Seriencheck (99)

Es hat sich wieder einiges angesammelt. Ich stelle mich zwar tapfer weiterhin der Flut an neuen Serien, muss aber auch eingestehen, dass ich bei einigen sehr schnell den Daumen nach unten wandern lasse, wenn mich die Pilotfolge nicht zu packen weiß. Das ist schade, denn viele letztlich gute Shows haben eher nur okay angefangen. Von daher ist es gut möglich, dass mir einige Perlen entgangen sind, aber den Preis gilt es zu zahlen, wenn man folgende Schlagworte auf der internen Bannliste stehen hat:

"Marvel", "teen", "criminal", "medical", "law", "hip hop", "dramedy"

THE GOOD PLACE (SEASON 1)


Das Finale hat mir überhaupt nicht gefallen.
Punkt.
Ausrufezeichen!

Was mir an "The Good Place" hingegen Freude bereitete, war das etwas andere Setting mit seinen speziellen Regeln, die immer bezaubernd knuffige Kristen Bell, Ted Danson als überforderter Jungschöpfer und die allgegenwärtige Janet. Nach den ersten überraschend frisch-frechen Folgen, in denen man so manche Schrägheit beschmunzeln durfte, gleitete es doch mehrfach in die Kategorie "okay, hätte man aber mehr draus machen können" ab. Trotzdem, gerade mit dem Punktpolster zu Beginn, ein Kandidat für ein knappes "Gut". Wenn da eben nicht das Finale gewesen wäre mit seinem Twist, der - HUI WUMMS- mit einem Schlag alles auf den Kopf stellen musste. Schöne Sache eigentlich, wenn ich als Zuschauer nicht das quälende Gefühl gehabt hätte, dass der große Kniff nicht wirklich einen Sinn ergab, sondern es eher den Anschein hatte, dass er eingebaut wurde, um die Show im Gespräch zu halten. 

Vielleicht gebe ich dem Season-Finale nochmal eine Chance, da "The Good Place" mittlerweile um eine zweite Staffel verlängert wurde. Für den Moment allerdings reißt meine Wertung die Show runter ins Befriedigend.

GESAMTWERTUNG: 4,83 Punkte (befriedigend)

FREQUENCY (SEASON 1)


Ganz andere Situation bei "Frequency". Rundes Finale, das sogar die beste Wertung der Staffel einfahren konnte, ein nur kleiner, aber feiner Twist, dafür beim US-Publikum durchgefallen und daher kaum mit Chancen auf eine Fortsetzung. Nach dem emotionalen Einstieg hing es in der Mitte leider etwas durch, weil die Show einiges an Zeit brauchte, um den roten Faden um den Nightingale Killer wiederaufzunehmen und sich Nebenplots wie dem Liebesleben der Hauptfigur widmete. Für Freunde des Films aus dem Jahr 2000 kann ich aber durchaus eine kleine Empfehlung abgeben. Auch weil ich mich über das Ende überhaupt nicht aufregen musste.

GESAMTWERTUNG: 4,78 Punkte (befriedigend)

LEMONY SNICKET'S A SERIES OF UNFORTUNATE EVENTS (SEASON 1)


Die wirklich traurige und nicht unbedingt zwingend ansehenswerte Geschichte der Waisenkinder Baudelaire, hinter deren Vermögen der bösartige Graf Olaf (Neil Patrick Harris, "How I Met Your Mother") her ist wie der Teufel hinter der Seele. 2004 verfilmt mit Jim Carrey und Jude Law, nun als achtteilige Serie auf Netflix und gleichzeitig wohl auch die Show mit der schlechtesten PR-Abteilung. Denn "Look away, look away", tönt es im Vorspann zu jeder Episode. Wovon ich mich natürlich nicht beirren lasse. Ich habe schon vor 38 Jahren nach "Pusteblume" immer weitergeguckt, obwohl der Onkel mich jedes Mal zum Ausschalten bringen wollte. Pah.

