verlose ich unter den Kommentatoren dieses Beitrages einen amazon-Gutschein in nicht vollkommen unbeträchtlicher Höhe.

Siegen müssen: Schweden. Japan. USA. Frankreich. Spanien. Brasilien
Wer meine Tipp-Expertise kennt, der ahnt schon: So wird das wohl eher nicht kommen.

3. Juni 2015

Spieltagslyrik: Hey Sepp, ich steh' an deiner Seite

In den Koffern knirscht das Geld
Geahnt hat es die ganze Welt
Nur den Blatter hat schockiert
Wie seine FIFA korrumpiert

Jetzt will man IHM gar an den Kragen
Wie können die das ernsthaft wagen
Zu jagen diesen tollen Mann
Der wirklich gar nichts dafür kann

Hey Sepp, ich steh an deiner Seite
Bevor du suchst mit Gram das Weite
Verschaff ich dir ein Alibi
Wenn du mir schickst ein Köfferli

Wir fliegen dann zu Kim Jong-Un
Denn es gibt vieles dort zu tun
In 11 Jahr'n startet nämlich schon
Der Cup im Pjöngjang-Stadion

2. Juni 2015

Spieltagslyrik: Nur der HSV

In Hamburg lebt die Tradition
Seit zweiundfünfzig Jahren schon
Erstklassigkeit kann man verbürgen
Und sei's mit Hängen und mit Würgen

"Ein zweites Standbein muss nun her"
Ruft Vorstand und auch Manager
Es gilt als Marke aufzubauen
Des Gegners Aufstieg zu versauen

Mit großer Müh' und schwerer Pein
Gelingt's, Drittletzter noch zu sein
Um schließlich in zwei schlimmen Spielen
Ein Tor halt mehr doch zu erzielen

Wo Karl einst ruhte, ist es still
Weil keiner es recht glauben will
Vorm Rathausplatz steht keine Sau
Es grüßt und winkt: der HSV

Im nächsten Jahr, ich ahn' es schon
Lockt wieder die Relegation
Um dann wohl im Elfmeterschießen
'ne Aufstiegsparty zu vermiesen