30. April 2011

EINTRACHT FRANKFURT

Vorab meinen Glückwunsch an Borussia Dortmund zur deutschen Meisterschaft. War absolut verdient, das muss ich -wenn auch nicht neidlos- anerkennen. Ich ahnte, dass so etwas passieren würde und habe deshalb einen Tippschein ausgefüllt. Mit der Konstellation, dass der BVB die Sache klar macht und dass die Bayern - nur um mich zu ärgern - den dritten Platz wiedererobern werden.

Mit einer Truppe habe ich nun allerdings ein Hühnchen zu rupfen...




EINTRACHT FRANKFURT!
IHR SCHULDET MIR 168,17 EURO.

ICH WERDE DIE LETZTEN BEIDEN SPIELTAGE NUR NOCH AUF EURE SPIELE UND AUF EUCH ALS SIEGER SETZEN! WENN IHR DANN WIEDER NICHT GEWINNT, WERDET IHR MIT ZIEMLICHER SICHERHEIT ABSTEIGEN UND DAS HÄTTET IHR EUCH UNTER DIESEN UMSTÄNDEN WIRKLICH VERDIENT!!!!!!!

Dabei wollte ich zuerst auf einen Sieg der Stuttgarter bei Hoffenheim setzen (Endergebnis: 1:2).

29. April 2011

Altmeister-CD des Monats: JOHN WAITE - Rough & Tumble

Guilty pleasure ist ein Begriff aus dem Amerikanischen, der sich nur schwer ins Deutsche übersetzen lässt. "Laster" oder "heimliches Vergnügen" trifft nicht so ganz den Kern der Angelegenheit. Charakteristisch ist vielmehr, Spaß an etwas zu haben, für das man sich eigentlich schämen müsste. Wer heute morgen tatsächlich vorsätzlich den Fernseher einschaltet, dürfte das Gefühl kennen.
Zu dem erlauchten Kreis, der sich schon im Frühstücks-TV an gehäkelten Puppen des königlichen Paars heißmacht, gehöre ich definitiv nicht (so schnell habe ich noch nie weggezappt). Mein "guilty pleasure" hört auf den Namen John Waite.

Kernig-männlich spule ich hier drin wikingerkampferprobten Death Metal ab, zelebriere schroffe Industrial-Riffs und jetzt komme ich mit dem Kerl, der in seinem größten Hit Weiber anruft und ihnen hinterherheult. Das ist das Schöne an "Rough & Tumble" - die Scheibe hört sich an wie frisch aus den 80ern gebeamt und wäre von Marty McFly aus der Zukunft mitgebracht worden, wenn es zwischen ihm und Doc Brown mal nicht mehr so richtig gefunkt hätte. Ist schon schlimm, wenn man wie ich gerade die "Zurück in die Zukunft"-Filme auf Blu-ray geschaut hat und insofern anfällig für die Ära geworden ist.

Knarzig und trocken der Einstieg mit dem Titelsong, hymnisch und erhaben mein aktueller offizieller "Ischfroimischso"-Song "Skyward", danach honkytonkgeil und lasterhaft bei "Sweet Rhode Island Red". Weiterhin im Angebot: bluesig ("Love's Going Out Of Style"), nachdenklich ruhig ("Further The Sky", "Hanging Tree"), klassischer Waite ("Shadows Of Love", "Better Off Gone") und selbstgecoverter Waite ("Mr. Wonderful"). Allesamt veredelt durch die mich immer noch packende Stimme des Meisters. Sollte jemand von John Waite wirklich nur "Missing You" kennen und hören wollen, so lausche er der neuen Ruf-mich-doch-mal-an-Tränennummer "If You Ever Get Lonely". Wer da nicht schon beim Einstieg einen "Ochgottchen"-Seufzer lässt, ist innerlich schon kurz vorm Erkalten.

Bei mir heißt es nun jedenfalls wieder, meine "John Waite-Best of-und-ich-schäme-mich-nicht-dafür" fürs Auto auf den neusten Stand zu bringen. Denn es sind wieder locker 10 neue Songs dazugekommen.

Hörbeispiel:







28. April 2011

27. April 2011

Hab mich gerade mit den Briten versöhnt


Das Pfund steht günstig, bei zavvi.com kostet es gerade keine Versandkosten (auch wenn der Support eher mäßig ist und Wartezeiten anfallen) und knapp 8,50 Euro für vier CDs are really not of bad parents, sind wirklich nicht von schlechten Eltern. Ich mag die Briten ja doch, weil sie gutes Zeug erschreckend schnell billig verhökern. Dafür dürfen sie dann auch im Finale der Champions League mitspielen.

PAIN - Dirty Woman

Nach dem Debakel gestern Abend muss bei mir jetzt musikalisch ein wenig der Dampf raus, weshalb ich den Schönwettersong des Alkaline Trios nicht so einfach oben stehen lassen kann. Vorhang auf deshalb für das PAIN-Peterle, (in dem Zusammenhang: weshalb ist eigentlich die Single "Follow Me" nicht der offizielle Twitter-Song geworden?) dessen neues Album "You Only Live Twice" Anfang Juni rauskommt. "Dirty Woman" gibt es übrigens hier kostenlos zum Download.



