31. Oktober 2011

Track and Treat

Der einzige Beitrag, den ich mir in Sachen Halloween abringen kann: Alkaline Trio mit "Calling All Skeletons" und Rob Zombie mit "Demon Speeding". Ach ja, die Community-Episode zum Thema war wieder schlicht großartig!



28. Oktober 2011

IniRadio #211: Two Steps From Hell - Archangel / Nero




Nick Phoenix und Thomas J. Bergersen, die beiden Filmtrailersoundkünstler, haben mich mit ihrem ersten öffentlich verfügbaren Album Invincible bekanntlich schwer ins Bombastwohlgefühl-Kontor getroffen. Mit dem zweiten Album Archangel klappt das leider nicht mehr ganz so gut, aber die beiden besten Songs gehören einfach ins IniRadio. Wohlan, drehet die Lautsprecher auf, ich erhebe mich nun majestätisch und gehe was essen.





27. Oktober 2011

Man Up!

Als Serienfreund bin ich wieder am Verzweifeln. Da läuft auf ABC die neue Serie Man Up!, die mich die bisher gezeigten zwei Episoden hindurch herrlichst unterhalten hat. Aber die Einschaltquoten sind mies.

In der Show geht es um Craig, Will und Kenny - drei Männer, die wie echte Kerle sein wollen, stattdessen aber eher Videospiele zocken oder Star Wars auf Betamax ("the way it was meant to be seen") angucken. Ergänzt wird die Truppe u.a. von dem neuen Freund von Kennys ex-Gattin: Grant, ein absoluter Nichtnerd, Dwayne-Johnson-Lookalike und Frauenversteher. Der wiederum noch nie Star Wars gesehen hat.

[Grant] That's the guy from "Air Force One."

[Kenny] "Air Force One"? (to the others) That's where he recognizes Harrison Ford from?!

[Grant] He was also in "Regarding Henry," and I believe he's married to Ally McBeal.

[Grant] (imitates lightsaber powering down) Show's over.

Ich befürchte, vor dem nächsten Seriencheck könnte die Show schon Geschichte sein. Deshalb an dieser Stelle der Hinweis, damit ihr Bescheid wisst, was Ihr verpasst (während Two And A Half Men mit Ashton Kutcher wirklich nur noch ein lustloses Trauerspiel ist). Ach ja, die Trailer sind auch höchst amüsant:





Pythagosaurus

Witziger Animationskurzfilm aus der Feder/den klebigen Knethänden/den Computern der Aardman Studios und mit Bill Bailey.



via Nerdcore

24. Oktober 2011

IniClassics: Neue Herausforderungen für Männer des 21. Jahrhunderts

[Ich bin in letzter Zeit eher blogfaul. Vor allem verfasse ich keine längeren Texte mehr. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich meine aufgestauten Schreibanfälle in den unfassbar kompetenzfreien WM- und EM-Tagebüchern entlade. Hier ein Text aus der guten alten Zeit, genauer gesagt vom 26. August 2008]

Gar mannigfaltig sind die Herausforderungen an einen Mann der Neuzeit.
Früher hieß es: 1) Haus bauen, 2) Familie gründen, 3) Bäumchen pflanzen.
Alles dick eingerührter Papperlapapp, halte ich dem unwirsch entgegen!

ad 1)
Ein Haus hab ich schon; das bedürfte zwar der Renovierung, vor allem die Fassade schmiegt sich nicht mehr an das Auge des Betrachters, sondern lässt es angesichts ihrer Brücheligkeit leise vor sich hin tränen. Was aber kein Grund ist, das vor gerade mal hundertnochwas Jahren mühsam errichtete Bauwerk dem Erdboden gleichzumachen und neu aufzubauen. Geschichte will schließlich auch aufgearbeitet und nicht niedergerissen werden und so halte ich es denn auch mit Fassaden.

ad 2)
Familiengründungen haben keine Eile. Sagt mir meine jahrzehntelange Erfahrung in der aktiven Nichtfamiliengründung. Wer erst mit 60 ein neues Leben in die Welt setzt, hat viele Vorteile: zwanzig Jahre draufgerechnet ist das Kind im besten pflegefähigen, man selbst im besten pflegebedürftigen Alter. 5 Jahre vorher konnte man schon wegen einsetzender Gebrechlichkeit den vom Sprosse initiierten Besuch eines die Musikgeschmacksknospen ausdörrenden und somit schlechthin gesundheitsgefährdenden Tokio Hotel Revival-Konzerts absagen. Und zuguterletzt ist es doch die nahende Aussicht auf eine zünftige Erbschaft, die junge Menschen auf den richtigen Weg hin zu elterlicher Respektzollung, demütiger Anbiederung und devoter Wunscherfüllung geleiten.

