Seriencheck (XXI)

Gut zwei Monate nach dem letzten Seriencheck hier nun der erste Schub an Seheindrücken hinsichtlich der Shows, die erst im neuen Jahr gestartet sind. Weitere Schübe mit u.a. Dollhouse, Monk, Breaking Bad, Eastbound & Down und Reaper folgen, wenn ich mir selbige alle eingeschoben habe.

24
Season 7
[Eps. 1-10]

Entwarnung für alle Freunde der gepflegten Terroristenbekämpfung. Als Zuschauer darf man Jack Bauer nach der verkorksten 6. Staffel wieder getrost mit seiner Unterhaltung beauftragen. Die CTU hat als Brutstätte für angehende Landesverräter ausgedient, dafür konnten höchste Regierungskreise und das FBI zur kompetenten Ausfüllung dieser Lücke gewonnen werden.
Die Pause hat der Show in jedem Fall gut getan. Ob meine Zufriedenheit einfach nur darin begründet liegt, dass ich den alten Haudegen Jack nach seiner langen Abwesenheit (immerhin musste der Mann 6 volle Tage ohne Klopause aufarbeiten) vermisst habe oder doch wieder die gute alte Mischung aus Action, Terror, Folter und Maulwurfaushebung zündet, werde ich natürlich erst ganz am Ende eindeutig wissen.

Mir brachten die bisherigen 10 Folgen aber wieder soliden Spaß. Wenn es etwas zu bekritteln gilt, dann wäre das zweierlei: zunächst die Glaubwürdigkeit des Grundplots - bin ich der Einzige, der nicht so recht glauben kann, dass eine amerikanische Regierung aus rein humanitären Gründen einen afrikanischen Diktatoren mit Militärgewalt absetzen will und eher das Leben von unschuldigen amerikanischen Zivilisten riskiert, als die Invasion zu verschieben? Vielleicht hat mich die Bush-Ära auch zu unempfänglich für dieses Szenario werden lassen.
Zweitens hätte man in früheren Staffeln einen Crash zweier Flugzeuge sicherlich mit mehr Bumm inszeniert als eine Rauchwolke in die Luft zu zaubern, die von den Amtsträgern im Weißen Haus aus mit Bestürzung betrachtet wird. Ich bleibe in jedem Fall dran, wie es nach dem Break zum Ende der 10. Stunde weitergeht.

Battlestar Galactica
Season 4
[Eps. 10-16]

Keine Show hat mich in den letzten Wochen so hin- und hergerissen wie Battlestar Galactica. Denn es stehen die endgültig finalen 10 x 45 Minuten im Konvoi an und natürlich erwarte ich für das Ende den ganz großen "Mir reißt es das rote Licht aus dem Zylonenschädel"-Moment der Erkenntnis. Nach dem tief deprimierenden und schauspielerisch wie gewohnt glanzvoll umgesetzten Einstieg setzt es mal wieder eine Rebellion an Bord. Gnaa. Nett inszeniert ja, blutiger Abschluss schön, aber das Thema hatten wir doch schon.
Dann die große Enthüllungshow namens "No Exit", die mir vor Informationsüberflutung den Verarbeitungsspeicher im Kleinhirn kurz schloss. Mit Kribbeln in den Fingern erwarte ich die nächsten Folgen, halte schon mal Stift und Notizblock bereit, öle die Rückspultaste, um alles mitzubekommen - und bekomme zwei Episoden Soap Opera präsentiert. Das mag den Anhängern der Charakterentwicklung tiefe Freude bereiten, mich langweilt es schlicht und ergreifend. Die letzten vier Folgen werden entscheiden, ob die Show grandios oder doch insgesamt mit zuviel Höhen und Tiefen behaftet war.

Flight Of The Conchords
Season 2
[Eps. 1-5]

Großartig gestartet sind die immer noch glorreich erfolglosen neuseeländischen Folkmusikanten. Für die ersten drei Episoden musste ich durchgehend die Höchstwertung ziehen, mit "Unnatural Love" kam dann doch ein Dämpfer. Murray Hewitt als Manager der Conchords ist für mich einer der genialsten Charaktere der jüngeren Seriengeschichte. So inkompetent, so ahnungslos, so formalisiert und von sich selbst überzeugt - man muss ihn einfach gern haben. Und die dargebotenen Songs sind in ihrer Absurdität längst schon Kunstwerke für sich. Hoffentlich lässt man sich für den DVD-Release diesmal ein paar nette Extras einfallen, die Ausstattung zur 1. Staffel war in der Hinsicht doch enttäuschend.