P.S.
Der Drummer in dem Video erinnert mich stimmungsmäßig ziemlich genau an mich, so ab der 20. Spielminute im Champions League-Halbfinale gestern.

P.P.S.
An den Kollegen, dem ich den Song gestern vorgespielt habe:
Die Textstelle lautet "She tricks you with her smile", NICHT "She drinks you with a smile".
Was Leute für schmutzige Gehörgänge haben...

Schalke - Manchester 0:2

Ein ausgeglichenes Spiel mit zwei glücklichen Toren für die Auswärtsmannschaft.

Das wäre mein Fazit der Partie des gestrigen Abends gewesen, wenn ich pünktlich zum Anpfiff derselben taub und blind geworden wäre. Nach zehn munteren Einstiegsminuten, in denen die Schalker bis zum Strafraum hin ordentlich kombinierten, wurde es spielerisch langsam aber unaufhaltsam trübe. Inter Mailand galt als Berg und war doch ein Hügel, Manchester United blieb bis zum Schluss ein Massiv. Ein Massiv, in das Schalke ein paar dürre Holzstäbchen bohrte und hoffte, darüber nach oben klettern zu können.

Der Rangnick kann doch Englisch, hat laut Wikipedia Anfang der 80er im englischen Amateurfußball als Aktiver mitgemacht. An dessen Stelle wäre ich so nach einer halben Stunde, als die Roten gerade den Neuer kaputtschießen wollten, zum Kollegen Ferguson geschlurft und hätte ein Gentleman's Agreement an ihn herangetragen. "Ihr verausgabt euch nicht mehr unnötig gegen unseren Torwart, wir hören alle früher auf und nehmen ein schönes 0:0 mit. Auf der Insel entscheidet sich es dann. Deal?"

Aber nix. Stattdessen eine immer weiter drückende bis erdrückende Überlegenheit der Engländer, während die Knappen die Bälle nur noch bis zur Mittellinie an den eigenen Mitspieler bringen konnten. Kein Wunder, dass Franz "Manchester dürfte kein Problem sein" Beckenbauer sich schlauerweise einen freien Tag vom Mikro genommen hatte. Saß wahrscheinlich im Tresorraum der Bayern und schichtete Geldbündel für den Neuer-Transfer. Zwei Tore in drei Minuten entscheideten schließlich die ungleiche Partie. Danach schlich der englische Meister wie ein Raubtier um die niedergestreckte Beute und inspizierte, ob sie denn noch zucken wollte.

Ich weiß jetzt schon, dass Wolff-Christoph Fuss noch gestern Abend auf seine Moderationszettel für kommenden Mittwoch den Motivationsspruch "Anders als in Mailand braucht es diesmal nicht mal nicht die vollen 5 Auswärtstore" gekritzelt hat. Aber allein, mir fehlt der Glaube. War aber dennoch eine tolle Champions League-Runde, Jungs.

26. April 2011

IniRadio #191: Alkaline Trio - Off The Map

Ostern ist rum und das Wetter immer noch toll.
Sauerei sowas!

Die bisher dreifachen "CD des Monats"-Abräumer vom Alkaline Trio allerdings wissen, was man in so einer Situation tun muss. Denn wenn sie nicht gerade fröhlich gestimmt von Zündeleien oder selbstinduzierten Ablebeversuchen fantasieren, schreiben die Burschen herrlich relaxte Songs. Wie etwa "Off The Map".

25. April 2011

Amazon macht mich arm (Vol.3)

Das musste ja so kommen: nach zwei Folgen von "Game of Thrones" hasse ich jetzt schon diverse Charaktere, finde Tyrion und seinen Darsteller Peter Dinklage cool wie Sau und wäre gerne als Khal Drogo gecastet worden (die Dialogzeilen hätte ich locker hinbekommen). You got me, George R.R.:




Den ersten Band von "A Song Of Fire And Ice" habe ich auf Deutsch durchgelesen (wirklich und ehrlich eines der wenigen Fantasybücher, von denen ich das behaupten kann) und nach der Sichtung der beiden TV-Episoden MUSS jetzt einfach der bis dato veröffentlichte Rest her. Natürlich im englischen Original, denn es soll deutsche Fassungen geben, in denen man die Namen unschönst eingedeutscht hat. Die Box hat zwar aktuell 1-2 Monate Lieferzeit, aber die kann man sich ja mit der Serie verkürzen.

20. April 2011

Ostern's Eleven

Der offizielle Osterfeiertage-Beitrag steht an, eine zu meinem eigenen Erschrecken seit Beginn dieses Blogs bestehende Tradition. Immerhin ist mir ja schon mal ein toller, filminspirierter Titel eingefallen. Dummerweise müssen dementsprechend noch 11 einigermaßen gefüllte Absätze zum Thema aus den Tasten huschen, ehe ich mich hier drin in Richtung Osterferien aufmachen kann.