ad 3)
Bäume habe ich ebenfalls. Passenderweise im Garten. Obwohl ich jüngst tragischerdings eines bereits vom Blitzschlag niedergestreckten Kirschbaums verlustig gegangen bin. Als ich vor ein paar Wochen zur monatlichen Rasenentgrasung ansetzen wollte, bemerkte ich, dass irgendwelches ungezügeltes Jungvolk ganz hinten auf meinem Grundstück campiert, unsinnigerweise eine Holzleiter in die Landschaft gestellt und oben erwähnten Kirschbaum abgesägt hatte. Seitdem schreite ich dreimal pro Woche mit schwarzer Arbeitskappe, schwarzem Hemd und schwarzer Schaffhose das Hoheitsgebiet ab und setze einen gar finsteren Gesichtsausdruck dabei auf. Leider hat sich noch niemand gefunden, der mir die Worte "GARTENKONTROLLE!" auf mein Outfit des Schreckens stickt. Zum Ausgleich dieses fehlenden Autoritätszeichens schreie ich anlasslos tief hängende Äste an, schlage aggressiv auf wucherndes Brennesselgewächs ein oder stehe mit hinter dem Rücken verschränkten Armen mitten auf dem Felde und rufe ein die Gesamtgartensituation tadelndes "Wie sieht das denn hier wieder aus?" den verschreckten Nachbarskindern entgegen. Möge ich hierdurch vor weiteren Akten der Grünbestandschändung gefeit sein.

Die richtigen Herausforderungen liegen fürwahr auf anderem Gebiet. Beispielsweise auf jenem der Fledermausvertreibung. Am vergangenen Samstag Abend gegen 19:45 Uhr torkelte eine verwirrte Jungfledermaus durch mein Dachzimmer. Mögliche Einflugschneisen waren ein geöffnetes Fenster und eine geöffnete Tür nach unten. Nun hatte ich doch just vor Wochen eine Fledermausbekämpfungsdokumentation aus Hollywood namens The Dark Knight gesehen, aber wo bitte kriegt man zur besten Wochenendzeit ein mundvernarbtes Clownsgesicht her, das die Geliebten und Geachteten des Eindringlings in Todesgefahr bringt, Geiseln nimmt und Chaos sät, auf dass der Flatterich am Ende zermürbt in die Dunkelheit entfleuche? Immerhin darf ich mich nun in die Riege der überkritischen Filmbegutachter einreihen und einen richtig schnuckelig sinnentleerten Makel an dem jüngsten Batman-Werk finden: "Solide gemachter Actionfilm. Hilft aber nicht im Geringsten bei Problemen mit echten Fledermäusen". Damit liege ich nur eine knappe An-die-Stirn-klatsch-Breite hinter "Das ständige Geschmatze des Jokers hat mir den ganzen Film verleidet", will ich meinen.

Wer seine Kritik überhaupt so ansetzt, dem traue ich auch zu, dass er bei einer Invasion durch Außerirdische nebst Kompletterdbodenneugestaltung aus den Trümmern seiner Behausung steigt und dem Raumschiff einen Zettel mit der Aufschrift "Naja. Hatte ich mir beeindruckender vorgestellt. Mit Bedenken noch 2 von 5 Welteroberungsstilpunkten" um die Landebeine wickelt.

Doch zurück ins Dachzimmer. Ohne unseren Schöpfer beleidigen wollen, aber bei der freiheitssuchenden Wegfindungsroutine dieser Viecher hat jemand ganz böse geschlampt. Entspannt drehte das geflügelte Ärgernis seine Runden und achtete nicht auf den immer verdrossener werdenden Zuschauer, der mahnend den Weg Richtung geöffnetes Fenster wies. Langsam erinnerte ich mich an wohlverschüttete Wissensbröckchen rundum das gemeine Flatterwesen: Sieht kaum was, hört sehr gut, fliegt mit Echolot an Bord. In meiner Verzweiflung ob der unabänderlichen Kreisbewegung um mich herum stellte ich mich vors offene Fenster. Und pfiff. Selten kam ich mir in meinem Leben so dämlich vor.

