CD des Monats: MY CHEMICAL ROMANCE - The Black Parade

Ich könnte mich an dieser Stelle ganz kurz fassen, hierauf verweisen und einfach zwanglos einen Song der Hives zitieren -

HATE TO SAY I TOLD YOU SO

Natürlich haben My Chemical Romance auf ihre superbe Singleauskopplung "Welcome To The Black Parade" ein amtlich krachendes Album folgen lassen, das mich bereits nach dem ersten Durchlauf in seinen Bann geschlagen hat.

Ein ähnlich wohliges Gefühl hatte ich zuletzt nach dem Hören von Green Days "American Idiot" - dieses Gespür hatte wohl auch Rob Cavallo, der sowohl bei diesem Album als auch bei dem dritten Output der Freunde chemischer Romanzen auf dem Produzentenstuhl Platz nahm. Vom montonen Piepen des Herzmonitors im Opener "The End" bis zum nur vom Klavier begleiteten, schrägen Hidden Track namens "Blood" hagelt es durchgehend gutes Songmaterial, welches irgendwo zwischen Punk, Rock, Emo, ohrwurmiger Eingängigkeit und morbiden bis verrückten Ideen zu verorten ist.

Die Highlights? Neben der oben erwähnten Single sicherlich das beschwingt-makabere "Dead!", das abgedrehte "Mama" (mit einem Kurzauftritt von Liza Minelli als Mama War), "Teenagers" und "Famous Last Words". Die Merkmale? Erfrischend kranke Lyrics, vorgetragen vom mittlerweile kurzhaarfrisurigen und erblondeten Frontmann Gerard Way, dazu die Gitarristen Ray Toro und Frank Iero mit trockenen Riffs und Soli, während die Rhythmusfraktion um Mikey Way und Bob Bryar für ein grooviges Grundgerüst sorgt. Wer schon vom Vorgängeralbum "Three Cheers For Sweet Revenge" angetan war, dürfte nicht enttäuscht werden. Natürlich höre ich schon die alten Fans, denen man es nie recht machen kann und die von Ausverkauf, ekligem Kommerz und Teenies als zukünftiger Hauptzielgruppe faseln; zu letzterem Punkt passen die Lyrics zu "Teenagers" ganz gut:

Teenagers scare the living shit out of me
They could care less as long as someone will bleed
So darken your clothes or strike a violent pose
Maybe they leave you alone - but not me

Schließen möchte ich mit folgenden, weisen Worten aus dem Refrain zu dem Song "Mama":

Mama, we all go to hell
Mama, we all go to hell
It's really quite pleasant
Except for the smell
Mama, we all go to hell

Sieht so aus, als bekämen die oberen Chartsregionen endlich nochmal einen würdigen Vertreter...

P.S.
Wer reinhören will, hier geht's zum Audiostream.

Kommentare

  1. Gewohnt excellenter Musikgeschmack, mein Lieber! Ich habe mir aufgrund deines letzten MCR-Posts mal das Video zu "Black Parade" angesehen und war durchaus angetan. Werde also bestimmt auch mal in das Album reinhören ... vor allem wenn sogar Parallelen zu "American Idiot" gezogen werden. Das fand ich nämlich auch super!

    AntwortenLöschen
  2. Es ist meines Erachtens zumindest so eingängig und erfrischend wie "American Idiot". Wenn das Ding nicht die Charts hochklettert, bin ich wirklich enttäuscht.

    Morgen an dieser Stelle gibt es übrigens die "Altmeister"-CD des Monats. Ich sag nur soviel: hat was mit Fleisch zu tun...

    AntwortenLöschen
  3. Oh! Ist der Neuling des "falschen Hasen" denn schon draussen? Die muss ich mir unbedingt auch noch anhören. Bin schonmal gespannt, wie Dein Urteil ausfällt ...

    AntwortenLöschen
  4. Ja, kam am selben Tag raus wie die MCR. Und als alter Fan von "Bat Out Of Hell" fällt mein Urteil natürlich wohlwollend aus...

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Drehbuchidee

Weihnachtsnachklapp 2016