1) Osterserien

Ich hatte es ja schon in der "Ich, Ini"-Rubrik erwähnt, dieses Jahr blu-rayt es TV-Serien. Schon erschreckend, wie wenige Shows den Sprung auf die hochaufgelöste Scheibe schaffen, um so erschreckender, wieviel der Spaß dann auch kostet. Weshalb ich mich via PlanetAxel (früher AxelMusic) bei den Amis bedient habe. Die verstecken zwar böserdings ihren Regionalcode auf ihren Datenträgern, damit hierzulande auf der flimmerfreien Kiste außer einem freundlichen "Ätsch" nichts zu sehen ist (sonst hätte es blutige Ostern mit "The Walking Dead" gegeben). Doch es gibt angenehme Ausnahmen:


Die erste Staffel von Modern Family ist jetzt schon Kult. Ich weiß noch, wie mich die Eröffnungsfolge direkt umgehauen hat. SuperDad, der "WTF?" mit "Why The Face?" übersetzt; Cameron, der sein adoptiertes Kind zu löwenköniglichen Klängen präsentiert; Jay, der nicht aus dem Klappstuhl hochkommt; Manny, der ältere/größere Schülerinnen anhimmelt und Gedichte schreibt; die Familienzusammenführung am Ende. Grandiose Momente und alle in der ersten Folge versammelt.   
Pushing Daisies Season 2 musste alleine deshalb her, weil die erste Staffel schon als Blu-ray hier liegt und doch zusammenkommen muss, was zusammenkommen muss. Wie am Ende der Zuckerbäcker und die schöne Frau im knalligfarbigen Kleid.

2) Osterspiele


Natürlich Portal 2. Wobei mir leider der Sparfuchs die Ostereier von GlaDOS weggeschnappt hat. Denn ich hatte das jetzt schon überall mit Höchstwertungen zugeschmissene Spiel schon vor langer Zeit bei den Engländern von Zavvi.com zu einem sehr charmanten Preis vorbestellt. Ohne zu ahnen, dass die Veröffentlichung kurz vor Ostern ansteht und ich dann gut eine Woche oder sogar mehr ausharren muss, bis der englische Osterhase aufs Festland übergesetzt hat. Grmbl. Bleibt halt genug Zeit für die dritte Abenteuerserie von Sam & Max. Und wohl auch für Doc Brown und Marty, weil Back To The Future - The Game mir gerade für $19,95 angeboten wurde.

Edit: hier noch ein schönes Portal / Mortal Kombat Mashup

3) Osterfilme


Da liegt einiges herum, was endlich mal aufgearbeitet werden muss. Ganz oben auf der Liste: Avatar. Extended Cut. Aber wann kommt man schon dazu, einen Film mit fast 3 Stunden Laufzeit zu schauen? Bei mir heißt die Antwort: Ostern. Nach dem ersten großen Fressen. Wenn man sich maximal noch zum Fernsehsessel bewegen kann. Dahinter auf der Liste: Memento, Young Guns (Der ist ab 18! Wohl, weil Charlie Sheen mitspielt), Zodiac.

4) Ostereierwürze

Jedes Jahr die große Frage, was man sich aufs Ei schmieren soll. Remouladensoße war ewig lang mein Favorit, in den letzten Monaten habe ich aufschmiertechnisch aber einiges durchgemacht und bin gerade jüngst der "Meerrettich! Auf! Alles!"-Geschmacksdiktatur entkommen. Aktuell horte ich zu meiner Schande Tsatsiki-Becher. Gefüllt mit Tsatsiki. Keine Ahnung, ob das zusammenpasst. Aber ich MUSS es ausprobieren.

5) Osterpuffreiseier

Jawoll.
Muss sein.
Auch dieses Jahr und überhaupt für immer spreche ich dem Osterpuffreisei meine Treue aus.

6) Osterhasen

Vollkommen überbewertet. Vielleicht einen. Eventuell Nuss. Oder weiße Schokolade. Aber bestimmt nicht zartherb. Möglicherweise rebelliere ich auch und hole gar keinen.

7) Osterfressalieneinkauf

Zu 100% dann, wenn jeder andere Mensch mit gesteigerten Einkaufsbedürfnissen unterwegs ist. Und gesteigerten Rumstehereibedürfnissen, wenn ich mit meinem schwer beladenen Einkaufswagen vorbei möchte. Wann kann ich endlich am Eingang einem freundlichen Computer ein "Geben Sie mir eine Auswahl ihrer totesten Tiere von bester Qualität oder gerne auch umgekehrt, Preisgrenze 30 Euro, schönen Tag noch!" entgegenschleudern und mich fünf Minuten später vom Acker machen?

8) Ostermusik

Aktuell höre ich die neue Dropkick Murphys ("Going Out In Style") hoch und runter. Irish Folk Punk. Am Ende kaufe ich nur grüne Eier und besaufe mich, wenn sich das nicht in den nächsten Tagen ändert. Bruder verzweifelt gerade an der neuen Nazareth, es gefallen ihm ansatzweise höchstens drei Lieder. Das Album musste er aber ungehört kaufen, weil er ja alle anderen auch hat. Ich befürchte, die Feiertage über darf ich wieder "Love Hurts" hören (das ist nämlich selbstverständlich in einer Akustikversion auch auf der neuen CD drauf, seufz).