Hübsch prächtig ausstaffiert, mit vielen seltsamen Charakteren, einem Erzähler mit offensichtlichem Heiterkeitsmangel (Patrick Warburton, "Crowded", "Family Guy") und einem Baby mit fantastischem Wortschatz (oder aber übereifrigem Übersetzer). Muss man eigentlich von Beginn an mögen und das tat ich dann auch. Neil Patrick Harris legt seine Rolle weniger übertrieben an als Jim Carrey, was für manche gleich als Pluspunkt gelten mag. Die Episode "The Wide Window" fiel für meinen Geschmack ein wenig ab, ansonsten kamen alle Folgen über die 5,0 Punkte-Marke. Für die nächsthöhere Wertungsstufe fehlte es mir dann doch an den ganz großen Momenten des überraschenden Humors, die konnte ich nur zweimal zücken. Und wenn ich ehrlich bin, geschah das beide Male eher zur Aufwertung der gesamten Serie.

GESAMTWERTUNG: 5,16 Punkte (gut)

THE MAN IN THE HIGH CASTLE (SEASON 2)


Ach, schau an, der Obergruppenführer Smith ist wieder da. Heil Smithie!
Das guckt der nach einem harten Tag der Hetze ermattete AfD-Fraktionsvorsitzende mit heißem Herzen und abgeschaltetem Ton, um sich an zackigen Grüßen, makellosen Uniformen und all den prachtvollen Prunkbauten mit dem schönen Glücksbringersymbol drauf zu erfreuen. Ja, für nationalstolzloses Gesocks wie meine Wenigkeit ist das harter Tobak und ich kann jeden verstehen, der sich die Serie allein wegen der Optik nicht anschauen möchte.

Aber davon ab weiß die erzählte Geschichte auch in der zweiten Staffel zu überzeugen. Kleiner Service und nicht wirklich überraschender Spoiler: [nächste Zeile markieren] 

Nein, die Nazis kriegen wieder nicht kolossal auf die Mütze
Wer darauf gewartet hat, braucht die amazon-App gar nicht aufzumachen. Der Dystopien eher ertragen könnende Rest erfreut sich an dem heißlaufenden kalten Krieg zwischen dem Greater Nazi Reich und den Japanese Pacific States, springt gerne mal mit in eine andere Alternativwelt, verfolgt die Rebellion weiter und darf sogar einen Blick auf den titelgebenden Mann erhaschen. Fand ich insgesamt gute Unterhaltung und wegen der insgesamt gelungenen und strafferen Handlungssträngen besser als in der ersten Season. Lediglich die Episoden mit der Nazi-Hippie-Kommune in Berlin haben mich dezent gelangweilt.    

GESAMTWERTUNG: 5,20 Punkte (gut)

SANTA CLARITA DIET (SEASON 1)


Das Immoblienmakler-Paar Sheila (Drew Barrymore, "Donnie Darko") und Joel Hammond (Timothy Olyphant, "Justified") verbringen ein beschauliches Leben in einem Vorortidyll in Kalifornien. Bis eines Tages Sheila nach einer sehr reichhaltig gezeigten Übelkeit zur Untoten wird. Erfreulicherweise weniger die herumtaumelnde, dumpf stöhnende Sorte, sondern sexuell aufgeladen und dynamisch. Aber eben auch mit Hunger nach frischem, rohem Menschenfleisch. Was den treu ergebenen Ehemann vor ein paar Probleme stellt.

Nach den ersten paar Episoden dachte ich schon, ich hätte einen neuen Vertreter für meine "Matsch & Quatsch"-Kategorie, da ein paar Szenen durchaus auch in einer mild gestimmten Ausgabe von "Ash vs. Evil Dead" hätten vorkommen können. Das legt sich später allerdings, der Gore geht zurück zu Gunsten von herrlich skurrilen Situationen und witzigen One-Liner-Sprüchen. Vor allem Timothy Olyphant, der zusammen mit Drew Barrymore eine wunderbare Comedy-Chemie an den Tag legt, tut sich in der Hinsicht hervor. Aber auch der Rest des Castes ist ohne Ausfälle liebenswert, putzig und witzig. Insgesamt ist dieser Mix aus "Desperate Housewives" und "Dexter" mit einem Schuss Zombie daher ein klarer Kandidat für die beste neue Comedy in diesem Jahr. Und allein für die eine Szene mit der Baka auf dem Drehstuhl im Finale runde ich meine Wertung nach oben zu einem "sehr gut" auf.
Zum Schluss aber sei in die Runde gefragt: War ich der Einzige, der angesichts der Promo und des "Diet" im Titel davon ausging, das Ganze ginge im Verlauf der Staffel in die Soylent Green-Richtung? Egal. So oder so ein großer Spaß.

