Achtelfinale

Dass ich das noch erleben darf! Meine Schalker sind nach dem 3:1 gegen Rosenborg Trondheim in der Champions League eine Runde weiter. Ich habe die Partie leicht zeitversetzt auf einem obskuren chinesischen Sender sehen können, dessen Stream mittels einer P2P-Software übertragen wurde, die ich vor lauter seltsamer Schriftzeichen quasi blind installieren durfte. Gut möglich, dass der Chinamann in den vergangenen zwei Stunden meine sämtlichen Daten auf dem Rechner ausgespäht hat, aber das Opfer war es mir wert.

Das 1:0, ein typisches Asamoah-Tor. Alleine vor der Kiste würde unser Gerald den Ball nicht mal an einem blinden Keeper ohne Arme vorbeikriegen - aber in eine angeschnittene Ecke im Getümmel lässig den Fuß reinhalten, auf dass die Murmel fein geschwurbelt am verdutzten gegnerischen Keeper im Netz einschlägt, das macht ihm keine Probleme. 2:0, ein schön herausgespielter Treffer von Rafinha nach einem klasse Zuspiel von Kuranyi. 5 Minuten später setzt es in guter Schalker Tradition den Anschlusstreffer, um den geneigten Fan nicht in Siegessicherheit zu wiegen. Noch in der ersten Hälfte aber das 3:1 durch Kuranyi, der anders als Großmüller bei seinen zahlreichen Versuchen den Ball aus knapp 20 Metern aufs und ins Tor bringt. Die letzten 45 Minuten passierte wenig; die Knappen mühten sich jedoch sichtlich, nicht den Sack zuzumachen, damit ich bloß nicht schon vor dem Abpfiff mit der Schalkefahne in der Hand durchs Haus trampeln konnte.

Egal. Eine Runde weiter. Was wohl auch Otto Rehhagel erstaunt haben dürfte, der mit seiner Gemahlin das Spiel verfolgte. Warum der auf Schalke und nicht in Piräus saß, weiß ich auch nicht. Wollte wohl den einzig verbliebenen deutschen Champions League-Teilnehmer beobachten.

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