31. Dezember 2011

IniRadio #220: Triumph - On And On

Ich halte ja nicht viel von Silvester mit seinem Kawumm und Heissassa. Nüchtern betrachtet geht es am Ende des Tages doch einfach weiter, halt mit einer neuen Zahl am Ende der Jahresziffer. Wo es aufhört, weiß auch keiner. Die alten Classic Rock-Eulen Triumph aus Kanada sehen das wohl ähnlich.

In diesem Sinne allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein insgesamt nicht weniger als triumphales 2012.

On And On by Triumph on Grooveshark

Versteh den Ailton

Ailton in Dschungelcamp. Musse gewinne. Werde gucke.

29. Dezember 2011

Weihnachtsnachklapp 2011

Bevor es ins offizielle Weltuntergangsjahr geht, hier der traditionelle Weihnachtsnachklapp mit den Best of Geschenken 2011:

Gears of War 3 ist das erste Spiel der Reihe, das in Deutschland erschienen ist, die Vorgänger sind allesamt indiziert und daher ganz, ganz übel. Sinnlose Gewalt, Kettensägen, zerschnippelte und durchlöcherte Monster, pfui. Vollkommen anders der dritte Teil, den ich bereits durchgespielt habe. Hier werden auf spielerische Weise sinnlose Gewalt, Kettensägen und zerpflatschende Monster in den interaktiv wertvollen Mittelpunkt gestellt. Prima, auch wenn mir etwas die Riesenviecher aus dem von mir nie gespielten zweiten Teil fehlen. Müsste ich mal im Coop spielen.
Rayman Origins wird einem derzeit für ein paar Euro nachgeschmissen. Ich stellte mich diesem Verschleuderungsaktionismus tapfer in den Weg und orderte die in Europa nicht erhältliche Collector's Edition. Einfach, weil es ein technisch überblitzsauberes, witziges Jump'n'Run ist und ich nicht mit dem Preisverfall gerechnet hatte. So oder so in jedem Fall jeden zuviel bezahlten Euro wert, wenn einen dafür das Lächeln der vergangenen Jugend (damals Donkey Kong auf dem Campingplatz) wieder übers Gesicht huscht.
Uncharted 3 ist mein persönliches Indiana-Jones-Erlebnis zum Nachspielen. Bin gerade in Level 11, es hängt erlebnismäßig noch etwas hinter dem fulminanten zweiten Teil, kommt aber langsam in die Gänge. Eine Freude zudem, wie blöd ich mich immer bei den Rätseln anstelle. Die Serie müsste einfach verfilmt werden mit Nathan Fillion als Drake, Harrison "Ich mach Indy 4 wieder gut" Ford als Sully und (heißer Tipp von mir) Jason Statham als Charlie Cutter.


Pawnee hat einen eigenen Stadtalmanach wahrlich verdient. Und er ist schön geworden. Alle aus der TV-Show "Parks And Recreation" bekannten Charaktere haben ihre eigene Rubrik, man kann in Ruhe die historischen Gemälde studieren, sich an Ron Swansons traditionellem Frühstück sattsehen, sämtliche frühere Namen von Andys Band nachlesen oder ein Bild von Chris Traeger in 30 Jahren betrachten. Im Vordergrund stehen freilich die Geschichte und besonderen Örtlichkeiten von Pawnee. Ein liebevoll geschriebenes Buch voller Anekdoten, die es sich lohnt, sich anzueignen, um spezielle Folgen noch mehr genießen zu können.
Das Sträterwerk habe ich bereits durchgelesen. Sehr edeler, schnodderig erzählter Lesestoff aus dem Ruhrpott. So gut, dass ich immer wieder nachlesen muss, um ein paar Sachen auswendig vortragen zu können, wenn mir andere mit Goethe-Zitaten oder griechischen Philosophen kommen und ich eiskalt kontern muss.
Der Bro-Code. Unerlässlich fürs Leben und Überleben. Endlich hole ich ihn nach. Wurde aber auch Zeit. Hätte beinahe zu lange damit gewartet. Nun werde ich cool wie Barney.