Einmal, so entsinne ich mich, stand ich vor einer Rolltreppe, obwohl ich meinte, schon drauf zu stehen. Verwirrt ob der nicht stattfindenden Aufwärtsbewegung trat ich zurück und meinte zu einem hinter mir wartenden Rolltreppennutzungsaspiranten: "Komisch, das Ding funktioniert nicht". Insofern liegt das Anpfeifen von Fenstern zwecks Weglocken von Fledertieren nur auf Platz 2 meiner Peinlichkeitsliste, aber immerhin.

Später ergriff ich noch eine Tischdecke und warf sie unmotiviert in die Flugbahn des befellten Piloten, aber das entlockte diesem nur ein gleichgültiges Flügelzucken. Um 20 Uhr schließlich kam ich auf die Lösung: ich öffnete das zweite Fenster, schaltete den Fernseher ein und guckte die Tagesschau. Wenige Minuten später war mein nicht geladener Gast von dannen geflogen. Diese Lehren möchte ich anderen Flatterichgeplagten in Gegenwart und Zukunft hiermit herzlichst zukommen lassen:

Fledermaus im Haus kriegt man hinaus mit allen Fenstern offen, Tagesschau schauen und Hoffen.

19. Oktober 2011

Indy spielt Nathan



Da kann er noch was lernen... wann kommt denn nun eigentlich die Verfilmung von Uncharted mit Nathan Fillion in der Hauptrolle?

P.S. sugei, wenn es das am Ende sein soll, heißt übrigens großartig bzw. cool. Oder auch einfach Krasser Shit, Alter!

Hier noch das Making Of. Und hier noch mehr Harrison am Pad (mit Spoilern!).

In den Kommentaren wird übrigens diskutiert, ob das Pad angeschaltet ist oder nicht...

IniRadio #210: 3 Inches of Blood - Strength Of The Grave

Rumpel, Rumpel, Rumpel... Rumpelstilzchen! Nach der Iced Earth arbeite ich mich direkt im Anschluss an den Kanadiern von 3 Inches of Blood ab. Hier ist einfach alles großartig: Der Gesang! Das Cover! Der Text! Fühl' die Stärke des Grabs! Da hab ich vorher noch nie drüber nachgedacht. Das nächste Album der Jungs ist ungehört jetzt schon CD des Monats-Material, so gerne muss man die einfach haben. Live treten sie übrigens auch gerne mal im örtlichen Nachmittagsprogramm auf. Kanada ist geil.

17. Oktober 2011

CD des Monats: ICED EARTH - Dystopia

Musikbegeisterte Kleingärtner wissen: bei einsetzendem Bodenfrost im Herbst ist die Gefahr durchbrechender eiserner Jungfrauen und verräterischer Priester nicht zu unterschätzen. In diesem Falle heißt es: ruhig bleiben, den Boden mit rhythmisch-hektischen Harkenschlägen auflockern, vorsichtig die Blüten freilegen, mit den Ohren auf Hördistanz gehen, sich ordentlich begießen (sehr wichtig!!!) und im Erfolgsfalle an richtig schön altmodisch klingendem Heavy Metal der 80er bis frühen 90er erfreuen. Oder gleich den ganzen grünen Schnickschnack sein lassen und direkt ab in den nächsten Plattenladen des Vertrauens düsen, um nach der neuen Iced Earth-Scheibe Ausschau zu halten.

Damals, als Judas Priest und Iron Maiden noch frisch die Felder der harten Musik beackerten, hat Mastermind Jon Schaffer sicherlich gerne hingehört - und das schimmert auch in seinem neuesten Werk namens Dystopia mehr als deutlich durch. Nachdem sich Fronthüne und Vorzeigesänger Matt Barlow aus der Band zurückgezogen hat, um sich mehr um seine Familie kümmern zu können, steht mit dem eher unbekannten Stuart "Stu" Block (Into Eternity) der nächste Mann am Mikro. Und er macht seine Sache mehr als gut: im ohrwurmigen „Anthem“ gibt er eine astreine Barlow-Kopie zum Besten, die zumindest ich nicht vom Original zu unterscheiden gewusst hätte. Zusätzlich im Repertoire des stimmgewaltigen Kanadiers: fiese Screams der Marke „Rumpelstilzchen mit rostigem Nagel im Fuß“ wie man sie von Oberpriester Rob Halford oder Cam Pipes (3 Inches of Blood) gewohnt ist und eine angenehme Klarstimme für die Balladen.

