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Posts mit dem Label "Spachtelmahnung" werden angezeigt.

Hunger auf trauriges Essen?

Dann rasch auf zwei tragisch schöne tumblr gesurft: Amateurkochfotos und Dimly Lit Meals For One . Einfach schonungslos wirklich fotografiertes Essen ohne Aufhübschung oder professionelle Nachbearbeitung. So sieht es gleich auch bei mir auf dem Teller aus. Die reale Albtraumhaftigkeit für Henssler, Rach, Lafer, Lichter und Konsorten. Da klebe ich passend dazu noch meine Sushi-Story von der WM 2011 hier rein: Japan. Da wird es schwer mit den Witzigkeiten.  Natürlich wegen des Erdbebens und der Atomkatastrophe, die diese Nation vor wenigen Monaten erleiden musste. Hat es uns nicht alle beeindruckt, wie die stolzen Japaner diesen furchtbaren Schicksalsschlag hingenommen haben, ohne ihren Emotionen freien Lauf zu lassen, ohne in Tränen auszubrechen angesichts dieser Tragödie? “DIE HABEN DICH AUCH NOCH NICHT SUSHI ESSEN SEHEN!”, ruft mir mein Bruder gerade über die Schulter. Das ist wahr. Ich befürchte, ich könnte allein durch einen Mitschnitt meiner Zubereitungs- und ...

Einmal ein gut durchgebratenes Hirnsandwich zum Mitnehmen, bitte

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Mein ultimativer Traum ist es ja, wahnsinnig viele Kilos abzunehmen, um danach in die USA einzufallen und alle verlorengegangenen Kalorien in einer einwöchigen Fress-Rundfahrt durch sämtliche Staaten wieder einzusammeln. Health.com hat mir nun endlich die Speisekarte dazu geliefert: 50 fattiest foods in the States . Meine Runterwürg-Lieblinge und sichere Auswurf-schon-beim-Anschauen-Kandidaten sind das links abgebildete gebratene Hirnsandwich aus Indiana (das weiße Zeug im Becher ist sicherlich Hirnschmalz), der Luther-Burger aus Georgia (ein glasierter Creme-Donut umarmt ein Rindfleisch-Patty mit Käse und Speck) und natürlich Michigans BLT (der mir frisch aus der Maske eines japanischen Splatter-Horrorfilms entflohen zu sein scheint). Es ist gleich 12 Uhr, also: Mahlzeit!

Was ist grün, müffelt die Küche zu und trägt einen unattraktiven Namen?

Nein, nicht Spinat. Der war jahrelang meine Einstiegsdroge. Erst vor ein paar Monaten hatte ich da ganz schlimme Phasen der Rückfälligkeit. Regungslos stand ich mit glasigen Augen vor den Tiefkühlregalen: Blatt mit Gorgonzola oder Mozzarella oder Philadelphia, Rahm, Rahm-Blatt, Mini, Jung, Würz - als Iglo-Junkie konnte ich alle verdammten Sorten runterrattern. Mütter hasteten, eine Hand am Einkaufswagen, die andere schützend ihren Kindern vor die Augen gelegt, an mir vorbei. Jetzt ist es viel, viel schlimmer: ein Kreuzblütengewächs namens brassica oleracea, dazu Speck, Grütze von Hafer oder Gerste, Rindertalg, Schweineschmalz, Zwiebeln, Salz, Pfeffer und anderen Gewürzen. Macht zusammen das hier . Werde morgen ganz langsam am örtlichen Burger King oder McDonald's vorbeifahren, vielleicht hilft es ja und ich komme wieder davon los. Drückt mir die Daumen.

Gebt mir Erdbeerwasser!

Eine bedenkliche Entwicklung in meinem persönlichen Getränkekonsumverhalten ist eingetreten. Nach schwerster Karottensaftabhängigkeit in frühester Jugend hatte ich dem männlichsten aller Mineralwasser die Treue geschworen: Gerolsteiner. In der harten, klassischen Glasflasche mit der aus den tiefsten Tiefen der Vulkaneifel entrissenen Kohlensäure, die dich zum Rülps-Champion machte, selbst wenn du es nicht wolltest. Was habe ich all die Vittel-Vetteln und Volvic-Schnösel mit ihren stillen Wässerchen in 1,5 Liter-Plastikflaschen belächelt. Selbst Kranwasser versprühe mehr Abenteuer, Ungezügeltheit und Sexyness, war meine feste Meinung. Dazu stehe ich weiterhin. Aber mit Frucht drin schmeckt das Zeug gar nicht ganz so schlimm. Ich rede jetzt nicht von Litschi-Limette, Ananas-Zitronengras oder Maracuja-Pesto, da widern mich bereits die Namen an. Nein, in Wasser getauchte Äpfel und Erdbeeren sind es, die aktuell mein Wohlwollen finden. Klar, in der Realität kommt der Lebensmittelchemiker mi...