Der Engländer (in dem Fall Zavvi) hat keinerlei Respekt vor amerikanischen Gangstern. Haut doch glatt die Blu-ray-Fassungen von American Gangster, Carlito's Way, Casino, Public Enemies und Scarface für schlappe 15 Pfund raus. Musste ich natürlich zuschlagen, ich suche eh schon nach Studienmaterial, um in die Fußstapfen von Gus Fring aus "Breaking Bad" zu treten.
Preislich auch schlimm: die wunderbare Doku "Last Chance To See" mit Stephen Fry und Mark Carwadine für nicht mal 4 Pfund. Da rette ich die Natur gerne für, zumal mit scharfgesteller Blu-ray-Optik.
Scharfgestellte Optik ist ein gutes Stichwort. Für Sucker Punch hat Zack Snyder ja böse einen aufs Auge bekommen. So manchen Kritiker konnte ich dafür nur milde belächeln. Klar, der Streifen ist dumm, aber halt sehr fein in Szene gesetzt. Stil statt Substanz halt. Na und? Wer da mit ernsthaften Kriterien rangeht, hat schon verloren, das Ding ist Fantasy, laut und krachig (zusätzlich für 7 Euro billig obendrein). Und ich stehe schon rein musikalisch auf laut und krachig. Jetzt kommt mir nicht mit Transformers als Vergleich, ich ziehe halbnackte Frauen immer noch jedem Spielzeugroboter vor und mehr als Explosionen aneinanderreihen kann der Film locker.




Wozu braucht man einen Tablet-PC? Eine Frage, die ich mir schon letztes Jahr gestellt und keine Antwort drauf gefunden habe. Man kann beispielsweise eBooks damit lesen und so fing es an. Eigentlich wollte ich mir ja einen Kindle kaufen. Beim Amazon Cyber Monday wurde das Lenovo A1 angeboten, die Redakteure von CHIP fanden, dass sie beim Testen einen Riesenspaß mit dem Teil hatten und es für den Preis das mit Abstand meiste fürs Geld in seiner Kategorie bietet.
Mit Android als Betriebssystem kann man so einiges an dem Gerät aufpimpen, da habe ich aber noch die Finger von gelassen. Zumal mancher Freund des Rootens später über Phantomeingaben zu berichten wusste, die eine Steuerung unmöglich machten. Bei mir ist da noch alles in Ordnung. Surfen klappt prima, das Herumtatschen auf dem 7-Zoll-Screen macht Spaß und hinterlässt viele schöne Fingerabdrücke. Angry Birds ist ein goldiges Spiel, jetzt verstehe ich auch, weshalb die weibliche Darstellerin aus Chuck so süchtig danach ist. Sollte ich sie mal im Flugzeug treffen, wäre ich gerüstet. Gut möglich auch, dass ich das Lenovo benutze, um für ein eventuelles EM-Tagebuch noch schneller meine Eindrücke vom Spiel zu posten. Neben zwei Kameras hat es auch GPS, was mir vielleicht helfen könnte, das nächste Mal mit dem Auto ein Sushi-Restaurant in Ramstein-Miesenbach schneller zu finden. Anstatt mich dauernd zu verfahren und beim Wenden in einer Ausfahrt eine kleine Anhöhe runterzukrachen, was teuer werden kann vor dem demnächst wieder mal anstehenden TÜV. Videos abspielen ruckelt bei meinen Lieblingsshows noch etwas, ich warte da weiter auf den offiziellen VLC Media Player-Release (oder kennt jemand eine Alternative?). Musik hören ist eher leise möglich, bei meiner präferierten Einstellung bröckelt der Sound doch merklich in sich zusammen.
Insgesamt ein schönes Spielzeug, das natürlich meilenweit von einem Apple iPad entfernt ist. Allerdings halt auch preislich. Und den Kern des Spaßes bringt es mir als Nutzer gut rüber.

24. Dezember 2011

Frohe Weihnachten

Die Fressalien konnte ich gestern den Regalen entreißen, die Geschenke sind alle da, es gibt was zu lesen, was zu spielen und viel zu viel zu gucken im Rahmen des Projektes "Verzweifelter Versuch des Abbaus des sich im Lauf des Jahres bedrohlich aufgetürmt habenden Blu-ray-Massivs". Zudem habe ich mir in einem Anfall von Gadgetwahn einen kleinen 7'-Tablet-PC zugelegt, dessen mir bekömmlichen Verwendungszweck ich am Heiligen Abend auszuloten gedenke. Schlimmstenfalls spiele ich damit Angry Birds, das kann er und ich nämlich ganz gut, wie ich beim Antesten feststellen durfte.