Schaffer hingegen rifft sich derweil erfreulich lustvoll und prägnant durch die Songs. Mit Ausnahme vielleicht des etwas platt-aggressiven „Days of Rage“ besticht das Material durch einprägsame Melodien und Refrains, um die von Rebellion, Verzweiflung, Unterdrückung und Aufbruch handelnden Texte klanglich zu illustrieren. Musikalisch werden dabei desöfteren die eingangs erwähnten alten Recken des Heavy Metal zitiert: gerade bei den filminspirierten Titeln „Dark City“ und „Equilibrium“ meint man fast im Hintergrund Iron Maidens Steve Harris zu hören, wie er angesichts der galoppierenden Gitarrenläufe grinsend ein „Dreh den Bass mal lauter auf“ einfordert. Viele der Titel würde ich spontan auf diversen meiner Lieblingsalben verorten: das rasende „Boiling Point“ etwa hätte prima auf die „Painkiller“ von Judas Priest gepasst, das scheppernde „V“ sich direkt neben „Metal Gods“ von der „British Steel“ einordnen können. „Anguish of Youth“ und „End of Innocence“ als amtliche Balladen stehen ganz in der Tradition von Iced Earths „Melancholy“ oder „I Died For You“.

Das mag man nun als Einfallslosigkeit oder Kopiererei anprangern, aber ich muss gestehen: Songs von dieser Qualität hätte ich sehr gerne auf den letzten Alben der Irons, der Priester oder Iced Earth selbst gehört. Ein druckvoller und knackiger Sound rundet schließlich das beste Album der amerikanischen Powermetaller seit „Something Wicked This Way Comes“ ab. Der Winter kann kommen.




Für die komplette Bedienung gibt es auf der offiziellen Homepage den Klassiker "Dante's Inferno", eingespielt in der neuen Besetzung, als kostenlosen Download.

Seriencheck (XLVI)

Der nächste Pack an frischen Serien, dazu ein Abschluss-Check und ein paar Kurzbewertungen hinsichtlich des Starts von Shows, die sich auf meiner Guckliste festgesetzt haben. Diesmal mit Hoffnung für den Comedybereich, einer angenehmen Thriller-Überraschung, einer bereits abgesetzte Show und einer aus meiner Sicht teuren, mittleren Katastrophe.

Homeland


Der amerikanische Soldat Nicholas Brody wird nach achtjähriger Gefangenschaft aus den Händen von Al-Qaida-Brigaden in Afghanistan befreit und mit großem Pomp zuhause empfangen. Nur CIA-Officer Carrie Mathison traut der Sache nicht, hat sie doch von einem ihrer Kontakte erfahren, dass die Terroristen einen Gefangenen konvertiert haben sollen, um einen weiteren Angriff auf amerikanischem Boden durchzuführen. Nur unterstützt von ihrem direkten Vorgesetzten Berenson überwacht sie heimlich das Zuhause von Brody und kämpft dabei gegen ihre Schuldgefühle von 9/11 und ihre psychische Krankheit an.

Claire Danes gibt hier eine Art Jack Bauer im Überwachungsmodus, als Showrunner fungiert mit Howard Gordon ein erfahrener 24-Recke. Das Ergebnis kann sehr überzeugen, auch wenn man mich mit Militärsettings üblicherweise jagen kann. Bei "Homeland" steht allerdings mehr die Spannung eines Katz und Maus-Spieles zwischen Mathison und Brody im Vordergrund, die nach den bisher gesehenen zwei Episoden erfreulich hoch gehalten wird und den Zuschauer zu fesseln vermag. Ich bin gespannt, was die Show mit ihrem Mix aus diversen Rückblicken, den familiären Spannungen im Hause Brody, dessen irritierendem Verhalten und der krankheitsbedingten Instabilität Mathisons noch aus dem Hut zaubern wird. TV-Junkies erkennen Mandy Patinkin aus "Dead Like Me" als Mathison Vorgesetzten sowie Morena Baccarin aus "Firefly" (und -sind wir mal ehrlich - einzige sehenswerte Erscheinung bei "V") als Ehefrau von Brody. Wer nun immer noch nicht überzeugt und darüber hinaus männlichen Geschlechts ist, dem sei als Serviceinformation angediehen, dass Miss Baccarin in der ersten Folge eine Nacktszene hat, dank des ausstrahlenden Senders Showtime auch durchaus sehenswert. Nicht nur deshalb gibt es von mir zum Start als Tendenz eine Wertung im höheren Bereich.

