Review "Sam & Max Episode 6: Dark Side Of The Moon"

Zum Abschluss der ersten Saison besuchen Sam und Max den Mond, um dort endlich den Oberbösewicht auszuschalten. Wer mit einem finalen Klimax in Sachen Rätsel, Story oder Spieldauer rechnet, den darf ich an dieser Stelle enttäuschen. Fast schon zu routiniert gestaltet sich das bis auf weiteres letzte Abenteuer des gutmütigen Hundes und des psychopathischen Hasen.

Das Mondbasis-Szenario mit Seitenhieben auf Sekten und Kanada haute mich nicht wirklich vom Hocker, die Identität des Bösewichts wird schon früh im Spiel enthüllt, seine Herkunft selbst entpuppt sich als wenig spektakulär. Im Gesamtwerk würde ich die präsentierte Geschichte qualitätsmäßig deutlich hinter "Abe Lincoln Must Die" und "Reality 2.0" verorten wollen.

Was wohl auch damit zusammenhängt, dass man keinerlei neue Charaktere einführt, sondern wie bei der Schlussnummer einer Vorstellung so ziemlich alle Beteiligten nochmal auf die Bühne holt. Hierin darf man durchaus eine Schwäche des Episodenprinzips sehen, denn bei einem Vollpreistitel mit durchgehender Geschichte hätte man so wohl eher nicht verfahren.

Richtig schlecht ist die sechste Episode natürlich nicht: bei der Achterbahnfahrt auf dem Mond werden Erinnerungen an das allererste Spiel mit dem tierischen Duo geweckt, Gastrokinese (also die Fähigkeit, Leute mittels Gedankenbündelung zu spontan-oraler Magenentleerung zu bringen) ist für mich jetzt schon die erstrebenswerteste Superkraft der Zukunft, der Kampf gegen die künstliche Intelligenz bei Tic-Tac-Doom ist ungewöhnlich ausgefallen und die finale Aufgabe dürfte so ziemlich jeden Adventure-Fan zuerst einmal ratlos vor dem Monitor sitzen lassen.

Für mich war es insofern eine Premiere, als ich diesen Teil nicht in einem Rutsch abends durchspielen konnte, sondern wirklich derart an einer Stelle hängen blieb, dass ich erst tags darauf die Lösung fand. Ich weise nur darauf hin: es ist gar nicht so leicht, im Büro unserer Helden etwas zu finden, was 100 Trillionen kanadische Dollar wert ist.

Fazit: in der Gesamtbetrachtung ist die erste Staffel von Sam & Max mehr als ihr Geld wert. Das Entwicklerstudio Telltale Games stellt mit Sicherheit eines, wenn nicht sogar das Adventurehighlight in diesem Jahr; bleibt nur zu hoffen, dass auch die internationale Version ordentliche Verkäufe erzielt.

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