Sollte ich zwischen den Jahren dazu kommen, schreibe ich noch einen Beitrag über den ganzen Kram. Bis dahin sperre ich hier jetzt ab.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Und allen, die es mit Weihnachten nicht so haben: durchhalten, es geht auch dieses Jahr vorbei. Darüber hinaus ist es einfach unschön, den anderen die Festtage madig zu machen. Oder die Grußkarte.

21. Dezember 2011

Prometheus Trailer (offiziell)

Mir platzt gerade ein Facehugger-Baby vor Freude aus der Bauchdecke...
Morgen soll der Trailer offiziell veröffentlicht werden, diese Version wird dann natürlich nachgereicht und von mir bis Weihnachten höchstpersönlich täglich angesabbert.



Hier noch der Musiktrailer. Nostromo hilf, ist das geil.

20. Dezember 2011

CD des Monats: CHEVELLE - Hats Off To The Bull

Werte Freunde des tieftönigen Rocks, Chevelle haben eine neue CD draußen und nach eingehendem Hören ist es die Mühe wert, dass ich mich trotz Erkältung aufraffe, ein mit Lob gesprenkeltes Review zu verfassen. Auf dass ihr alle die Scheibe noch rechtzeitig zum Fest kaufen und damit schön die Nadeln vom Weihnachtsbaum wegblasen könnt.

Der Dreier aus Chicago hat mich bekanntermaßen mit dem Vorgänger „Sci-Fi Crimes“ positiv überrascht und für sich eingenommen. Entsprechend groß waren die Erwartungen an „Hats Off To The Bull“. Das erste Mal hörte ich die neuen Songs beim Autofahren. Genauer gesagt bei der Parkplatzsuche an einem Samstag vor einem total überfüllten Einkaufs-Center. Was zugegebenermaßen kein gutes Setting für die schweren, bassangetriebenen und schleppenden Riffs der Band ist. Oft taucht der Titel der Songs auch nicht einmal im Refrain auf. Deshalb gingen mir zunächst nur spontan ins Ohr der schon bekannte Opener und erste Single „Face To The Floor“, danach der Titeltrack, das flott antrabende „Piñata“ und schließlich der famose Rausschmeißer „Clones“. Anders noch als bei „Sci-Fi Crimes“ brauchen die anderen Titel etwas Zeit, um sich schließlich hemmungslos im akustischen Wohlfühlzentrum auszubreiten. Allen voran natürlich die sich langsam in Gänsehaut verwandelnde Hymne „Envy“ und ihre Kollegin „Arise“; dazu noch die Akustikballade „Prima Donna“ für alle, die sich mal von der tiefergestimmten Gitarre erholen wollen. Songs, die mit jedem Anhören wachsen.

„Same Old Trip“, „Ruse“, „The Meddler“, allesamt am Anfang des Albums verortet, sind als nächstes dran und wabern hypnotisierend dem Zuhörer entgegen, der sich spätestens nun dem Charme von „Hats Off To The Bull“ nicht mehr entziehen kann. Aktuell fängt mich auch „Revenge“ an zu überzeugen, eine Nummer, die trotz coolem Rhythmus ein wenig ereignislos an mir vorbeigezogen war. Sänger/Gitarrist Pete Loeffler bringt die richtige Dosis Emotionalität und Zerbrechlichkeit in die Songs, Bruder Sam hat seinen großen Auftritt bei "Envy", der antreibende Bass von Dean Bernardini ist mir weiterhin einer der liebsten im Rockmusikbereich und Chevelle insgesamt haben verdammt nochmal einen höheren Bekanntheitsgrad hierzulande verdient, denn in den USA konnten sie just die Top20 der Charts mit ihrem neusten Werk knacken. Von meiner Warte aus wieder ein musikalischer Volltreffer oder wie der Anglist passenderweise sagen würde: Bull’s Eye.

Als Hörbeispiele habe ich mir "Clones" und „Envy" herausgesucht: einmal hart, einmal zart.

Clones by Chevelle on Grooveshark

Envy by Chevelle on Grooveshark

19. Dezember 2011

Trauer! Bestürzung! Vaterland!