Ersteindruck: 5,5 - 5 Punkte (sehr gut - gut)

How To Be A Gentleman


Ein frisch von der Freundin verstoßener, feinmanieriger Kolumnenschreiber erhält von seinem Chef den Auftrag, näher am Zeitgeist zu verfassen und freundet sich daraufhin gezwungenermaßen mit einem ehemaligen Schultyrannen und jetzigen Fitnesstrainer an. Der ihm das wahre Leben und Lieben beibringen möchte. Ein Unterfangen, an dem die Familie des Gentlemans bisher gescheitert war. 

Ich wollte die Show wirklich mögen, alleine schon wegen ihrer Darsteller. Aber Kevin Dillon ("Entourage") als ruppiger Bully, Mary Lynn Rajskub ("24") als Schwester und der von mir seit "Flight of the Conchords" hochgeschätzte Rhys Darby als Schwager konnten diese mittlerweile eingestellte Comedy nicht retten. Zu bieder, zu altbacken wirkt diese Mischung aus "Niles Crane aus Frasier trifft auf rauhbeinigen Buddy, der ihm die Welt erklärt". Alleine die auf tappsig getrimmte Rolle von Rhys Darby als neuseeländischer Simpel mit schiefer Frisur ist ein einziges Trauerspiel. Der Rest schwankt zwischen ganz nett, bemüht und vor allem reichlich "verdammt, mit dem Cast wäre doch viel mehr drin gewesen".

Ersteindruck: 3,5 - 3 Punkte (unterdurchschnittlich - mäßig)

Last Man Standing


Mike Baxter ist ein Kerl von altem Schrot und Korn. Als Naturbursche, Bastler und Handwerker sorgt er sich um die verweichlichte Jugend und bringt seinen Töchtern gerne mal als Hausaufgabe bei, wie man ein Rad am Auto wechselt. Von neumodischen Dingen wie Internet, Glee oder Avatar hat er keine Ahnung und ist darauf auch stolz. Für seinen Arbeitgeber, einen Campingartikelversand, bereist er die Welt oder hält auf der Firmenwebseite Vorträge zum Thema Mann- und Männlichsein.

Wer sich nicht gerade einen handelsüblichen Balken vors Auge genagelt hat, dem ist klar: Tim Allen nimmt seine Rolle aus "Home Improvement" (hierzulande "Hör mal, wer da hämmert") wieder auf. Diesmal hat er drei Töchter (und einen Enkel) anstelle von drei Söhnen, seine Frau (Nancy Travis, "Becker") erträgt seine Marotten wie gewohnt geduldsam und überhaupt stellt sich die Welt gegen ihn als einzigen echten, aufrechten Hodenträger. Wer den Heimwerkerkönig Tim Taylor mochte, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden. Vor allem mein Bruder, der neumodischen Trends grundsätzlich nichts abgewinnen kann und auch weder Glee noch Avatar gesehen hat, war begeistert. Böse Zungen in Amerika sehen die Figur des Mike Baxter schon als Vorreiterfigur für die ultrakonservative Tea Party-Bewegung. Das halte ich natürlich für übertrieben. Die erste Folge fand ich durchaus gefällig, die zweite mit der babygesicherten Toilette und ihrem Anschlusswitz sogar richtig gut. Sicher wird hier das Comedyrad nicht neu erfunden, anders als viele andere zuletzt gescheiterte, klassisch ausgerichtete Formate sorgt "Last Man Standing" aber für witzige Momente. Für Freunde des männlichen Grunzens ist zweifellos eine Empfehlung zum Reinschauen drin.

Ersteindruck: 4,5 - 5 Punkte (befriedigend - gut)

Suburgatory


Fürsorglicher, alleinerziehender Vater sorgt sich um seine frühreife Tochter und zieht mit ihr aus der Stadt in die Vorstadt um. Die namensgebende Vorstadthölle besteht dabei aus idyllisch eingezäunten Ortschaften mit pinkfarben angezogenen, braungebrannten und weißbezahnten Müttern und Töchtern, die sich an affektierter Freundlichkeit, Oberflächlichkeit und Peinlichkeit zu überbieten trachten. Kein Wunder, dass das Töchterlein noch mehr zur Rebellin wird...

