Weil mir nichts eingefallen ist (2)

Eine schöne, neue Kategorie, in der ich einfach alte bis uralte Texte reinkloppe. Warum?
Weil mir nichts eingefallen ist! 

Ich bitte um Verzeihung, ich bin aktuell im Olympiafieber. Nicht wegen der Medaillen, nicht wegen der Sportler, nicht mal wegen der Disziplinen. Nein, die Berichterstattung, die Reporter, das wunderbar fallende Haar von Katrin Müller-Hohenstein haben es mir angetan. Zwei Dinge gilt es aus dem Land des Ahornblattes und der irgendwie nie für offizielle Wettbewerbe befahrbaren Skipisten mitzunehmen: das Leben 2010 ist superbäh und Olympiareporter sind die einzigen, die uns den Weg aus Superbäh zeigen können. Ein Beispiel gefällig?

Life is good.
You just have to keep your expectations low.
Really, really, really low. 
Eine Weisheit obama'schen Ausmaßes, mir irgendwann eingefallen und ich traue mich nicht, danach zu googlen. Am Ende habe ich nur einen viel gescheiteren Kopf als mich raubzitiert. Wunderbare Botschaftsverkünder in dieser Hinsicht sind die Sportreporter bei diesen Spielen. Da fallen Sätze wie "Martina Hengelspichler, die Berufssoldatin aus dem schönen Erzgebirge hat die letzten 400 Welt-, Europa- und Kreismeisterschaften gewonnen, ihre Konkurrentinnen wollten schon gar nicht mehr antreten, ihr Material ist nicht von dieser Welt, der Traum vom Olympiagold so greifbar nahe - und nun ist es ein sehr guter 4. Platz geworden. Wunderbar! In ihrem Heimatort Oelsnitz-Klingenthal Ost wird heute die Nacht zum Tag gemacht werden". Da kann ich nicht umhin, da muss ich miteuphorisch in die Hände klatschen.     

Total unschön hingegen, dass man für Olympia kompakt, das stündliche Zusammenfassungspalaver, zu drastischen Sparmaßnahmen gegriffen hat, soweit ich das sehen konnte. Früher stand da immer dieselbe bemitleidenswerte Person, die mit einem Lächeln den immer selben Käse runterleiern durfte. Die Knochenmühle, das Fließband der deutschen Sportberichterstattung, der Gemahner an uns alle, dass das Leben nun mal aus dem Runterleiern des immer selben Käses besteht, bis ein neuer Tag beginnt und neuer Käse anfällt - schnöde aus dem Programm gestrichen und ersetzt durch einen Einspielfilm.

Curling, Eiskunstlauf und Buckelpiste schließlich können mir gestohlen bleiben, solange es Rodeln gibt. Eine Sportart, in der wir Deutschen dominieren, in der der Schnauzbart vom Hackel-Schorsch, auf einen Rennschlitten geklebt, wahrscheinlich noch mindestens Silber einfahren könnte und die Konkurrenz müsste es neidvoll akzeptieren. Vier Läufe braucht es dabei eigentlich nie, meistens darf der Olympiapraktikant bereits nach zwei Durchgängen die schwarz-rot-goldene Fahne aufhängen gehen. Aber wie dann die Reporter im letzten Lauf noch mitgehen, alles aus sich herausholen, das ist schon beeindruckend. Ich am Mikrofon würde mir da eine Kippe drehen, die Beine hochlegen und der Welt draußen mitteilen: "Geht's schlafen, das Ding haben wir im Sack. Ich gehe jetzt weiter nach den Hörnchen am Rodel suchen". Die habe ich wirklich noch nicht entdeckt und da packt mich der Wissensdrang.

Und damit zurück ins Studio zum Haar von Katrin Müller-Hohenstein und der giggelnden Kati Witt, bei der ich immer ausschalten will, wenn ich sie sehe.

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