9) Osterrasenpflege

Erledigt. Schon letzten Samstag. Dennoch Kontrollgang am Wochenende. Sollte mir irgendeiner Eier auf den Rasen geschmissen haben, setzt es was!

10) Ostergetränk

Nix Cola, nix Fanta, nix Sprite. Sprudel von Gerolsteiner wie gehabt. Zur Abwechslung irgendwas Schorliges oder Saft. Ich sehe mich jetzt schon in der Getränkeabteilung stehen und nach krankhaften Flüssigkeitsfärbungen Ausschau halten. Das Limonengesöff bei Aldi etwa kaufe ich auch jedesmal und nur wegen der herrlich kotzgrünen Tönung. Spektakuläres Geständnis am Rande: Seit neustem verfalle ich sogar ab und an wieder dem Malzbiertrunk.

11) Osterkauleistenfunktionsfähigkeit

Makellos. Letztes Jahr hat mir ja ein tückischer Kaustreifen eine Zahnruine ins Gebiss gebaut. Dort glänzt nun eine scheinende Krone, die sich auf viel Arbeit einstellen darf.

In dem Sinne, frohe Osterfeiertage!

18. April 2011

TV Moment Of The Week: Broyles On Drugs

http://www.youtube.com/watch?v=2UzD9HIVZ1w

Grenzbereichserfahrung der besonderen Art.
Das Autorenteam von Fringe scheint da besonders hart im Nehmen zu sein...

16. April 2011

Seriencheck (XL)

Der Seriencheck wird 40 (falls jemand von XL etwas anderes erwartet haben sollte)!
In der letzten Ausgabe vor der großen Saisonschlussbewertung mit an Bord: zwei Neustarts, vier bereits abgeschlossene Staffeln, Enttäuschungen, aber auch positive Überraschungen.

Breaking In (S1E01-S1E02)

Christian Slater spielt den Chef der Firma Contra, die im Auftrag ihrer Kunden Schwachstellen in deren Sicherheitssystemen ausfindig macht. Dazu lässt er seine Crew, bestehend aus Hackern, Knackern, Täuschern und Tricksern, in geschützte Gebäude einbrechen. US-Serienfans erkennen gleich Bret Harrison (Grounded For Life, Reaper) als frisch zum Team gestoßenen Hacker, der von den Kollegen zur Einstimmung gleich mal flott gepiesackt wird.

Als ich die Beschreibung las, hielt ich die Show für eine Dramaserie und wollte eigentlich gar nicht erst reinschauen. Ocean’s Eleven trifft halt auf irgendein Ermittler-Detektiv-Technikdingens-Format, war mein erster Gedanke. In Wahrheit ist Breaking In allerdings eine Comedyserie, die wohl Nerds im Allgemeinen und Fans des A-Teams im Besonderen ansprechen soll. Vor allem Mr. Slater gibt eine neumodische Version von Colonel John "Hannibal" Smith zum Besten, dass man eigentlich minütlich auf die Zigarre im Mundwinkel oder den „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“-Spruch wartet. Der Rest des Teams besteht neben dem bereits erwähnten Frischling aus der attraktiven und umworbenen Knackerbraut, dem dunkelhäutigen Geek, der den Zuschauer direkt aufgedreht mit Star Wars- und Star Trek-Referenzen bombadiert und schließlich dem Spezialisten für Verkleidungen, dem ich im Piloten wegen seiner Mimik sofort den Spitznamen Jim Carrey 2.0 verpassen musste..

Mein Eindruck nach zwei gesehenen Folgen: ordentlich, wenn auch für meinen Geschmack ein wenig zu sehr bemüht auf cool, lässig und nerdy getrimmt. Es bleibt abzuwarten, was die Autoren aus den Figuren noch herausholen. Denn Slater alleine wird es nicht richten können.

Ersteindruck:
S1E01: 4.5 von 6 Punkten (befriedigend), S1E02: 4.0 von 6 Punkten (durchschnittlich)

The Paul Reiser Show (S1E01)

Paul Reiser wurde zusammen mit Helen Hunt durch die Beziehungs-TV-Komödie Mad About You berühmt. In seiner neuen Show auf NBC spielt er sich selbst als den nach außen hin nett und freundlich wahrgenommenen ex-Comedystar, der auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist und mit den von der Ehefrau und den Kindern in sein Leben geworfenen Freunden den Alltag meistert. Wie zum Staffelauftakt etwa eine Bastelarbeit für die Schule, die Antwort auf die in Formularen gestellte Frage nach der aktuellen Berufsbezeichnung oder ein Testprojekt als Gameshowmoderator. Dass dabei der Stil an die Erfolgsserie Curb Your Enthusiasm angelehnt ist, wird gleich im Piloten nicht verhehlt, sondern gelungen im Gespräch mit Gaststar Larry David auf eine Meta-Ebene gehievt.