Hat irgendjemand gerade "Gilmore Girls" gerufen? Nein? Warum eigentlich nicht? Für mich strahlt die Show ein gewisses, wohltuend warmes Gilmore Girls-Feeling aus, vor allem natürlich in der Figur der Tessa Altman (sehr überzeugend gespielt von Newcomerin Jane Levy). Intelligent, rebellisch aber herzlich, stets im flotten Dialog mit ihrem Erziehungsberechtigten - das erinnert an Alexis Bledel in ihrer Rolle als Rory Gilmore. Und wer die Vaterrolle analysiert, erkennt eventuell den guten alten Luke Danes wieder. Vielleicht geht es aber nur mir so. Worüber sich weniger diskutieren lässt, ist die Tatsache, dass wir es hier mit einer empfehlenswerten neuen Comedyserie zu tun haben, die mit Witz, Charme und Einblicken in die alles andere als heile Vorstadtwelt aufwarten kann. Das Potenzial ist natürlich noch nicht ausgeschöpft, aber ich bin guter Dinge, dass "Suburgatory" noch einiges an Spaß bringen wird. Denn mit den sympathischen Hauptdarstellern, den erwähnten rasanten Wortwechseln und den gut besetzten Nebendarstellern (Cheryl Hines "Curb Your Enthusiasm", Allie Grant "Weeds" und Alan Tudyk "Firefly") sind die wichtigsten Zutaten für eine gelungene Comedy vorhanden. Die bisher gesehenen drei Folgen steigerten sich kontinuierlich, sodass ich mal ein etwas weiteres Ersteindrucksspektrum anlege.

Ersteindruck: 4,5 - 5,5 Punkte (befriedigend - sehr gut)



Terra Nova



Die Erde ist mal wieder am Ende. Umweltkatastrophen haben sie so gut wie unbewohnbar gemacht, die Bevölkerung zieht es aus den überfüllten, versifften Städten in ein neues Paradies. Terra Nova, eine mittels Wurmloch zugänglich gemachte Parallelwelt des guten alten Erdballs vor mehreren Millionen Jahren, soll der Ausgangspunkt für einen Neuanfang sein. Auch für Familie Shannon bestehend aus der Mutter (Ärztin), dem Vater (Polizist) und drei Kindern (zwei Teenies, ein Kleinkind), die sich in ihrem neuen Zuhause in der Wildnis und seinen herummarodierenden Dinosauriern zurechtfinden müssen.

Terra Nova hat Dinosaurier! Terra Nova hat verdammt viel Geld gekostet! Steven Spielberg ist dran beteiligt! Und ich konnte den Abspann der eröffnenden Doppelepisode kaum erwarten und werde mir weitere Folgen ersparen. Denn "Terra Nova" hat auch das, was ich in meiner Science Fiction nicht leiden kann: Weichgespülte Familientauglichkeit und hippe Kids als Hauptfiguren. Ich fand ja schon „Falling Skies“ alles andere als prickelnd, aber das hier tat mir stellenweise nur noch weh. Positiv erwähnen vermag ich eigentlich nur Stephen Lang, der seine Rolle als kernig-strammer Commander aus „Avatar“ einfach nochmal auflegt, ansonsten hagelt es von mir nur Minuspunkte: die Dinosaurier sehen nicht so überragend toll aus und kommen keinesfalls an ihre Genossen aus „Jurassic Park“ heran. Nicht einmal als Sympathieträger im Kampf gegen die nervig doofen Teenager taugen die Urzeitviecher, weil man weiß, dass sie am Ende immer den Kürzeren ziehen werden. Was das Budget angeht, konnte ich nicht so recht erahnen, worin man die 15 Millionen Dollar in den Piloten gesteckt hat. Das Töchterlein ist ein Klugscheißerkind aus dem Bilderbuch, der Sohnemann schließt sich einer Teenie-Entdecker-Clique an, verliebt sich dabei in die wilde schöne Anführerin und die Kleine brabbelt goldige Sätzchen, streichelt Dinos und hat Mama, Papa und überhaupt alle voll lieb. Argh. Nein. Ich will das nicht sehen. Macht das weg. Das ist, als würde man Alien mit Kindergeburtstag kreuzen, Star Wars als Hip Hop-Musical auflegen oder Kampfstern Galactica aus dem Weltall an eine Highschool verorten. Wird bestimmt ein Erfolg, aber ich tue es mir nicht an. Einen halben Punkt vergebe ich für die Szene, in der ein Dino einen Soldaten frißt. Tapfere Weitergucker mögen mir Bescheid sagen, wenn es auf diese Art den Rest der Darsteller samt Drehbuchautoren erwischen sollte.


