Seriencheck (144)
Bevor der nationale Feiertag ansteht und wir alle in den Feierlichkeiten versumpfen, hier noch die Abschlusswertungen für vier der beim letzten Mal besprochenen Serien. Und damit es endlich vorwärts geht mit diesem Land, packe ich zu Beginn noch die Besprechung der aktuellen Futurama-Staffel drauf.
FUTURAMA (Season 10)
Wir erinnern uns alle mit Schaudern und absolut ohne "good news, everyone"-Stimmungsanflüge: Die letzte Ausgabe von Futurama war übel schlimm. Was die bange Frage aufwirft, ob die Serie nun endgültig ins Qualitätsfahrwasser der Simpsons gerät, bei dem maximal ein bis zwei gute Folgen pro Saison rausspringen, während das Meiste zum Gähnen anregender Durchschnitt ist.
Ich darf Entwarnung geben. Die zehnte - nach der von mir etablierten Zählweise - Staffel ist besser geworden. Enttäuscht hat mich nur die Episode "Scared Screenless", von der ich mir (Zapp Brannigan leitet ein Bildschirmentwöhnungslager) viel, viel mehr erwartet hatte. Ansonsten wird insgesamt zufriedenstellende Animationskost geliefert, die letzten vier Folgen schafften gar alle den Sprung über die 5,0 Punkte. Was ich anregen möchte: die Screentime der Kinder aus der Beziehung zwischen Kif und Amy stark einschränken, die finde ich nämlich nicht lustig.
GESAMTWERTUNG: 4,75 Punkte (befriedigend)
ALIEN: EARTH (Season 1)
"Na, altes Schafauge, was geht?" ist mittlerweile eine gängige Begrüßung in meinem Umfeld. Alien: Earth hat in der Hinsicht einiges beeinflusst und dass der bekannte Xenomorph dabei gar nicht so sehr im Mittelpunkt steht, finde ich eine gute Sache. Wertungen kontinuierlich bei 5 Punkten, dazu zwei Folgen gar bei 5,5 Punkten zeugen von Qualität, ich habe mich wirklich auf jede neue Episode gefreut. Aber das Finale in der gerade einmal achten Episode hat mich etwas ratlos zurückgelassen.
Zuerst einmal tritt das Alien in einer frühen Szene etwas zerknittert auf, als hätte man vergessen, das Kostüm vorher gut aufzubügeln. Dann hat Wendy mir plötzlich eine Spur zu viele Superkräfte, die Sicherheitskräfte agieren eine Spur zu doof, Kirsh bleibt ein Rätsel und das Ende ... naja, ich hatte mit etwas anderem gerechnet. Das schreit nach Season 2, die noch nicht mal bestätigt ist. Trotzdem reicht es für eine gute Wertung und das Schaf muss einfach als Plüschtier oder Actionfigur namens Glubschie vermarktet werden. Sonst muss ich doch Disney+ kündigen.
GESAMTWERTUNG: 5,16 Punkte (gut)
DEXTER: RESURRECTION (Season 1)
Dexter: Resurrection lässt in den letzten drei Folgen nichts ankleben bzw. anbrennen und bringt die Show sauber ins Ziel. Klar kann man darüber diskutieren, dass der Charakter Angel Bastista viel cleverer hätte agieren können und ein besseres Ende verdient gehabt hätte. Aber ich war froh, dass nach der berüchtigten vierten Folge alles in trockenen und rückstandsfreien Tüchern gelandet ist. Meiner Meinung nach deutlich besser als Dexter: Original Sin, dessen Ende mir keine Lust auf eine Fortsetzung machen konnte.
GESAMTWERTUNG: 5,00 Punkte (gut)
STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS (Season 3)
"Captain, roter Alarm, sofort alle Rettungskapseln bereit machen, Besatzung inklusive medizinischem Notfallpersonal umgehend evakuieren, dieser Staffel ist nicht mehr zu helfen. Für die nächste Erforschungstour das System neu aufsetzen und sicherheitshalber nochmal rebooten, damit keine Rückstände in den Triebwerken übrig bleiben. Mit freundlichen Grüßen, die Reviewabteilung"
Wow. Folge 8. The one with the four and a half Vulcans. Schmerzen am ganzen Körper. Humor für Lebewesen, die Vulkanier schon immer schreiend komisch fanden. Sollte wohl witzig sein. Ziel komplett verfehlt. Und ich dachte, mit "Wedding Bell Blues" und "A Space Adventure Hour" hätte ich die Tiefpunkte durchlitten. Muss man auch erst mal hinkriegen. Verdiente 3,0 Punkte. Dass der von mir hochgeschätzte Patton Oswalt da mitmacht. Puh. Vielleicht ist meine Art von Humor in den 2260ern aber auch endgültig überwunden worden.
