CD des Monats: GRAND MAGUS - The Hunt

Rockmusikexperten und -veteranen, vorgetreten! Wer erinnert sich noch an die Old Gods of Asgard? Na? Odin und Tor Anderson waren damals in den 70er Jahren einfach die Größten. Sie rockten wie die nordischen Götter kurz vor Ragnarök und hätten mit Sicherheit die Bühnen dieser Welt im Sturm erobert, wenn sich Bassist Fat Bob nicht entschieden hätte, Walhall frühzeitig einen auf ewig dauernden Besuch abzustatten. So zogen sich die Heroen des Fantasy Norse Heavy Rock auf ihre Farm in Bright Falls zurück und sollen letztmals gar in der örtlichen Nervenheilanstalt gesichtet worden sein.

Wer jetzt Anekdoten von der letzten Tour 1978 zum Besten gibt, ist ein Angeber und Scharlatan. Denn die Old Gods Of Asgard haben niemals existiert. Die Band, ihre Songs, ihre Mitglieder und die Geschichte ihres Aufstiegs und Falls sind lediglich erfunden worden für "Alan Wake", einem Actionspiel für PC und Xbox360. In einem der Level etwa wehrt man mit Hilfe von Scheinwerfern, Taschenlampe und Revolver zu den rockigen Klängen der nordischen Götter Dutzende von bösartigen Schattenwesen ab, die einen riesigen Bühnenaufbau erstürmen wollen. Großartiges Spiel, kann ich jedem nur ans Herz legen, wer es noch nicht kennen sollte.

Was das jetzt mit Grand Magus zu tun hat? Das schwedische Trio bestehend aus Janne „JB“ Christoffersson (Gesang, Gitarre), Mats "Fox" Skinner (Bass) und dem von den Spiritual Beggars übergelaufenen Ludwig Witt (Drums) scheint sich von den alten Göttern aus der Videospielwelt inspiriert zu haben. Denn "The Hunt" klingt mit seinem knacktrockenen Sound frisch wie aus den 70ern. Nach Doom Metal, Stoner Metal und Heavy Metal sind Grand Magus nun beim traditionellen Heavy Rock angelangt und beweisen auch hier ihr Können, große Melodien und klasse Riffs zu vereinen. Die Stimme von JB passt zu den Songs wieder wie Schwert auf Kriegerhelm, von der Geschwindigkeit her steht Midtempo auf dem Plan, mit der lässigen, knapp 7-minütigen Großformat-Ballade "Son of The Last Breath" und dem schnellen "Iron Hand" wird für Abwechslung gesorgt.

In mein Kriegerherz eingebrannt haben sich direkt der Titelsong (großartig in allen Teilen), "Valhalla Rising" (heavy bis in die Stimmbänder), "Storm King" (geiles Riffing), "Starlight Slaughter" (hey, allein schon der Titel rockt!) und "Sword of the Ocean" (klassischer Metal-Galopper mit getragenem Refrain). Schade nur, dass nach gerade mal 9 famosen Hieben auf den Gehörapparat schon die Äxte ruhen, denn die drei Bonus-Tracks sind Demo-Versionen bereits enthaltener Songs. Ich hätte lieber noch das ein oder andere gut abgehangene Cover drauf gehabt. Gerne auch von einem Lied der Old Gods of Asgard.

Fazit: Der nächste große Schritt von Grand Magus auf dem Weg in Rockgötterhalle. Die Burschen haben die Mixtur raus für epischen Heavy Rock. Wer in den 70ern musikalisch schon so manche schwere Schlacht geschlagen hat, ist hier bestens aufgehoben.

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