Der geliebteste Führer aller Zeiten ist tot. Als einzig wahrer und aufrichtiger Fan des nordkoreanischen Ballsports kann ich meine Trauer nur schwer bändigen. Bis 2014 werde ich mir komplett neue Witze für das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch einfallen lassen müssen!

Hier einer meiner liebsten Beiträge, der Vorbericht zu Nordkorea gegen Schweden bei der Frauenfußball-WM in diesem Jahr (Endstand irrelevant):

Hurra! ER! Ist! Da! Anlässlich des siegreichen und umjubelten Auftretens der koreanischen Frauennationalmannschaft ließ es sich der von seinem Volk fanatisch blind geliebte und daher bereits seine dritten Augentransplantate tragende Führer Kim Jong-Il nicht nehmen, dem kapitalistisch geprägten Freistaat Bayern einen Kurzbesuch zu erstatten. In dem „Puppenkiste“ genannten zentralen Volksvertretungsorgan zu Augsburg sprach er sich für die Rückkehr zum Einparteiensystems aus, gab zahlreiche Autogramme auf sein frisch veröffentlichtes kommunistisches Manifest „Der Kim Kann’s“ sowie das neue literarische Werk seines Sohnes Kim Jong-Un („Der kleine Pups fährt um die Welt“) und beeindruckte die Abgeordneten mit seinen Deutschkenntnissen, als er seine Rede mit einem donnernden „I bin a Weißwurscht“ beendete. Offen angesprochen wurde auch der infame Anschlag des Klassenfeindes aus dem Süden, der die weltweit verehrte Genossenauswahl des einzig wahren Koreas mit gezielten Blitzschlägen ausser Gefecht zu setzen trachtete. Die bayrische Landesregierung versprach umgehend Abhilfe in Form von Gummischuhen und Blitzableitern. Nun steht dem Weltmeistertitel praktisch nichts mehr im Wege. Weißwurscht! Gummischuhe! Vaterland! (Offizieller WM-Korrespondent für Nordkorea, M. Inishmore für Prima Propaganda Pjöngjang)

18. Dezember 2011

IniRadio #219: The Goo Goo Dolls - Better Days

Nun aber wirklich mal was Festliches. Mit Texten übers Christkind und so. Dass wir uns alle die Hand geben und feiern sollen und überhaupt. Wir sind doch alle nur Menschen. Wir bestehen zu 70% aus Wasser. Mancher darüber hinaus zu 90% aus Nasenschleim und trockenem Husten. So wie ich gerade. In diesem Sinne: Better days for everybody!

Better Days (Album Version) by The Goo Goo Dolls on Grooveshark

15. Dezember 2011

Bartagame Gamer

Weihnachtseinkaufsliste (edit)

Tablet PC (Lenovo A1) - check
edit: Reptil kaufen (vorzugsweise frustresistenter Bartagame!) 
edit: Ant Crusher runterladen
edit: zugucken und grinsen

13. Dezember 2011

IniRadio #218: Riot - Riot

Auf die Rübe, Freunde! Riot sind wieder in der Besetzung zusammen, die 1988 den Powermetal-Hammer "Thundersteel" eingeschwungen hat. Also mit Tony Moore am Mikro, der seinen Hodenhochstand immer noch nicht hat behandeln lassen. Gut so! Mark Reale hingegen hext wieder an der Gitarre, dass mir die Tränen der Freude in meine Spaghetti Bolognese suppen. Die neue CD "Immortal Soul" muss ich mir mal vornehmen. Für Nicht-Metal-Freunde ist die Nummer ab Sekunde 25 unhörbar, aber ich brauche sowas manchmal.

Riot by Riot on Grooveshark

Creepy X-mas, everybody

Awkwardfamilyphotos.com läuten die "12 Days of Awkward" ein. 12 Tage mit seltsamen, peinlich berührenden Weihnachtsfotos. Nichts für Menschen, die das Fest ohne bleibende Sehschäden erleben wollen. Siehe oben das Bild zum ersten Tag.

Für den unermüdlichen X-mas-Horrorfan hat Topito die Top 53 des bildgewordenen Schreckens. Meine spontan gekürten Favoriten: (bei Bedarf zum Vergrößern anklicken)


Max Uthoff - Sie befinden sich hier

Der Jahresrückblick von einem sprachlich sarkastisch, schnippisch, bitterböse, aber auch lässig aufgelegten Max Uthoff. Das kann ein Jurastudium mit einem anstellen. Heute Abend übrigens bei "Neues aus der Anstalt".