Die Quoten für die erste Episode waren wohl, was ich so gelesen habe, ein ziemliches Desaster.
Aber da stelle ich mich tapfer wider den Trend der Ignoranz und rufe Richtung Amerika: „Mr. Reiser, I really liked your show!“. Er wird es wohl nicht lesen, es wird wohl nichts helfen, es musste aber mal gesagt werden. Wer an Curb mit seinen Dialogen, Situationen und Eigenheiten seinen Spaß halt, sollte sich wirklich hinsetzen und der Paul Reiser Show eine Chance geben. Ich fand den Piloten witzig, unterhaltsam, sympathisch und damit ein Highlight inmitten der eher mauen Neustarts in der Comedyschiene diesen Jahres. Alleine der Charakter Habib „I got everything“ ist bereits die 21 ½ Minuten investierte Zeit wert. Aktuell sind sechs Folgen geordert und es wäre eine Schande, wenn diese Serie so schnell wieder vom Bildschirm verschwinden würde.

Ersteindruck:
S1E01: 5.5 von 6 Punkten (sehr gut)

Californication (Season 4)

Hank Moody ist wieder besser drauf in der vierten Staffel. An die ganz großen Übercoolness-Aktionen der ersten beiden Seasons kann er zwar nicht wieder anknüpfen, aber wenigstens dafür die eher schwache Vorgängerausgabe vergessen machen. Was auch damit zusammenhängt, dass es gibt wieder so etwas wie eine Story gibt, die an frühere Ereignisse anknüpft und sich als roter Faden durch Hanks neue Abenteuer zieht, weshalb sich „Californication“ nicht nur über Oneliner und Sexszenen definieren muss. Nichts gegen hübsch ins Bild geschobene Brüste und schnodderig geraunte Sprüche, aber ich finde die Hauptfigur mit am interessantesten, wenn sie sich immer wieder in der Rolle als Vater und Freund versucht, der trotz vieler gescheiterter Versuche nicht aufgibt, seine Familie zusammenzuhalten. Mit „Monkey Business“ stand fernab dessen eine gelungene Folge voller schräger Situationen zu Buche, man zitierte ein paar frühe Klassiker der Show und das Finale schließlich ließ den Fan mit einem wohligen Gefühl der Zufriedenheit zurück.

4,5 von 6 Punkten (befriedigend)




Episodes (Season 1)


Kurz und knapp gesagt: das hätte besser werden können. Die erste Episode machte mir soviel Lust auf die Charaktere, die Story, die Entwicklung der Show in der Show. Doch die nur 7 Folgen umfassende Staffel verlor sich zusehends in der Dreiecksbeziehung zwischen den beiden Autoren und Matt LeBlanc. Dabei hätte ich viel lieber gesehen, welche Reaktionen, welche Veränderungen die amerikanische Adaption des britischen Serienstoffes hervorgerufen und durchlebt hätte. Und wie die Autoren und Schauspieler damit umgegangen wären. So kam Episodes nach dem guten Einstieg nie über das Prädikat „in Ordnung“ hinaus, das letzte Drittel geriet von meiner Warte aus sogar eher unterdurchschnittlich. Schade drum.

4 von 6 Punkten (durchschnittlich)







Mr. Sunshine (Season 1)

Auch Matthew Perry hätte ich einen besseren Wiedereinstieg in die Comedyschiene gegönnt. Die 9 Episoden der ersten Staffel sind allerdings eine einzige verpasste Chance und zeigen, dass ein guter Charakter einfach nicht reicht, um ein Comedyvehikel zu tragen. Perry als der trockene Sprüche absondernde Mehrzweckhallenmanager gibt einen Chandler, der nie seine Friends bzw. seine Monica getroffen hat. Seine Chefin, dargestellt von Allison Janney, müht sich um Extravaganz und Schrägheit, kommt allerdings an die Vorbilder wie 30Rocks Jack Donaghy oder Better Off Teds Veronica Palmer nicht heran. An hervorhebenswerten Figuren war es das dann auch schon (sofern man die leider zu kurzen Gastauftritte von Jorge "Hurley" Garcia außen vor lässt). Denn der Rest der Belegschaft schwankt zwischen nervig (Nate Torrence als Sohn der Chefin mit kindlichem Gemüt), eindimensional (Portia Doubleday als Assistentin) bis schön anzusehende, aber nicht weiter auffallende Staffage (Andrea Anders, James Lesure). Immerhin: in der letzten Episode zauberte Lizzy Caplan als Kurzzeitfreundin von Ben so etwas wie schauspielerisch fühlbare Präsenz auf den Schirm.

Am treffendsten bringt mein Bruder das Fazit auf den Punkt: denn jedesmal beim Abspann, wenn die Comicfigur mit dem begeisterungsfreien Ausdruck im Gesicht die Achterbahn runterfährt, kommentiert er das mit einem „Genauso ging es mir wieder mit dieser Folge“. Ohne Mr. Perry wäre die Show ein einziges „Meh“.