Der Rest okay, Folge #9 klaut großzügig von Enemy Mine ohne auch nur ansatzweise ans Original ranzukommen. Das Finale schließlich ohne echtes Highlight, der Oberbösewicht haute mich nicht um. Vielleicht sollte man Ingenieur Hemmer irgendwie zurückholen, seit dessen letztem Auftritt funktioniert auf der Enterprise einfach nichts mehr.
GESAMTWERTUNG: 4,30 Punkte (durchschnittlich)
FOUNDATION (Season 3)
"Foundation" macht ausgangs seiner Staffel das, was ich mir von "Alien: Earth" eigentlich erwartet hatte. Den ganz großen Abriss ohne Rücksicht auf Personen, Klone oder komplette Welten. Da muss ich sagen, das hat mich beeindruckt. Zumal eine Folge schon vorher die volle Punktzahl auf meiner Wertungsskala einheimsen konnte.
Weshalb Laura Birn als Demerzel immer noch keinen Emmy gewonnen hat, bleibt mir ein Rätsel. Großartiger Charakter, großartig gespielt. Pilou Asbaek als The Mule fand ich auch stark, allerdings passiert im Finale etwas, was seinen Charakter ein gutes Stück entwertet - den Kniff hätten sich die Macher von mir aus sehr gerne verkneifen dürfen.
Kritiker bemängeln, dass die Show sich nur noch sehr locker an den Büchern von Isaac Asimov orientiert. Mir egal, ich finde das, was sie auf den Bildschirm zaubert, ist tolle Unterhaltung und weiterhin die beste SciFi-Serie der letzten Jahre, die anscheinend außer mir so gut wie keiner schaut.
GESAMTWERTUNG: 5,50 Punkte (sehr gut)
Reingeschaut
ONLY MURDERS IN THE BUILDING (Season 5)
Ein kurzer Blick auf eine noch nicht abgeschlossene Show geht dann doch noch. Ich stelle mir bei jedem neuen Abenteuer der Mordfall-Podcaster ja sofort die Frage, ob es wieder so gut wird wie damals mit den Musicalnummern.
Es ließ sich denn auch gut an in den ersten drei Folgen, die durch die Bank 5 Punkte erhielten. Den Türstehern des Arconia ein Denkmal setzen? Ich bin dabei. Mafiöse Umtriebe in einem geheimen Kasino? Gerne. Tech-Milliardäre, die alles an sich reißen wollen? Naja, okay. Finde ich als mächtige, düstere Gruppe mittlerweile etwas ausgelutscht, aber Christoph Waltz sehe ich dann doch immer wieder gerne.
Die letzten beiden Ausgaben ging es so direkt eine Wertungsstufe runter auf 4,5 Punkte. Noch kein Drama, sollte aber nicht auf dem Niveau versacken wie es Season 4 tat. Ich bleibe am Fall.
DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 4,80 Punkte (befriedigend)






Zu "Alien: Earth" kann ich zumindest ein paar Worte verlieren, bin da gerade bei der Hälfte: Auch ich freue mich auf jede Episode und liebe vieles daran. Am meisten alles, in denen das Xenomorph nicht vorkommt. Dessen Einsatz fand ich in den ersten Episoden zu viel und zu platt. Bin schon gespannt, wie sich die Serie noch entwickelt.
AntwortenLöschenWenn man ganz ehrlich sein will, ist das Alien sogar der Schwachpunkt der Show. Du schreibst es schon in Bezug auf die ersten Episoden und das wird im späteren Verlauf auch nicht besser. Unser Xenomorph-Liebling macht oft keine allzu gute Figur. Von daher ist es folgerichtig, dass du alle Szenen magst, in denen er nicht vorkommt. Achte mal im Finale auf die Szene ziemlich am Anfang am Strand, auf Bluesky habe ich einen Screenshot gepostet (spoilert allerdings, was mit einer Figur geschieht). Bin gespannt, was du dazu und zum Finale schreibst.
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