CD des Monats: IOMMI - Fused

Heute, 12:30 Uhr, Autobahn A8 Richtung Zweibrücken, 33 Grad Celsius Außentemperatur, traf mich die Erkenntnis:

Ich habe sie gefunden, die ideale Musik für das entspannte Stehen im Stau. Tony Iommi (Markenzeichen: schwarzes Outfit, schwarzer Schnurrbart, schwarzes Haupthaar, bei diesen Präferenzen konsequenterweise bei Black Sabbath an der Klampfe) liefert Riffs, für die der Begriff "zähfließender Verkehr" erst erfunden wurde. Der Gute hat seine Gitarren schon runtergestimmt, als Rammstein noch in die Windeln gemacht haben und vom Namen her maximal Schubsschlamm waren.

Und Glenn Hughes ("The Voice Of Rock" oder "The Voice Of God," je nach Glaubensbekenntnis) röhrt sich bei Songs wie "Wasted Again" oder "Saviour Of The Real" die Stimmbänder dermaßen die Kehle hoch, dass man sich als zwangsstillstehender Autofahrer beim respektvollen Lauschen die Frage stellt: "Wozu über den Verkehr aufregen, wenn es der nette schreiende Mann aus dem CD-Player schon für mich tut ?". Hughes ist gesangstechnisch so ziemlich genau das Gegenteil von Säuselstimmchen Catterfeld, der würde die kleine Yvonne wahrscheinlich ohne Mikro von der Bühne pusten.

Summa summarum: Fused von IOMMI gehört in jedes gut sortierte Autoradio, ja sollte sogar so sehr Pflicht im Auto sein wie das Anlegen des Gurtes. Dann klappt's auch mit dem Stau. Aber auf mich hört wie immer keiner.

Ach ja, falls der Stau mal länger als 50 Minuten dauert: einfach lässig Russell Allen's Atomic Soul einlegen und bei den anliegenden Autofahrern für einen gepflegten Hörsturz sorgen. Auch hier exzellenter Heavyrock mit hohem Säuselstimmchenumpustfaktor. Einfach die Musik, bei der man sich erwischt, nach Ende eines Songs ein kernig tiefes "Yeah" in die einsetzende Stille gegrölt zu haben. Mein Rat an Handschuhfachdüsterrocker wie Nu Pagadi: gebt's auf, das werdet ihr nie schaffen.

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