4 von 6 Punkten (durchschnittlich)

InSecurity (Season 1)

Bei meiner Fernsehstippvisite ins Land des Eishockeys, des Ahornblattes und der Elche wurde mir schnell klar: Die Sicherheit Kanadas kann nicht gewährleistet werden. Dafür sorgt mit gewissem Stolz die nationale Sicherheitsbehörde NISA mit ihren Agenten, in deren Reihen ein Jack Bauer mit großer Wahrscheinlichkeit nicht eine einzige Stunde überlebt hätte. Wer wie ich 24 mit all seinen liebgewonnenen Szenarien gesehen hat, dürfte an diesem gelungenen Spoof des kanadischen Senders CBC seine Freude haben. Nach ausnahmslos jeder Episode waren jedenfalls bei mir auf der Couch die Stirnklatschmomente und die anerkennenden „Ist das ein Scheiß“-Lobsprüche präsent. Schade, dass die Legende Leslie Nielsen das nicht mehr miterleben konnte, er hätte sofort eine Rolle für sich einbauen lassen.

Der planlose Dandy-Chef, die blond-verpeilte Einsatzleiterin, der afrikanische Folterfreund, der rothaarige Agent mit der Lizenz zum Rumtölpeln, der gemütliche Franzose mit der gourmethaften Außer-Form-Figur, die asiatische Zyankalizynikerin - ich habe sie im Verlauf der 13 Folgen alle schätzen gelernt und es war eine Freude. Keine Ahnung, weshalb InSecurity bei IMDB eher schlecht wegkommt. Wer sich auf den Humor einlässt und vor allem die parodierten Vorlagen kennt, hat mehr Spaß als Chloe damals bei der Vertuschung von Jack Bauers Geheimaktionen.

5.5 von 6 Punkten (sehr gut)

13. April 2011

Schalke - Inter Mailand 2:1

Championsleaguesiegerzweifachbesieger.
Triplegewinnerdemontierer.
Bayernverbesserer.
Drei Titel, die den Schalkern jetzt schon nicht mehr zu nehmen sind.

45 Minuten wunderbare Ereignisarmut und schönstmögliche Ergebnisverwaltung, gekrönt kurz vor der Pause von Raúl. Lucio machte den Weg frei und mir ist es ehrlich gesagt egal, wo er in dem Moment genau hinwollte. Wahrscheinlich eine gute Sichtposition einnehmen, um optimal zuschauen zu können, wie ein spanischer Weltstar einen Torhüter ausspielt. 1:0.

Der Ausgleich zu Beginn der zweiten Hälfte. Selten war mir ein Tor so herzlich egal. Mit offenen Armen habe ich es empfangen, akzeptiert und ihm gefällig über den Kopf gestrichen. Gut gemacht, 1:1. Wenn du groß bist, reicht es vielleicht mal für mehr. What shell's, würde der Engländer in diesen Momenten sagen, wenn er gerade seiner Muttersprache wehtun wollte.

Die Italiener insgesamt zu undominant, setzten wohl eher auf ein Wunder als auf ihr Können. Mir war schnell klar, dass die Pasta gelutscht war. Hervorheberwert die Vorarbeit durch Na-wer-wohl zum späteren 2:1 durch Benedikt Höwedes, das Tor quasi die deutsche Verteidigerantwort auf das 1:0. Der Kugel hinterlaufen, kurz den Gedanken an ein kunstvolles Umspielen des Torwarts im Kopf aufblitzen lassen, genauso schnell verwerfen und trocken flach abziehen.

Nun wartet Manchester. Dummerweise nicht im heimischen Old Trafford, sondern zunächst in der Arena. Hätte ich ja lieber andersrum gesehen. Sollten die Knappen aber auch dann überzeugen, wenn sie gegen einen ganz Großen das Spiel machen müssen, ist wirklich alles drin. SAT1 dröhnt ja jetzt schon mit "London Calling" und richtet die Augen auf "The Way To Wembley".

"Chamber, chamber!" kann ich da nur entgegnen, "Gemach, gemach!".

IniRadio #190: Within Temptation - Faster

Ein bisschen sehr poppig und ohne Kanten präsentiert sich die neue Within Temptation. Mehr Keyboard, weniger Orchesterwumms, fehlende Rauheit in der Gitarrenarbeit, tiefere Stimmlage der Sängerin. Als hätte man ABBA in Lederklamotten gesteckt und in einer Vollmondnacht alleine im Wald zurückgelassen. Aber es ist halt auch verdammt nochmal eingängig und beim Anblick von Sharon den Adel ziehe selbst ich meinen Amon Amarth-Wikingerhelm vom Kopf und heule wie ein verwöhntes Schoßhündchen, wenn es Leckerli gibt.

Aus all diesen Gründen klebe ich jetzt das Video zur Single "Faster" hier rein. Für alle, denen das Riff bekannt vorkommt: It's a wicked game they play with him.

12. April 2011

Arrested Development Insider Joke

Bei amazon.co.uk hauen sie gerade die Komplettbox für unter 20 Pfund raus und ich schwöre: wenn ich nicht schon alle Staffeln hätte, ich würde sie mir kaufen. Spätestens im Sommer steht da eine neue Sichtung an, gerade im Hinblick auf die schwachen Comedyserien in diesem Jahr.