11. Dezember 2011

2012 Entertainment - Abteilung: Muss spielen, muss gucken

Liebes 2012,

bitte lass die Welt nicht untergehen, bevor ich nicht die folgenden Spiele durchgezockt habe.





Und Prometheus will ich auch noch vorher im Kino sehen.





















Besten Dank im Voraus.

IniRadio #217: The Parlor Mob - Angry Young Girl / Two Steps From Hell - Fill My Heart


Wie passt jetzt ein wütendes junges Mädchen in die Vorweihnachtszeit? Außer der Tatsache, dass der Song von The Parlor Mob sehr ruhig daherkommt? Deshalb schiebe ich sicherheitshalber noch Fill My Heart von Two Steps From Hell nach: mit Streichern, Bläsern, Klavier und einer jungen, offensichtlich unverärgerten Frau, die sich feierlich langsam zum Orgasmus singt. Frohen dritten Advent wünsche ich da.

Angry Young Girl by The Parlor Mob on GroovesharkFill My Heart (Choir) by Two Steps From Hell on Grooveshark

9. Dezember 2011

Der typische Tatort in 123 Sekunden

"Ach du meine Güte, auf Tele5 läuft anscheinend eine gute Sendung. WALULIS sieht fern"
"Potzblitz, sieht tatsächlich so aus. Donnerstags um 0:40 Uhr."
"Dann bin ich ja beruhigt."



Nach Sichtung der ersten Folge (siehe Link oben) kann ich sagen: großartige Show.

Moderne Kunst

5. Dezember 2011

Deshalb mag ich... Community

Letzter, dramatischer "Wie kann man diese Show nicht mögen?"-Ausruf, bevor Community ab Januar für unbestimmte Zeit vom Bildschirm verschwindet. Tischfußball, Katzen mit Monokel, eine von Christian Bale handsignierte Batman DVD, ein uraltes, explodierendes Handy und Deutsche auf der Suche nach einem Wort, das die Freude über den Schaden anderer beschreibt - alles noch vor dem Vorspann abgehandelt.

4. Dezember 2011

IniRadio #216: Angels & Airwaves - All That We Are

War ich doch gestern gegen 12 Uhr tatsächlich in den örtlichen Großeinkaufsmarkt gefahren. Am ersten Samstag im Monat nach dem Weihnachtsgeld! Diesen nicht unbedeutenden Umstand für das Einkaufsvergnügen hatte ich in einem Anfall von Blödheit glatt vergessen. Menschen überall. Schlangen sogar an der Schnellkasse bis in die Gänge hinein. Einen älteren Herrn habe ich mit dem Einkaufswagen hinten an der Hacke erwischt. Nur leicht, denn ich führe wie im Straßenverkehr mein Gefährt stets defensiv, ja fast zärtlich. Habe mich natürlich sofort entschuldigt. Guckt der Kerl mich an und jammert: "Aber das tut so schrecklich weh!". Mein Tipp an die Ehefrau: Den würde ich bei der Shoppingtour kurz vor Weihnachten besser zuhause lassen.

Hier nun im Rahmen der musikalischen Besinnlichkeitsoffensive Angels & Airwaves aus dem zweiten Teil des LOVE-Albums, der übrigens wieder recht gut gelungen ist. Bisschen schwächer vielleicht als der erste Teil, aber doch empfehlenswert für unter den Weihnachtsbaum. Wenn es ein wenig spacig-atmosphärisch werden soll.