Heroes
Season 3 (Volume 4: Fugitives)
[Eps. 14-17]

Ach, Heroes. Ich glaub, das wird nix mehr. Der Reset nach dem unterirdischen 3. Akt leitet die Story und die Charaktere zwar wieder auf deutlich überschaubare Bahnen: die Bösen auf der einen, die Guten auf der anderen Seite. Wirre Wechselsprünge der Protagonisten sind bisher dankenswerterweise noch nicht auszumachen. Das Problem: die Show packt mich einfach nicht mehr. Zuviele Versatzstücke werden wiederholt, das Szenario ist aus X-Men und The 4400 bekannt und im Hinterkopf spielt natürlich der Gedanke eine Rolle, dass einem die Charaktere in den zahlreichen mäßigen Folgen nach Ende der 1. Staffel einfach entwachsen sind oder nur noch langweilen.

Wer schon nach der 2. Staffel keine Lust mehr hatte, kann zwar wieder reinschauen; Begeisterung kann ich aber nicht garantieren. Ich für meinen Teil verfolge die aktuellen Episoden mit einem Enthusiasmus, der sich darin niederschlägt, dass ich mir während des Guckens die Zehennägel schneide. Bisher bin ich ob des Gesehenen noch nicht vor Begeisterung abgerutscht.

Lost
Season 5
[Eps. 1-7]

Nach vier kompletten Staffeln gemeinsam mit den Inselbewohnern durchgestandener Abenteuer hat Lost für Fans wie mich eine eigene Faszination entwickelt, die Außenstehende und Malreingucker nicht mehr nachvollziehen können. Bildeten in der letzten Staffel noch die Flashforwards den Antrieb für Spekulationen und Verwirrungen, sind nun die Zeitsprünge und ihre Auswirkungen das neue kreative Spielzeug der Produzenten. Erlauben Sie doch einen Blick in die Vergangenheit (und Zukunft?) der Insel sowie die beliebten "was ist denn hier jetzt los?"-Konfusionsmomente zu Beginn bzw. Ende einer Episode.

Ganz im Gegensatz zu oben erwähnten Heroes ist mir die Belegschaft hier schon so ans Herz gewachsen, dass ich auch über die weniger guten Momente (der popelige Inselverschwindibus-Mechanismus, die Art der Rückkehr auf die Insel) hinwegsehen kann. Da nun auch geklärt ist, was mit John Locke passiert ist und wie die Ausflügler zurück ins Nest gefunden haben, harre ich gespannt der nächsten Handlungsbögen und freue mich auf jede neue Episode wie Hurley auf einen haltbarkeitsmäßig noch nicht allzu lange abgelaufenen Schokoriegel.

Scrubs
Season 8
[Eps. 1-10]

Man spürt, dass Zach Braff und Co. durch den Senderwechsel frische Energie getankt haben. Vieles erinnert wieder an die guten alten Zeiten im Sacred Heart, gäbe es da nicht diesen einen kleinen Haken: nämlich den verzweifelten Versuch, die neuen Interns als Hoffnungsträger für die Zeit nach dem feststehenden Abschied von John Dorian zu etablieren.
Sorry, aber da ziehe ich mir den strammen Traditionalistenkittel an, verweigere mich alternativer Behandlungsmethoden und würde mich für eine 8. Staffel wohl nicht mehr einliefern lassen. Zumal mich die Neuzugänge allesamt nicht überzeugen bzw. sogar richtig nerven. Mein Vorschlag an die Macher: denkt an die Stammpatienten, konzentriert euch auf den liebgewonnenen Cast, zündet noch ein paar gute Gags, abstruse Situationen oder Herzschmerzmomente und lasst die Show dann mit einem rührenden EKG-Schlusspiepser enden.

Kommentare

  1. Ach herrlich, einmal wieder ein Seriencheck von Herrn Inishmore.

    Zu "24" kann ich nur sagen: Ich freu mich! Fand die 6. Staffel extrem übel (sogar so, dass ich nichtmal einen Eintrag dazu verfasst habe) doch inzwischen habe ich wieder richtig Lust auf Jack Bauer. Die ungeraden Staffeln haben mir bisher sowieso am besten gefallen.

    Zu "BSG": Sehe ich ganz genauso. Teils bin ich wirklich bestens unterhalten, teils nervt mich die Soap Opera tödlich. Vor allem seitdem Tighs Frau wieder aufgetaucht ist. Das ist mir alles zu menschlich, zu soapig. Nee, da muss noch kräftig was geschehen! Sind sooo gute Ansätze dabei!