GESAMTWERTUNG: 5,40 Punkte (sehr gut)

HOMELAND (SEASON 6)



Läuft wie gewohnt eher gemächlich an, aber dafür ist die Serie ja bekannt. Bisher viel "Ach, du armer Peter Quinn"-Anteil, dazu ein bisschen falsch verstandener Jung-Terrorist. Naja. Immerhin schrauben die alten Haudegen Saul und Dar Adal bereits an einem lohnenden Iran-Plot. Die Hoffnung bleibt, dass es die beiden und Carrie es schon in den kommenden Folgen richten werden. Bemerkenswert ist aber schon mal, dass die Autoren bei der Ausgestaltung des neuen amerikanischen Präsidenten in ihrer Show wohl aufs falsche Pferd gesetzt haben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH DREI EPISODEN: 4,66 Punkte (befriedigend)

EMERALD CITY (SEASON 1)


Mal wieder Wizard of Oz im Fernsehen. Die Inszenierung des Stoffes durch Tarsem Singh ("Mirror Mirror, "The Fall") hat allerdings wenig mit der singenden Dorothy, ihrem knuffigen kleinen Hund Toto sowie der Vogelscheuche, dem Zinnmann und dem Löwen aus dem Musical zu tun.

Die Schlagworte "alternative telling, dark and edgy" standen laut Wikipedia bei der Vorstellung des Konzepts durch Schöpfer Matthew Arnold hoch im Kurs. Nach dem gut 80-minütigen Piloten war das Ergebnis für mich wie ein Blick auf eine abgelegene Gegend in Westeros, in der kein Lannister, Targaryen oder Stark den Fuß gesetzt und man noch nichts von Spannung, Action, packenden Dialogen, Brutalität oder Sex gehört hat. Dafür gab es am Ende immerhin Ausdruckstanz zu bestaunen. Insgesamt also "Game of Thrones" für das Spätnachmittagsprogramm bei ARD/ZDF. Die paar optisch eindrucksvoll gestalteten Kulissen reißen es da nicht raus, sorry. Schade auch um Adria Arjona, die ich in ihrer Rolle als erwachsene Dorothy angenehm fand.

ERSTEINDRUCK: 3,5 - 4,0 Punkte (unterdurchschnittlich - durchschnittlich)
Sichtung eingestellt 

SUPERIOR DONUTS (SEASON 1)


Arthur Przybyszewski (Judd Hirsch, "Taxi") ist ein knurriger, alter Mann, der in einem von Gentrifizierung bedrohten Stadtteil von Chicago Donuts produziert, die eines Tages die Weltherrschaft an sich reißen sollen. Nein, halt, jetzt bin ich mit dem letzten Nebensatz in meine Review zu "The Man In The High Castle" abgerutscht. Keine Weltherrschaft, sorry. Die Umsatzgenerierung gestaltet sich schleppend, woraufhin ein kecker Millenial namens Franco ungefragt mit seinen Ideen Schwung in den Laden bringt.

Klassische Comedy mit einigen bekannten TV-Serien-Gesichtern wie Katey Sagal ("Eine schrecklich nette Familie"), David Koechner ("The Goldbergs") oder Maz Jobrani ("Better Off Ted"). Vermittelte für mich direkt mit dem Piloten einen gewissen "Cheers"-Charme, was zweifellos an Judd Hirschs Figur lag, denn der Haudegen hätte prima an oder hinter den Tresen dieser altehrwürdigen Show gepasst. Leider kommt dann allerdings noch der Millenial-Part ins Spiel. Schon bei "The Great Indoors" hat mich diese Art von Seriencharakter genervt und hier ist es nicht anders. Stellt euch "Cheers" mit einem hibbeligen Twentysomething vor, der mit den Gästen Selfies macht, um sie bei Snapchat hochzuladen, die Zapfanlage twittern lässt oder alle Betrunkenen zu Likes auf Facebook drängt. Würdet ihr das gucken wollen? Eben. Eine Folge werde ich "Superior Donuts" wohl noch als Chance geben, aber die Tendenz geht bei mir Richtung Absetzung.