Ersteindruck: 2,5 Punkte (mangelhaft)


Breaking Bad (Season 4)



Dass ich spätestens mit der dritten Staffel zu einem Breaking Bad-Fanboy mutiert bin, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht mehr zu erwähnen. Ich überlege mir sogar schon, wo ich das bemerkenswert hässliche Automobil meines Helden Walter White auftreiben könnte. Aber ernsthaft: Die Show des ehemaligen „Akte X“-Autoren Vince Gilligan besticht immer wieder durch fantastische schauspielerische Leistungen, überragende Bildsprache und -komposition, tragische Ereignisse und einprägenden Charakterzeichnungen.

Staffel 4 beginnt mit einer Art Abkühlung nach dem hitzigen Finale des vergangenen Jahres. Runterkommen, Mitarbeiterführung à la Gustavo Fring und Weiterkochen ist das Motto zum Einstieg. Leider blubberte die Story daraufhin für mehrere Episoden zu sehr auf Sparflamme (mit dem Tiefpunkt „38 Snub“) - gerade von den Charakteren Hank und Jesse kam zu wenig bzw. nichts Neues. Diese kleine Schwächephase findet mit der vierten Folge ihr Ende, ab 4x07 schließlich zieht die Show bis hin zum Finale gnadenlos an und verdient sich die gewohnten Höchstnoten. Spannung, Drama, Action und fragwürdige Entscheidungen schlagen den Zuschauer in ihren Bann, am Ende scheint Walter White dem Abgrund noch ein Stückchen näher gerückt zu sein, obwohl seine eigene Einschätzung eine ganz andere ist. Was das Finale angeht, schien mir die endgültige Auflösung etwas zu sehr inszeniert (inklusive der Abgangsszene einer Figur), den Twist der letzten Folgen hatte ich vorzeitig durchschaut und anders als bei Staffel 3 gab es diesmal weder Cliffhanger noch Ausblick auf die Zukunft. Insgesamt ein wenig schwächer als die fulminante Vorgängerseason, aber immer noch ein Knaller von einer Show.

Absoluter Wert: 5,74 Punkte (sehr gut) / Anzahl an Höchstwertungen:  3x 6,0 Punkte / 5x 5,5 Punkte
Top of the Show: S4E08 Hermanos, S4E11 Crawl Space, S4E12 End Game


Zum Schluss wieder ein kleiner Überblick über die Staffelstarts bekannter Shows:


Boardwalk Empire (S2E01-03)
Reichhaltige Ausstattung, prachtvolle Szenerie, akurat dargestellte Charaktere – aber die Story kommt erst langsam in Schwung. So meine Meinung zu den ersten Episoden der zweiten Staffel. Bei Boardwalk Empire habe ich immer das Gefühl, dass die Show ein paar Minuten Sendezeit und ein, zwei Nebenhandlungsstränge weniger prima vertragen könnte. Vor allem die zweite Episode wirkte trotz aller Hochwertigkeit leicht gähnig. Wenigstens zieht sich nun so langsam die Schlinge um den Hals von Nucky Thompson zu, weshalb ich mir eine weitere Steigerung erwarte. Und diesmal bitte einen etwas beeindruckenderen Abschluss der Staffel.

Aktueller Durchschnittswert: 4,33

The Simpsons (S23E01-02)
Ich warte auf die Halloween-Episode. Ansonsten wird es wohl auf die schon leider lange übliche Durchschnittlichkeit hinauslaufen. Die erste Folge mit Kiefer Sutherland als Voice Actor ging in Ordnung, die zweite hatte einen sehr amerikanisch-historischen Touch. Die ganz guten und ganz schlechten Ausgaben werden noch kommen.

Aktueller Durchschnittswert: 4,5

Bored To Death (S3E01)
Gelungener Start, Zach Galifianakis reißt wieder die Szenen voller Hirnrissigkeit liebevoll an sich. Und Sledge Hammer alias David Rasche ist neu mit von der Partie. Das kann auf Dauer nicht schlecht werden.

Aktueller Durchschnittswert: 5,0

InSecurity (S2E01-02)
Die Überraschungs-Comedy aus Kanada legte einen eher durchschnittlichen Neustart hin. Unschön direkt, dass man den tollen Song aus dem Vorspann nur noch kurz instrumental andeutet. Wenigstens ging es in der zweiten Folge mit den NISA-Agenten etwas aufwärts. Aber es muss mehr kommen.

