CD des Monats: ALKALINE TRIO - Remains

Resteverwertung ist so ein unschönes Wort. Das riecht schon müffelig, wenn man es nur hinschreibt. Normalerweise mache ich um die Schiene der Raritäten, Bonustracks und Akustik-Versionen auch einen ganz großen Bogen. Denn meine Theorie ist, dass Bands schon selbst wissen, was würdig ist, um auf das Album und/oder die Single gepresst zu werden. Der Rest wird halt nach dem alten Motto "fire & forget" rausgehauen.

Keine Theorie ohne Ausnahme und die heißt in diesem Fall Alkaline Trio. Die Pyromanmelancholiker aus Chicago legen sich sogar noch für die berühmte B-Seite ins Zeug. Oder haben einfach keinen Plan, welche kleinen Juwelen sie dem Durchschnittsplattenkäufer vorenthalten. "Hell Yes", "My Standard Break From Life" oder das auf der "Rock Against Bush"-Kompilation veröffentlichte "Warbrain" würden jeder anständigen Punkrockkapelle mit weitaus höherem Bekanntheitsgrad mehr als gut zu Gesicht stehen. Eine Doppel-CD mit 22 Titeln dann auch noch als Überreste zu betiteln, zeigt, dass die Herren Skiba, Andriano und Grant wohl lieber jeden Cent in die Songs und keinen in die Eigenwerbung stecken.

P.S.
"Remains" habe ich auch deshalb ausgewählt, weil sie musikalisch das komplette Gegenteil zur neuen Manowar-CD darstellt. Die ist nämlich überladenes, Langeweile versprühendes Walhalla-Hochleistungskriegergelabere ohne Wiedererkennungswert. Dann lieber in 2:30 Minuten auf den Punkt kommen...

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