    "Heroes" habe ich schon seit 3.1 abgeschossen.

    "Lost" ist jede Woche ein neues Highlight. Da freue ich mich auch immer wieder über neue Charakterentwicklungen, denn sie machen meist auch inhaltlich Sinn.

    Schöne Zusammenfassung insofern :)

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  2. Ich bastle auch gerade wieder an einem Seriencheck, der wird dann hoffentlich nächste Woche fertig sein. Im Moment muss ich noch einige Episoden nachholen, wie z.B. die letzte BSG-Episode.

    In 24 werde ich wohl nicht mehr einsteigen. Zu wenig Zeit steht da zu viel interessantem Material gegenüber, dass noch gesehen weden will.

    BSG ist für meine Begriffe nach der Pause wieder stark gestartet und ich hoffe, dass es trotz der Soap-Aussetzer gegen Ende hin genaus gut wird, wie die Serie einstmals begonnen hat. Da bleibe ich definitiv dran.

    Heroes habe ich mit der Episode von letzter Woche abgehakt. Ich bin zwar versucht, in die aktuelle Episode reinzuschauen, aber noch konnte ich mich zurückhalten. Die Charaktere wirken auf mich zum guten Teil "out-of" und haben mit denen von Season 1 eigentlich kaum noch was zu tun. Ich denke aber, dass ich mir bei genug Zeit einmal die DVDs zu Gemüte führen werde. Aber auf den jetztigen Fortschritt habe ich keine rechte Lust mehr.

    Lost ist dagegen wieder grandios geworden. Spannung pur, Antworten, fehlen eigentlich nur die alten Flashbacks. Aber ich denke, da wird man mal eines Tages dazu zurückkehren, wenn auch nur, um weitere mysterien aufzuklären.

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  3. Ich sehe, wir liegen alle wieder stabil auf der selben Geschmackswelle.

    @bullion: noch hält sich 24 wirklich wieder wacker. Die 6. Staffel habe ich erfolgreich verdrängen können (war ja auch genug Zeit). Bei BSG hat mich gerade die Folge mit Ellen ungeheuer genervt. Und die Dialoge mit dem Pianisten erst!

    @thwidra: ich freue mich auf deine Einsichten! Heroes wankt bei mir auch ziemlich. Aber ich befürchte, wenn die Fußpflegesitzung einmal ausfallen lasse, krieg ich die Staffel nie zu Ende.

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  4. Fehlt da nicht Two and a half Men? Das guckst du doch auch, oder? *am Kopf kratz* (oder war das letztes mal dabei?)

    Heroes finde ich seit dem Neustart eig. recht gut, nicht überragend, aber gut genug, um es mit wachen Augen zu gucken (bin vorher sehr gerne dazu eingeschlafen ^^).

    Lost ist Lost, bleibt Lost und wird immer Lost bleiben. Es hat 'n geplantes Ende, von Anfang an schon, demnach wird da nix schief gehen. Daran glaub ich, darum kann ich mich auch auf jede Folge konzentrieren und muss mir keine Sorgen darüber machen, dass das am Ende nicht gut aus geht. Hin und her so viel es nur geht, ich bin dabei, ich krieg davon nicht genug. ;)

    Scrubs ist der Grund für meinen hohen Serienkonsum, damit fing das "auf Englisch gucken" an. Auch wenn es mir genrell schwer fällt schelcht darüber zu reden, muss ich das nun gar nicht. Die Staffel ist bisher richtig gut. Der Senderwechsel hat allen gut getan, aber nach der 8. Staffel soll dan nacuh endlich Schluss sein. Minus vier Hauptdarsteller wird das a) nicht funktionieren, will das b) keiner sehen und ist c) auch einfach nicht mehr Scrubs.

    Zu Flight of the Conchords: AWESOME!

    PS: I'm back! Aus dem Reich der Prüfungen wieder auferstandn sozusagen ^^

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  5. Welcome back ;)
    Two And A Half habe ich in No. XX verwurstet. Ich glaub, die Show kann gar nimmer schlecht werden.

    Heroes kämpf ich mich durch, aber der Funke zündet einfach nicht mehr.

    Lost? Groß! Heute die Folge mit Ben und Sayid. Bin immer noch fertig vom Schluss.

    Scrubs: a), b) und c) sind absolut richtig erkannt.

    Flight of the Conchords: ist jetzt auch schon wieder rum, oder? War sehr genial, wenn man auf Fremdschämen und etwas andere Musik steht.

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