8. April 2011

Baby Emerson und das Fernsehen

Baby Emerson und seine Reaktion auf die naseputzende Mutter dürfte mittlerweile überall bekannt sein bei knapp 14 Millionen Views auf YouTube. Mein Lieblingsneuschnitt des kleinen Dramas ist aber der hier:

7. April 2011

Ü-Man in: Ü-Man tritt zurück

IniRadio #189: Poets & Pornstars - Rock And Roll / Danko Jones - Lovercall

Ein weiterer Vertreter der endlosen Reihe der "Mach's Autofenster auf, das Wetter ist schön, der Sound muss an die frische Luft"-Gute-Laune-Songs.

Aus dem Soundtrack von Californication Season 2 und daher am besten und authentischsten in einem schwarzen Porsche mit kaputtem rechten Scheinwerfer zu genießen.



Mein offizielles Frühlingsdonner-Eröffnungslied ist jedes Jahr übrigens der Klassiker von Danko Jones: "Lovercall".

Coz i love it when it goes like THAT



Hätte Hank Moody sicherlich auch angesprochen...

5. April 2011

Inter Mailand - Schalke 2:5

Inter geht unter.
Im heimischen San Siro.
Mit 2:5.
Gegen Schalke.


Das deckte sich so ungefähr mit meinen Erwartungen.

NEIN. QUATSCH.
ICH KRIEG MICH NICHT MEHR EIN. GIBBET'S JA NICH'. UNFASSBAR.

Dabei hatte ich nach nicht mal einer Minute schon den Hals voll. Die erste Flanke nach vorne und die Abwehr in Form von Matip torkelt ziellos dem Ball hinterher, als hätte vorher noch nie jemand eine Hereingabe aus dem Halbfeld versucht. Neuer bricht den Rekord im Weitkopfball, aber dieser Stankovic trifft die Kugel, wie ich sie zu meinen besten Zeiten bei 10.000 Versuchen nicht hätte nehmen können.

Italienische Mannschaft, dazu noch Champions League-Sieger letztes Jahr, führt mit 1:0. Da weiß man, was man zu erwarten hat. Auffällig aber schon zu diesem Zeitpunkt: die Knappen kriegen Platz. Ich habe beileibe viel zu viele Bundesligaspiele meiner Schalker in diesem Jahr gesehen, kann mich aber an keines erinnern, in dem die Jungens so unbedrängt nach vorne spielen durften. Es geht was, scheint der Mailänder signalisieren zu wollen.

Ausgleich zum 1:1, das Griechenbübchen nach einer Ecke mutterseelenalleim beim Kopfball, Matip wurschtelt den Abpraller rein. Fein gemacht und nicht unverdient. Jurado kurz danach ebenfalls ohne jegliche Aufsichtsperson unterwegs, aber zu flach auf den Keeper gehalten. Die Schalker Hintermannschaft reizt derweil die Abseitsfalle und meine Nervenstrapzierfähigkeit aus.

2:1 - Uchida läuft nicht mit, Milito dafür rein. Musste ja so kommen. Ich hoffe auf eine knappe Niederlage. Stattdessen 2:2 und Auftritt Edu, der nach feinem Zuspiel von Baumjohann mächtig Raum zum Körperreinstellen bekommt und die Nachschussgelegenheit reaktionsschnell und artistisch mit dem tornäheren linken Bein reinlegt. Hätte ich dem alten Brasilianer auf seine Tage nicht zugetraut, mit dem rechten Treter wäre es räumlich wohl zu knapp geworden. Halbzeit.

Anfangsminuten sind der Schalker Sache nicht. Zwei Riesenchancen, einmal kann Milito fast mehr Netzinnenseite als Raum außerhalb treffen, dann rettet Neuer fantastisch gegen Eto'o.

"Wo ist eigentlich Raúl?", fragt mich mein Bruder. "Da isser!", antworte ich anlässlich des 2:3. Der alte Mann ist einfach großartig, ich mag den unheimlich und vergesse darüber fast die pünktlich zu Turnieren anstehenden Demütigungen seiner spanischen Nationalmannschaftskollegen gegenüber der DFB-Elf. Nimmt den Ball an, dreht sich um, schiebt in die kurze Ecke ein, als Julio Cesar die lange Ecke auszufüllen versucht. Jetzt bin ich gespannt, wie der Mailänder darauf reagiert.

Lustlos. Als wäre es ihm jetzt zu blöd, dass er für seine Anstrengungen plötzlich nur noch mit dem Ausgleich und nicht mit einer etwaigen Führung belohnt wird. Weshalb er sich das 2:4 gleich selbst reinlegt. Nach dem übertriebenen Platzverweis gegen Chivu will kein Gestreifter mehr ernsthaft mitkicken, wie brutzige Kinder stehen sie rum, es fehlen nur noch ein paar verschränkte Arme vor der Brust. Farfan läuft einfach mal an den Beleidigten vorbei und trifft den Pfosten. Kurze Zeit drauf das 2:5 durch Edu, trocken abgezogen und Cesar mehr mit Nachschauen als Abwehren beschäftigt. Das war's.