Spachtelmahnung III

Neulich stehe ich in der Süßwarenabteilung des Konsumtempels meines Vertrauens und denke mir "Na, ihr geilen Stücke, wie wäre es mal wieder mit uns?". Die Rede ist natürlich von einer Packung Ritter SPORT Rum Knusperstücke, die sich eine Armeslänge von mir auf einem dieser Warenauslagetische zu räkeln scheint. Das Zeug habe ich zum Ende meiner Schulzeit in jeder Pause gekauft und wegen seiner Beliebtheit mit vollen Händen unter den Klassenkameraden verteilen müssen dürfen. Bevor nun vorbildlich besorgte Eltern ein "Um Gottes willen, da ist doch Alkohol drin, die unschuldigen Kinder!" einwerfen, folgt von mir umgehend ein anspannungsentkrampfendes "Keine Angst, damals haben wir alle schon gesoffen". Von meinem Physiklehrer wurde ich darüber hinaus aufgeklärt, dass man zur Erlangung eines ordentlichen Schwippses soviel von dem Kram vertilgen müsste, dass einem vorher von der geballten Schokolade schlecht würde. Und mein Physiklehrer war auf dem Gebiet der ...

Spachtelmahnung II

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Wieder hat es mich erwischt. Nach der ersten Spachtelmahnung haben sich nun drei weitere Lebensmittel zusammengerottet, um meine Geschmacksknospen in Zwangshaft zu nehmen. Und immer noch kriege ich keine lebenslange Gratisversorgung von seiten der Hersteller für meine werberische Tätigkeit. Schlimm und ungerecht ist das. Von dem Fernsehkoch Andreas Studer habe ich noch nie was gehört. Die Webseite von Exquisa teilt mir mit, dass er gerne Studi genannt wird. Das gibt sicherlich Punkte bei den Verniedlichungsfanatikern. Nicht aber bei mir - da zählt nur die Leistung auf dem Brot. Im Falle der Geschmackssorte "Elsässer Flammkuchen" hat unser Studi ganze Arbeit geleistet. Leckerster Frischkäse that money can buy, lautet mein Urteil. Nehme ich schon instinktmäßig aus dem Kühlregal mit. Dafür ist der Exquisa "Der Sahnige" Erdbeer trotz für mich attraktiver quietschrosaner Farbgebung meiner Geschmacksknospenmeinung nach ein ziemlicher Reinfall. Aber für den bürgt ja auch ...

Kassiererinnenschreck

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Im Dschungel der angebotenen Nahrungsmittelvielfalt habe ich mir schon lange einen eigenen Pfad mit meiner unbarmherzigen Auswahlkriteriumsmachete geschlagen. Der Anforderungskatalog: Wahlweise - leckeres Aussehen, - ungewöhnliche Farbe, (z.B. lilafarbene Waldfrüchte-Sojamilch oder kotzgrüner Bärlauch-Frischkäse) - seltsame Komposition, - Käse als irgendwie eingearbeiteter Bestandteil (verhindert, dass mein Bruder sich versehentlich daran gütlich tut) - aus der Reihe fallende Verpackung, - Zubereitung, die auch Elefanten mit Motorikstörung gelingt Mein derzeitiger Liebling: Es kommt in dieser Perspektive nicht rüber, aber auf der Packung selbst prangt kein Bild, sondern eine Aussparung, hinter der das tiefgefrorene Kulinarium quasi direkt ertastet werden kann. Was am Samstag die Kassiererin im Globus zu folgendem erschreckten Ausruf verleitete: Huch, was ist denn das? Ich dachte eben für einen Moment, das wäre offen und ich hätte da reingefasst! Spaß beim Einkaufen, das gefällt mir. De...

Spachtelmahnung

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Zwischen Weihnachten und Silvester: die Zeit des großen, aber auch unbedachten Spachtelns. Weshalb ich in meiner Rolle als Mahner und Warner hier nun die drei Lebensmittel benenne, von denen ich abhängig geworden bin. Wehret den Äpfeln und den Oliven, sag ich nur. Hitschler Hitschi e s Saurer Apfel Giftgrün und sauer: mit dieser Farb- und Geschmackskombination gewinnt man bei den Kids eigentlich keinen Blumentopf. Dennoch heisst es bei mir als bekennendem Allesmalausprobierer und -fresser: Jackpot ! Ist wahrscheinlich kein einziger in der Natur vorkommender Bestandteil drin. Obacht, die Verpackung hier unterscheidet sich von jener in den Verkaufsregalen. Ich hatte aber nicht den Mut, mich mit dem Fotoapparat vor der Süßwarenabteilung zu postieren. Sonst kauf ich am Ende wieder eine Packung. Olivenbrot Diese Italiener ! Backen Oliven ins Brot. Wer macht denn sowas ? Und ich fall' hochkant drauf rein, als ein ansonsten sehr liebenswerter Mensch aus meinem Weiterbildungskurs das Zeug ...