ERSTEINDRUCK: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
Gucklistenstatus: wackelig 

POWERLESS (SEASON 1)


In einer Welt voller Superhelden... muss es auch die kleinen Leute geben, die den Schutt wegräumen. Vorhang auf für Emily Locke (Vanessa Hudgens, "High School Musical"), die in einer Sicherheitsfirma von Wayne Enterprises Konzepte zum Schutz der Bevölkerung vor Kollateralschäden erarbeiten soll. Gerade Batman haut ja mal gerne im Überschwang den ein oder anderen Wolkenkratzer zu Bruch bei der Bösewichtbekämpfung.

Hat meine Aufmerksamkeit durch die Mitwirkung von Danny Pudi ("Community") und Alan Tudyk ("Firefly") auf sich gezogen. Ich mag auch den Ansatz, eine Arbeitsplatzcomedy in der Art von "Better Off Ted" in einer Superheldenwelt zu etablieren. Der Auftakt von "Powerless" hat mich allerdings nicht so recht überzeugen können. Die Show ist zu harmlos, zu glatt, die Charaktere eher eindimensional, die Gags sitzen noch nicht. Hudgens verorte ich zudem unter der Ablage "Disney Channel Grinsepüppchen", weshalb sie es schwer hat, bei mir Begeisterung aufkommen zu lassen. Tudyk gibt den kauzigen Chef, Pudi taucht im Ensemble eher unter. Auf den beiden liegt aber meine Hoffnung, dass es vielleicht doch was wird.

ERSTEINDRUCK: 4,0 - 4,5 Punkte (durchschnittlich - befriedigend)
Gucklistenstatus: da muss mehr kommen

Kommentare

  1. So viele Serien, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Erstaunlich. Insofern danke für die ausführlichen Berichte.

    Von "The Good Place" dagegen habe ich schon viel Gutes gehört und es wurde speziell das Finale gelobt. Hat mich tatsächlich neugierig gemacht, da ich Bell und Danson sehr gerne sehe.

    "The Man in the High Castle" wird also besser? Freut mich sehr. Werde ich vielleicht noch eine Chance geben, nachdem ich die erste Staffel "nur" gut fand.

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    1. In dem Fall bin ich in Sachen "The Good Place" mal der Mecker-Nerd, der alles schlecht redet, was andere gut finden. Allerdings gab es meiner Meinung nach schon einige Folgen vor dem Finale, die nicht so prickelnd toll waren, das Setting und die Hauptdarsteller konnten es aber stets einigermaßen rausreißen.

      Nun ja, bei mir liegen zwischen "The Man in the High Castle" S1 und S2 gerade mal 0,05 Punkte - obwohl mir der Unterschied schon größer vorkam. Von daher weiß die Show sich in ihrer zweiten Staffel zu steigern. Funktioniert ja auch nicht immer.

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    2. "Pusteblume"?! Ist das dein interner Titel oder habe ich was verpasst?

      Und dem Mann im Schloss wollte ich eigentlich nach der ersten Staffel da oben versauern lassen. Vielleicht besuche ich ihn ja doch noch mal.

      Weiter unten auf die Twin Peaks Diskussion bezogen: wenn du das noch nicht gesehen hast, verschwende nicht deine Zeit! In meinen Worst 5 aller Zeiten.

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    3. Die Kindersendung mit Peter Lustig hieß zuerst "Pusteblume" und bekam erst später den Titel "Löwenzahn", unter dem sie bekannter ist. Ich war noch bei den true vintage Episoden dabei und nein, ich bin nicht stolz drauf, so alt zu sein.

      Ich will da niemandem zum Mann im Schloss schicken, dem es dort schon vorher nicht gefallen hat. Meiner Meinung hat die Show ihr Niveau ein bisschen gesteigert, begeisterte Konvertierungen zum Nazi Greater Reich schließe ich eher aus, wenn die Vorgängerstaffel schon nicht den Grußarm zum Zucken gebracht hat.

      Ich habe aber schon die ersten beiden Seasons von Twin Peaks hier auf DVD rumliegen! Aber keine Sorge: Wie ich mich kenne, kriege ich es zeitlich eh nicht hin und gucke mir die neuen Folgen mutig komplett ohne Vorwissen an. "Ungesehene Serienboxen säumten seinen Weg", wird mal in meinem Nachruf stehen.