All That We Are by Angels & Airwaves on Grooveshark

2. Dezember 2011

CD des Monats: NIGHTWISH - Imaginaerum

Nachdem das bekannteste deutsche Musikreviewkomikertrio Wigger (Frisur: kritisch), Borcholte (Aussage: "Was ich nicht exklusiv höre, ist schon mal direkt scheiße") & Dörting (Anspruch: unerreichbar und im Witze flach) die neue Nightwish nicht besprechen kann, muss ich also in die Bresche springen. Ich könnte das natürlich im Stil dieser Ikonen tun und die Geschichte erzählen, wie ich gestern bei meiner Hausbank 1, 2 und 5 Cent-Münzen abgeben wollte, dabei aber nur blöde Rollen bekam, die ich in meiner Beschränktheit auch nicht auseinandergepfriemelt, sondern nur jeweils die oberste davon gefüllt habe, was bei der Abgabe rauskam, wofür ich mich schämte und dann war ja Monatsanfang, entsprechend stand auf einem Schild, dass man zu dem Zeitpunkt eh kein Geld einzahlen kann und Nightwish hören eh nur noch Mädchen und Friseurinnen oder Blumenhändlerinnen mit schwarzen Fingernägeln. (Gesamtwertung: 2)

Aber ich möchte mich eher ernsthaft mit dem neuen Werk der Finnen auseinandersetzen. Nah dran am Klang. Mit eng anliegenden Ohren statt mit hoch getragener Nase. Deshalb hier meine Eindrücke zu jedem Song direkt nach dem ersten Anhören.

1) Taikatalvi

Eine Spieluhr wird aufgezogen und es ertönt eine Melodie, zu der Bassist Marco Hietala auf finnisch singt. Noch Klavierbegleitung dazu, fertig ist das Intro. Erinnert mich ein wenig an die Songs von Trans-Siberian Orchestra. Nur halt nicht auf englisch. Mein erster Gedanke: einstimmungsvoll.

2) Storytime

Übergangslos in die erste Single. Meine Eindrücke dazu habe ich ja schon gepostet. Die Kurzzusammenfassung: nach mehreren Durchläufen gefällt es mir. Beim ersten Anhören hat mich die etwas zu hohe, ein wenig görenhaft klingende Gesangslinie irritiert (so als würde Pippi Langstrumpf oder eine verstörte Alice aus dem Wunderland bei Abba vorsingen, aber das ist wohl künstlerisch beabsichtigt und das Video bestätigt das ja auch), die Gitarre ist leider wieder nur reiner Rhythmusvorgeber und Solo gibt es auch hier keins. Dafür ist bei dieser Version der Kinderchor drin und ich hätte nie gedacht, dass ich das mal vor meinem 95. Geburtstag schreiben würde, aber der Kinderchor gefällt mir wunderbar.

3) Ghost River

Gitarrist Emppu Vuorinen gibt den Ton an. Das freut mich direkt, denn auf dem letzten Album hatte ich das Gefühl, dass der Mann nur noch zum tiefgestimmten Riffschrubben angestellt ist. Jetzt darf er mit seinem Instrument mal die Melodie führen und tragen. Annette Olzon singt glockenhell an und wird von Basser Marco scheinbar grundlos zusammengeschrien. Das alte Rollenspiel „Helle Stimme vs. dunkles Geschrei“ funktioniert wieder. Der Refrain bleibt hängen, das Orchester rummst, im Mittelteil schrubbt Emppu. Ein Kinderchor singt über das eigene Ertrinken. Schön morbide. Insgesamt sehr gute Nummer.

4) Slow, Love, Slow

Nun wird es musikalisch loungig, lässig und verrucht. Oder schmoov, wie der des Englischen unfähige Musikfreund sagen würde. Es erwarten den geneigten Hörer fingerschnippende Finnen im Jazz-Club. Dazu ein ausgeprägtes Gitarrensolo. Ich schreib es jetzt mal knallhart hin: Frontfrau Anette kann singen. Wer das auch bei dieser Nummer nicht mitbekommt, soll sich mal vor den Spiegel stellen, seinen Versuch aufnehmen und auf YouTube hochladen. Ungewöhnlicher Track, der aber unter die Haut geht. Ich klebe ein „Das können die also auch“-Schild an den Song.

5) I Want My Tears Back

Das wird die zweite Single - ich baue Stonehenge mit einem Schuhlöffel ab und wieder auf, wenn es nicht so kommen sollte. Erinnert mit seiner refrainigen Direktheit gleich zu Beginn an „Wish I Had Angel“. Natürlich lebt die Nummer von ihrem keltischen Flair, dem Dudelsackdingens und später der Fiedel. Ich gehe zum Plattenschrank, krame die „Wild Frontier“ von Gary „Gott-hab-ihn-selig“ Moore heraus und streichele über die Rillen von „Over The Hills And Far Away“. Sorry, aber mit der Mischung aus heftigem Rock und urigem Folk bin ich immer rumzukriegen. Ein lautes „YEAH“ von mir, als Emppu sich mit den Uilleann Pipes und der Fiedel duelliert. Gib’s ihnen, Emppu!