Ich bin zufrieden, besser konnte es nicht laufen. Überragender Einstand für das Rangnick. Mich freut es vor allem für den Baumjohann, der endlich wieder Spaß auf dem Platz hat. Da kann noch etwas heranreifen. Vor Euphorie überquellen möchte ich aber noch nicht, da nehme ich die SAT1-Fachkompetenz als warnendes Beispiel. Beckenbauer etwa (nach dessen Meinung Edu vorher monatelang nicht für Schalke gespielt hat, jaja) sieht Chelsea und Manchester beide als machbar, wenn die Knappen diese Leistung nochmal abrufen. Dann müssten die Engländer aber auch genauso mitspielen, also hinten Platz lassen und vorne versemmeln.

Egal. Heute wird gefeiert. SCHAAAAAALKEEEEEE 25, SCHAAAAAAALKEEEEEE 25.

Das Rangnick schafft das!

Der Saarländer empfindet bekanntlich alles Weibliche als sächlich. Es heißt nicht die Anke, die Karin oder die Petra, sondern es Anke, es Karin und es Petra.  Der Kerl hingegen bleibt ein Kerl und erhält ein de vorangestellt. De Michael, de Christoph oder eben de Ralf.

Wohl deshalb musste ich gestern beim Blick in die neue Ausgabe des kicker eine Zeitlang grübelnd innehalten und mich fragen, wieso der neue Schalke-Trainer Rangnick auf dem Titelblatt so dreist seiner Männlichkeit beraubt wurde. Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn es Ralf die Schalker Jungs besser machen würde als die Bayern. Dann wären wir nämlich Ende der kommenden Saison ganz sicher für die Champions League qualifiziert. Woran es Louische bei den Bayern ja gerade noch arbeitet.

Wie auch immer. Für heute Abend gegen Inter Mailand (dankbarerweise nirgendwo im Free-TV live zu verfolgen) (Halt, Halt, läuft doch auf SAT1) gilt: Mach es gut, Ralf.

4. April 2011

CD des Monats: AMON AMARTH - Surtur Rising

Holt euer bestes rohes Hackfleisch aus dem Kühlschrank und packt es in die feine Porzellanschüssel - die Wikinger sind wieder da!

Ich gebe mich geschlagen, die neue Amon Amarth ist doch eindeutig "CD des Monats"-Material. Obwohl zumindest bei mir nach dem ersten Höreindruck der Opener "War Of The Gods" mit seinen genialen Iron Maiden und Running Wild-Zitaten alle anderen Songs weit überstrahlt hat. So fängt man ein Album an, werte Mitmetaller! 11 von 10-Power aus allen Instrumenten, knochenknackharte Produktion, das bewährte "Alle Mann nach vorn"-Gegröle von Johan Hegg und hymnische Melodiebögen als angenehmer Abwechslungsfaktor zum Gemetzel.

Die restlichen Tracks mussten erst wachsen, um nach diesem Blitzstart richtig gewürdigt werden zu können. "Töck's Taunt - Loke's Treachery Part II" rumpelt los, als hätte man Rumpelstilzchen persönlich tonnenschwere Hörner aufgesetzt und zum Tanz gebeten. "Destroyer Of The Universe" ist wie "A Beast Am I" musikgewordene Raserei ohne Rücksicht auf Materialbelastbarkeit. "Live Without Regrets" zeigt stellvertretend für die ganze CD wunderbar, wie die Gitarristen Johan Söderberg und Olavi Mikkonen mit ihren eingestreuten Riffs die Rohkostplatte würzen und so von der Einheitspampe deutlich abheben. Bemerkenswert ist "Victory Or Death", bei dessen plötzlich auffahrenden Keyboards ich immer an Troubadix denken muss, der sich in die Wikingermeute eingeschlichen hat und dafür am Ende wohl mindestens an einen Baum gefesselt werden dürfte. Das treibende "Wrath Of The Norsemen" im Anschluss macht aber deutlich, dass Gefangene oder Überlebende eher die Ausnahme sind.

Wenn es etwas zu bekritteln gibt, dann wäre es wohl der Hang des Hordenanführers Hegg zum gedehnten Tiefengegrunze, der manchen Liedteil etwas unnötig zäh gestaltet, ehe die Gitarren es wieder raushauen. Schwächer wird es auch, wenn der Wikinger ruhiger wird und über das Leben sinniert, während er die Eingeweide seiner Gegner zum Trocknen aufhängt. Bei dem Rausschmeichler "Doom Over Dead Man" funktioniert das dank Streichern und dem groovenden Uptempo-Teil gegen Ende noch ganz gut, während das ähnlich aufgebaute "The Last Stand Of Frej" demgegenüber abfällt. Aber das sind nur ganz kleine Dellen im Schild der wieder einmal den Sieg davontragenden Krieger aus Tumba, Stockholm.

2. April 2011

Space-Tasten raus, Zockerprüfung!

Wer "Space Is Key" bis zum bitteren Ende durchspielt, besitzt in der Tat diesen selbstquälerischen Ehrgeiz, wie ihn nur Zocker haben. Und die Fähigkeit, hochnervige Begleitmusik auszuhalten. Das Prinzip: Spring mit dem Block durch gottgleiches Timing über Hindernisse.

Ich habe tatsächlich mit 908 Toden bestanden.