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  2. Insgesamt nimmt die Medienflut langsam wirklich ungeahnte Ausmaße an, ich reduziere mich derzeit gewaltig was Serien angeht... Nebenbei füllt sich mein Steam-Account auch immer weiter, dann warten dutzende Spiele aus den monatlichen Zugaben des Xbox-Gold-Kontos, Witcher 3 will auch noch weitergespielt werden, die Uncharted-Box liegt immer noch verschämt und unausgepackt im Regal rum. Overwatch macht derzeit auch so viel Spaß, eine Runde Fifa aber auch, Rocket League ist auch toll... Mann! Da fallen Filme in letzter Zeit bei mir komplett unter den Tisch (bis auf den jährlichen Star Wars im Kino). Ein Leben neben dem Medienkonsum will man ja auch noch irgendwie führen...

    Bei Serien nehm ich wirklich nur noch die Leuchtturm-Projekte mit und versuche trotzdem noch hier und da was 'ungehyptes' und minimal unbekannteres einzustreuen. Dort solltest du unbedingt mal Lillyhammer auf die Liste hauen (hab ich noch nicht auf deiner Liste gesehen), Steven van Zandt ist immer wieder toll und erinnert einen an die gute alte Zeit der 'Sopranos', dazu spielt das Ganze auch noch im norwegischen Lillehammer, für mich ist das sowieso noch ein großer Pluspunkt. ;)

    'Transparent' fand ich auch äußerst charmant und eine nette kleine Drama/Comedy-Perle, sicherlich eine Serie die man beruhigt auf seine Watchlist packen kann, wenn man denn mit dem Thema 'Transgender' umgehen kann.

    Insgesamt finde ich die Fokussierung von Netflix/Amazon/Pay-TV auf kürzere Staffeln von 8 oder 10 Folgen um einiges besser als das alte Schema mit 20+-Folgen pro Staffel. Neulich ist mir das bei Twin Peaks aufgefallen, dessen ich mich neulich im Zuge der Ankündigung der dritten Staffel angenommen habe. Die erste Staffel ließ sich mit ihren 8 Folgen gut und fix angucken, die zweite wartet nun seit Monaten auf die Sichtung, weil ich weiß dass ich statt den 22(!) 50-Minütigen Folgen auch zwei bis drei andere Staffeln gucken könnte und ich mindestens einen Monat damit verbringen muss...

    Ein bisschen wünsche ich mir schon die alten Zeiten zurück, als ich vor Vorfreude die nächste Folge meiner Lieblingsserie kaum abwarten konnte. Wie toll das einfach war, sich auf Foren die neuesten Theorien zur nächsten Lost-Folge anzugucken und die ganzen unheimlich guten Zusammenfassungen durchzustudieren. Das gibt es ja heute fast nur noch zu Game of Thrones in diesem Ausmaß... Schade!

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  3. I hear you...

    Blu-ray-Stapel, ungesehene Staffelboxen, diverse PS3(!)-Titel, die gespielt werden müssten, obwohl auf der PS4 schon ähnliche viele Games warten - die Unterhaltung nach der Pension ist gesichert, sag ich mal optimistisch.

    Lillyhammer habe ich sogar meine ich die erste Staffel gesehen. Ein Kollege fand das großartig, ich eher nett. Aber ich bin da eh unwürdig, weil ich die Sopranos-Box weiterhin nicht komplett durchgeschafft habe.

    Zu Transparent hingegen habe ich keinen Zugang gefunden, was den Comedyteil angeht. Ich bin beim Thema Transsexualität emotionslos; soll jeder wie er möchte, wenn es ihn am Ende des Tages glücklich macht. Vielleicht fehlt es mir sexueller Offenherzigkeit, um die Stellen zu finden, an denen ich hätte lachen sollen.

    Twin Peaks steht auch auf meiner Liste und deine Erfahrung baut mich nicht gerade auf. Langt die erste Staffel nicht auch zur Vorbereitung?

    Die LOST-Zeiten sind in der Tat vorbei. Bei "Westworld" und "Mr. Robot" kann man zwar gut mitgrübeln, aber guckste einmal ins Netz, schon hat einer alle Mysterien ausgekundschaftet und man fühlt sich dumm, dass man nicht selbst draufgekommen ist.

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  4. Transparent fand ich jetzt auch nicht unglaublich gut, das nicht. Ich wollte allerdings tatsächlich immer weiterschauen, und hatte schnell dieses 'eine Folge noch!'-Gefühl. Lustig fand ichs allerdings nicht, es hatte allerdings eine eher leichtmütige Stimmung aufgebaut, ein echtes Drama ist es sicherlich nicht.

    Zu Twin Peaks muss ich sagen: Der Cliffhanger am Ende der ausgezeichneten ersten Staffel verleitet sicherlich ganz ganz stark zum Weitersehen, auch werden bestimmte Geschichten nicht zu Ende gebracht (aus Spoilergründen sehr vage formuliert), weshalb ich auch die ersten zwei Folgen doch schon geguckt habe. Von daher wird man um die zweite Staffel nicht umher kommen, schon wegen den komplett anderen Elementen die die Serie Mitte der zweiten Staffel aufnehmen soll, woran die dritte Staffel wohl oder übel auch anknüpfen muss. Diese komplett neue Richtung der zweiten Staffel und die daraus resultierenden teils katastrophalen Rezensionen nehmen mir da aber auch die Motivation noch weiterzuschauen, neben den erwähnten Zeitproblemen.

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    1. Vielleicht finde ich mal jemanden, der mir erklärt, weshalb "Transparent" als Comedy durchgeht. Weiterschauzwang konnte ich bei mir nicht diagnostizieren.

      Videosuche auf YouTube mit dem Titel "What you need to know about Twin Peaks Season 1 and 2 in less than 20 minutes", ist gestartet.

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  5. Na das sind doch mal überschaubar wenig Serien in einem Beitrag, da bin ich von anderen Blogs ja ganz anderes gewohnt ;-)

    @Lemony Snicket: Hatte ich mich wahnsinnig drauf gefreut, hab die Bücher nie gelesen und fand damals den Carry-Film sehr cool "anders". Von der Serie hab ich nur die erste Folge gesehen und fand es irgendwie anstregend, ohne Lust aufs Weiterschauen. Obwohl ich es eigentlich mögen wollte. Mal schauen, vielleicht geb ich der zweiten FOlge mal noch ne Chance. Wenn mal ne Lücke ist...
    @Santa Clarita Diet: Haben wir gestern zu Ende geschaut. Wirklich sehr unterhaltsam, hätte ich nicht gedacht. Aber Timothy Olyphant macht das auch wirklich sehr gut.
    Das Finale fand ich aber (mal abgesehen vom Drehstuhl) jetzt irgendwie ziemlich unbefriedigend. Für nen Cliffhanger zu wenig, für ein normales Ende zu unabgeschlossen.
    Egal, freu mich trotzdem auf die zweite Staffel. Wobei ich glaube, dass das nur schlechter werden kann, wenn die sich erstmal an ihre Situation gewöhnt haben. Der Haupt-Humor kommt ja daher, dass das alles Neu für die ist.

    @Homeland: Muss gebinged werden, daher muss mein Kommentar hier warten...

    Der Rest interessiert mich nicht...

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    1. Ich hatte da erst kürzlich einen Blog... das glaubst du nicht... ein ganzes Serienjahr in einem Beitrag. Unverantwortlich!

      Den Lemony Snicket-Film mit Jim Carrey fand ich auch interessant. Bei der Serie sind die ersten Episoden extralang, was für eine Comedy schon ein wenig beschwerlich sein kann. Zumal sich der Ton, der Stil und der Humor der Show im Verlauf auch nicht ändert. Da war Santa Clarita Diet lockerer wegzugucken mit seiner knappen halben Stunde Laufzeit. Spätestens bei den eingestreuten Ekelszenen wurde man wieder wach.

      Richtig, dem Finale fehlte was. Ist mir auch negativ aufgefallen. Da ist klar Verbesserungspotenzial für die nächste Season vorhanden. Bei der Szene mit dem Drehstuhl lag ich aber am Boden. Ich hoffe immer noch auf etwas in der Richtung: "Sheila braucht extra viel Nahrung, um ihren Verfall zu stoppen, Familie Hammond steigt in die Großproduktion ein und verbessert die Haushaltskasse mit frischen Smoothies".

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