6) Scaretale

Die Zirkusnummer des Albums. Fängt bedrohlich mit einem wirren Kinderchor an. Rammsteins Till Lindemann würde wahrscheinlich irgendwann sanft einen Vers über kannibalistisch veranlagte Föten schnarren („Brüderlein schmeckt lecker pur, fein schmeckt auch die Nabelschnur. Wohin, ja wohin führt sie nur?“), Nightwish schleppen stattdessen natürlich das Orchester samt Chor in die Manege. Wuchtig wird’s, Annette gibt vom Gesang her die böse Herzkönigin aus Alice im Wunderland, Marco lädt ein zur Clownnummer, bei der wahrscheinlich Tim Burton zusammen mit dem Trololo-Mann die schönsten Songs aus „Corpse Bride“ und „The Nightmare Before Christmas“ aufführen. Ich bin mir sicher, die Jungs und das Mädel haben hier richtig viel Spaß beim Austoben gehabt. Ein herrlich abgedrehtes Stück, auf das man sich natürlich einlassen muss. Wer der reinen Nightwish-Lehre folgt, dürfte hier mürrisch-traurigen Blickes mit der Triangel in der Hand erstarren. Ich für meinen Teil mag Scaretale, denn es zeigt, dass die Band auch aus ihrem Rahmen ausbrechen kann.

7) Arabesque

Instrumental mit viel Percussion. Würde prima auf jedes Album von „Two Steps From Hell“ passen. Wer die nicht kennt, unbedingt mal in „Invincible“ reinhören. Die Songs erkennt man fast bei jedem Filmtrailer im Fernsehen oder Kino. Orientalisch, bombastisch, zudem scheint Tuomas wohl auch mal in die letzte Blind Guardian („Wheel of Time“) reingehört zu haben.

8) Turn Loose The Mermaids

Die nächste Ballade. „The Islander“ vom letzten Album ruft, denn es flötet auch hier wieder gar atmosphärisch. Entsprechend sehe ich vor meinem Auge weißgekleidete Isländerinnen auf schneebedeckten Berggipfeln stehen, die von Hubschrauberkameras umrundet werden. Mein Vorschlag, falls jemand vom Produktionsteam noch Inspiration für das Video zur dritten Single braucht. Kriegt sogar noch einen Western-Gringo-Touch im Soloteil und zum Schluss bringt uns die treue Fiedel nach Hause. Kann man sich nicht beschweren. Kuschelig wohlige Musik zum Träumen und Naturverstehen.

9) Rest Calm

Der klassische Gothic-Song-Einstieg. Sicherlich gewidmet all jenen, die meinen, Nightwish wären Gothic und nicht Symphonic Metal. Da juckt es dem alten Fan in der Rüschenbluse, das waren damals schon paradiselostige Zeiten. Leider der erste Song, der mir nicht ganz so zusagt, obwohl der Beginn wirklich vielversprechend ist. Der Grund: der Bruch beim Refrain, wo sich das Lied nicht wie erwartet sehnsuchtsvoll dramatisch in die Tiefe stürzt, sondern in schmusig-säuselhaften Singsang verfällt. Der Kinderchor verstärkt diesen Eindruck auch noch. Natürlich ist das dann ausgerechnet der Song, bei dem Emppu ein Solo spielen darf. Das hätte man schwermütiger, brachialer, trauriger lösen können.

10) The Crow, The Owl And The Dove

Das einzige Lied, das nicht von Tuomas Holopainen geschrieben wurde. Sondern von Bassist Marco Hietala. So sagt es mir das Booklet. Na, das dürfte jetzt ja eher saftig werden. Und es wird ...noch eine Ballade. Zwar in Duettform, aber halt noch eine Ballade. Mit keltischer Flöte. Geht in Ordnung, aber ich will mal wieder meine Haare durchschütteln, bevor es morgen früh zum Friseur geht (ist wirklich wahr).

