ExpireMan und das Bückgold

Viel Freude empfinde ich derzeit an meinem Hobby als Superheld ExpireMan, dem edlen Retter der Ablaufware. Im nahegelegenen Kaufland (dem mit der suboptimal motivierten Kasse in der Werbung) haben diese Konsumschergen nämlich seit ein paar Monaten an bestimmten Stellen im Unterschienbeinbereich schändlich verbilligte Waren gelagert, denen man doch besser ratzefatz eine orale Zuführung angedeihen lassen sollte. Bevor der Zahn der Zeit beim Dranherumknabbern abfällt...

Ebendort stöbere ich mit geschultem Blick und suche nach Bückgold, wie ich die kleinen Schätze zu nennen pflege. Dabei ernte ich voller Stolz die mißgünstigen Blicke alter Menschen, die trotz gut vorhandener Knauserigkeit körperlich dem Scheitern anheimfallen, weil sie nicht mehr auf Bodenkontakt gehen können. Oder hipper Pärchen, deren timetable es unfortunately nicht zulässt, mal im Rahmen eines full-of-surprises-and-out-of-the-box-thinking drei Schalen Gyrossalat und drei Tüten feingetrocknete polnische Krakauer innerhalb von zwei Tagen einzukoordinieren.

Zu Weihnachten plante ich den ganz großen Coup, da erwartete ich dem Verfallsdatum entgegensiechende Festtagsbraten, die ich von ihrem traurigen Schicksal befreien konnte - und wenn sie denn halt am 23.12. als verfrühtes Festtagsmahl auf den Teller kämen. Damals in Bethlehem gab es ja noch keine Digitaluhren, so mit Raum-Zeit-Krümmung kann sich das durchaus um 24 Stunden rückwärtig verschoben haben, wenn irgendwo ein Wurmloch oder ein schwarzes Loch zugange war. Überhaupt sehe ich das mit der Zeit seit "Interstellar" sehr locker.

Kommentare

  1. Haha, wirklich sehr schön geschrieben. Könnte eine feste Kategorie werden, meine ich... :)

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  2. Freut mich, wenn es gefällt. Kann aber nicht garantieren, dass sich daraus eine Rubrik entwickelt.

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