Aktueller Durchschnittswert: 4,25

14. Oktober 2011

IniRadio #209: Ryan Adams - Lucky Now

Den Song hatte ich bereits vor ein paar Wochen auf Facebook gepostet. Von Mr. Zuckerbergs Datensammelstelle gedenke ich mich aber immer mehr zurückzuziehen, weshalb meine Beiträge hier drinnen auch nicht mehr dort zu lesen sind. Trotzdem bleibt "Lucky Now" eine schöne Nummer, beim Reinhören ins Album musste ich aber leider wie gewohnt feststellen, dass ich nur eine bestimmte Anzahl von ruhigen Liedern ertragen kann. Und überhaupt: Wenn ich mit Mandy Moore verheiratet wäre, würde ich auch nicht den ganzen Tag traurig mit der Gitarre um den Hals in der Ecke sitzen.

12. Oktober 2011

The Muppets AMC Theatres Policy Trailer

Fest vorgemerkt für die Zeit kurz vor Weihnachten: der Besuch im nahe gelegenen US-Kino, um den neuen Muppets-Film zu sehen. Meine letzte filmische Erinnerung an Kermit und Co. war übrigens diese schreckliche Zauberer von Oz-Schmonzette, in der die arme Dorothy unbedingt eine supersüße Superstarsängerin werden wollte. Woraufhin ich direkt bei der ersten Gesangsnummer unter heftigem zuckerinduziertem Würgen ausgeschaltet habe und daher nie in Oz gelandet bin.

Mit Jason Segel als Drehbuchautor kann das eigentlich nur besser werden...
Deutscher Filmstart ist übrigens der 12. Januar.



Eventuell gönne ich mir als Ausgleich noch das Prequel zu "The Thing". Kommt eigentlich sonst noch was Gutes dieses Jahr? Vielleicht in gescheitem 3D?

9. Oktober 2011

Dara Ó Briain über Gaming

Ich liebe es, wenn sich Comedians als Gamer outen und ihre Witze darüber machen. Die Wahrheit tut weh, kann aber auch verdammt viel Spaß bringen. In dem Sinne Schlachtfeld frei für den irischen Kämpfer Dara Ó Briain:

6. Oktober 2011

Werbung, die mich anspricht

Werbeclips habe ich eher ungern im Blog, aber wenn sie so geeky & cool sind und mich direkt beim Vornamen ansprechen, mache ich gerne mal eine Ausnahme:



You're welcome, folks!

4. Oktober 2011

IniRadio #208: Judas Priest - The Sentinel

Ein Klassiker der Metal-Geschichte. 1984, als die "Defenders of the Faith" rauskam, gefiel sie glaube ich nur Doro Pesch ... und ein paar Jahre später mir. Weil der Vorgänger "Screaming for Vengeance" das erfolgreichste Metal-Album der Ära war und sein Nachfolger deshalb nur abstinken konnte. Aber was waren da Knaller drauf: Freewheel Burning, das textlich ganz schlimme Eat Me Alive, Jawbreaker, Rock Hard Ride Free, Love Bites und eben das unsterbliche The Sentinel, das übrigens jüngst von Machine Head gecovert wurde. Aber Freunde, an das Original kommt nix ran. Rob singt wie ein Gott, Glenn und der mittlerweile in Pension gegangene K.K. duellieren sich allerliebst - ach, ich hätte doch mal ein Konzert auf der angeblich letzten Tour der Burschen mitnehmen sollen...

Sentinel by Judas Priest on Grooveshark

Gustavo Fring is the man

Mein Kochstudio im Kopf brennt gerade, so großartig war die letzte Folge von Breaking Bad. Walt reitet sich so unfassbar in die Exkremente, da fehlen einem die Worte. Das Finale kommende Woche wird mit Sicherheit übel. Zweierlei steht aber jetzt schon fest:

1) Die Show hat nach eher zähen Folgen zu Beginn wieder zu alter Stärke gefunden, die letzten Episoden waren schlichtweg genial inszeniert und gespielt.

2) Gustavo "Gus" Fring ist der härteste Typ in New Mexico und überhaupt, bei dem gefriert mir jedesmal das Blut in den Adern. Von daher ist jede Auszeichnung, die man Giancarlo Esposito in den Weg wirft, absolut verdient und absolut notwendig.

Hier ein kleiner Gus-Tribute (Achtung mit Spoilern zu Staffel 4 bis hin zu S4E12):

3. Oktober 2011

Arrested Development: 9-10 neue Folgen und dann der Film


Sagt dieses Twitterdingens:




Mehr Infos hier im NY Times Blog. Heute Nacht träume ich von den Bluths und den Fünkes.
Whoa. Buster. No touching!!!

Und den Chicken Dance haben sie bei der Reunion auch aufgeführt: