Humpeln - A New Beginning

Humpeln - jetzt erst recht, der vierte Teil des fulminant-unerträglichen Leidens-Epos um unseren lendenwirbelgeschädigten Helden, nötigte dem Zuschauer alles ab. Stundenlange Einstellungen, wie der Protagonist missmutig Tabletten schluckt, bewegungslos sich auf einem Wasserbett liegend von Motoren massieren lässt, während der Reizstrom in den Rücken jagt - das alles erinnert an die frühen Werke des taiwanesischen Leinwandbeschmierers Lang-Wei Lee. In einem Ausbruch an Dynamik präsentiert der Film dann doch noch das große Duell zwischen dem hageren Knochen-Gelenk-Muskel-Sehnen-Druiden und dem Schmerzgeplagten. Hier Auszüge aus dem sich entspinnenden Schlussdialog:

Wie geht's?
Nun, Sie haben doch bei unserem letzten Treffen das Bild von der Feuerwehr gebracht, die die brennende Scheune löschen muss, bevor sie wieder aufgebaut werden kann.
Genau, mit der brennenden Scheune als ihre Wirbelsäule.
Tja, um im Bild zu bleiben: ich sitze so vor der Scheune, schaue ihr täglich beim Brennen zu und warte weiterhin auf die Feuerwehr.
Das ist halt eine langwierige Angelegenheit. Tun Sie das, was angenehm ist, unterlassen Sie, was unangenehm ist.
Aber ich habe Schmerzen beim Gehen.
Dann gehen Sie eben nicht.
Ich kann doch nicht den ganzen Tag liegen!

[Stille]

Legen Sie sich mal auf die Liege, ich setze Ihnen ein paar Spritzen.
Haua-ha.

[drei unnötig brutale Injektionssequenzen in Superslowmotion]

So, ab nächste Woche kommen Sie wieder jeden Tag zur Reizstromtherapie und nehmen die Tabletten weiter.
Nö.
Bitte?
Nö. Ich gehe zu meinem Stammorthopäden zurück, dessen Urlaub diese Woche endet.
Tun Sie das. Damit habe ich kein Problem. [eiskalter Blick, danach Abwenden]
Wiedersehen.
Wiedersehen.

[Ausblende]
Fortsetzung folgt in: Humpeln - The Return of the Pink Infusion.
Was für eine verschwendete Woche.

Kommentare

  1. Allen Filmanalogien zum Trotz möchte ich dieses Mal einfach nur sagen:

    Gute Besserung!

    Das tut ja schon fast beim Lesen weh. Ich wünsche dir wirklich, dass das endlich mal ein Ende findet.

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  2. Danke sehr. Langsam ist es wirklich nicht mehr witzig. Dieses Jahr ist in der Tat die Pest. Ich wollte den Beitrag schon mit "Dr. Rösler, übernehmen Sie" betiteln, aber der ist ja jünger als ich...

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  3. Herrje! Schnelle gesunde Besserung lieber Ini!

    Vielleicht hilft der heutige TV-Abend (Stichwort: Pastewka) etwas über die Schmerzen hinweg. Samt Stromberg nächster Woche vielleicht ein kleiner winziger Silberstreif am dunklen Horizont?

    Hach, wenn deine Schmerzen doch nur Fernsehen könnten...

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  4. Auch dir danke. Da liegen wir ja wieder stabil auf einer Geschmackslinie. In der Tat haben Pastewka und die eben erschienene 4. Episode von Tales of Monkey Island geholfen.

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