11) Last Ride Of The Day

Den Anfang kennen Fans der Band bereits, dient er doch in der Remix-Version von DJ Orkidea als Einlaufhymne für den Sportverein Kiteen Pallo aus dem Heimatort von Hauptsongschreiber Holopainen. Hat alles, was ein Nightwish-Hit braucht: mitreißende Melodie, der Orchester und Chor mit auf die Reise nimmt; schön passender Gesang; einprägsamer Refrain und ... ich habe es beim ersten Anhören wirklich gedacht... da müsste jetzt Emppu mal einen rauslassen, das bietet sich doch an und tatsächlich, fliegt kurz vor Minute 3 ein flottes Solo über die Saiten. Definitiv ein Highlight des Albums.

12) Song Of Myself

Alles bereit für den Mammutsong, bestehend aus mehreren Akten. 13 Minuten und 37 Sekunden werden aufgerufen. Das hat Tradition, nun erwarte ich nichts Geringeres als den Aufbau und eventuell auch Einsturz epischer Klanggebilde. Klotzen halt, bis der Dirigent vor Schwäche vom Pult fällt. Es soll aber im Verlaufe der vier Abschnitte etwas anders kommen:

i) From A Dusty Bookshelf: knapp 45 Sekunden Intro mit Orchester, Chor und Riff

ii) All That Great Heart Lying Still: etwas abbaeske Bridge zum Refrain, der komplett vom Chor getragen wird. Gut.

iii) Piano Black: Übergang ins kernig Düstere, heavy Riffing, getragene Melodie, Wiederaufnahme des Refrains aus dem vorigen Part und zum Finale harte, mächtige Percussion.

iv) Love: hier sind wir beim wohl kontroversesten Song des Albums. Nach dem ersten Anhören ist für mich klar: der „Song of Myself“ endet in Minute 6:54 mit einem sanften Fadeout. Denn was die restlichen knapp 6 ½ Minuten folgt, sind nur noch gesprochene Worte mit sanfter orchestraler Begleitung. Mag sein, dass Komponist Holopainen diesen Worten viel Wert beilegt, dass sie ihm viel bedeuten. Andere schätzen sie vielleicht gar als Poesie. Sorry, aber für mich zählt nur die Musik und dementsprechend ist dieses Ende schon so etwas wie ein Absacker, wo ich mir eigentlich noch etwas Großes erwartet hatte. Wenn Imaginaerum schon verfilmt worden ist, hätte man diesen Teil des Songs ohne Probleme als Abspannmusik verwerten können. So endet für mich ein durchweg gelungenes Konzeptalbum auf einer etwas schwachen Note. Immerhin waren Nightwish clever genug (anders als z.B. Manowar auf ihrem letzten Album), ihre gesprochene Poesie ans Ende des Songs zu verlegen, wo sie keinen stören, der sie nicht hören will.

13) Imaginaerum

Etwas über 6 Minuten langes Instrumentalmedley, zusammengestellt von Orchesterleiter Pip Williams, das einen schönen Überblick über die musikalischen Themen des Albums gibt.

Fazit:
Das bisher abwechslungsreichste Werk der finnischen Symphoniemetaller. Sängerin Olzon liefert für meine Ohren eine engagierte, couragierte und insgesamt sehr gelungene Sangesleistung ab. Der Klimax fällt wegen „Love“ ein wenig flach, für manche eventuell sogar komplett weg, es hat vielleicht eine Ballade zu viel und meine Forderung von „Dark Passion Play“ namens „Mehr Soli für Emppu“ halte ich weiterhin aufrecht. Aber das Orchester und die rammsteinigen Riffs hauen rein, die Folkelemente bezaubern, die Mischung stimmt. Nach meinem Ersteindruck reicht es daher schon für eine Auszeichnung als CD des Monats.

I want my tears back by Nightwish on Grooveshark

1. Dezember 2011

The Black Keys - Lonely Boy

Neuer Monat. Und die Frage, welches Album mich am meisten beeindrucken wird. Nightwish mit Imaginaerum? Chevelle mit Hats Off To The Bull? Oder The Black Keys mit El Camino? Ich freue mich auf alle drei und klebe hier nun das beste Musikvideo aller Zeiten rein, das zwar mittlerweile tausend Mal durchs Netz gegangen ist, aber immer noch genial bleibt. Ich muss das nur anschauen und schon geht's mir besser.